Bistum

Von der Vision zur Wirklichkeit

Redaktion am 30.09.2024

Info Icon Foto: privat
Der Pfarrgemeinderat Karpfham kann stolz sein auf das Ergebnis: Gemeinsam mit Pastoralreferent Lothar Wimberger (l.) hat das Gremium in einem aufwändigen Prozess ein Leitbild für die Arbeit in der Pfarrei entwickelt.

Nach der Visitationsklausur im Januar fasste der Pfarrgemeinderat Karpfham einen bedeutsamen Entschluss: Man wollte ein Leitbild für die gemeinsame Arbeit entwickeln, eine Richtschnur für alle Vorhaben in der Pfarrei. Die Frage, warum man sich im Pfarrgemeinderat engagiert und welche Ziele man verfolgt, stand dabei im Mittelpunkt.

Ein Orga­ni­sa­ti­ons­leit­bild beschreibt das Selbst­ver­ständ­nis und die Grund­sät­ze einer Orga­ni­sa­ti­on. Es rich­tet sich an alle Betei­lig­ten und gibt Ant­wor­ten auf zen­tra­le Fra­gen: Wofür ste­hen wir? Was wol­len wir errei­chen? Wie wol­len wir es erreichen?

Zunächst beschäf­tig­te sich der Pfarr­ge­mein­de­rat mit den ​„3x3-Fra­gen zum syn­oda­len Weg“ im Bis­tum Pas­sau. Die­se Fra­gen zu den The­men­be­rei­chen Gemein­schaft, Teil­ha­be und Sen­dung boten eine gute Grund­la­ge für die wei­te­re Arbeit.

Lan­ge und inten­si­ve Dis­kus­sio­nen präg­ten die fol­gen­den Mona­te. Die Mit­glie­der des Pfarr­ge­mein­de­rats waren mit gro­ßem Enga­ge­ment dabei und ran­gen oft um die pas­sen­den For­mu­lie­run­gen. Aus die­sen Gesprä­chen ent­stan­den zunächst 19 Sei­ten Text, die die aktu­el­le Situa­ti­on in der Pfar­rei detail­liert beschrie­ben und ehr­lich analysierten.

Bemer­kens­wer­te Sät­ze wie: ​„Die Kir­che steht vor der Her­aus­for­de­rung, sich in einer zuneh­mend säku­la­ren Gesell­schaft zu behaup­ten.“ ​„Wer­te­ver­mitt­lung und Ethik­un­ter­richt gewin­nen an Bedeu­tung.“ ​„Um den Glau­ben zu stär­ken, müs­sen wir den Men­schen wie­der in den Mit­tel­punkt stel­len und ihm die Mög­lich­keit bie­ten, Gott zu erfah­ren“ zeig­ten das Bewusst­sein für die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und die Suche nach neu­en Wegen.

Der Pfarr­ge­mein­de­rat woll­te den Glau­ben in den Vor­der­grund rücken und ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten für Aus­tausch und Ver­tie­fung schaf­fen. Schon in den Sit­zun­gen des PGRs wur­de des­halb bewusst Zeit für Glau­bens­ge­sprä­che reser­viert. Ein prak­ti­sches Bei­spiel dafür war ein Bibel-Tei­len, das von der Vor­sit­zen­den Ste­fa­nie Lin­din­ger ange­lei­tet wurde.

Wie aber kommt man von 19 Sei­ten Text zu einem grif­fi­gen Leit­bild? Pas­to­ral­re­fe­rent Lothar Wim­ber­ger brach­te die Idee ein, aus dem erar­bei­te­ten 19-sei­ti­gen Text zu den drei im syn­oda­len Pro­zess ver­wen­de­ten Begrif­fen, soge­nann­te ​„Wort­wol­ken“ zu erstel­len. Die­se visua­li­sier­ten die Häu­fig­keit ein­zel­ner Wör­ter und hal­fen so, die Kern­aus­sa­gen zu identifizieren.

Aus­ge­hend von den Wort­wol­ken for­mu­lier­te der PGR fol­gen­de Grundsätze:

  • Gemein­schaft – Nähe zu den Men­schen: Ein Gefühl des Zusam­men­halts geben · Ver­net­zung aller Men­schen · In der Gemein­de über den Glau­ben aus­tau­schen · In der Kir­che Gemein­schaft erleben.
  • Teil­ha­be: Poten­zia­le und Fähig­kei­ten der Pfar­rei­mit­glie­der för­dern und ent­wi­ckeln · Infor­ma­tio­nen für Pfar­rei­mit­glie­der zugäng­lich machen · Pfar­rei­mit­glie­dern Mög­lich­kei­ten zur Betei­li­gung geben.
  • Sen­dung – Nähe zu Gott: Kraft aus dem Glau­ben schöp­fen · Got­tes­diens­te als Mit­tel­punkt · Geleb­ten Glau­ben in die Gesell­schaft tra­gen · Den Her­aus­for­de­run­gen des gesell­schaft­li­chen Wan­dels stel­len · Christ­li­che Wer­te in der Gesell­schaft stärken.

Um das Leit­bild nicht nur text­lich fest­zu­hal­ten, son­dern auch visu­ell dar­zu­stel­len, wur­den Pla­ka­te aus dem Zukunfts­pro­zess im Bis­tum Müns­ter ver­wen­det. Die dar­auf abge­bil­de­ten Sym­bo­le (Per­so­nen in unter­schied­li­chen Rol­len, Orte und christ­li­che Zei­chen) konn­ten aus­ge­schnit­ten und ent­spre­chend den vor­ab for­mu­lier­ten Grund­sät­zen ange­ord­net wer­den. So ent­stand ein anschau­li­ches Bild der gemein­sa­men Zukunft der Kir­che vor Ort.

Das erar­bei­te­te Leit­bild mit sei­nen Kern­ge­dan­ken soll zukünf­tig bei allen Sit­zun­gen prä­sent sein, um neue Ange­bo­te und Ideen dar­auf­hin prü­fen zu können. 

Der PGR hat einen anspruchs­vol­len Pro­zess in einem hal­ben Jahr hin­ter sich gebracht, der hof­fent­lich für viel Klar­heit in der wei­te­ren Zusam­men­ar­beit füh­ren wird.

Text: red

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