Am 1. Mai war in Altötting der offizielle Auftakt zum Wallfahrtsjahr. Pilgergruppen kamen zwar auch schon davor etliche an, doch im Marienmonat Mai sind es besonders viele – eine Auswahl (die nach und nach ergänzt wird):
Neue Wegerfahrungen
Der 1. Mai, Festtag Patrona Bavaria, an dem die Wallfahrtssaison in Altötting offiziell eröffnet wird, ist auch Ziel vieler Pilger, wie etwa der Fußwallfahrer aus dem niederbayerischen Gangkofen. Nach dem festlichen Pontifikal-Gottesdienst in der St. Anna-Basilika und der feierlichen Rückübertragung des Gnadenbildes in die Gnadenkapelle läuteten die Altöttinger Kirchenglocken zum Gruß für die 262 Fußwallfahrer aus Gangkofen. Um 4.30 Uhr waren sie abmarschiert, hatten knapp 35 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Während es in den frühen Morgenstunden recht kühl war, wie einige Teilnehmer berichteten, waren beim Einzug am Kapellplatz bei sommerlichen Temperaturen keine wärmenden Jacken nötig, im Gegenteil. Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler begleitete die Gangkofener zum Gottesdienst in die Basilika ein, dankte fürs Glaubenszeugnis und verwies auf das Wallfahrtsmotto „Transitus“ – auf den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, den er als ein Aufbrechen und Aufmachen für neue Wegerfahrungen hervorhob.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Wachsam sein
Wachsam und aufmerksam sein, Gottes Wort hören, auf jenen Geist, den die Gottesmutter Maria gespürt hat, lautete die Empfehlung von Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler an die Teilnehmer der Fußwallfahrt aus Hölsbrunn/Maria vom Berg Karmel. Diese wurde in bewährter Weise organisiert von Familie Hans Denk. Am 1. Mai kurz vor 13 Uhr kamen die Pilger in Altötting an, um 3.30 Uhr waren sie frühmorgens aufgebrochen. Es ist immer ein berührender Anblick, wenn sich beim Einzug und Umrunden der Gnadenkapelle viele Familien mit ihren Kindern einreihen. Auch so wird Glaube in der Familie gelebt und an die Generationen weitergegeben. In der Bruder-Konrad-Kirche feierte der Hölsbrunner Pfarrer Dr. Joy Madappally mit seiner Pilgergemeinschaft abschließend den Gottesdienst.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Den Glauben gestärkt
„Eine Wallfahrt verhelfe zur Stärkung des Glaubens“, bestätigte Paulinerpater David Kolodziejczyk, als er die Fußpilger aus dem Pfarrverband Tann mit Pfarrer Wolfgang Reincke am Busparkplatz Gries am 2. Mai in Empfang nahm. So verneigte er sich respektvoll vor der Pilgergruppe und deren Glaubenszeugnis, und meinte, da alle noch so gut drauf seien und keine Ermüdungserscheinungen aufwiesen, würde die Einbegleitung über den Kapellplatz zum Kongregationssaal über Umwegen stattfinden und dieses Mal etwas länger ausfallen. Die Tanner Fußwallfahrer nahmen dies lachend zur Kenntnis, denn ganz glaubwürdig klangen die Worte von P. David nicht. Doch dieser formulierte den gar nicht vorgesehenen Einbegleitungs-Plan gleich um: „Humor gehört zur Freude am Glauben und zu den Aufgaben unseres Lebens“, sagte er. Pfarrer Reincke begrüßte im Kongregationssaal alle Fuß- und Radpilger und die mit dem Auto gekommen waren, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern am Gnadenort und bei der Schutzfrau Bayerns. „Maria hat uns den Erlöser und Heiland geboren, um ihn anzubeten. Die Muttergottes ist uns in unseren Sorgen und Anliegen eine gute Fürsprecherin bei ihrem göttlichen Sohn“, stellte er fest.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Bild für unser Leben
Zu unseren ganz treuen Altötting-Pilgern zählt die Buswallfahrt „Maria Bildeich“/Gruppe Pfalz unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Marco Richtscheid. Nach der Einbegleitung zur Gnadenkapelle am 2. Mai, bezeichnete Bruder Marinus Parzinger „alle Pilgernden als Bild für unser Leben“. Dabei gelte es stets den Blick nach vorne gerichtet auf das Ziel unserer Pilgerschaft zu schauen. Wieder mit dabei war die treue Pilgerin Schwester Hedwig von der Niederbronner Schwesterngemeinschaft – und als jüngster Teilnehmer Nael (4) mit seiner Mama Adriana.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
60 Jahre Kreuzträger
„Friede kommt von Christus, dies haben uns der heilige Franziskus und der heilige Bruder Konrad als Lebensbeispiel gelehrt“, versicherte Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger den Fußwallfahrern aus Berglern, die am 2. Mai das Ziel erreichten um auf dem Weg nach Altötting ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis abzugeben – zum 123. Mal. Ab 4.30 Uhr führte der Fußweg von Berglern nach Hörgersberg, dann mit dem Bus nach Tüssling und schließlich auf dem Kreuzweg ab Heiligenstatt wiederum zu Fuß. Besonderer Dank und eine Ehrung mit Urkunde wurde Sebastian Faltermaier zuteil, der zum 60. Mal das Vortragskreuz nach Altötting trug – sehr zur Freude seiner Familie mit den Enkelkindern Lukas und Florian, die hoffentlich als Nachfolger ihres Opas in dessen „Pilger-Fußstapfen“ treten werden.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
340 Kilometer geradelt
„Es hat zwar Gott sei Dank unterwegs keine Reifenpannen oder Ausfälle gegeben, aber der Temperatur-Unterschied von 0 auf 20 Grad war schon enorm“, berichtete Organisator Bernd Metzner nach Ankunft der Radpilger aus Görau-Kulmain/Fränkische Schweiz am frühen Samstagnachmittag, 2. Mai. Es war geschafft und die Teilnehmer waren es auch: 340 Kilometer, und das größtenteils ohne E‑Bike-Antrieb, radelten sie in zweieinhalb Tagen zur Gnadenmutter nach Altötting. Herzlich bedankte sich Pfarrgemeinderatsmitglied Walter Schütz in einer kurzen Ansprache vor der Gnadenkapelle für die Leistung der Radpilger. Darunter waren vier Neuzugänge, er selber war für das Begleitfahrzeug verantwortlich – auch ein wichtiger Dienst bei einer Wallfahrt.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Glaubensgemeinschaft
Ein Gläschen Sekt während der dreitägigen Fußwallfahrt hätten sie sich schon gegönnt und auch verdient, erzählte augenzwinkernd Antonie Wilken, Pilgerleiterin der Herz-Mariae-Bruderschaft München, am 3. Mai bei der Ankunft am Gnadenort. Verständlich, denn diese Traditionswallfahrt begeht dieses Jahr ihr 70. Jubiläum. Dankbar zeigte sich die Pilgerleiterin angesichts des prachtvollen Wetters und der harmonischen Pilger- und Glaubensgemeinschaft. So wurde nach dem Einzug in die Bruder-Konrad-Kirche mit Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler Dank- und Pilgergottesdienst gefeiert. Dies vor allem auch im Blick auf das 800. Jubiläumsjahr des heiligen Franziskus, dessen „Transitus“/Sterben ein Hinübergehen, ein Aufbruch in ein neues Leben bedeutet. „Auch wir müssen uns immer wieder aufmachen, aufbrechen, auf den Weg machen, eben wie auf einer Wallfahrt“, betonte P. Berthold.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Demut und Struktur
Zum 19. Mal pilgerten am Samstag, 9. Mai Angehörige der Bundespolizei (BPOL) zum Grab ihres Patrons, des hl. Br. Konrad nach Altötting. Das ist immerhin ein Viertel der Zeitspanne des Bestehens der Bundespolizei, die heuer ihr 75. Jubiläum feiert, wie Oberpfarrer Pater Gabriel Wolf von der Bundespolizeidirektion München erklärte – und augenzwinkernd hinzufügte, wenig sei bei der BPOL so beständig.
Beständigkeit war auch ein Hauptthema der Predigt von Pfr. Christian Schmitt aus Koblenz während des Pilgergottesdienstes in St. Konrad: In einem Beruf mit vielen Herausforderungen, mit viel Abwechslung und auch Gefährdungen seien Strukturen und Verhaltensweisen, die Bruder Konrad vorgelebt habe, ein gutes Vorbild für eine gelingende Work-Life-Balance. Ein gewisser Rhythmus wie im Kloster mit festen Ruhe- (Gebets-)Zeiten könne ausgleichend wirken. Auch eine recht verstandene Demut, wie sie der heilige Klosterpförtner zeitlebens gezeigt habe, könne im eigenen Beruf helfen, so Pfr. Schmitt. In der Forschung, zitierte der Prediger die Autorin Dr. Franziska Frank, bedeute Demut die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und diese zu zeigen, wo es für das größere Ganze sinnvoll ist – und nicht für das eigene Ego. Und außerdem: „Als Christinnen und Christen innerhalb der Bundespolizei wissen wir uns zudem verdankt, getragen und begleitet von Gott, was uns Halt und zusätzliche Sinnstiftung gibt.“
Nicht umsonst habe man Bruder Konrad zum Patron erwählt, ergänzte Wallfahrtsorganisator Pater Gabriel und brachte die Parallelen zwischen dessen Pfortendienst und der Arbeit in der Bundespolizei mit vier Attributen auf den Punkt: wachsam und freundlich, hilfsbereit und verlässlich. Nach dem Gottesdienst, musikalisch gestaltet von zwei Ensembles des BPOL-Orchesters München inklusive Alphörnern, segnete Pfr. Schmitt die auf dem Vorplatz aufgereihten Motorräder, während BPOL-Seelsorgerin Veronika Füllbier aus Hannover den Fahrerinnen und Fahrern eine zuvor gesegnete Christophorus-Medaille für allzeit gute Fahrt überreichte.
Schließlich ging es mit einer Eskorte von drei schweren BMW-Polizeimotorrädern in einer Prozession hinauf zur Gnadenkapelle, wo die Wallfahrer mit Kapuzinerpater Berthold Oehler eine kurze Station hielten. Eines der Polizei-Bikes hatte übrigens für einen besonderen Akzent während der Messe gesorgt: In der St. Konradkirche platziert, leuchtete zur Wandlung neben dem üblichen Klingeln das Blaulicht der Maschine.
Zum 20. Wallfahrtsjubiläum am 8. Mai 2027 wird der Dekan der Bundespolizei-Seelsorge in Altötting erwartet.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Gottesdienst mit buntem Reigen
Vor 15 Jahren wurde sie ins Leben gerufen und heuer gastierte sie zum ersten Mal im Gnadenort: Die Oberösterreichisch-Bayerische Sänger- und Musikantenwallfahrt. Organisiert vom Innviertler Kulturkreis, der Katholischen Männerbewegung und der Kreisheimatpflege Altötting findet die Fahrt mit Gottesdienst immer abwechselnd im österreichischen Innviertel und im benachbarten Bayern statt. Bei seiner Begrüßung im Kongregationssaal am Samstag, 9. Mai freute sich Sepp Steiner, Kreisheimatpfleger für Musik und Brauchtum aus Garching a. d. Alz, dass „diese schöne Tradition“ nun an „diesem besonderen Ort“ stattfinde. Er dankte Pfarrer Hermann Schächner vom Pfarrverband Unterneukirchen, der sofort bereit gewesen sei, den Gottesdienst zu zelebrieren. Den Wallfahrts-Organisatoren angemessen gestaltete ein bunter Reigen aus sieben verschiedenen volksmusikalischen Formationen stimmungsvoll mit Instrumenten von der Harfe bis zur Steirischen Harmonika.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Auer „Dankgang“ zum 200.
Sie waren pünktlich auf die Minute, die Oberlandler Fußpilger aus Rosenheim und Umgebung, bekannt als „Auer Bitt- oder Kreuzgang“. Am Samstag, 9. Mai, um 15 Uhr erreichten die etwa 150 Teilnehmer nach zweitägiger Fußwallfahrt ihr Pilgerziel, zogen unter Glockengeläut über den Kapellplatz mit Umrunden der Gnadenkapelle, um schließlich in der St. Anna-Basilika abschließend den Pilgergottesdienst zu feiern. Dort empfing sie der Zelebrant Kapuzinerpater Br. Marinus Parzinger. Dabei entschuldigte er sich, dass er zur Einbegleitung nicht rechtzeitig da sein konnte, nach einem vorangehenden Termin in Marktl sei er bei der Rückfahrt nach Altötting wegen eines Staus eingebremst worden. Seine Schlussfolgerung: „Zu Fuß, mit einem Pilgerziel vor Augen ist man eindeutig schneller unterwegs, im Blick das Kreuz, das vorgetragen wird!“ Eigentlich konnte man die Bezeichnung „Auer Bitt- oder Kreuzgang“ nach Altötting für dieses Jahr in „Auer Dankgang“ umändern, denn, wie Pilgerleiter Rupert Hille (kleines Foto bei der Begrüßung „seiner Pilger“ vor der Basilika) in alten Aufzeichnungen herausgefunden hatte, besteht diese Wallfahrtstradition seit nunmehr 200 Jahren. Ob in den Kriegszeiten und Corona-Pandemie gepilgert wurde, sei nicht überliefert, und doch liegt für Hille die Vermutung nahe: „Wie ich die Oberlandler kenne, haben die auch in schwierigen Zeiten einen Weg gefunden, die Wallfahrtstradition nach Altötting fortzusetzen.“ Am Ende des Pilgergottesdienstes wurden drei Jubilare mit mit einer Urkunde geehrt für deren 25., 30. und 50. + 1 Teilnahme (dieser Jubilar wurde im vergangenen Jahr übersehen), bevor Bruder Marinus den Reliquiensegen spendete. Das bekannte Pilgerlied „Schwarze Madonna“ durfte natürlich zum diesjährigen Wallfahrts-Abschluss nicht fehlen – mit Einstimmung und Vorfreude auf den nächsten „Auer Bitt- und Kreuzgang“ zur Gnadenmutter nach Altötting im kommenden Jahr, hoffentlich bei ebenso prächtigem Pilgerwetter wie 2026.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Das Kreuz voran
Die 15-jährige Nina, Tochter des Pilgerleiters und Bürgermeisters Dieter Neumaier, trug der Pilgergruppe aus Niederstraubing/Pfarrverband Holzland am 9. Mai das Kreuz voran. 52 Wallfahrtsteilnehmer hatten sich um 4 Uhr früh auf den Weg gemacht, zu Fuß bis Dorfen, dann mit dem Bus bis Heiligenstatt, die restlichen sieben Kilometer Kreuzweg wurden betend wiederum zu Fuß zurückgelegt. Paulinerpater Michael Lukoszek freute sich, nach der Einbegleitung zur Gnadenkapelle „Sie bei der Muttergottes von Altötting begrüßen zu dürfen, um hier aufzutanken in der Hoffnung mit all unseren Anliegen im Herzen tragend, dass uns Gott im Leben weiter führt und begleitet.“ Um 15 Uhr nahmen die Niederstraubinger am Gottesdienst in der St. Magdalenakirche teil.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Kraftquelle
„Heut pilgert auch die Bundespolizei nach Altötting, da müssen wir uns z’sammreissen“, mahnte augenzwinkernd Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger, der die Fußpilger vom Pfarrverband Töging-Erharting mit Pfarrer Piotr Wandachowicz am 9. Mai im Empfang nahm auf dem Weg zur Bruder-Konrad-Kirche. Im Hinblick auf die Baustellen am Kapellplatz mit Stiftspfarrkirche, St. Magdalenakirche und Anbetungskapelle lautete Bruder Marinus Feststellung: „Auch unser Leben ist ein Bild mit Baustellen, wir müssen uns darauf einlassen, uns dabei bewähren, aber auch überraschen lassen. Es ist schön über Lebenserfahrungen zu sprechen, die gelingen, wie etwa eine Wallfahrt. Und schön ist es auch Stille zuzulassen, denn sie ist eine große Kraftquelle.“ Stolz, bei ihrer ersten Fußwallfahrt nach Altötting durchgehalten zu haben, war sicherlich Mia (11), die Opa Sepp bei den Erhartingern begleitete.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Rosenkranz
Abmarsch für die 50 Teilnehmer an der Fußwallfahrt der KAB Dingolfing, Pfarrei St. Josef mit erstem Vorstand Jakob Ruder und zweitem Vorstand Winfried Wellisch als Pilgerleiter war am 9. Mai um 5 Uhr früh in Seemannshausen. Bei der Ankunft in Altötting am frühen Nachmittag erinnerte Kapuzinerpater Bruder Georg an die Erwählung von Papst Leo XIV. vor einem Jahr, der sich als Marienverehrer zeigte. „Gnade erbitten wir von Maria“, stellte P. Georg fest – und das bestätigten auch Jakob Ruder und seine Ehefrau, beide den Rosenkranz in Händen; das Gebet Mariens wurde unterwegs fleißig gebetet.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Zuversicht
Mit Pfarrvikar Kumar Yangaladasu und Vortragskreuzträger Konrad Diensthuber machte sich der Pfarrverband Reischach-Arbing-Endlkirchen-Erlbach-Perach am Christi-Himmelfahrtstag, 14. Mai, in einem Bittgang auf den Weg nach Altötting. Mit dabei war auch Kapellmesner Franz Auer (2. Bild). „Wir träumen von einem Himmel auf Erden, aber es gibt keine Welt ohne Leid und Not“, stellte Pfarrvikar Kumar nach Ankunft, Einbegleitung mit Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel und beim Gottesdienst in der St. Anna-Basilika fest. Doch Jesus habe uns versprochen: „Ich bin bei Euch alle Tage, bis zum Ende der Welt“; das gebe Hoffnung, Trost und Zuversicht.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Lebensziel
Die Gnadenmutter von Altötting ist alle Jahre Pilgerziel für die Pfarrei St. Johannes der Täufer aus Nabburg mit Pfarrer Hannes Lorenz. Am Christi-Himmelfahrtstag, 14. Mai, hat Kapuzinerpater Berthold Oehler die Buspilgergruppe aus der Oberpfalz einbegleitet. Beim Willkommensgruß vor der Gnadenkapelle stellte er fest: „Ihr habt Euch auf den Weg gemacht, mit Jesus als Wegbegleiter, er möge Eure Bitten erhören. Bitten wir zugleich die Gottesmutter, sie möge uns in unseren Übergängen des Lebens stärken.“ Am Fest Christi Himmelfahrt sei uns Jesus vorausgegangen, mit dem „Ziel des ewige Lebens, das auch uns verheißen ist“, wie Pfarrer Lorenz beim Gottesdienst in der St. Anna-Basilika die Anwesenden bestärkte. Nach dem Kreuztragen um die Gnadenkapelle am Nachmittag und einer Maiandacht machten sich die Nabburger Buspilger wieder auf den Heimweg.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Einzug mit Glockengruß
Pünktlich mit dem Mittagsläuten der Altöttinger Kirchenglocken zogen am Christi-Himmelfahrtstag, 14. Mai, unter der Einbegleitung von Paulinerpater David Kolodziejczyk die Fußwallfahrer aus Oberlindhart bei Mallersdorf-Pfaffenberg am Kapellplatz ein. Dankbar über den guten, zweitägigen Wallfahrtsverlauf zeigte sich Pilgerleiter Hubert Bauer – der Weg führt von Kumhausen nach Dorfen, und nach Übernachtung die Reststrecke ans Pilgerziel; insgesamt sind es 50 Kilometer. Trotz schlechter Wettervorhersage und bedrohlichen Regenwolken hat es nur in Heiligenstatt, etwa sieben Kilometer vor Altötting, etwas getröpfelt, wie Pilgerleiter Bauer berichtete. Selbst Ehrenpilgerleiter Hans Glöbl hat es sich nicht nehmen lassen, die Fußpilger in Altötting in Empfang zu nehmen; mitmarschieren konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht, wie er bedauerte. Die Oberlindharter Fußwallfahrt geht auf die Pestzeit zurück und wurde im Jahr 1830 wieder aufgenommen. Zwei Votivtafeln im Umgang der Gnadenkapelle berichten von der 100. und 170. Jubiläums-Fußwallfahrt (1933 und 2003). Bevor P. David die Oberlindharter Fußpilger mit Segenswünschen entließ, bestellte er herzliche Grüße an die Mallersdorfer Bierbrauer-Meisterin Schwester Doris, die ihm, wie er erzählte, beim Altöttinger Klostermarkt empfahl: „P. David schwätz nicht so viel, trink lieber unser gutes Mallersdorfer Klosterbier!“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Jesus ganz nah
Aus Altfraunhofen im Landkreis Landshut sind Erstkommunionkinder am 11. Mai in einer Dankwallfahrt nach Altötting gekommen. Maria Ringlstetter bedankte sich bei Kapuzinerpater Georg Greimel fürs Abholen und Einbegleiten zur Gnadenkapelle. „Viele Menschen pilgern hierher, um der Muttergottes ihre Anliegen vorzutragen, um Hilfe bei ihrem göttlichen Sohn zu bitten“, erzählte Bruder Georg, „auch Papst Leo XIV. hat bei seiner Antrittrede Maria als unsere Mutter und Fürsprecherin anempfohlen, denn bei der Gnadenmutter sind wir Jesus ganz nah.“ Der heilige Bruder Konrad sei ein großer Marienverehrer gewesen, habe täglich in der Gnadenkapelle die heilige Messe mitgefeiert, so berichtete Bruder Georg nach der Messfeier in der Bruder-Konrad-Kirche aus dem Leben des heiligen Klosterpförtners.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Bleib behütet!
In vierter Auflage hat am 15. Mai die Sternwallfahrt der vierten Grundschulklassen aus dem Landkreis Altötting stattgefunden – unter geistlicher Leitung von Pfarrer Thomas Steinberger vom PV Emmerting-Mehring und organisiert von Religionslehrerin Claudia Öllinger. Acht Schulklassen – sie kamen aus Emmerting-Mehring, Kastl, Neuötting (Pestalozzi-und Grundschule), Pleiskirchen, Tüssling, Unterneukirchen und Winhöring – mit insgesamt etwa 300 Schülern und deren Lehrkräften umrundeten die Gnadenkapelle, hielten eine Statio und feierten eine Andacht in der Basilika. Emmertings Rektorin Maria Heininger sowie Konrektor Franz Schweizer und Lehrerin Susanne Beutlhauser gestalteten die Andacht musikalisch. Gerade für die Viertklässler sei es zum Schuljahresende durch den Wechsel in eine andere Schule meist ein Abschiednehmen von Klassenkameraden, Freunden und Lehrern, stellte Pfarrer Steinberger fest. Die Armbänder mit der Aufschrift ‚Bleib behütet!‘ seien ein Segenswunsch, dass uns Jesus Christus als Wegbegleiter zur Seite steht, egal was kommt, sagte er. Dass wir Jesu Beistand gerade in schwierigen Zeiten erhalten, wurde bei der berührenden Traum-Geschichte von den „Spuren im Sand“ verdeutlicht. Sowohl beim Meditieren als auch beim Singen rhythmischer Lieder beteiligten sich die Schüler gerne. Diese Sternwallfahrt zeigte auf, „dass Bildung zum gegenseitigen Brücken-Bauen und zur Toleranz verhilft, und dass wir den rechten Weg einschlagen, wenn wir den Fußspuren Jesu folgen“, so der Pfarrer.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Durchhaltevermögen
Der ehemalige langjährige Pilgerleiter Rudi Bürgermeister hat sich intensiv mit der Pilgertradition aus Aicha v.W. beschäftigt und ein Pilgerbüchlein herausgebracht. Selbst in Zeiten des Zweiten Weltkriegs, als Wallfahrten verboten wurden, hatten es Fußwallfahrer aus Aicha v.W. geschafft, zur Gnadenmutter nach Altötting zu pilgern. Leider kann Rudi Bürgermeister aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selber mitmarschieren, insgesamt 140 Kilometer, hin- und auch wieder zurück. Aber er hat es sich nicht nehmen lassen, beim Abmarsch der Wallfahrer am 13. Mai unter Leitung von Renate Dick und Vorbeter Alois Hobelsberger die „Pilgeraussendung“ in Aicha zu übernehmen. Am 15. Mai kamen sie in Altötting an, am darauffolgenden Morgen machten sich die „Bayerwaldler“ mit dem Reisesegen von Paulinerpater David Kolodziejczyk vor der Gnadenkapelle wieder zu Fuß auf den Heimweg.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Kindheitserinnerungen
Für Martin Winklbauer (3. Bild, l.), Gründer der Halsbacher Waldbühne und Theaterlaiengruppe und praktizierendes Pfarreimitglied, ist der Altöttinger Kongregationssaal etwas Besonderes, wie er am 16. Mai im Rahmen der Wallfahrt des Pfarrverbands Burgkirchen/Alz-Halsbach-Margarethenberg bemerkte. Bereits als etwa sechsjähriger Bub, als er erstmals an den Bittgängen zum Gnadenort der Muttergottes teilnahm, hatten ihn u.a. die Messing-überzogenen Handläufe am Kirchengestühl beeindruckt, erzählt er. Dieses Mal war er als Radpilger mit dabei, und wiederum fand der Gottesdienst zusammen mit den Fußwallfahrern seines Pfarrverbands und mit Zelebrant Pfarrvikar Acjirose Thankkayyan und Diakon Thomas Zauner im Kongregationssaal statt. Die Messingverkleidung am Kirchengestühl zur Ablage des Gotteslobs ist inzwischen verschwunden, aber beeindruckt vom Kongregationssaal ist Winklbauer nach wie vor. Pfarrvikar Ajirose erinnerte daran, dass gerade der Mai als Marienmonat gelte.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Aufbruch
Die Radpilger aus Schnaitsee hatten sich am 16. Mai bereits um 6.30 Uhr auf den Weg gemacht, die Fußwallfahrer etwas später, zumal diese mit Wegabkürzung erst ab Heiligenstatt losmarschierten, wie Pilgerleiterin Claudia Unterstar berichtete. So hatten auch ältere Teilnehmer die Möglichkeit, bei dem Sechs-Kilometer Kreuzweg nach Altötting teilzunehmen. Der Dank von Kapuzinerpater Berthold Oehler, der die Schnaitseer vor der Gnadenkapelle willkommen hieß, galt Rad- und Fußpilgern gleichermaßen, denn jede Wallfahrt sei ein „Transitus“, ein Übergang und Aufbruch.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit den „Eisheiligen“
Für Paulinerpater David Kolodziejczyk stand am 16. Mai nach der Einbegleitung der Fußpilger aus Cham in der Oberpfalz/Pfarreien St. Jakob und St. Josef über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle der Schuldige an der für Mai ungewöhnlich kalten Witterung fest: „Warum habt ihr als ‚Waidler‘ einen Tag nach der kalten Sophie (Eisheilige) den Winter mitgebracht?“ Aber sogleich lenkte er schmunzelnd ein: „Schön, dass ihr trotz der Wetterlage gekommen seid, dafür tragt ihr mit Christus die Sonne im Herzen mit.“ Pilgerleiter Christian Lommer war mit dem Ablauf der dreitägigen Fußwallfahrt mehr als zufrieden. Eine Teilstrecke mitmarschiert war auch der gebürtige Altöttinger Christian Haringer, Schulleiter der Marienrealschule in Cham, mit einigen seiner Schülern. Ein „Anliegenrucksack“ wurde bei der Gnadenmutter in der Kapelle abgelegt, bevor die Chamer die Muttergottes mit drei Strophen „Segne du Maria“ ehrten und mit ihrem Stadtpfarrer Dr. Kazimierz Pajor Gottesdienst in der Basilika feierten.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Bittwallfahrt
Viele Mitglieder der katholischen Jugend nahmen am 16. Mai beim Bittgang der Pfarreiengemeinschaft Falkenberg-Taufkirchen nach Altötting teil: Es war eine Dank- und zugleich eine Bittwallfahrt für einen 21-jährigen jungen Mann aus ihrem Freundeskreis, der nach einem schweren Autounfall bei Eggenfelden zwar außer Lebensgefahr sei aber um Wiedergenesung sicherlich Gottes Beistand und Hilfe auf die Fürsprache der Muttergottes bedürfe. „Gott begleitet uns auf allen, auch auf den schweren Wegen unseres Lebens“, versicherte Kapuzinerpater Berthold Oehler nach der Einbegleitung in die Bruder-Konrad-Kirche. Und Pfarrvikar Savier Raj Chinnappan empfahl: „Eine Wallfahrt ist eine gute Gelegenheit, über das Leben nachzudenken, woher komme ich und wohin mache ich mich auf den Weg? Gott ist es, der uns berufen hat. So bitten wir auf dieser Wallfahrt um die Gabe der Weisheit, wie sie Maria empfangen durfte, damit auch wir Gottes Wort im Herzen bewahren und richtig entscheiden.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Glaubenszeugen
Die Fußpilger aus Benediktbeuern unter Leitung von P. Rainer Reitmaier gingen heuer auf ihrer dreitägigen Fußwallfahrt nach Altötting unter dem Katholikentags-Motto „Hab Mut, steh auf“ (Siehe Seite 4 – 5). Betend und singend legten die Glaubenszeugen 130 Kilometer zurück. Für P. Rainer Reitmaier ist diese Fußwallfahrt Jahr für Jahr immer wieder ein eindrucksvolles Erlebnis, ein Zeichen der Hoffnung in einer glaubensarmen Zeit. Zusammen mit seinen 15 „Mitstreitern“ feierte er am 16. Mai in der Bruder-Konrad-Kirche abschließend Gottesdienst.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Männerwallfahrt
Vom Christi-Himmelfahrtstag, 14. Mai, bis Samstagabend, 16. Mai, machte sich die „Männer-Wallfahrt“ aus Regensburg/St. Wolfgang auf Pilgergang. Der geistliche Leiter, Prälat Helmut Huber, freute sich über zwei „hochkarätige“ Pilger-Neuzugänge von der Uni Regensburg: Dogmatik-Professor Dr.Dr. Johannes Elberskirch (steht in der Ratzinger-Nachfolge) und der Hochschul- bzw. Studentenpfarrer Dr. Martin Seiberl. Dieser kommentierte die durchaus anspruchsvolle Fußwallfahrt nach Altötting: „Es ist ein wunderbares Gefühl, es geschafft zu haben. Es war eine schöne Glaubensgemeinschaft auf dem Weg.“ Jetzt müsse er diese Fußwallfahrt erst einmal „verdauen“ – und ja, er könne es sich durchaus vorstellen, nächstes Jahr wieder mitzugehen. Am 17. Mai feierten die St. Wolfgang-Pilger aus Regensburg in der Gnadenkapelle einen Gottesdienst.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Kurze Predigt zum Jubiläum
Es ist immer berührend, wenn die Fußwallfahrer aus Berg im Gau nach viertägiger Fußwallfahrt und über 140 zurückgelegten Kilometern von der Mühldorfer Straße kommend am Kapellplatz einziehen – so auch am 17. Mai. Zum 30. Mal wurde die Wallfahrt von Maria und Johann Wolfelsperger organisiert, und wie all die Jahre liefen bei der Ankunft die Kinder den mitpilgernden Mamas oder Papas, Omas oder Opas freudig entgegen, teils wurden Blümchen überreicht. Nach dem gesungenen Pilgerlied „Schwarze Madonna“ vor der Gnadenkapelle zogen die Wallfahrer zum Kongregationssaal. Hier wurde zum Pilgergottesdienst die Jubiläumskerze entzündet und dem Zelebranten und Pilger-Einbegleiter Kapuzinerpater Berthold Oehler das Versprechen abgenommen, nur kurz zu predigen, denn: Auf dem Weg nach Altötting wurde in den vier Tagen ausreichend gebetet, wie Johann Wolfelsperger versicherte, vor allem der Rosenkranz. So gab P. Berthold mit auf den Weg: Eine Wallfahrt sei ein „Freiwerden, um die Nähe Gottes zu spüren und Kraft im Alltag und Freude am Glauben zu stärken, ganz nach dem Motto des 104. Katholikentages: ‚Hab Mut, steh auf!‘“.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Fortgesetzt
Geplant war eigentlich nur eine Dankwallfahrt nach Altötting für den guten Verlauf eines Festes der Freiwilligen Feuerwehr Prosdorf – doch vom „Pilgervirus“ angesteckt, wurde dieses Versprechen fortgesetzt: Die viertägige Fußwallfahrt aus Waldmünchen-Prosdorf fand heuer zum 34. Mal statt, organisiert vom Ehepaar Pfaffl und unter geistlicher Begleitung von Pfarrer Franz Mühlbauer und Pfarrer Markus Daschner, die auch den Pilgergottesdienst in der Bruder-Konrad-Kirche zelebrierten. Als begeisterte Teilnehmerinnen, zum dritten Mal dabei, outeten sich Franziska und Felicitas von der Jugendfeuerwehr Prosdorf. Beide trugen abwechselnd das gestiftete Neustifter-Vortragskreuz. Und nach alter Pilgertradition wurde am 17. Mai bei der Ankunft am Ziel die Gnadenkapelle dreimal umrundet.
Text und Foto: Roswitha Dorfner



