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Bistum

Glauben geht! – Editorial zum heiligen Godehard

Redaktion am 23.08.2022

2022 08 23 pb alb godehard cover glauben geht2 Foto: red
Glauben geht! – Buchcover. Der Heilige Godehard – Von Niederaltaich nach Hildesheim. Mit Beiträgen von Marianus Bieber OSB, Matthias Bode, Stefan Branahl, Wolfgang Krinninger, Stefan Oster SDB, Hannelore Putz, Thomas Scharf-Wrede, Heiner Wilmer SCJ.

Es geht um alles. Es geht um Gott. Es geht um die Frage: Gibt es einen Gott oder gibt es ihn nicht? Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat diese großen Worte gewählt, als er die Ziele für das Godehardjahr 2022 formulierte.

Vor genau 1000 Jah­ren hat der Main­zer Erz­bi­schof Ari­bo den Abt von Nie­der­al­taich zum Bischof von Hil­des­heim geweiht. Nur wider­stre­bend füg­te sich der Mann aus Bay­ern dem Ruf in den hohen Nor­den. Lie­ber in Bay­ern ein Abt als da oben ein Bischof“, mit die­sen Wor­ten soll der immer­hin schon 62-Jäh­ri­ge ver­sucht haben, Kai­ser Hein­rich umzu­stim­men. Doch der wuss­te, dass der Refor­mer aus dem Süden der neu­en Auf­ga­be bes­ser gewach­sen sein wür­de als jeder ande­re und ließ des­halb auch nicht mit sich reden. Und er soll­te Recht behalten. 

Glau­ben geht! Das ist der Titel eines neu­en Buches über den hei­li­gen Gode­hard, das die Bischö­fe Ste­fan Oster und Hei­ner Wil­mer im Sep­tem­ber zum Jubi­lä­um gemein­sam her­aus­brin­gen. Neben den bei­den Ober­hir­ten haben dar­in u.a. Abt Maria­nus Bie­ber OSB, die His­to­ri­ker Han­ne­lo­re Putz und Tho­mas Scharf-Wre­de sowie Jour­na­lis­ten aus Hil­des­heim und Pas­sau das Leben, Den­ken und Wir­ken Gode­hards nach­ge­zeich­net. Beim Lesen wird offen­sicht­lich: Auch nach 1000 Jah­ren hat der ers­te Alt­bay­er, der hei­lig­ge­spro­chen wur­de, nicht an Aktua­li­tät und Aus­strah­lung ver­lo­ren. Gode­hard oder Gott­hard, wie er bei uns im Süden geru­fen wird, berührt, spornt an, schenkt Hoff­nung. Er bestärkt einen, sei­ne eige­ne Bestim­mung zu erfor­schen und sich ein­zu­las­sen auf die Fra­ge: Wozu bin ich auf die­ser Welt? 

Gode­hard war ein Pre­di­ger des ein­fa­chen Lebens, der sinn­vol­len Arbeit, des beharr­li­chen Gebets in der Gemein­schaft, der Fes­tig­keit des geis­ti­gen Standorts.”

Godehard-Biograf Josef Nowak

Aber wer war die­ser Mensch, der Nie­der­al­taich zu höchs­ter Blü­te führ­te und als Bischof so gewirkt hat, dass sein Name die Jahr­hun­der­te über­dau­er­te? Gode­hard-Bio­graf Josef Nowak bezeich­ne­te ihn als Pre­di­ger des ein­fa­chen Lebens, der sinn­vol­len Arbeit, des beharr­li­chen Gebets in der Gemein­schaft, der Fes­tig­keit des geis­ti­gen Stand­orts.“ Damit ist schon eini­ges gesagt. Gode­hard war tief im Evan­ge­li­um und in der Regel des hei­li­gen Bene­dikt ver­an­kert. Die­se star­ken Wur­zeln ver­lie­hen ihm eine unbän­di­ge Kraft und Frei­heit. Er rede­te nicht nur von Fröm­mig­keit und Beschei­den­heit, er leb­te sie vor. Ob als Abt oder Bischof, Gode­hard emp­fing jeden Men­schen mit der glei­chen Freund­lich­keit und Offen­heit und mit ehr­li­chem Inter­es­se. Mahn- und Droh­pre­dig­ten waren nicht das Sei­ne, viel lie­ber sprach er von der Lie­be Got­tes. Und weil er inner­lich so gefes­tigt war, hat­te er kei­ne Pro­ble­me, Ent­schei­dun­gen gege­be­nen­falls auch wie­der zurückzunehmen. 

Er blieb zeit­le­bens ein Ler­nen­der, ein Hören­der, ein Seel­sor­ger, der immer die Men­schen beson­ders im Blick hat­te, die in Not waren, und der sei­nen Sinn für das Schö­ne und Fei­ne kul­ti­vier­te. Mit all die­sen Eigen­schaf­ten war er sei­ner Zeit weit vor­aus. Und ich fürch­te fast, er ist auch tau­send Jah­re spä­ter noch weit vor­aus. Und doch ist gera­de in die­sen ver­wir­ren­den, her­aus­for­dern­den, kri­sen­haf­ten Tagen einer wie Gode­hard wich­ti­ger denn je. Ein Fels in der Bran­dung. Ein Macher mit Herz, Hirn und See­le. Einer, der vor­lebt, wie Glau­ben geht, wie Leben Sinn macht. Egal ob in Bay­ern, in Nie­der­sach­sen oder an einem ande­ren Fleck auf die­ser Welt.

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Wolfgang Krinninger

Chefredakteur

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