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Andrea Lenz zwischen Himmel und Erde

Anita Ganczer am 09.09.2020

Oberministrantin_Andrea_Lenz_Paragliding_Tandemflug info-icon-20px Andrea Lenz
Zwischen Himmel und Erde unterwegs ist Oberministrantin Andrea Lenz aus Zeholfing,wenn sie Paragliding-Tandemflüge unternimmt.

Obwohl sie schon im Berufsleben stehen und den Autoführerschein haben, machen sie noch immer etwas mit Leib und Seele: den Ministrantendienst. Andrea Lenz (22) aus Zeholfing ist eine von ihnen. Auch sportlich gesehen ist sie als Paragliderin dem Himmel nahe.

Zehol­fing. Die 22-jäh­ri­ge Andrea Lenz aus Zehol­fing ist seit ihrem neun­ten Lebens­jahr Minis­tran­tin, eine unge­wöhn­lich lan­ge Zeit für eine jun­ge, erwach­se­ne Frau, die seit vie­len Jah­ren ihre Diens­te am Altar ein­bringt und mit Freu­de die­ses Amt aus­übt. Andrea gilt als sehr gewis­sen­haft, ehr­gei­zig, auf­ge­schlos­sen, ehr­lich und flei­ßig. Beson­ders lobens­wert ist, weil sie sich stets um Minis­tran­ten-Nach­wuchs bemüht.

Wie ist sie dazu gekom­men? Und war­um schon so lan­ge? Ihre Minis­tran­ten­lauf­bahn begann 2007 im Alter von neun Jah­ren. Gemein­de­re­fe­ren­tin Johan­na Kuce­ra-Lang erteil­te damals Kom­mu­ni­on­un­ter­richt und frag­te Andrea, ob sie Minis­tran­tin wer­den möch­te. Unmit­tel­bar nach ihrer 1. Hl. Kom­mu­ni­on begann sie mit den Vor­be­rei­tun­gen und Pro­ben und nahm an Grup­pen­stun­den teil. Nach einer kur­zen Ein­ar­bei­tungs­zeit begann sie den Dienst am Altar beim dama­li­gen Stadt­pfar­rer Chris­ti­an Krieg­baum und Kaplan Chris­ti­an Thiel.

Oberministrantin Andrea Lenz Aug 2020 026 info-icon-20px Ludwig Stich
Andrea Lenz, hier vor der Zeholfinger Pfarrkirche, trägt auch gerne flotte Dirndlkleider.

Die Gemein­schaft mit ande­ren Kin­dern und Jugend­li­chen war ihr wich­tig – und der Glau­be an Gott. Im Lau­fe von 13 Jah­ren dien­te sie auch für die im Pfarr­ver­band Land­au täti­gen Kaplä­ne Thiel, Schäch­ner, Pau­lus, Pee­di­ka­pa­ram­bil, Rei­ter und Nel­son. 2007 wur­de ein Minis­tran­ten­buch ein­ge­führt, das nun Andrea momen­tan ver­wal­tet. 2013 wur­de sie zur Ober­mi­nis­tran­tin beför­dert. Wei­te­re Ober­mi­nis­tran­ten in der Pfar­rei Zehol­fing sind Lisa Klos­te­r­eit und Flo­ri­an Wim­bau­er. Sie sind ein gutes, ein­ge­spiel­tes Team und füh­ren die Grup­pe von der­zeit 17 Minis­tran­ten. Sie sor­gen immer dafür, dass auch der gesell­schaft­li­che Bereich nicht zu kurz kommt. Dazu gehö­ren Akti­vi­tä­ten wie zum Bei­spiel Grup­pen­stun­den, Quiz­aben­de, Zelt- oder Ski­la­ger, Eis- und Piz­za­es­sen oder Fahr­ten zum Bay­ern­park oder Ther­men. Außer­dem wer­den Tref­fen mit ande­ren Minis­tran­ten aus dem Pfarr­ver­band orga­ni­siert. Lei­der sind die Aktio­nen in die­sem Jahr sehr eingeschränkt.

Andrea Lenz macht ihren Dienst am Altar aus Über­zeu­gung, Idea­lis­mus und aus dem Glau­ben her­aus. Ihr gefällt das Leben in der Gemein­schaft. Sie ist gläu­bi­ge Chris­tin, besucht Got­tes­diens­te, wenn sie nicht gera­de Dienst am Altar hat. Auch Beten ist ihr wich­tig. Bevor sie ihre beruf­li­che Abschluss­prü­fung und Füh­rer­schein­prü­fung ableg­te, fuhr sie jeweils nach Alt­öt­ting und bete­te in der Gna­den­ka­pel­le. Bei­de Prü­fun­gen hat sie geschafft. 

75 Cent erhält sie pro Dienst als Minis­tran­tin. Ihr geht es dabei natür­lich nicht um das Geld. Sie macht die Arbeit gern und schafft es immer wie­der, Nach­wuchs zu moti­vie­ren. Sie opfert ger­ne ihre Frei­zeit. Das Taschen­geld wird bei außer­or­dent­li­chen Diens­ten wie zum Bei­spiel Hoch­zeits­got­tes­diens­ten, Tau­fen, Beer­di­gun­gen, Stern­sin­ger-Aktio­nen ein bis­serl auf­ge­bes­sert, wie sie sagt. Ansons­ten gibt es eine Minis­tran­ten­kas­se, die sie auch ver­wal­tet. Andrea und ihr Minis­tran­ten­team pfle­gen ein sehr gutes Ver­hält­nis zur Mes­ne­rin Maria Häfel. Die Zusam­men­ar­beit ist per­fekt. Stadt­pfar­rer August Lind­mei­er ist eben­falls sehr stolz auf die gro­ße Anzahl der Zehol­fin­ger Minis­tran­ten und lobt vor allem die Arbeit der Oberministranten. 

Beson­de­re Momen­te von Andrea waren zwei Minis­tran­ten­wall­fahr­ten nach Rom. Höhe­punkt waren zwei Papst­au­di­en­zen mit allen Minis­tran­ten auf dem Peters­platz. Die­se Augen­bli­cke waren ein Erleb­nis für Andrea. Ver­ges­sen wird sie das nie, Papst Fran­zis­kus war gera­de Mal zehn Meter ent­fernt, für vie­le nur ein Traum, für Andrea war es Wirklichkeit.”

Andrea Lenz

Inzwi­schen hat die lang­jäh­ri­ge Minis­tran­tin eine Aus­bil­dung hin­ter sich und arbei­tet als Bäcke­rei­fach­ver­käu­fe­rin. Obwohl vie­le ihrer Bekann­ten in ihrem Alter bereits ver­hei­ra­tet sind und Kin­der haben, denkt die 22-Jäh­ri­ge noch nicht ans Hei­ra­ten. Sie wohnt bei ihren Eltern und fühlt sich da wohl. Sie hat noch einen Bru­der, Ste­fan (19). Auch er war ein­mal Minis­trant in Zehol­fing. In ihrer Frei­zeit trifft sie sich mit Freun­din­nen, geht in Dis­cos (der­zeit lei­der nicht), ins Fit­ness­stu­dio und ist Mit­glied der Sim­ba­cher Gar­de, wo sie jede Woche ein­mal Tanz­pro­ben hat. Sie geht Wan­dern und Rad­fah­ren. Ihren Urlaub ver­bringt sie eher beim Wan­dern im Baye­ri­schen Wald, Öster­reich oder Ita­li­en. Andrea trägt gern Dirndlklei­der – sie besitzt sie­ben Stück davon. Beson­de­re Erleb­nis­se waren zwei­mal Paragliding-Tandemflüge. 

Oberministrantin Andrea Lenz aus Zeholfing 015 info-icon-20px Ludwig Stich
Oberministrantin Andrea Lenz in der Pfarrkirche St. Laurentius in Zeholfing. Seit 13 Jahren übt sie dort den Dienst als Ministrantin mit Leib und Seele aus.

Das Gefühl an Frei­heit zwi­schen Him­mel und Erde war unbe­schreib­lich, erzählt sie. Auch wenn sie bei Tan­dem­flie­gen ger­ne abhebt, ansons­ten ist sie bodenständig.”

Andrea Lenz
Text und Fotos: Lud­wig Stich

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