Bistum

Beeindruckende Sanierung lässt Herzen höher schlagen

Redaktion am 14.07.2021

Info Icon Foto: Staatliches Bauamt Passau / Süß
Bei der Besichtigung der restaurierten Fresken im Chor der Kirche: Leitender Baudirektor Norbert Sterl (v.l.), Bürgermeister Harald Mayrhofer, Kunstreferent Alois Brunner, MdL Walter Taubeneder, Pfarrer Sebastian Wild, Landrat Raimund Kneidinger, Hans Siegmüller, Karin Rankl und Sebastian Philipp sowie Restauratorin Anne Voll.

Eines der bedeutendsten Bauwerke in Ostbayern: Die Innensanierung der Asamkirche Aldersbach ist wieder einen großen Schritt vorangekommen. Die Restaurierungsarbeiten an Stuck und Fresken im Chor sind abgeschlossen.

Alders­bach. Lei­ten­der Bau­di­rek­tor Nor­bert Sterl, Lei­ter des Fach­be­reichs Hoch­bau am Staat­li­chen Bau­amt Pas­sau, das im Rah­men der staat­li­chen Bau­pflicht für die Pla­nung und Durch­füh­rung der Gesamt-restau­rie­rung sorgt, hat bei einem Rund­gang MdL Wal­ter Tau­bene­der und Land­rat Rai­mund Knei­din­ger über die Fort­schrit­te der Arbei­ten informiert.

In 20 Metern Höhe im Chor der Asam­kir­che wur­den in den ver­gan­ge­nen Mona­ten in auf­wen­di­ger Arbeit Stuck und Fres­ken restau­riert. Der Erhal­tungs­zu­stand der Fres­ken war nicht schlecht, aber die Ober­flä­chen waren stark ver­schmutzt“, berich­te­te Kir­chen­ma­le­rin Anne Voll. Mit einer Tro­cken­rei­ni­gung mit­tels Staub­ma­gnet, Haar­pin­sel und Tro­cken­rei­ni­gungs­schwamm sowie einer par­ti­el­len bestands­pfle­gen­den Feucht­rei­ni­gung mit Frei­le­gungs­pin­sel und Warm­was­ser ließ sich ein sehr gutes Restau­rie­rungs­er­geb­nis erzie­len. Nor­bert Sterl ist mit die­ser Restau­rie­rungs­me­tho­de hoch­zu­frie­den, weil damit eine sub­stanz­scho­nen­de, im bes­ten Sin­ne kon­ser­vie­ren­de Ober­flä­chen­be­hand­lung erreicht und durch den Ver­zicht auf eine zeit­auf­wän­di­ge Ent­fer­nung spä­te­rer Über­ma­lun­gen zugleich auch hin­sicht­lich Kos­ten und Bau­zeit eine wirt­schaft­li­che Lösung gefun­den wurde.

Der Erhal­tungs­zu­stand der Fres­ken war nicht schlecht, aber die Ober­flä­chen waren stark verschmutzt.”

Kirchenmalerin Anne Voll

Gro­ße Sorg­falt erfor­der­te die Retu­sche der Farb­fas­sung an den Archi­tek­tur­ma­le­rei­en. Bei der Restau­rie­rung soll der ursprüng­li­che geal­ter­te Zustand der Male­rei erhal­ten blei­ben“, erklär­te Anne Voll. Schließ­lich soll nichts Neu­es ent­ste­hen und spä­te­re Retu­schen für die Fach­leu­te ables­bar bleiben.

An 380 Stel­len im Decken­ge­mäl­de waren Restau­rie­rungs­maß­nah­men erfor­der­lich“, ergänz­te Hans Sieg­mül­ler, das nimmt viel Zeit in Anspruch“. Auf­grund der räum­li­chen Enge kann nur wenig Per­so­nal gleich­zei­tig ein­ge­setzt wer­den. Bei Win­ter­käl­te kön­nen die Arbei­ten gar nicht aus­ge­führt wer­den, weil dann die Put­ze nicht hal­ten. Die gute Nach­richt jedoch ist: Die Arbei­ten sind sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan.

An 380 Stel­len im Decken­ge­mäl­de waren Restau­rie­rungs­maß­nah­men erforderlich”

Hans Siegmüller

Rund 15,5 Mil­lio­nen Euro kos­tet die gesam­te Innen­sa­nie­rung der Asam­kir­che, aktu­ell sind bereits Pla­nungs- und Bau­leis­tun­gen in Höhe von 5,2 Mil­lio­nen Euro ver­ge­ben. Dar­un­ter fal­len auch Holz­schutz­maß­nah­men an Gestühl, Kan­zel, Trep­pen und Altä­ren, die Lei­tungs­in­stal­la­tio­nen für Raum­tem­pe­rie­rung und Fuß­bo­den­hei­zung in Neben­räu­men, die Ent­sal­zung der Sockel­zo­ne sowie das Raum­ge­rüst. Um die Aus­stat­tung der Kir­che geschützt unter­zu­brin­gen, wur­den Depot­bo­xen errich­tet: Auf rund 180 Qua­drat­me­tern sind auf zwei Ebe­nen die Gemäl­de, Plas­ti­ken und Beicht­stüh­le sicher untergebracht.

Aktu­ell wur­de mit der Restau­rie­rung der Gemäl­de sowie der Archi­tek­tur des Hoch­al­tars begon­nen. Noch in die­sem Jahr wird außer­dem mit der Ver­gla­sung der Kir­chen­fens­ter an der Süd­sei­te der Kir­che begon­nen: Die­se erhal­ten eine neue Ver­gla­sung mit UV-Schutz. Kir­chen­ma­ler­ar­bei­ten an Stuck und Fres­ken des Lang­hau­ses fin­den ab Som­mer 2021 bis Mit­te 2023 statt, außer­dem wer­den das Kir­chen­schiff, die Empo­re an der West­wand sowie die Raum­scha­le der Sei­ten­ka­pel­len und die Bro­kat­flä­chen gerei­nigt und kon­ser­viert. Die Restau­rie­rung der his­to­ri­schen Sakris­te­ischrän­ke soll bis Mai 2022 abge­schlos­sen sein, außer­dem wird der Sockel­putz erneu­ert. Die Lore­to-Kapel­le soll künf­tig als Werk­tags­ka­pel­le genutzt wer­den und erhält dafür unter ande­rem eine Raum­tem­pe­rie­rung, im Zwi­schen­bau ent­steht ein Beicht­zim­mer. Saniert wer­den des Wei­te­ren die Bern­hards­ka­pel­le, der Chor­um­gang mit Tauf­ka­pel­le, die Sakris­tei sowie die Gruft unter der Lore­to-Kapel­le. Auch der Brand­schutz wird ver­bes­sert und der Kir­chen­raum sowie die Lore­to-Kapel­le wer­den bar­rie­re­frei zugäng­lich gemacht. Die Sei­ten­al­tä­re und das Chor­ge­stühl wer­den restau­riert, eben­so die gesam­te Holz-Aus­stat­tung der Kir­che. Rund sechs Jah­re dau­ert die Sanie­rung. Die Kos­ten tei­len sich Kir­che (60 Pro­zent) und Staat (40 Prozent).

Es ist beein­dru­ckend zu sehen, was hier geleis­tet wird, um die­ses Schmuck­stück zu restau­rie­ren“, stell­te MdL Wal­ter Tau­bene­der fest. Die Asam­kir­che in Alders­bach stel­le weit über den Land­kreis Pas­sau hin­aus eine Beson­der­heit dar, für ihre Restau­rie­rung sei­en die Steu­er­gel­der sehr gut angelegt.

Von einem der bedeu­tends­ten Bau­wer­ke unse­rer Hei­mat“ sprach Land­rat Rai­mund Knei­din­ger. Bür­ger­meis­ter Harald Mayr­ho­fer sprach für die Alders­ba­cher, als er sich wünsch­te, dass die Asam­kir­che mög­lichst bald wie­der frei­ge­ge­ben wer­de: Wenn man sieht, wie vie­le und welch auf­wän­di­ge Arbei­ten erfor­der­lich sind, ver­steht man, dass dies ein­fach Zeit braucht.“

Für die Alders­ba­cher hat Nor­bert Sterl eine gute Nach­richt: Zum Tag des offe­nen Denk­mals im Sep­tem­ber wol­len wir Füh­run­gen ermög­li­chen und auch vir­tu­ell wer­den wir einen Ein­blick ins Inne­re der Kir­che geben.“

Text: Sabi­ne Süß

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