Wallfahrt

Ein Tag „für die wichtigsten Mitarbeiter der Muttergottes“

Redaktion am 19.10.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Pilgerleitertagung. Gruppenfoto vor der Basilika.

Bei der Pilgerleitertagung am 17. Oktober stellte Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl das Motto für die kommende Wallfahrtssaison vor und bot den Ehrenamtlichen Raum für Fragen und Anregungen.

Haupt- und ehren­amt­li­che Beschäf­tig­te, die den Wall­fahrts­be­trieb in Alt­öt­ting am Lau­fen hal­ten, gibt es eini­ge, doch sie hät­ten alle­samt wenig zu tun, gäbe es nicht die vie­len Pil­ger­lei­te­rin­nen und Pil­ger­lei­ter, die Wall­fahrts­grup­pen hier­her­füh­ren, wes­halb Prä­lat Metzl die rund 60 im Begeg­nungs­zen­trum St. Chris­to­pho­rus ver­sam­mel­ten Pil­ger­lei­ter als ​„wich­tigs­te Mit­ar­bei­ter der Mut­ter­got­tes am Gna­den­ort“ bezeich­ne­te und ihnen einen gro­ßen Dank aus­sprach. Auch Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen stimm­te in sei­nem Gruß­wort mit ein: ​„Vergelt’s Gott für alles, was Sie tun, für die vie­len Schrit­te, die Sie gemein­sam mit ande­ren gehen, und für die Mensch­lich­keit und Wär­me, die Sie auf jedem Pil­ger­weg mitbringen.“

Die ange­spro­che­nen Pil­ger­lei­ter wie­der­um hat­ten u.a. so man­che orga­ni­sa­to­ri­sche Fra­ge im Gepäck. So äußer­ten sie etwa die Bit­te um Unter­stüt­zung bei büro­kra­ti­schen Fra­gen: Wer Pil­ger­grup­pen durch ver­schie­de­ne Land­krei­se führt, der müs­se auch teils unter­schied­li­che Auf­la­gen der jewei­li­gen Geneh­mi­gungs­be­hör­den bewäl­ti­gen – eine Auf­ga­be, die bei bes­se­rer Ver­net­zung leich­ter zu stem­men wäre. The­ma der Aus­spra­che am Ende des Tages war außer­dem die Fra­ge, wie sich mehr jun­ge Leu­te mit ein­bin­den lie­ßen. ​„Ihnen klei­ne Diens­te und Ver­ant­wor­tung über­tra­gen; die Jugend in ihrer Aus­ge­las­sen­heit und in ihrem Frei­heits­drang auch ein­mal aus­hal­ten kön­nen“, war die Anre­gung von Flo­ri­an Robi­da, dem Pil­ger­lei­ter der soge­nann­ten Pfingst­wall­fahrt, des­sen zu einem sehr gro­ßen Teil sehr jun­ge Teil­neh­mer haupt­säch­lich aus Mün­chen und Frei­sing jedes Jahr am Pfingst­mon­tag nach Alt­öt­ting kom­men. Auch Prä­lat Metzl emp­fahl, ​„sich auf die Jugend ein­zu­las­sen“. All­ge­mein stell­te der Wall­fahrts­rek­tor fest, dass ​„unter dem Schutz­man­tel der Mut­ter­got­tes sehr viel Platz hat“ – es gebe vie­le ​„ver­schie­de­ne Aus­drucks­for­men von Fröm­mig­keit und Lit­ur­gie“, wes­halb er immer wie­der beto­ne, wie wich­tig es ist, ​„dem Alten mit Respekt zu begeg­nen und Neu­es zuzu­las­sen“. Er riet zu gegen­sei­ti­ger Wert­schät­zung und vor allem auch zu Offen­heit und zu ​„Ideen zur Weiter-Entwicklung“.

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
„Wer glaubt, ist nie allein“, lautet das Motto der kommenden Wallfahrtssaison, das bei der diesjährigen Pilgerleitertagung vorgestellt wurde.

Eine Anre­gung, die die anwe­sen­den Pil­ger­lei­ter posi­tiv auf­nah­men, eben­so wie das bereits in der Pre­digt beim vor­mit­täg­li­chen Got­tes­dienst in der Bru­der Kon­rad­kir­che vor­ge­stell­te Mot­to der kom­men­den Wall­fahrts­sai­son: ​„Wer glaubt, ist nie allein“. Das Leit­wort ist der Pas­to­ral­rei­se von Papst Bene­dikt XVI. nach Bay­ern im Jahr 2006 ent­nom­men und wird anläss­lich des 100. Geburts­tags von Joseph Ratz­in­ger am 16. April 2027 wie­der ins Gedächt­nis geru­fen. Eigent­lich ist die­ses Wort sogar noch älter und stammt aus der Pre­digt, die Bene­dikt XVI. beim Got­tes­dienst zu sei­ner Amts­ein­füh­rung am 24. April 2005 auf dem Peters­platz hielt, wie Metzl erin­ner­te: ​„Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Ster­ben nicht“, zitier­te der Wall­fahrts­rek­tor den am 31. Dezem­ber 2022 ver­stor­be­nen Papst. ​„Die Kir­che lebt. Und die Kir­che ist jung. Sie trägt die Zukunft der Welt in sich und zeigt daher auch jedem ein­zel­nen den Weg in die Zukunft.“ Das Mot­to, das Bene­dikt XVI. am 11. Sep­tem­ber 2006 u.a. auch nach Alt­öt­ting führ­te, drü­cke ​„sowohl sei­ne tie­fe per­sön­li­che Ver­bun­den­heit zu sei­ner baye­ri­schen Hei­mat, als auch die theo­lo­gi­sche Kern­bot­schaft an die Gläu­bi­gen aus, dass der Glau­be Gemein­schaft stif­tet und die Kir­che als pil­gern­des Volk Got­tes begrün­det“, reka­pi­tu­lier­te Metzl und wünsch­te Pil­ger­lei­tern und Pil­gern, die 2027 nach Alt­öt­ting kom­men, ​„die blei­ben­de und stär­ken­de Erfah­rung: Wer glaubt, ist nie allein!“. Das Mot­to wird auch in dem pünkt­lich zur Pil­ger­lei­ter­ta­gung erschie­ne­nen Wall­fahrts­ka­len­der vorgestellt.

Info Icon Foto: Michael Glaß
Grußwort von Bürgermeister Stephan Antwerpen bei der Pilgerleitertagung im Begegnungszentrum St. Christophorus.

Alt­öt­tings Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen sprach im Zusam­men­hang mit dem Wall­fahrts­mot­to das für den 30. Janu­ar 2027 geplan­te ​„Zukunfts­fo­rum Demo­kra­tie“ an, das sich die­ses Mal dem The­men­kom­plex ​„Gemein­sam“ wid­met. Vor allem lob­te er in sei­nem Gruß­wort die gute Zusam­men­ar­beit von Stadt und Kir­che in Alt­öt­ting und erin­ner­te u.a. an gemein­sa­me Aktio­nen wie etwa heu­er beim Katho­li­ken­tag in Würz­burg oder beim ​„Fest der Sin­ne“ in Alt­öt­ting. Außer­dem wies er auf die ​„Cities App“ hin, an der sich seit kur­zem auch die Wall­fahrts­stadt betei­ligt und die auch für Pil­ger nütz­li­che Infor­ma­tio­nen bereit­hal­te. Ant­wer­pen mach­te auch auf eine für 2027 geplan­te ​„Kapell­platz-Auf­wer­tung“ hin­sicht­lich Bewäs­se­rung und Hit­ze­schutz auf­merk­sam. Ins­be­son­de­re wies er auf das 30-Jahr-Jubi­lä­um der ​„Shri­nes of Euro­pe“ hin – die Ver­ei­ni­gung der sie­ben bedeu­tends­ten Mari­en­wall­fahrts­or­te Euro­pas stre­be eine Zer­ti­fi­zie­rung als euro­päi­sche Kul­tur­rou­te an, berich­te­te der Bür­ger­meis­ter. In die­sem Zusam­men­hang erzähl­te Ant­wer­pen auch von sei­nen Ein­drü­cken des Besuchs von Papst Leo XIV. in Lour­des Ende Sep­tem­ber die­ses Jah­res – vor allem die Begeis­te­rung der vie­len jun­gen Leu­te dort habe ihn sehr beeindruckt.

Pilgerleitertagung – Impressionen

Vie­le ​„Tipps zur Gestal­tung einer Wall­fahrt und fri­sche schö­ne Gebe­te“ hat­te Pfr. i.R. Josef Treut­lein aus Bad Staf­fel­stein nach Alt­öt­ting mit­ge­nom­men. ​„Pil­ger­lei­ter sind für Wall­fah­rer ganz wich­ti­ge Seel­sor­ger“, beton­te Pfr. Treut­lein, der seit vie­len Jah­ren Schu­lun­gen für Pil­ger­lei­ter durch­führt. In sei­nem Impuls stell­te er Mari­en­ge­be­te, ‑lie­der und ‑rufe sowie Rosen­kranz-Betrach­tun­gen vor, die nicht jeder ken­ne und die er selbst spe­zi­ell für Wall­fahr­ten aus­ge­schmückt und ange­rei­chert habe. Auf Wall­fahr­ten soll­ten sich ver­schie­de­ne Gebets­for­men abwech­seln und auch die Stil­le dür­fe nicht zu kurz kom­men, erklär­te er. Sei­ne Mate­ria­li­en, die Pil­ger­lei­ter über das Wall­fahrts­se­kre­ta­ri­at in Alt­öt­ting (E‑Mail: wallfahrt.​altoetting@​bistum-​passau.​de) anfor­dern kön­nen, sei­en als Anre­gung gedacht und könn­ten von Pil­ger­lei­tern je nach Bedarf genutzt werden.

Sie sind zwar alle drei schon län­ger im Amt, aber noch nicht jeder Pil­ger­lei­ter kennt sie; daher stell­ten sich im Rah­men der Tagung vor: Pater Paul Bin­kow­ski, seit 1. Mai die­ses Jah­res Pri­or der Pau­li­ner im St. Mag­da­lenaklos­ter und stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor, emp­fängt auch regel­mä­ßig Wall­fahrts­grup­pen in Alt­öt­ting; Mes­ner Micha­el Waxen­ber­ger, seit heu­er 1. Mai mit einer hal­ben Stel­le Assis­tent von Wall­fahrts­rek­tor Klaus Metzl, unter­stützt die­sen nicht nur bei der Koor­di­na­ti­on grö­ße­rer Ver­an­stal­tun­gen, son­dern auch im Bereich der Öffent­lich­keits­ar­beit; und Nad­ja Schneid­mül­ler; sie ist seit heu­er im Febru­ar eine wei­te­re Kraft im Sekre­ta­ri­at der Admi­nis­tra­ti­on; die lang­jäh­ri­ge Sekre­tä­rin Lui­se Hell wird ab April 2027 Arbeits­stun­den reduzieren.

Michael
Glaß

Redakteur

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