Wallfahrt

Gemeinsam unterwegs

Redaktion am 29.08.2023

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Gottesdienst auf dem Tussetberg vor der Tusset-Kapelle mit Pfarrer Karel Falár (l.), den drei Brüdern Zaha und Diakon Dieter Stuka aus Niederalteich.

Gemeinsam im Glauben nah bei der Mitte sein, beten, Freunde treffen: Etwa 80 gläubige Männer und Frauen trafen sich an der Tusset–Kapelle in der Tschechischen Republik zur traditionellen Wallfahrt im Böhmerwald.

War­um kom­men die Men­schen, teils im gesetz­ten Alter und mit Beschwer­den beim Gehen, in den Böh­mer­wald? War­um beten sie und sin­gen sie Lie­der von Maria und dem Geheim­nis der Eucha­ris­tie? Eigent­lich ist es klar: Die Tus­set­ka­pel­le ist der Schutz­frau des Böh­mer­wal­des geweiht. Maria wur­de von ihrem Sohn unmit­tel­bar mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men. Denn ihr Leib, der den Urhe­ber des Lebens gebo­ren hat, soll­te die Ver­we­sung nicht schau­en!“ So heißt es in der Prä­fa­ti­on des Fest­ta­ges Mariä Him­mel­fahrt. So war der Ein­stieg in die Pre­digt, die Dia­kon Die­ter Stu­ka in Deutsch und Pfar­rer Karel Falár aus Wal­lern gemein­sam hiel­ten. War­um soll die­ser Gott, wenn er es will, nicht auch Aus­nah­men vom Natur­ge­setz machen können? 

So eine Wall­fahrt ist eine Mög­lich­keit, sich das Gemein­sa­me nicht nur gedank­lich und intel­lek­tu­ell bewusst zu machen, son­dern es kon­kret zu erfah­ren. Wir glau­ben das, weil wir glau­ben, dass Jesus Chris­tus von den Toten auf­er­stan­den ist, und zwar, um den Tod ein für alle Mal zu besie­gen, um uns allen die Tür zum Leben auf­zu­ma­chen. Das ist der Kern unse­res Glau­bens. Und wenn ich das glau­be, ist das, was an Maria pas­siert ist, doch gar nichts Beson­de­res“, so die Pre­di­ger. Des­halb sei Mariä Him­mel­fahrt mit all dem Brauch­tum, das sich in der Volks­fröm­mig­keit über die Jahr­hun­der­te ent­wi­ckelt hat und auch mit all den Legen­den und Geschicht­chen, ein so wun­der­schö­nes Fest. Die duf­ten­den Kräu­ter­sträu­ße, die auf die Heil­kraft der Natur hin­wei­sen, mach­ten deut­lich: Gott will unser Heil für Leib und See­le. Die Legen­de vom wun­der­ba­ren Duft und den blü­hen­den Blu­men im lee­ren Grab sei ein spre­chen­des Bild: Genau das blüht auch dir, lie­ber Christ, der du an den auf­er­stan­de­nen Herrn glaubst: Auf­er­ste­hung und Leben! 

Wall­fah­rer aus meh­re­ren Natio­nen und ehe­ma­li­ge Böh­mer­wäld­ler bete­ten und san­gen deut­sche und tsche­chi­sche Kir­chen­lie­der. Es wur­den wie­der Spen­den zur Erhal­tung der Tus­set-Kapel­le an die Bür­ger­meis­te­rin von Tus­set, Hel­ga Fini­ko­va, über­reicht. Mit­ge­fei­ert haben auch der 1. Bür­ger­meis­ter von Phil­ipps­reut, Hel­mut Knaus, sowie der frü­he­re Kul­tur­mi­nis­ter der Tsche­chi­schen Repu­blik, Dani­el Her­mann, des­sen Vor­fah­ren aus dem Böh­mer­wald stam­men. Nach dem Schluss­se­gen und dem Böh­mer­wald­lied, das Sieg­lin­de Kra­lik aus Len­o­ra anstimm­te, stie­gen die Wall­fah­rer wie­der den stei­len Weg hin­ab und ver­ab­schie­de­ten sich. 

Text: red

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Gottesdienst auf dem Tussetberg vor der Tusset-Kapelle mit Pfarrer Karel Falár (l.), den drei Brüdern Zaha und Diakon Dieter Stuka aus Niederalteich.

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