Foto: Roswitha Dorfner
Im heißen Urlaubsmonat August sind es eher Einzelpilger und vor allem viele Touristen, die den Kapellplatz besuchen. Doch es kamen auch Wallfahrer in Gruppen – nicht nur zu Fuß, sondern auch mit Rad, auf Pferden und auf Bulldogs. Sogar die Jesus Biker statteten dem Gnadenort einen Besuch ab. Hier eine kleine Auswahl:
Völlig durchnässt, aber unverzagt
Wettertechnisch hatten sie dieses Jahr kein Glück, wie die Teilnehmer an der 16. Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt aus Neunburg v. W. und Umgebung unter Organisation und Leitung von Hans Fischer am 1. August erzählten, als sie gegen 13.30 Uhr mit ihren 24 tuckernden Traktoren den Kapellplatz erreichten. Bereits vor der Abfahrt um 2.15 Uhr in Neunburg v. W. hatte es wie aus Kübeln geschüttet und dies habe sich auf der Strecke immer wieder fortgesetzt, bis kurz vor Erreichen des Pilgerziels. Regen ist zwar zum Bestellen der Feldarbeit wichtig, aber bei einer Pilgerfahrt auf dem Bulldog-Sozius, bei einigen Fahrern ohne schützendes Regenverdeck, da sei so eine Wallfahrt schon grenzwärtig, berichtete ein völlig durchnässter Teilnehmer. Aber die gute Laune ließen sich die Bulldog-Wallfahrer nicht verderben, zumal sich am Gnadenort der Gottesmutter die Wolkendecke lichtete und die Sonne zum Vorschein kam. Kapuzinerpater Marinus Parzinger dankte fürs Kommen, das Glaubenszeugnis unterwegs und bezeichnete eine Wallfahrt „als kleine Schritte, dem Lebensziel als ewige Freude bei Gott“ ein Stück näher zu kommen. Bei einer kurzen Andacht auf dem Kapellplatz stimmte Lisa Schmid mit der Ziach das Pilgerlied „Schwarze Madonna“ an, P. Marinus segnete die Bulldog-Lenker und deren mit Blumen oder Fähnchen geschmückten Traktoren und überreichte Josef Reitinger eine Urkunde für seine zehnmalige Teilnahme. Gegen 17 Uhr galt es wieder von Altötting Abschied zu nehmen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
„Wer dankt, der denkt“
Der Augsburger Wallfahrerverein unter Leitung von Diakon Andreas Martin hat es sich zur schönen Tradition gemacht, am Tag ihres „Friedensfestes“, das sich heuer zum 375. Mal jährt, zur Königin des Friedens, der Gottesmutter Maria nach Altötting zu pilgern. Nach Ankunft am 8. August am Bus-
parkplatz Gries und Begrüßung durch Wallfahrtsrektor Dr. Klaus Metzl gab es beim Einzug über den Kapellplatz eine Änderung: Der Pilgergottesdienst fand dieses Jahr nicht in der St. Anna-Basilika, sondern in der Stiftspfarrkirche statt – dafür mit hochrangigen Zelebranten: neben dem Augsburger Weihbischof Florian Wörner war auch Weihbischof em. Josef Grünwald (89) gekommen, um mit den Buspilgern Gottesdienst zu feiern. Weitere priesterliche Verstärkung gab es durch Msgr. Alois Zeller, Pfarrer Alexander Lungu sowie „Gastpriester“ Bernd Winter aus dem Bistum Würzburg. „Der Friede sei mit Euch“, das waren die ersten Worte des neu gewählten Papst Leo XIV. an die Gläubigen, brachte Weihbischof Wörner in seiner Predigt in Erinnerung – dies sei auch der Gruß des Auferstandenen an die Jünger gewesen und werde vom Herrn immer wieder zugesprochen. Dieser Friede könne nur entstehen mit Lob und Dank, wie das Magnificat Mariens uns überliefere und sollte der Grundton unseres Gebets sein, denn: „Wer dankt, der denkt – und lobpreisende Menschen haben mehr Frieden im Herzen!“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit mobiler Küche
Über 28 Teilnehmer konnten sich dieses Jahr an der Traditionswallfahrt aus Kastl bei Amberg in der Oberpfalz sowohl Pilgerleiter Josef Merz wie auch der geistliche Begleiter Roland Klein aus Pommelsbrunn freuen. Nach 187 Kilometern, aufgeteilt auf einen fünftägigen Fußmarsch, erreichten sie am Samstag, 9. August ihr Pilgerziel. Das besondere dieser Wallfahrt: sie sind quasi Selbstversorger, was das Essen und Getränke anbelangt – ermöglicht durch einen umgebauten Kombi als „fahrbare Küche“. Aber dazu braucht es natürlich geeignetes Küchenpersonal, an der Spitze Anni Pielenhofer. Zu ihrem 25. Pilgerjubiläum (neun Mal als Fußpilgerin, 16 Jahre als „begleitende Köchin“) durfte sie nicht nur das Vortragskreuz (links und rechts neben ihr begleiteten sie ihre beiden Töchter Elisabeth und Andrea, kl. Foto) zur Gnadenkapelle tragen, sie wurde nach dem Pilgergottesdienst mit einer Urkunde geehrt. „Schee war’s wieder und haaß, wenn nur des Laufa net war!“, so der trockene Kommentar von Mesner und „Stimmunskanone unterwegs“ Rudi Böllet aus Pavelsbach, traditionsgemäß frische Blumen in den Strohhut gesteckt. Kapuzinerpater Berthold Öhler bezeichnete die Kastler Fußpilger als „Pilger der Hoffnung“, die als Glaubensgemeinschaft gestärkt ihr Ziel bei der Gnadenmutter erreichten. Zu Beginn der heiligen Messe dankte Pfarrer Klein allen, die mitgepilgert waren, begrüßte die Gläubigen, die in der Gnadenkapelle versammelt waren, auch den Konzelebranten mit den Worten: „Ich kann kein Italienisch, er kein Bayerisch/Deutsch, aber als Brüder verstehen wir uns trotzdem!“ Jesus habe die Liebe gepredigt, auf die Personen geschaut nicht auf das Kirchenrecht! Jesus habe den Frieden gepredigt, als Spitze der Verständigung – was zugleich bedeute: Wertschätzung, Toleranz und Zeit haben füreinander.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Glaubensfreude
Foto: Roswitha Dorfner
Eingestimmt mit einem Marienlied, das Gerhard Plankl, der Senior-Chef des Hotels Plankl mit seiner Trompete zum Besten gab, machten sich die Buspilger aus Vilseck, Schlicht und Sorghof aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach/Opf. nach ihrer Ankunft in Altötting am 12. August auf den Weg Richtung Kapellplatz. Paulinerpater David Kolodziejzcyk begleitete die Gruppe unter Leitung von Jutta Kraus und der geistlichen Begleitung von P. Jimmy in die St. Magdalenakirche, um dort einen Glaubensimpuls über das Heilige Jahr zu halten. Christen seien dazu aufgerufen, wahre Glaubensfreude zu bezeugen, wie P. David betonte. „Die Tatsache, dass Gott immer zu uns stehe, wollen wir im Heiligen Jahr feiern“, erklärte er, denn Gott wolle uns sagen: „Du bist wichtig für mich!“ So könne man seit 1300, dem ersten, von Papst Bonifaz ausgerufenen Heiligen Jahr, auch einen Jubiläumsablass gewinnen. Wie P. David versicherte, gilt dieses Angebot für alle, „denn Glaube ist nicht nur Luxus für Auserwählte“.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Mit Maria auf dem Weg
Der Pilgergottesdienst am Heilbrünnl am Fest Mariae Himmelfahrt, 15. August war zugleich Wallfahrtsbeginn der 43. Rodinger Fußwallfahrt nach Altötting. Etwa 60 Teilnehmer machten sich auf den viertägigen 135 Kilometer langen Pilgerweg, wobei sie vorwiegend Marschrouten abseits der Hauptstraßen benutzten. Auch Pfarrer Berno Läßer reihte sich in die Pilgergruppe ein, um mit den Rodingern nach Ankunft am Pilgerziel in der St. Magdalena-Kirche einen abschließenden Gottesdienst zu feiern. Seit 1983 besteht diese Wallfahrt und wurde vom damaligen Kaplan und heutigen Pfarrer/Dekan Martin Ramoser gegründet. Für Pilgernachwuchs ist bestens gesorgt, wie sich die beiden Pilgerleiter Alfons Schwarzfischer und Anita Kerscher freuten: Tobias (9) und Elias (11), beide schon mehrmals dabei, sind die weite Wegstrecke wieder komplett mitmarschiert, wobei der Maria-Himmelfahrtstag mit hochsommerlichen Temperaturen durchaus zur Herausforderung wurde. Respekt!
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Versprechen in großer Not
16 Oldtimer-Bulldogs parkten am 16. August im Außenbezirk der Gnadenkapelle und sorgten für Aufsehen. Denn eigentlich gilt der Kapellplatz als „autofreie“ Zone. Es war die zweite Auflage der Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt aus Schorndorf bei Cham in der Oberpfalz, organisiert von Engelbert Obermeier, die mit Sondergenehmigung eine zeitlich begrenzte Parkerlaubnis für ihre landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge erhielt. Mittlerweile hat es sich sogar zu einem beliebten Trend entwickelt, mit ausgedienten Traktoren nach Altötting zu tuckern – zuletzt kam am 1. August die Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt aus Neunburg v. Wald. Für Engelbert Obermeier hat diese Wallfahrt eine tiefe Bedeutung; sie ist ein Hilferuf und zugleich ein Versprechen an die Muttergottes in großer Not: Aufgrund einer Krebserkrankung setzt er nicht nur auf ärztliche Hilfe, sondern auch auf himmlischen Beistand. Mit dem Segen von Ruhestandpfarrer Hans Gschlössl hatten sich Obermeier und 15 „Mitstreiter“ auf ihren Oldtimer-Bulldogs der Marken Fendt, M.A.N. und Porsche am am Festtag Mariae Himmelfahrt auf den Weg gemacht, insgesamt 140 Kilometer, aufgeteilt in zwei Etappen. Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger segnete am 16. August die Bulldogs und die Fahrer und Familienangehörigen, damit sie vor Unglück und Schaden bewahrt bleiben.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Das Wetter ausgetrickst
Foto: Roswitha Dorfner
Die Wetterprognose war alles andere als positiv für die Dank-Radwallfahrt mit neun Teilnehmern um Passaus Dompropst i.R. Hans Striedl (im Bild 2.v.r.) – und in der Tat, bei der vereinbarten Abfahrt in Passau gegen 9 Uhr des 29. August schüttete es wie aus Kübeln. „Wir haben das Wetter einfach ausgetrickst“, erklärte Striedl schmunzelnd nach der Entscheidung, die geplante Radwallfahrt trotzdem zu wagen. „Wir haben uns beim Stark-Regenschauer untergestellt, hatten dann einfach ‚Glück im Unglück‘, auch zwei Reifenpannen waren dabei.“ Um 19 Uhr kamen sie in Altötting an. Es war für zwei Teilnehmer – alles ehemalige Pfadfinder oder Mitglieder der Landjugend aus Striedls Kaplanszeit in Hauzenberg in den 1970iger-Jahren – eine Bittwallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting; sie baten um Genesung für Familienangehörige in schwerer Krankheit. Es war der „Saison-Abschluss der Fahrrad-Freunde“, die alljährlich verschiedene Touren das Jahr hindurch unternehmen. Übernachtet haben die „Striedlschen Radlerfreunde“ im Altöttinger Franziskushaus und nach einem Gottesdienst in deren „Hauskirche“ traten sie am 30. August den Rückweg nach Passau an – diesmal bei wesentlich besserem Wetter.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Mit päpstlichen Vornamen
Um eine heilige Messe bei der Gnadenmutter von Altötting, direkt am Gnadenaltar feiern zu dürfen, besuchten Bischof Benedict Son und sechs Geistliche aus Südkorea/Diözese Uijeongbu am 29. August „das Herz Bayerns“. Für ihren Besuch gab es einen besonderen Grund: Bischof Son – mit „päpstlichem“ Vornamen Benedict – konnte auf sein zehnjähriges Bischofsjubiläum Rückschau halten. Die mitgereisten Priester – darunter Pater Kim mit „päpstlichem“ Vornamen Leo – feierten ihr 25-jähriges Priesterjubiläum. Während ihrer elftägigen Pilgerfahrt durch Bayern – u.a. wurden den Klöstern Ettal, St. Ottilien sowie den Missionsbenediktinern in Münsterschwarzach ein Besuch abgestattet – war es Bischof Son ein Anliegen, als Marienverehrer zur Muttergottes nach Altötting zu pilgern. Seine guten Deutsch-Kenntnisse erwarb er während seines Studiums in Innsbruck, wie er erzählte; dort lehrte er später 20 Jahre lang als Dogmatikprofessor.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Hoch zu Ross
Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde, heit es. 20 Reiterinnen und Reiter, die am dreitägigen Pilgerritt ab Poing/München, organisiert von Andreas und Manuela Dümper, teilgenommen haben und am 31. August gegen Mittag am Altöttinger Penny-Parkplatz an der Fabrikstraße kurz Halt machten, bevor sie zum Kapellplatz einritten, konnten dies nur bestätigen. Andreas Dümper, der auf seinem italienischen Maremmano-Hirtenpferd „Furfante“ die Reitergruppe anführte, zeigte sich angesichts des wunderbaren Pilgerwetters und der entspannten Reitergruppe begeistert; auch das Pilgerwetter war wie bestellt: angenehme Temperaturen und kein Regen. Jedes Mal vor Abritt am Morgen bei den beiden Übernachtungsstätten in Brand und in Taufkirchen/Lkr. Mühldorf sprach Karl Holl besinnliche Worte zum Tag. Er ritt auf seinem Süddeutschen Kaltblut „Hanna“ dem Pilgerziel entgegen. Das Pilgerkreuz übernahm er dann während der Einbegleitung zum Kapellplatz. Ganz so entspannt war es für Teilnehmerin Antonie Franz aus Illertissen, die mit ihrem „Westernpferd“ Milo (15) teilnahm, anfangs nicht, wie sie lachend erzählte. Milo wollte beim Verladen einfach nicht in den Hänger; erst im Teamwork mit ihrer Freundin Stefanie Rott konnte die Fahrt zum Abrittsort Poing stattfinden. Vorwiegend waren die Reiter auf braunen Kalt- oder Warmblütern unterwegs. Farblich heraus stachen die beiden weißen Araberstuten Nadja (18) und Kaarefa (16). Die beiden eleganten Reitpferde kamen zum ersten Mal als „Pilgerpferde“ zum Einsatz und meisterten den Ritt mit Bravour, wie Rainer und Gudrun Pfister bestätigten. Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger begleitete die Pilger hoch zu Ross das letzte Wegstück zum Kapellplatz. „Mit den Pferden im Nacken geht man automatisch zügiger“, wie er schmunzelnd bemerkte. Er segnete vor der Gnadenkapelle die Reitergruppe mit ihren Tieren. Dabei konnte Bruder Marinus sich beim Besprengen mit Weihwasser – vermutlich seien nicht alle Pferde Weihwasser-erprobt – den Kommentar nicht verkneifen: „Ich tu dem Pferd nix, das Pferd hoffentlich mir auch nicht!“ Aber alles ging gut, die Pferde „gingen nicht durch“, nur ab und an wich eines etwas zurück. Der gemütliche Ausklang der Reiterwallfahrt fand traditionell bei der Familie Anzenberger am Gries statt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Weihbischof grüßt Bischof
Etwa 60 Teilnehmer zählte die Sinti- und Roma-Marienwallfahrt nach Altötting von 27. bis 30. August. Mit Pfarrer Jan Opiéla feierte die Pilgergruppe aus der Schweiz in der Bruder-Konrad-Kirche und in der Gnadenkapelle heilige Messen, betete den Kreuzweg in der Anlage hinter der Musikschule und spendete eine große Votivkerze – kunstvoll mit einer Abbildung des Gnadenbildes und des heiligen Bruders Konrad von Leopold Duffek geschmückt – zur Aufstellung bei der Antonius-Figur im Kongregationssaal. Höhepunkt ihrer Wallfahrt war der Vorabendgottesdienst mit anschließender Lichterprozession –Weihbischof Dr. Franz Scharl aus Wien spendete den Einzelsegen. Wie man der Website des Bistums Wien entnehmen kann, setzt Weihbischof Scharl besondere Schwerpunkte seines Wirkens: „Jeder Mensch ist eine Sonderedition Gottes mit eigener Geschichte und einzigartiger Beziehung zu seinem Schöpfer. Uns gegenseitig zum Aufblühen zu verhelfen und einander zu ermutigen, Gott und die Nächsten wie uns selbst zu lieben und die Schöpfung mit großer Wertschätzung zu achten, das ist mir ein großes Anliegen.“ Weihbischof Scharl, der gleich nach der Lichterprozession die Rückfahrt nach Wien antrat, bat, herzliche Grüße an Passaus Diözesanbischof Dr. Stefan Oster auszurichten, dessen authentische Statements – gerade was die Belange der Kirche beträfen –, „ich mit großem Interesse verfolge und wertschätze“, wie er verriet.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner



