Foto: Roswitha Dorfner
Die Jesus Biker tragen den christlichen Glauben auf die Straßen und setzen sich für Schwächere ein. Mit einer Friedensbotschaft und einem ganz besonderen Geschenk für Papst Leo XIV. waren sie nun auf dem Weg nach Rom und schauten auch im Wallfahrtsort Altötting vorbei.
Sie wäre zweifellos ein sehr edler Ersatz für das Papamobil und Papst Leo XIV. würde auf der Maschine ganz bestimmt Eindruck machen. Wie das päpstliche Fahrzeug ist die BMW R 18 Transcontinental ganz in weiß gestaltet – „Mystic Weiß“ wurde die neu kreierte Farbe getauft. Mit ihren verchromten Felgen glänzt das Motorrad am Abend des 31. August in der Abendsonne vor der Gnadenkapelle und lässt die Besucher und Spaziergänger ihre (Handy-)Kamera zücken. Das Wappen von Papst Leo XIV. zeigt auf, für wen die Maschine bestimmt ist. Das Typenschild trägt den Namen des Heiligen Vaters und die Fußhebel wurden wie die „Papstschuhe“ in rot gestaltet. Doch das Bike ist freilich nicht zum Vergnügen für den Papst gemacht worden – es trägt eine Botschaft und erfüllt eine Mission: Das Wort Friede steht in 22 Sprachen auf der Maschine und es soll für einen guten Zweck versteigert werden – zuvor aber bringen es die Jesus Biker auf einem „Peace-Ride“, einer „Friedensfahrt“, vom hessischen Schaafheim über Altötting und Verona nach Rom, um sie dort von Papst Leo segnen und signieren zu lassen.
Foto: Roswitha Dorfner
Es ist bereits das zweite Projekt dieser Art: Im Jahr 2016 sei auf der Biker Wallfahrt in Altötting die Idee entstanden, blickt der Gründer der Jesus Biker, Dr. Thomas Draxler, zurück – und im Jahr 2019 haben sie eine Harley Davidson zu Papst Franziskus nach Rom gebracht und spendeten den Erlös der Versteigerung einem Projekt von Missio Österreich für Kinder in Uganda. Dieses Mal soll das Geld für die von BMW Motorrad München gespendeten, vom Unternehmen Motorrad Witzel aus Sennfeld veredelten und von Papst Leo am 3. September auf dem Petersplatz in Rom gesegneten Maschine nach Madagaskar gehen und dort erneut einem Kinderhilfsprojekt von Missio Österreich zugutekommen. Vor der Versteigerung am 18. Oktober in München wird es im BMW Museum zu sehen sein.
Jesus Biker mit Papst BMW in Altötting – Impressionen
Was er Papst Leo bei der Audienz am 3. September alles sagen werde, das habe er sich im Detail noch nicht überlegt, antwortet Draxler auf Nachfrage. „Ich bin im Hier und Jetzt“, sagt er. Und heute seien erst einmal der Zwischenstopp und der Gottesdienst in Altötting wichtig. Immerhin ein paar grundsätzliche Abläufe des Treffens in Rom stehen fest: Für Papst Leo haben die Jesus Biker eine extra in Weiß angefertigte Kutte dabei, auf der ganz groß das Wort „Jesus Christus“, das Christusmonogramm XP und – für den US-amerikanischen Papst auf englisch – das Motto „Weg – Wahrheit – Leben“ prangt. Außerdem werden sie dem Papst die Ehrenmitgliedschaft anbieten. Und dann möchte ihn Draxler um den Segen bitten – nicht nur für das schöne neue Motorrad, sondern für den „Peace-Ride“ insgesamt, denn: „Unsere Botschaft soll nicht abebben. Wir wollen weiter für den Frieden fahren“, betont Draxler. Das sei ihm wichtig – gerade in diesen krisen- und kriegsgeplagten Zeiten. Und danach? „Mal sehen, was im Laufe des Projekts so alles entsteht …“, sagt er. Wer kann schon so genau sagen, was das „Hier und Jetzt“ in ein paar Wochen bringen wird …?
Die Jesus Biker sind übrigens kein Motorradclub im klassischen Sinn. Sie verstehen sich als eine Gemeinschaft, die die christliche Botschaft auf die Straße trägt – in Kutten, aber auch in Taten. Dabei sein dürfen alle Motorradfahrer (und auch Unterstützer), die sich zum christlichen Glauben bekennen – ob katholisch, evangelisch, freikirchlich oder orthodox; ob Kirchenmitglied oder aus der Kirche ausgetreten. Dass ihnen das christliche Bekenntnis und die Gemeinschaft ein großes Anliegen sind, zeigt der vom Jesus Biker und Gitarristen „Buffalo Steff“ musikalisch gestaltete Gottesdienst an diesem Abend in der Kirche St. Magdalena, als Draxler, der Novizenmeister Klaus sowie die Zeugen Josch und Thomas zwei neue Novizen aufnehmen. Sehr ausführlich erklärt Draxler den Novizen die Botschaften und Abzeichen auf der Kutte der Jesus Biker und betont: „Ihr tragt kein Kleidungsstück, ihr tragt ein Gebet!“
Foto: Roswitha Dorfner
Der stellvertretende Wallfahrtsrektor, Kapuzinerbruder Marinus Parzinger, zelebriert den Gottesdienst und spendet den neuen Novizen den Segen. Die Aufnahmezeremonie habe ihn sehr berührt, sagt er. Zuvor hat er in seiner Predigt erklärt, worauf es ankommt im Leben, nämlich „auf dem Weg des Vertrauens“ zu bleiben – zu sich selbst, zu anderen und zu Gott. Dieser Weg mag holprig sein, aber das Risiko sei es wert. Wer mit offenem und weitem Blick unterwegs sei, mit dem Blick auf die Mitmenschen, der werde sich nicht nur selbst ändern, sondern auch Jesus Christus neu entdecken. Dann dankt er den Bikern für ihr Zeugnis und für ihre mutige und nötige Friedensbotschaft.


