Wallfahrt

Traditionsbewusst und glaubenstreu

Redaktion am 19.10.2026

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrtsorganisator Rudi Hochenauer, Knappenverein Peißenberg, begrüßt den Gottesdienst-Zelebranten Bruder Marinus Parzinger.

Wallfahrt der Bayerischen Knappenvereine nach Altötting

Es ist längst Ver­gan­gen­heit: Den Beruf der Berg­män­ner und ​„Kohln­stadl­schixn“ (Bezeich­nung für im Koh­le­ab­bau arbei­ten­de Frau­en) in Bay­ern gibt es nicht mehr. Die Berg­wer­ke sind ​„aus­ge­erzt und aus­ge­kohlt“, muss­ten geschlos­sen wer­den, wie etwa 1971 das im ober­baye­ri­schen Pei­ßen­berg und 1982, als eines der letz­ten, das im ober­pfäl­zi­schen Wackers­dorf. Was nicht endet, ist die Erin­ne­rung an den kol­le­gia­len und kame­rad­schaft­li­chen Zusam­men­halt der Berg­män­ner und ‑frau­en. So wur­den Baye­ri­sche Knap­pen­ver­ei­ne gegrün­det, die sich durch Wall­fahrts-Orga­ni­sa­tio­nen aus­zeich­nen, um Zeug­nis zu geben für Glau­ben und Traditionsbewusstsein.

Wallfahrt der Bayerischen Knappenvereine – Impressionen

Im vier­jäh­ri­gen Tur­nus, orga­ni­siert vom Knap­pen­ver­ein Pei­ßen­berg mit Vor­sit­zen­dem Rudi Hoch­en­au­er, war am Kirch­weih­sonn­tag, 18. Okto­ber, der Gna­den­ort Alt­öt­ting Pil­ger­ziel für etwa 200 Berg­män­ner und ‑frau­en in schmu­cker Berg­mann­s­tracht aus Ober- und Nie­der­bay­ern, der Ober­pfalz und sogar aus Fran­ken und mit ihren Fah­nen­ab­ord­nun­gen. Die Knapp­schafts­ka­pel­le Kropf­mühl führ­te die Pro­zes­si­on der Teil­neh­mer an mit schnei­dig auf­ge­spiel­tem Marsch zum Kapell­platz. Nach Umrun­dung der Gna­den­ka­pel­le führ­te sie der Weg den Kapu­zi­ner­berg hin­un­ter zur St. Anna-Basi­li­ka, wo sie einen fest­li­chen Got­tes­dienst fei­er­ten. Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger hat­te die Ein­be­glei­tung, die Begrü­ßung und die Got­tes­dienst-Lei­tung über­nom­men. Der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor bezeich­ne­te es als ​„schö­nes Bild, wenn Pil­ger in Uni­form, was für Zusam­men­halt steht, ihr Glau­bens­zeug­nis able­gen am Gna­den­ort Unse­rer Lie­ben Frau von Alt­öt­ting“. Dabei gel­te die Ver­eh­rung nicht nur der Gna­den­mut­ter und dem hei­li­ge Bru­der Kon­rad, son­dern auch der hei­li­gen Mut­ter Anna, die neben der hei­li­gen Bar­ba­ra als Schutz­pa­tro­nin der Berg­leu­te gilt. Bei den kräf­ti­gen Tönen der Marsch­mu­sik durch die Knapp­schafts­ka­pel­le Kropf­mühl, die auch den Got­tes­dienst zusam­men mit Stifts­or­ga­nis­tin Johan­na Stitz musi­ka­lisch gestal­te­te, ​„geht einem das Herz auf“, wie Bru­der Mari­nus als ehe­ma­li­ges ​„Band­mit­glied“ fest­stell­te. Gera­de, wenn wir auf Wall­fahrt unter­wegs sind, gel­te die Ein­la­dung, sich auf Gott ein­zu­las­sen, denn er gehe mit uns auf unse­rem Lebens­weg. Dabei soll­ten wir auch unse­re Sin­ne öff­nen, um zu hören, was Gott uns schen­ken möchte.

Am Schluss rich­te­te Armin Kraus als Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­bands Baye­ri­scher Bergmanns‑, Knap­pen- und Hüt­ten­män­ni­scher Ver­ei­ne das Wort an die Teil­neh­mer. Er dank­te mit einem Vergelt’s Gott und ​„Glück auf“ fürs Kom­men und für die Wall­fahrts­or­ga­ni­sa­ti­on von Rudi Hoch­en­au­er mit Team. Anschlie­ßend lud die Musik­ka­pel­le Kropf­mühl mit dem ​„Stei­ger­lied“ und der ​„Bay­ern­hym­ne“ vor der Gna­den­ka­pel­le zum Mit­sin­gen ein.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

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