Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 31.08.2025

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrer aus Kastl bei Amberg in der Oberpfalz.

Im heißen Urlaubsmonat August sind es eher Einzelpilger und vor allem viele Touristen, die den Kapellplatz besuchen. Doch es kamen auch Wallfahrer in Gruppen – nicht nur zu Fuß, sondern auch mit Rad, auf Pferden und auf Bulldogs. Sogar die Jesus Biker statteten dem Gnadenort einen Besuch ab. Hier eine kleine Auswahl:

Völlig durchnässt, aber unverzagt

Wet­ter­tech­nisch hat­ten sie die­ses Jahr kein Glück, wie die Teil­neh­mer an der 16. Bull­dog-Old­ti­mer-Wall­fahrt aus Neun­burg v. W. und Umge­bung unter Orga­ni­sa­ti­on und Lei­tung von Hans Fischer am 1. August erzähl­ten, als sie gegen 13.30 Uhr mit ihren 24 tuckern­den Trak­to­ren den Kapell­platz erreich­ten. Bereits vor der Abfahrt um 2.15 Uhr in Neun­burg v. W. hat­te es wie aus Kübeln geschüt­tet und dies habe sich auf der Stre­cke immer wie­der fort­ge­setzt, bis kurz vor Errei­chen des Pil­ger­ziels. Regen ist zwar zum Bestel­len der Feld­ar­beit wich­tig, aber bei einer Pil­ger­fahrt auf dem Bull­dog-Sozi­us, bei eini­gen Fah­rern ohne schüt­zen­des Regen­ver­deck, da sei so eine Wall­fahrt schon grenz­wär­tig, berich­te­te ein völ­lig durch­näss­ter Teil­neh­mer. Aber die gute Lau­ne lie­ßen sich die Bull­dog-Wall­fah­rer nicht ver­der­ben, zumal sich am Gna­den­ort der Got­tes­mut­ter die Wol­ken­de­cke lich­te­te und die Son­ne zum Vor­schein kam. Kapu­zi­ner­pa­ter Mari­nus Par­zin­ger dank­te fürs Kom­men, das Glau­bens­zeug­nis unter­wegs und bezeich­ne­te eine Wall­fahrt als klei­ne Schrit­te, dem Lebens­ziel als ewi­ge Freu­de bei Gott“ ein Stück näher zu kom­men. Bei einer kur­zen Andacht auf dem Kapell­platz stimm­te Lisa Schmid mit der Ziach das Pil­ger­lied Schwar­ze Madon­na“ an, P. Mari­nus seg­ne­te die Bull­dog-Len­ker und deren mit Blu­men oder Fähn­chen geschmück­ten Trak­to­ren und über­reich­te Josef Reit­in­ger eine Urkun­de für sei­ne zehn­ma­li­ge Teil­nah­me. Gegen 17 Uhr galt es wie­der von Alt­öt­ting Abschied zu nehmen.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

„Wer dankt, der denkt“

Der Augs­bur­ger Wall­fah­rer­ver­ein unter Lei­tung von Dia­kon Andre­as Mar­tin hat es sich zur schö­nen Tra­di­ti­on gemacht, am Tag ihres Frie­dens­fes­tes“, das sich heu­er zum 375. Mal jährt, zur Köni­gin des Frie­dens, der Got­tes­mut­ter Maria nach Alt­öt­ting zu pil­gern. Nach Ankunft am 8. August am Bus-
park­platz Gries und Begrü­ßung durch Wall­fahrts­rek­tor Dr. Klaus Metzl gab es beim Ein­zug über den Kapell­platz eine Ände­rung: Der Pil­ger­got­tes­dienst fand die­ses Jahr nicht in der St. Anna-Basi­li­ka, son­dern in der Stift­s­pfarr­kir­che statt – dafür mit hoch­ran­gi­gen Zele­bran­ten: neben dem Augs­bur­ger Weih­bi­schof Flo­ri­an Wör­ner war auch Weih­bi­schof em. Josef Grün­wald (89) gekom­men, um mit den Bus­pil­gern Got­tes­dienst zu fei­ern. Wei­te­re pries­ter­li­che Ver­stär­kung gab es durch Msgr. Alo­is Zel­ler, Pfar­rer Alex­an­der Lun­gu sowie Gast­pries­ter“ Bernd Win­ter aus dem Bis­tum Würz­burg. Der Frie­de sei mit Euch“, das waren die ers­ten Wor­te des neu gewähl­ten Papst Leo XIV. an die Gläu­bi­gen, brach­te Weih­bi­schof Wör­ner in sei­ner Pre­digt in Erin­ne­rung – dies sei auch der Gruß des Auf­er­stan­de­nen an die Jün­ger gewe­sen und wer­de vom Herrn immer wie­der zuge­spro­chen. Die­ser Frie­de kön­ne nur ent­ste­hen mit Lob und Dank, wie das Magni­fi­cat Mari­ens uns über­lie­fe­re und soll­te der Grund­ton unse­res Gebets sein, denn: Wer dankt, der denkt – und lob­prei­sen­de Men­schen haben mehr Frie­den im Herzen!“

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Mit mobiler Küche

Über 28 Teil­neh­mer konn­ten sich die­ses Jahr an der Tra­di­ti­ons­wall­fahrt aus Kastl bei Amberg in der Ober­pfalz sowohl Pil­ger­lei­ter Josef Merz wie auch der geist­li­che Beglei­ter Roland Klein aus Pom­mels­brunn freu­en. Nach 187 Kilo­me­tern, auf­ge­teilt auf einen fünf­tä­gi­gen Fuß­marsch, erreich­ten sie am Sams­tag, 9. August ihr Pil­ger­ziel. Das beson­de­re die­ser Wall­fahrt: sie sind qua­si Selbst­ver­sor­ger, was das Essen und Geträn­ke anbe­langt – ermög­licht durch einen umge­bau­ten Kom­bi als fahr­ba­re Küche“. Aber dazu braucht es natür­lich geeig­ne­tes Küchen­per­so­nal, an der Spit­ze Anni Pie­len­ho­fer. Zu ihrem 25. Pil­ger­ju­bi­lä­um (neun Mal als Fuß­pil­ge­rin, 16 Jah­re als beglei­ten­de Köchin“) durf­te sie nicht nur das Vor­trags­kreuz (links und rechts neben ihr beglei­te­ten sie ihre bei­den Töch­ter Eli­sa­beth und Andrea, kl. Foto) zur Gna­den­ka­pel­le tra­gen, sie wur­de nach dem Pil­ger­got­tes­dienst mit einer Urkun­de geehrt. Schee war’s wie­der und haaß, wenn nur des Laufa net war!“, so der tro­cke­ne Kom­men­tar von Mes­ner und Stim­munska­no­ne unter­wegs“ Rudi Böl­let aus Pavels­bach, tra­di­ti­ons­ge­mäß fri­sche Blu­men in den Stroh­hut gesteckt. Kapu­zi­ner­pa­ter Bert­hold Öhler bezeich­ne­te die Kast­ler Fuß­pil­ger als Pil­ger der Hoff­nung“, die als Glau­bens­ge­mein­schaft gestärkt ihr Ziel bei der Gna­den­mut­ter erreich­ten. Zu Beginn der hei­li­gen Mes­se dank­te Pfar­rer Klein allen, die mit­ge­pil­gert waren, begrüß­te die Gläu­bi­gen, die in der Gna­den­ka­pel­le ver­sam­melt waren, auch den Kon­ze­le­bran­ten mit den Wor­ten: Ich kann kein Ita­lie­nisch, er kein Bayerisch/​Deutsch, aber als Brü­der ver­ste­hen wir uns trotz­dem!“ Jesus habe die Lie­be gepre­digt, auf die Per­so­nen geschaut nicht auf das Kir­chen­recht! Jesus habe den Frie­den gepre­digt, als Spit­ze der Ver­stän­di­gung – was zugleich bedeu­te: Wert­schät­zung, Tole­ranz und Zeit haben füreinander.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Glaubensfreude

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner

Ein­ge­stimmt mit einem Mari­en­lied, das Ger­hard Plankl, der Seni­or-Chef des Hotels Plankl mit sei­ner Trom­pe­te zum Bes­ten gab, mach­ten sich die Bus­pil­ger aus Vils­eck, Schlicht und Sorg­hof aus dem Land­kreis Amberg-Sulz­bach­/Opf. nach ihrer Ankunft in Alt­öt­ting am 12. August auf den Weg Rich­tung Kapell­platz. Pau­li­ner­pa­ter David Kolod­zie­jz­cyk beglei­te­te die Grup­pe unter Lei­tung von Jut­ta Kraus und der geist­li­chen Beglei­tung von P. Jim­my in die St. Mag­da­lena­kir­che, um dort einen Glau­bens­im­puls über das Hei­li­ge Jahr zu hal­ten. Chris­ten sei­en dazu auf­ge­ru­fen, wah­re Glau­bens­freu­de zu bezeu­gen, wie P. David beton­te. Die Tat­sa­che, dass Gott immer zu uns ste­he, wol­len wir im Hei­li­gen Jahr fei­ern“, erklär­te er, denn Gott wol­le uns sagen: Du bist wich­tig für mich!“ So kön­ne man seit 1300, dem ers­ten, von Papst Boni­faz aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jahr, auch einen Jubi­lä­ums­ab­lass gewin­nen. Wie P. David ver­si­cher­te, gilt die­ses Ange­bot für alle, denn Glau­be ist nicht nur Luxus für Auserwählte“.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

Mit Maria auf dem Weg

Der Pil­ger­got­tes­dienst am Heil­brünnl am Fest Mariae Him­mel­fahrt, 15. August war zugleich Wall­fahrts­be­ginn der 43. Rodin­ger Fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting. Etwa 60 Teil­neh­mer mach­ten sich auf den vier­tä­gi­gen 135 Kilo­me­ter lan­gen Pil­ger­weg, wobei sie vor­wie­gend Marsch­rou­ten abseits der Haupt­stra­ßen benutz­ten. Auch Pfar­rer Ber­no Läßer reih­te sich in die Pil­ger­grup­pe ein, um mit den Rodin­gern nach Ankunft am Pil­ger­ziel in der St. Mag­da­le­na-Kir­che einen abschlie­ßen­den Got­tes­dienst zu fei­ern. Seit 1983 besteht die­se Wall­fahrt und wur­de vom dama­li­gen Kaplan und heu­ti­gen Pfarrer/​Dekan Mar­tin Ramo­ser gegrün­det. Für Pil­ger­nach­wuchs ist bes­tens gesorgt, wie sich die bei­den Pil­ger­lei­ter Alfons Schwarz­fi­scher und Ani­ta Ker­scher freu­ten: Tobi­as (9) und Eli­as (11), bei­de schon mehr­mals dabei, sind die wei­te Weg­stre­cke wie­der kom­plett mit­mar­schiert, wobei der Maria-Him­mel­fahrts­tag mit hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren durch­aus zur Her­aus­for­de­rung wur­de. Respekt!

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Versprechen in großer Not

16 Old­ti­mer-Bull­dogs park­ten am 16. August im Außen­be­zirk der Gna­den­ka­pel­le und sorg­ten für Auf­se­hen. Denn eigent­lich gilt der Kapell­platz als auto­freie“ Zone. Es war die zwei­te Auf­la­ge der Bull­dog-Old­ti­mer-Wall­fahrt aus Schorn­dorf bei Cham in der Ober­pfalz, orga­ni­siert von Engel­bert Ober­mei­er, die mit Son­der­ge­neh­mi­gung eine zeit­lich begrenz­te Park­erlaub­nis für ihre land­wirt­schaft­li­chen Nutz­fahr­zeu­ge erhielt. Mitt­ler­wei­le hat es sich sogar zu einem belieb­ten Trend ent­wi­ckelt, mit aus­ge­dien­ten Trak­to­ren nach Alt­öt­ting zu tuckern – zuletzt kam am 1. August die Bull­dog-Old­ti­mer-Wall­fahrt aus Neun­burg v. Wald. Für Engel­bert Ober­mei­er hat die­se Wall­fahrt eine tie­fe Bedeu­tung; sie ist ein Hil­fe­ruf und zugleich ein Ver­spre­chen an die Mut­ter­got­tes in gro­ßer Not: Auf­grund einer Krebs­er­kran­kung setzt er nicht nur auf ärzt­li­che Hil­fe, son­dern auch auf himm­li­schen Bei­stand. Mit dem Segen von Ruhe­stand­pfar­rer Hans Gschlössl hat­ten sich Ober­mei­er und 15 Mit­strei­ter“ auf ihren Old­ti­mer-Bull­dogs der Mar­ken Fendt, M.A.N. und Por­sche am am Fest­tag Mariae Him­mel­fahrt auf den Weg gemacht, ins­ge­samt 140 Kilo­me­ter, auf­ge­teilt in zwei Etap­pen. Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger seg­ne­te am 16. August die Bull­dogs und die Fah­rer und Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, damit sie vor Unglück und Scha­den bewahrt bleiben.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Das Wetter ausgetrickst

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner

Die Wet­ter­pro­gno­se war alles ande­re als posi­tiv für die Dank-Rad­wall­fahrt mit neun Teil­neh­mern um Pas­saus Dom­propst i.R. Hans Striedl (im Bild 2.v.r.) – und in der Tat, bei der ver­ein­bar­ten Abfahrt in Pas­sau gegen 9 Uhr des 29. August schüt­te­te es wie aus Kübeln. Wir haben das Wet­ter ein­fach aus­ge­trickst“, erklär­te Striedl schmun­zelnd nach der Ent­schei­dung, die geplan­te Rad­wall­fahrt trotz­dem zu wagen. Wir haben uns beim Stark-Regen­schau­er unter­ge­stellt, hat­ten dann ein­fach Glück im Unglück‘, auch zwei Rei­fen­pan­nen waren dabei.“ Um 19 Uhr kamen sie in Alt­öt­ting an. Es war für zwei Teil­neh­mer – alles ehe­ma­li­ge Pfad­fin­der oder Mit­glie­der der Land­ju­gend aus Striedls Kaplanszeit in Hau­zen­berg in den 1970i­ger-Jah­ren – eine Bitt­wall­fahrt zur Gna­den­mut­ter nach Alt­öt­ting; sie baten um Gene­sung für Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge in schwe­rer Krank­heit. Es war der Sai­son-Abschluss der Fahr­rad-Freun­de“, die all­jähr­lich ver­schie­de­ne Tou­ren das Jahr hin­durch unter­neh­men. Über­nach­tet haben die Striedl­schen Rad­ler­freun­de“ im Alt­öt­tin­ger Fran­zis­kus­haus und nach einem Got­tes­dienst in deren Haus­kir­che“ tra­ten sie am 30. August den Rück­weg nach Pas­sau an – dies­mal bei wesent­lich bes­se­rem Wetter.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

Mit päpstlichen Vornamen

Um eine hei­li­ge Mes­se bei der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting, direkt am Gna­den­al­tar fei­ern zu dür­fen, besuch­ten Bischof Bene­dict Son und sechs Geist­li­che aus Südkorea/​Diözese Uije­ong­bu am 29. August das Herz Bay­erns“. Für ihren Besuch gab es einen beson­de­ren Grund: Bischof Son – mit päpst­li­chem“ Vor­na­men Bene­dict – konn­te auf sein zehn­jäh­ri­ges Bischofs­ju­bi­lä­um Rück­schau hal­ten. Die mit­ge­reis­ten Pries­ter – dar­un­ter Pater Kim mit päpst­li­chem“ Vor­na­men Leo – fei­er­ten ihr 25-jäh­ri­ges Pries­ter­ju­bi­lä­um. Wäh­rend ihrer elf­tä­gi­gen Pil­ger­fahrt durch Bay­ern – u.a. wur­den den Klös­tern Ettal, St. Otti­li­en sowie den Mis­si­ons­be­ne­dik­ti­nern in Müns­ter­schwarz­ach ein Besuch abge­stat­tet – war es Bischof Son ein Anlie­gen, als Mari­en­ver­eh­rer zur Mut­ter­got­tes nach Alt­öt­ting zu pil­gern. Sei­ne guten Deutsch-Kennt­nis­se erwarb er wäh­rend sei­nes Stu­di­ums in Inns­bruck, wie er erzähl­te; dort lehr­te er spä­ter 20 Jah­re lang als Dogmatikprofessor.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Hoch zu Ross

Das Glück die­ser Erde liegt auf dem Rücken der Pfer­de, heit es. 20 Rei­te­rin­nen und Rei­ter, die am drei­tä­gi­gen Pil­ger­ritt ab Poing/​München, orga­ni­siert von Andre­as und Manue­la Düm­per, teil­ge­nom­men haben und am 31. August gegen Mit­tag am Alt­öt­tin­ger Pen­ny-Park­platz an der Fabrik­stra­ße kurz Halt mach­ten, bevor sie zum Kapell­platz ein­rit­ten, konn­ten dies nur bestä­ti­gen. Andre­as Düm­per, der auf sei­nem ita­lie­ni­schen Marem­ma­no-Hir­ten­pferd Fur­fan­te“ die Rei­ter­grup­pe anführ­te, zeig­te sich ange­sichts des wun­der­ba­ren Pil­ger­wet­ters und der ent­spann­ten Rei­ter­grup­pe begeis­tert; auch das Pil­ger­wet­ter war wie bestellt: ange­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren und kein Regen. Jedes Mal vor Abritt am Mor­gen bei den bei­den Über­nach­tungs­stät­ten in Brand und in Taufkirchen/​Lkr. Mühl­dorf sprach Karl Holl besinn­li­che Wor­te zum Tag. Er ritt auf sei­nem Süd­deut­schen Kalt­blut Han­na“ dem Pil­ger­ziel ent­ge­gen. Das Pil­ger­kreuz über­nahm er dann wäh­rend der Ein­be­glei­tung zum Kapell­platz. Ganz so ent­spannt war es für Teil­neh­me­rin Anto­nie Franz aus Iller­tis­sen, die mit ihrem Wes­tern­pferd“ Milo (15) teil­nahm, anfangs nicht, wie sie lachend erzähl­te. Milo woll­te beim Ver­la­den ein­fach nicht in den Hän­ger; erst im Team­work mit ihrer Freun­din Ste­fa­nie Rott konn­te die Fahrt zum Abritts­ort Poing statt­fin­den. Vor­wie­gend waren die Rei­ter auf brau­nen Kalt- oder Warm­blü­tern unter­wegs. Farb­lich her­aus sta­chen die bei­den wei­ßen Ara­ber­stu­ten Nad­ja (18) und Kaa­re­fa (16). Die bei­den ele­gan­ten Reit­pfer­de kamen zum ers­ten Mal als Pil­ger­pfer­de“ zum Ein­satz und meis­ter­ten den Ritt mit Bra­vour, wie Rai­ner und Gud­run Pfis­ter bestä­tig­ten. Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger beglei­te­te die Pil­ger hoch zu Ross das letz­te Weg­stück zum Kapell­platz. Mit den Pfer­den im Nacken geht man auto­ma­tisch zügi­ger“, wie er schmun­zelnd bemerk­te. Er seg­ne­te vor der Gna­den­ka­pel­le die Rei­ter­grup­pe mit ihren Tie­ren. Dabei konn­te Bru­der Mari­nus sich beim Bespren­gen mit Weih­was­ser – ver­mut­lich sei­en nicht alle Pfer­de Weih­was­ser-erprobt – den Kom­men­tar nicht ver­knei­fen: Ich tu dem Pferd nix, das Pferd hof­fent­lich mir auch nicht!“ Aber alles ging gut, die Pfer­de gin­gen nicht durch“, nur ab und an wich eines etwas zurück. Der gemüt­li­che Aus­klang der Rei­ter­wall­fahrt fand tra­di­tio­nell bei der Fami­lie Anzen­ber­ger am Gries statt.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Weihbischof grüßt Bischof

Etwa 60 Teil­neh­mer zähl­te die Sin­ti- und Roma-Mari­en­wall­fahrt nach Alt­öt­ting von 27. bis 30. August. Mit Pfar­rer Jan Opié­la fei­er­te die Pil­ger­grup­pe aus der Schweiz in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che und in der Gna­den­ka­pel­le hei­li­ge Mes­sen, bete­te den Kreuz­weg in der Anla­ge hin­ter der Musik­schu­le und spen­de­te eine gro­ße Votiv­ker­ze – kunst­voll mit einer Abbil­dung des Gna­den­bil­des und des hei­li­gen Bru­ders Kon­rad von Leo­pold Duf­fek geschmückt – zur Auf­stel­lung bei der Anto­ni­us-Figur im Kon­gre­ga­ti­ons­saal. Höhe­punkt ihrer Wall­fahrt war der Vor­abend­got­tes­dienst mit anschlie­ßen­der Lich­ter­pro­zes­si­on –Weih­bi­schof Dr. Franz Scharl aus Wien spen­de­te den Ein­zel­se­gen. Wie man der Web­site des Bis­tums Wien ent­neh­men kann, setzt Weih­bi­schof Scharl beson­de­re Schwer­punk­te sei­nes Wir­kens: Jeder Mensch ist eine Son­der­edi­ti­on Got­tes mit eige­ner Geschich­te und ein­zig­ar­ti­ger Bezie­hung zu sei­nem Schöp­fer. Uns gegen­sei­tig zum Auf­blü­hen zu ver­hel­fen und ein­an­der zu ermu­ti­gen, Gott und die Nächs­ten wie uns selbst zu lie­ben und die Schöp­fung mit gro­ßer Wert­schät­zung zu ach­ten, das ist mir ein gro­ßes Anlie­gen.“ Weih­bi­schof Scharl, der gleich nach der Lich­ter­pro­zes­si­on die Rück­fahrt nach Wien antrat, bat, herz­li­che Grü­ße an Pas­saus Diö­ze­san­bi­schof Dr. Ste­fan Oster aus­zu­rich­ten, des­sen authen­ti­sche State­ments – gera­de was die Belan­ge der Kir­che beträ­fen –, ich mit gro­ßem Inter­es­se ver­fol­ge und wert­schät­ze“, wie er verriet.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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