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Bistum

Die Kirche von Passau öffnet Türen und Herzen

Redaktion am 22.03.2022

2022 03 21 pb alb ukraine hilfe priesterseminar Foto: Werner Friedenberger
Unter dem Schutz der Kirche von Passau: Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine haben zum Beispiel auch im Priesterseminar St. Stephan in Zeiten der Not eine Herberge gefunden.

Der russische Diktator Wladimir Putin bombt sich durch die Ukraine. Er mordet, brennt, vertreibt Menschen aus ihrer geliebten Heimat. Die Kirche von Passau hilft, wo sie kann – und gibt dem Wort „Barmherzigkeit“ alle Ehre.

Auf­grund der aktu­el­len Kriegs­si­tua­ti­on in der Ukrai­ne wird auch in der Diö­ze­se Pas­sau in den nächs­ten Tagen und Wochen der Strom von Flücht­lin­gen und Hil­fe­su­chen­den zuneh­men. Die Kir­che von Pas­sau leis­tet Kri­sen­hil­fe auf meh­re­ren Ebe­nen. Zum einen wur­den Cari­tas-Inter­na­tio­nal aktu­ell 100.000 Euro aus dem Bischöf­li­chen Stuhl bereit­ge­stellt. 30.000 Euro Sofort­hil­fe wur­den bereits kurz nach Kriegs­be­ginn von Cari­tas und Diö­ze­se nach Satu Mare angewiesen.

Die Spen­den­ak­ti­on des Diö­ze­san-Cari­tas­ver­ban­des läuft bereits seit Kriegs­be­ginn. Die Spen­den­be­reit­schaft der Gläu­bi­gen in unse­rem Bis­tum ist unge­mein“, freu­en sich die Cari­tas­vor­stän­de Andrea Ander­lik und Kon­rad Nie­der­län­der. Bereits mehr als 135.000 Euro sind auf dem Kon­to ein­ge­gan­gen. Eine Sofort­hil­fe ist der Cari­tas im rumä­ni­schen Bis­tum Satu Mare ange­wie­sen wor­den. Jetzt wird mit der Cari­tas Satu Mare, allen vor­an Direk­tor Dr. Ioan-Lau­ren tiu Roman und den Cari­tas-Teams in drei Zen­tren Viseu­de Sus, Baia Mare und Satu Mare sowie am Grenz­über­gang Solo­t­vi­no – Sighe­tu Mar­ma­tie aktu­ell der Bedarf abge­stimmt; was dort für die aku­te Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen nötig ist. In der Stadt Satu Mare wird ein Flücht­lings­haus ein­ge­rich­tet und ausgestattet.

Ein Bereich, in dem die Kir­che von Pas­sau unmit­tel­bar nach Kriegs­be­ginn tätig wur­de, ist die Bereit­stel­lung von Wohn­raum im Bis­tum Pas­sau. Der­zeit wer­den Flücht­lin­ge im Pries­ter­se­mi­nar, im Bar­ba­ra­haus am Dom­platz, aber auch in ande­ren diö­ze­sa­nen Bildungs‑, Jugend- und Exer­zi­ti­en­häu­sern auf­ge­nom­men. Aktu­ell ste­hen knapp 200 Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten zur Verfügung.

„Unbürokratisch und selbstlos Hilfe leisten“

Inzwi­schen sind bereits ver­ein­zel­te Anfra­gen zur Auf­nah­me von Kriegs­flücht­lin­gen bei den Pfar­rei­en direkt ein­ge­gan­gen. Gene­ral­vi­kar Josef Ede­rer, Lei­ter des Kri­sen­stabs, rich­tet einen Auf­ruf an die Pfar­rei­en unbü­ro­kra­tisch und selbst­los Hil­fe zu leis­ten und wo mög­lich Wohn­raum an die zustän­di­gen Behör­den zu melden“.

Nun wol­le man einen wei­te­ren Schritt gehen, um zusam­men mit einem star­ken Koope­ra­ti­ons­part­ner direkt im Grenz­ge­biet von Satu Mare zu hel­fen, so Gene­ral­vi­kar Josef Ede­rer. Dort gibt es schon Jahr­zehn­te lang part­ner­schaft­li­che Ver­bin­dun­gen. Satu Mare liegt in direk­ter Grenz­nä­he zur Ukrai­ne. Täg­lich kom­men der­zeit hun­der­te Flücht­lin­ge an, die vor Ort men­schen­wür­dig auf­ge­nom­men und ver­sorgt wer­den müs­sen. Auch hier steht die Kir­che von Pas­sau – Cari­tas und Bis­tum – finan­zi­ell zur Sei­te, damit dies vor Ort gesche­hen kann“, so Ederer. 

Um Syn­er­gien zu nut­zen, hat ein Gespräch mit dem Mana­ging Direc­tor der Lind­ner Group, Hein­rich Büch­ner, statt­ge­fun­den. Die Fun­da­tia Hans Lind­ner – die rumä­ni­sche Orga­ni­sa­ti­on der Hans Lind­ner Stif­tung aus Arnstorf – ist mit dem Stif­tungs­vor­stand Tibor Koc­zin­ger seit 30 Jah­ren in Satu Mare im Bereich Jugend­för­de­rung, Fort- und Aus­bil­dung und in der Unter­stüt­zung von not­lei­den­den Men­schen tätig und hat seit Kriegs­be­ginn ein Hilfs­pro­jekt auf die Bei­ne gestellt. Geflüch­te­te wer­den mit Not­un­ter­künf­ten, war­mem Essen, aber auch mit Bera­tung und Seel­sor­ge versorgt.

Nun wol­len die Fun­da­tia Hans Lind­ner und die Kir­che von Pas­sau ihre Hilfs­an­ge­bo­te bün­deln. Mit Cari­tas­di­rek­tor Dr. Ioan-Lau­ren­tiu Roman, Satu Mare, bestehen vor Ort Ver­bin­dun­gen, auch mit ande­ren NGOs. Gemein­sam sind wir stär­ker. Logis­tik, Struk­tu­ren vor Ort und Hilfs­mit­tel kön­nen je nach Bedarfs­la­ge koor­di­niert orga­ni­siert und nach Satu Mare oder sogar direkt in die Ukrai­ne gebracht wer­den“, so Josef Ede­rer. Es kann sein, dass die­se Woche dut­zen­de Matrat­zen gebraucht wer­den. Nächs­te Woche aber drin­gend Lebens­mit­tel oder Medi­ka­men­te und medi­zi­ni­sche Gerä­te. Gemein­sam kön­nen wir Trans­por­te und Sach­spen­den koor­di­nie­ren und im regel­mä­ßi­gen Aus­tausch mit unse­ren Ansprech­part­nern eine ziel­ge­rich­te­te Mit­tel­ver­wen­dung – egal ob von Geld‑, Sach- oder Lebens­mit­tel­spen­den – gewährleisten“.

Text: pbp