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Das Herzensgebet ist eine besondere Gebetsform, die ihren Ursprung im frühen Mönchtum hat. Auch heute kann diese Meditationsform in die Stille und den inneren Frieden führen. Ambrosius Obermeier kennt sich hier aus und kam in unserer Adoratio-Interviewreihe mit Katharina Hauser ins Gespräch.
Das Herzensgebet hat eine lange geistliche Tradition – was genau versteht man darunter, und was unterscheidet es von anderen Gebetsformen?
Ambrosius Obermeier: Das Herzensgebet kann zu den „kontemplativen“ Gebetsformen gezählt werden. Es geht dabei vor allem um den inneren Vollzug und um die persönliche Begegnung mit Gott. Konkrete Bitten oder Texte stehen hierbei nicht im Vordergrund, wie etwa in der Liturgie oder im Bittgebet. Zudem unterscheidet sich das Herzensgebet von „betrachtenden“ Gebetsformen wie etwa dem Rosenkranz oder dem Kreuzweg, bei denen innere bzw. äußere Bilder oder Ereignisse meditiert werden. Das Herzensgebet beschränkt sich auf lediglich einen Satz: „Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner!“ Dieser sollte nach Möglichkeit behutsam mit dem eigenen Atemrhythmus harmonisiert werden. Diese Anrufung kann nach Belieben häufig wiederholt werden und strebt danach, zu immerwährendem Gebet zu werden. Anders als bei den oben genannten Gebetsformen soll nach und nach der Geist frei werden von Bildern oder Vorstellungen, um Gottes Gegenwart Raum zu gewähren.
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Viele Menschen tun sich schwer mit Stille und innerer Sammlung. Wie kann ein einfacher Zugang zum Herzensgebet im Alltag aussehen?
Ambrosius Obermeier: Der beste Zugang ist, einfach zu beginnen. Hilfreich ist dabei, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Unser Geist ist in unserer betriebsamen Lebenswelt nicht mehr an Stille gewohnt. Nimmt man sich zu viel vor, führt das oft zu Frustration darüber, die Stille nicht „durchzuhalten“. Wenige Minuten an einem stillen bzw. schönen Ort genügen anfangs schon. Vielleicht bei einem Kurzbesuch in einer Kirche oder Kapelle, in der freien Natur oder an einem anderen schönen Ort. Kostet man dann mehr und mehr von der Schönheit der Stille, ist es leichter, auch für „Mehr“ auf den Geschmack zu kommen.
Welche Früchte kann das Herzensgebet langfristig im Leben eines Menschen hervorbringen?
Ambrosius Obermeier: Das Herzensgebet vereinigt unsere Lebenswirklichkeit mit der Gegenwart Gottes. Besser gesagt: Wir gewähren Gott Zutritt zu jedem Atemzug und Moment unseres Lebens. Die Früchte dieses Gebetes entsprechen den Früchten des Heiligen Geistes: Frieden und Freude. Auf diese Weise in Gottes Gegenwart zu leben, schenkt uns zudem Gelassenheit, innere Stärke, Festigkeit in Glauben, Hoffnung und Liebe.
Wenn jemand noch nie bewusst gebetet hat oder unsicher ist, wie er beginnen soll: Was wäre ein erster, ganz konkreter Schritt in Richtung Herzensgebet?
Ambrosius Obermeier: Ohne Furcht EINFACH beginnen.
Interview: red
Glaubensfest im Herzen Bayerns
Ambrosius Obermeier ist Pfarrvikar im Pfarrverband Fürstenstein und wird bei Adoratio Altötting vom 9. bis 11. Oktober einen Workshop geben zum Thema „Atme in uns, Heiliger Geist! Eine theologische und praktische Hinführung zum Herzensgebet“.
Adoratio ist ein Glaubensfest, bei dem Jesus Christus im Mittelpunkt steht – in der Eucharistie. Inspiriert von dem internationalen Kongress zur ewigen eucharistischen Anbetung, der 2011 erstmals in Rom stattfand, wurde Adoratio 2019 in Altötting ins Leben gerufen. Unter der Leitung des Referats für Neuevangelisierung des Bistums Passau wird der Kongress 2026 in Zusammenarbeit mit den Bistümern Augsburg und Eichstätt bereits zum siebten Mal veranstaltet. Adoratio wird auch in diesem Jahr wieder über Radio (Radio Horeb) und Fernsehen (EWTN.TV und K‑TV) übertragen werden. Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie auf www.adoratio-altoetting.de
Der Ticketpreis pro Person beträgt 60 € für das ganze Wochenende. Auch Tagestickets sind verfügbar. Alle Teilnehmer aus dem Bistum Passau erhalten beim Ticketkauf automatisch 50 Prozent Rabatt.



