Mit einem Papst-Bike am Gnadenort

Redaktion am 01.09.2025

Der Gründer der Jesus Biker, Dr. Thomas Draxler, vor der Altöttinger Gnadenkapelle auf der BMW R 18 Transcontinental. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Der Gründer der Jesus Biker, Dr. Thomas Draxler, vor der Altöttinger Gnadenkapelle auf der BMW R 18 Transcontinental, die er und seine Kumpanen zu Papst Leo XIV. nach Rom fahren. Dort soll sie signiert, gesegnet und dann für einen guten Zweck versteigert werden.

Die Jesus Biker tragen den christlichen Glauben auf die Straßen und setzen sich für Schwächere ein. Mit einer Friedensbotschaft und einem ganz besonderen Geschenk für Papst Leo XIV. waren sie nun auf dem Weg nach Rom und schauten auch im Wallfahrtsort Altötting vorbei.

Sie wäre zwei­fel­los ein sehr edler Ersatz für das Papa­mo­bil und Papst Leo XIV. wür­de auf der Maschi­ne ganz bestimmt Ein­druck machen. Wie das päpst­li­che Fahr­zeug ist die BMW18 Trans­con­ti­nen­tal ganz in weiß gestal­tet – Mys­tic Weiß“ wur­de die neu kre­ierte Far­be getauft. Mit ihren ver­chrom­ten Fel­gen glänzt das Motor­rad am Abend des 31. August in der Abend­son­ne vor der Gna­den­ka­pel­le und lässt die Besu­cher und Spa­zier­gän­ger ihre (Handy-)Kamera zücken. Das Wap­pen von Papst Leo XIV. zeigt auf, für wen die Maschi­ne bestimmt ist. Das Typen­schild trägt den Namen des Hei­li­gen Vaters und die Fuß­he­bel wur­den wie die Papst­schu­he“ in rot gestal­tet. Doch das Bike ist frei­lich nicht zum Ver­gnü­gen für den Papst gemacht wor­den – es trägt eine Bot­schaft und erfüllt eine Mis­si­on: Das Wort Frie­de steht in 22 Spra­chen auf der Maschi­ne und es soll für einen guten Zweck ver­stei­gert wer­den – zuvor aber brin­gen es die Jesus Biker auf einem Peace-Ride“, einer Frie­dens­fahrt“, vom hes­si­schen Schaaf­heim über Alt­öt­ting und Vero­na nach Rom, um sie dort von Papst Leo seg­nen und signie­ren zu lassen.

Besucher bestaunen das Bike für Papst Leo XIV., das vor der Gnadenkapelle steht. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Besucher bestaunen das Bike für Papst Leo XIV., das vor der Gnadenkapelle steht.

Es ist bereits das zwei­te Pro­jekt die­ser Art: Im Jahr 2016 sei auf der Biker Wall­fahrt in Alt­öt­ting die Idee ent­stan­den, blickt der Grün­der der Jesus Biker, Dr. Tho­mas Drax­ler, zurück – und im Jahr 2019 haben sie eine Har­ley David­son zu Papst Fran­zis­kus nach Rom gebracht und spen­de­ten den Erlös der Ver­stei­ge­rung einem Pro­jekt von Mis­sio Öster­reich für Kin­der in Ugan­da. Die­ses Mal soll das Geld für die von BMW Motor­rad Mün­chen gespen­de­ten, vom Unter­neh­men Motor­rad Wit­zel aus Senn­feld ver­edel­ten und von Papst Leo am 3. Sep­tem­ber auf dem Peters­platz in Rom geseg­ne­ten Maschi­ne nach Mada­gas­kar gehen und dort erneut einem Kin­der­hilfs­pro­jekt von Mis­sio Öster­reich zugu­te­kom­men. Vor der Ver­stei­ge­rung am 18. Okto­ber in Mün­chen wird es im BMW Muse­um zu sehen sein.

Jesus Biker mit Papst BMW in Altötting – Impressionen

Was er Papst Leo bei der Audi­enz am 3. Sep­tem­ber alles sagen wer­de, das habe er sich im Detail noch nicht über­legt, ant­wor­tet Drax­ler auf Nach­fra­ge. Ich bin im Hier und Jetzt“, sagt er. Und heu­te sei­en erst ein­mal der Zwi­schen­stopp und der Got­tes­dienst in Alt­öt­ting wich­tig. Immer­hin ein paar grund­sätz­li­che Abläu­fe des Tref­fens in Rom ste­hen fest: Für Papst Leo haben die Jesus Biker eine extra in Weiß ange­fer­tig­te Kut­te dabei, auf der ganz groß das Wort Jesus Chris­tus“, das Chris­tus­mo­no­gramm XP und – für den US-ame­ri­ka­ni­schen Papst auf eng­lisch – das Mot­to Weg – Wahr­heit – Leben“ prangt. Außer­dem wer­den sie dem Papst die Ehren­mit­glied­schaft anbie­ten. Und dann möch­te ihn Drax­ler um den Segen bit­ten – nicht nur für das schö­ne neue Motor­rad, son­dern für den Peace-Ride“ ins­ge­samt, denn: Unse­re Bot­schaft soll nicht abeb­ben. Wir wol­len wei­ter für den Frie­den fah­ren“, betont Drax­ler. Das sei ihm wich­tig – gera­de in die­sen kri­sen- und kriegs­ge­plag­ten Zei­ten. Und danach? Mal sehen, was im Lau­fe des Pro­jekts so alles ent­steht …“, sagt er. Wer kann schon so genau sagen, was das Hier und Jetzt“ in ein paar Wochen brin­gen wird …?

Die Jesus Biker sind übri­gens kein Motor­rad­club im klas­si­schen Sinn. Sie ver­ste­hen sich als eine Gemein­schaft, die die christ­li­che Bot­schaft auf die Stra­ße trägt – in Kut­ten, aber auch in Taten. Dabei sein dür­fen alle Motor­rad­fah­rer (und auch Unter­stüt­zer), die sich zum christ­li­chen Glau­ben beken­nen – ob katho­lisch, evan­ge­lisch, frei­kirch­lich oder ortho­dox; ob Kir­chen­mit­glied oder aus der Kir­che aus­ge­tre­ten. Dass ihnen das christ­li­che Bekennt­nis und die Gemein­schaft ein gro­ßes Anlie­gen sind, zeigt der vom Jesus Biker und Gitar­ris­ten Buf­fa­lo Steff“ musi­ka­lisch gestal­te­te Got­tes­dienst an die­sem Abend in der Kir­che St. Mag­da­le­na, als Drax­ler, der Novi­zen­meis­ter Klaus sowie die Zeu­gen Josch und Tho­mas zwei neue Novi­zen auf­neh­men. Sehr aus­führ­lich erklärt Drax­ler den Novi­zen die Bot­schaf­ten und Abzei­chen auf der Kut­te der Jesus Biker und betont: Ihr tragt kein Klei­dungs­stück, ihr tragt ein Gebet!“

Jesus Biker beim Gottesdienst in der St. Magdalenakirche mit Bruder Marinus Parzinger. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
„Ihr tragt kein Kleidungsstück, ihr tragt ein Gebet!“ – Jesus Biker beim Gottesdienst in der St. Magdalenakirche mit Bruder Marinus Parzinger.

Der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor, Kapu­zi­ner­bru­der Mari­nus Par­zin­ger, zele­briert den Got­tes­dienst und spen­det den neu­en Novi­zen den Segen. Die Auf­nah­me­ze­re­mo­nie habe ihn sehr berührt, sagt er. Zuvor hat er in sei­ner Pre­digt erklärt, wor­auf es ankommt im Leben, näm­lich auf dem Weg des Ver­trau­ens“ zu blei­ben – zu sich selbst, zu ande­ren und zu Gott. Die­ser Weg mag holp­rig sein, aber das Risi­ko sei es wert. Wer mit offe­nem und wei­tem Blick unter­wegs sei, mit dem Blick auf die Mit­men­schen, der wer­de sich nicht nur selbst ändern, son­dern auch Jesus Chris­tus neu ent­de­cken. Dann dankt er den Bikern für ihr Zeug­nis und für ihre muti­ge und nöti­ge Friedensbotschaft.

Michael
Glaß

Redakteur

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