Damit das Wort wirkt

Redaktion am 28.10.2026

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Das Bibelreferat des Bistums hat sich es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für das Wort Gottes zu begeistern und sie beim Studium der Heiligen Schrift kompetent zu unterstützen. Seit 35 Jahren gibt das Referat wertvolle Impulse für das Glaubensleben.

Es war in gewis­ser Wei­se ein Kai­ros, der die Ein­rich­tung eines Fach­re­fe­rats für Bibel­pas­to­ral 1991 ermög­lich­te. Der dama­li­ge Seel­sor­ge­amts­lei­ter Dom­ka­pi­tu­lar Max Huber nahm Anstö­ße aus ver­schie­de­nen Rich­tun­gen auf. Für die Pas­to­ral der Zukunft setz­te man zuneh­mend auf das Enga­ge­ment von ehren­amt­li­chen Lai­en. Dafür brauch­te es grund­le­gen­de theo­lo­gi­sche und bibli­sche Bil­dung.
Zu den Pas­to­ral­ta­gun­gen 1990 wur­de als Haupt­re­fe­rent der dama­li­ge Direk­tor des Katho­li­schen Bibel­werks e.V., Dr. Franz-Josef Ortk­em­per, ein­ge­la­den. Er konn­te die Ver­ant­wort­li­chen über­zeu­gen. Ein Jahr spä­ter wur­de Pas­to­ral­re­fe­rent Josef Veit mit einer hal­ben Stel­le zum Lei­ter des neu gegrün­de­ten Pas­sau­er Bibel­re­fe­rats bestellt.

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Josef Veit war der erste Leiter des Referats Bibelpastoral.

Das ist nun 35 Jah­re her. Josef Veit wech­sel­te im Jahr 2010 in das Refe­rat Ehe und Fami­lie und ist inzwi­schen im Ruhe­stand. Sei­ne Nach­fol­ge­rin Dr. Andrea Pichl­mei­er lei­tet das Refe­rat ihrer­seits bereits seit 16 Jah­ren, und das Pas­sau­er Bibel­re­fe­rat hat sich in den 35 Jah­ren sei­nes Bestehens immer wie­der gewan­delt, wan­deln müs­sen.
Prä­gend waren in den Anfangs­jah­ren die ​„Grund­kur­se“ zum Alten und Neu­en Tes­ta­ment. Ins­ge­samt 16 Wochen­en­den ver­brach­ten die Grup­pen im Lauf von vier Jah­ren mit­ein­an­der, um die Bibel zu erkun­den und dabei ein­an­der und Gott neu zu begegnen. 

Es gab ​„Bibel­jah­re“, in denen die gesam­te Kir­che ver­stärkt auf Bibel­pas­to­ral setz­te: Eine Bibel­aus­stel­lung wur­de ent­wi­ckelt, bibli­sche Erzähl­fi­gu­ren (die in Hand­ar­beit her­zu­stel­len waren) erober­ten Kin­der­got­tes­diens­te und Klas­sen­räu­me. Und es wur­den Rei­sen in Län­der der Bibel unter­nom­men. Alle die­se Ange­bo­te hin­ter­lie­ßen blei­ben­de Ein­drü­cke und leben­di­ge Erin­ne­run­gen in den Teil­neh­mern und Teil­neh­me­rin­nen. 
Die Zugän­ge zur Bibel sind zahl­reich und kaum zu über­bli­cken. In Pas­sau leg­te man Wert dar­auf, die Bibel mit Herz und Ver­stand ken­nen­zu­ler­nen und sie mit dem eige­nen Leben zu ver­bin­den. In den 1990er Jah­ren nah­men Josef Veit und Andrea Pichl­mei­er an einer zwei­jäh­ri­gen Fort­bil­dung zum Biblio­dra­ma in Frei­sing teil. Eine ​„ver­ein­fach­te“ Form des Biblio­dra­mas bie­tet der Biblio­log, den eine Rei­he von pas­to­ra­len Mit­ar­bei­tern und Mit­ar­bei­te­rin­nen der Diö­ze­se bei einer Fort­bil­dung im Haus Spec­trum Kir­che ken­nen­ler­nen konn­ten und bei ver­schie­de­nen Gele­gen­hei­ten ein­set­zen.
Gra­vie­ren­de Ein­schnit­te in der Gesell­schaft hin­ter­lie­ßen ihre Spu­ren auch im Bibel­re­fe­rat. Als 2015 zahl­rei­che Migran­ten aus den ara­bi­schen Bür­ger­kriegs­län­dern nach Deutsch­land kamen, stel­len vie­le die Fra­ge nach dem Islam. Unsi­cher­heit mach­te sich breit, und das Bibel­re­fe­rat setz­te sich inten­siv mit dem Ver­hält­nis von Bibel und Koran und dabei vor allem mit der Bedeu­tung der Per­son Jesu im Islam aus­ein­an­der. Vor­trä­ge der Bibel­re­fe­ren­tin zu die­sem The­ma wur­den häu­fig angefragt.

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Die Leiterin des Bibelreferats, Dr. Andrea Pichlmeier.

Weni­ge Jah­re spä­ter kam die Pan­de­mie und brach­te das bibel­pas­to­ra­le Leben zunächst zu einem Still­stand. Neue For­men der Begeg­nung wur­den not­wen­dig, die Bibel­pas­to­ral tas­te­te sich in die digi­ta­le Welt hin­ein. Dr. Andrea Pichl­mei­er pro­du­zier­te wöchent­li­che Video­ka­te­che­sen mit der Pas­sau­er Sonn­tags­bi­bel, die Lec­tio divina (geist­li­che Schrift­le­sung), erwies sich auch online als frucht­bar. Klei­ne Grup­pen tra­fen sich in Video­calls, um sich über bibli­sche Tex­te aus­zu­tau­schen, und man­ches davon hat sich bis heu­te erhalten.

Ein ​„Zurück“ zu frü­he­ren Zei­ten gab es nach der Pan­de­mie nicht mehr. Zu vie­les hat­te sich ver­än­dert, auch die Lebens­wel­ten der Men­schen, die For­men von Spi­ri­tua­li­tät und Glau­be, die Kir­che als gan­ze. Alles das spie­gelt sich in der Arbeit des Bibel­re­fe­rats. Die Fra­ge nach dem christ­li­chen Men­schen­bild und nach der Ver­ant­wor­tung von Chris­ten in der Gesell­schaft stellt sich zuneh­mend schär­fer. Wäh­rend ​„klas­si­sche“ For­ma­te der bibli­schen Bil­dung eher in den Hin­ter­grund tre­ten, sieht sich das Bibel­re­fe­rat geru­fen, her­aus­zu­tre­ten aus den bewähr­ten Fel­dern und vor Ort, in den neu­en Pas­to­ra­len Räu­men unter­stüt­zend, beglei­tend und inspi­rie­rend wirk­sam zu wer­den. Dazu braucht es kom­pe­ten­te Ver­ant­wort­li­che, aber auch zahl­rei­che enga­gier­te Mit­wir­ken­de.
An die­sem Über­gang steht nun das Bibel­re­fe­rat, und die Bibel­re­fe­ren­tin nutz­te den ​„Kai­ros“ die­ses 35. Refe­rats­ge­burts­tags, um zurück­zu­bli­cken und das Geschenk einer rei­chen Ern­te zu fei­ern, um damit zugleich Haupt- und Ehren­amt­li­che für die Zukunft einer pro­fes­sio­nel­len Bibel­pas­to­ral in der Diö­ze­se Pas­sau zu moti­vie­ren. Und es war in der Tat eine moti­vie­ren­de Fei­er, an der rund 60 in der Bibel­pas­to­ral Enga­gier­te teil­nah­men. Die Wie­der­se­hens­freue war groß, Erin­ne­run­gen wur­den aus­ge­tauscht, und beim gemein­sa­men Gesang in der Andacht und bei Fest­akt spür­te man: Hier ist über die Jah­re eine ech­te Gemein­schaft entstanden. 

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Seelsorgeamtsleiter Dr. Hans Bauernfeind bei seinem Grußwort.

Bischof Ste­fan Oster, der nicht an der Jubi­lä­ums­fei­er teil­neh­men konn­te, stell­te in sei­nem von Tho­mas Weg­gart­ner ver­le­se­nen Gruß­wort fest: ​„Unser Bibel­re­fe­rat hat sich dies zur Auf­ga­be gemacht: Men­schen zu begeis­tern für das Lesen und Beten des Wor­tes Got­te, sie zugleich bei ihrem Stu­di­um der Hei­li­gen Schrift kom­pe­tent zu unter­stüt­zen und wert­vol­le Impul­se zu geben für ihr Glau­bens­le­ben.“ Denn das Wort Got­tes, so der Lei­ter der Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge – Evan­ge­li­sie­rung – Bil­dung Dr. Hans Bau­ern­feind in sei­nem Gruß­wort, habe es so an sich, dass es wirkt, dass es nicht spur­los vor­über­geht, ​„ja dass es viel­mehr vor­an­geht, von sich aus leuch­tet und im Leben wei­ter­führt“. Dar­auf dür­fen alle in der Bibel­pas­to­ral Täti­gen ver­trau­en. red/​ap
 

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