Soziales

Auf einen Ratsch mit dem Tod z’Eding

Redaktion am 17.07.2023

Info Icon Foto: Maximiliane Heigl-Saalfrank
Neue Theaterstadtführung in Altötting: Aussichtslosigkeit treibt die beiden jungen Frauen vor die Pforte des Altöttinger Kapuzinerklosters. Welchen Rat wird ihnen Bruder Konrad mit auf den Weg geben?

500 Jahre Stadt- und Wallfahrtsgeschichte szenisch erzählt – Neue Theaterstadtführung in Altötting

Jeder von uns hat ein Ren­dez­vous mit ihm, wann und wo ent­schei­det er. Doch jetzt kann man ihn leib­haf­tig tref­fen, vor­ab, in Alt­öt­ting. Vor dem Por­tal der Stift­s­pfarr­kir­che St. Phil­ip­pus und Jako­bus sitzt er im Schat­ten. Er macht dort ger­ne Pau­se, zusam­men mit sei­nem Gehil­fen. Denn er, der berühm­te Sen­sen­mann aus Alt­öt­ting, steht kurz vor dem Burn­out. War­um dem so ist, und wie­so dann auch noch Feld­mar­schall Johann Tse­r­claes Til­ly höchst­per­sön­lich sei­ne Gruft ver­lässt, das und noch eini­ges mehr erfah­ren Besu­cher der Wall­fahrts­stadt bei der höchst ver­gnüg­li­chen Thea­ter­stadt­füh­rung, die am Sams­tag, den 22. Juli, um 14 Uhr ihre Pre­mie­re fei­ern wird.

500 Jah­re Stadt- und Wall­fahrts­ge­schich­te wer­den leben­dig, und zwar quick­le­ben­dig. An fünf Sta­tio­nen, rund um und auf dem Kapell­platz, stel­len 16 Akteu­re der Alt-Neuöt­tin­ger Thea­ter­a­ma­teu­re, kurz ANTHA, in klei­nen sze­ni­schen Bil­dern mar­kan­te Momen­te Alt­öt­tings vor. Natür­lich immer mit einem klei­nen Augen­zwin­kern. Ent­wi­ckelt und ein­ge­rich­tet wur­den die Epi­so­den von der ANTHA, die Idee dazu kam ursprüng­lich aus einem P‑Seminar des Alt­öt­tin­ger König-Karl­mann-Gym­na­si­ums. Alt­öt­ting fei­ert heu­er 125 Jah­re Stadt­er­he­bung und außer­dem 1275 Jah­re sei­ner ers­ten urkund­li­chen Erwähnung.

Info Icon Foto: Maximiliane Heigl-Saalfrank
Neue Theaterstadtführung in Altötting: Plötzlich glauben die Putzfrauen der Stiftskirche, das Läuten der legendären Stürmerin zu hören. Droht dem Gnadenbild Gefahr?

Los geht’s vor dem Rat­haus. Dort war­ten drei Stadt­füh­rer auf ihre Gäs­te, alles wie gehabt. Doch die­ses Mal dür­fen Gui­des und Grup­pe auf ihrer Run­de durch die Innen­stadt mit eini­gen uner­war­te­ten Begeg­nun­gen rech­nen. Sie tref­fen unter ande­rem auf Wall­fah­rer, die in den Bau­ern­krie­gen arge Pein an Kör­per und Geist erlit­ten haben. In ihrer Not und unter vie­len Ent­beh­run­gen sind sie zur Mut­ter­got­tes nach Alt­öt­ting gepil­gert. Mit­ten in der Stift­s­pfarr­kir­che kön­nen sie erle­ben, wie der All­tag der Putz­frau­en dort ver­läuft – bis eine der Stadt­le­gen­den Alt­öt­tings plötz­lich Rea­li­tät zu wer­den scheint. Vor dem Mari­en­brun­nen wer­den sie Augen- und Ohren­zeu­gen eines Gesprächs zwei­er Markt­frau­en. Die Jün­ge­re von ihnen ist mit einem fran­zö­si­schen Sol­da­ten ver­ban­delt, der in Neuöt­ting Quar­tier bezo­gen hat – es ist die Zeit, als Napo­le­ons Trup­pen durch die Gegend maro­dier­ten und der Kai­ser der Fran­zo­sen die Wall­fahrts­stadt besuch­te. Zuletzt wird die Grup­pe Halt vor der Pfor­te des Bru­der-Kon­rad-Klos­ters machen, es ist dies die fünf­te und letz­te Sta­ti­on auf der Zeit­rei­se durch die Geschich­te Alt­öt­tings. Zwei Bett­le­rin­nen und ein hoch­schwan­ge­res Mäd­chen aus Weng, der Hei­mat des Hei­li­gen Bru­der Kon­rad im Rot­tal, erzäh­len von ihrem Leid. Sie hof­fen auf einen Rat des Kapu­zi­ner­bru­ders, der ihnen wie­der Zuver­sicht und eine Per­spek­ti­ve geben soll. Der Mann in der brau­nen Kut­te erscheint.

Text und Fotos: Maxi­mi­lia­ne Heigl-Saalfrank

Neue Theaterstadtführung in Altötting – Termine

Leben­di­ge Geschich­te“ heißt die neue Stadt­füh­rung, die am Sams­tag, 22. Juli 2023, und am Sonn­tag, 23. Juli 2023, jeweils um 14 und 15 Uhr, bei gro­ßem Zuspruch, der unbe­dingt zu wün­schen ist, auch noch ein­mal um 16 Uhr ver­an­stal­tet wird. Zwei Ter­mi­ne für Mit­te Sep­tem­ber sind bereits in Vor­be­rei­tung. In klei­nen Thea­ter­sze­nen wer­den fünf Jahr­hun­der­te einer an Geschich­te und Geschich­ten rei­chen Wall­fahrts- und Stadt­ge­schich­te leben­dig. Die Schau­spiel­trup­pe, geklei­det in Ori­gi­nal­kos­tü­men aus den jewei­li­gen Zeit­epo­chen, nimmt die Gäs­te mit – auf einer beson­de­ren Zeit­rei­se durch Alt­öt­ting. Die Stadt­füh­rung ist bar­rie­re­frei und kin­der­wa­gen­ge­eig­net. Die Tickets kos­ten 15 €/​Person, ermä­ßigt 12 € (Schü­ler, Stu­den­ten, Ehren­amts­kar­te, Schwer­be­hin­de­rung). Aus orga­ni­sa­to­ri­schen Grün­den wird um eine aus­schließ­li­che Anmel­dung unter www​.alt​oet​ting​.de/​t​h​e​m​e​n​f​u​e​h​r​ungen gebeten.

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