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Mit der Kraft der Sonne

Redaktion am 19.10.2026

Info Icon Foto: Oliver Krall
Auf mehreren Dachflächen im Umfeld des Domplatzes hat die Diözese Passau Photovoltaik-Module installiert. Allerdings muss man tatsächlich eine Drohne steigen lassen, um sie zu finden. Die Vorgabe des Denkmalschutzes war, dass die PV-Anlagen vom Oberhaus oder von Mariahilf aus nicht zu sehen sein dürfen. Der hergestellte Strom wird für den Eigenbedarf verwendet.

Das Bistum Passau nimmt seine Schöpfungsverantwortung ernst:  Auf den Dächern rund um den Domplatz sind in den vergangenen Wochen Photovoltaik-Module installiert worden. Der produzierte Strom wird komplett für den Eigenbedarf verwendet.

Die Zah­len sind durch­aus impo­sant: Auf einer Flä­che von rund 1200 Qua­drat­me­tern brin­gen die Pho­to­vol­ta­ik-Modu­le eine Spit­zen­leis­tung von 265 kWp (Kilo­watt­peak). Damit wird ein Ertrag von jähr­lich rund 241.000 kWh (Kilo­watt­stun­den) erwar­tet. Zur bes­se­ren Vor­stel­lung: Das wäre genug, um rund 60 Haus­hal­te mit Strom zu versorgen.

Info Icon Foto: Wolfgang Krinninger
Beim symbolischen Startsignal dabei waren (v.l.): Siegfried Grünzinger (MSG Naturenergie GmbH), Markus Steininger (Planungsbüro Nigl + Mader) sowie vom Diözesanbauamt Christoph Geins, Marina Hutterer und Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek.

Frei­lich könn­te es noch viel mehr sein. Wie Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek erklärt, waren im Ver­lauf der Pla­nung inten­si­ve Abstim­mun­gen mit dem Denk­mal­schutz nötig. Um das Stadt­bild Pas­saus nicht zu gefähr­den, dür­fen die PV-Anla­gen näm­lich von zwei der mar­kan­tes­ten Aus­sichts­punk­te der Stadt aus nicht sicht­bar sein: vom Ober­haus und von Maria­hilf. Das stell­te die Pla­ner des Diö­ze­san­bau­amts, allen vor­an Chris­toph Geins und Mari­na Hut­te­rer, sowie den Pro­jekt­lei­ter des Büros Nigl + Mader, Mar­kus Stei­nin­ger, vor enor­me Her­aus­for­de­run­gen. Der Kom­pro­miss waren schließ­lich vie­le klei­ne Flä­chen, ver­teilt auf meh­re­re Gebäu­de am Dom­platz, in der Lur­ago­gas­se und am Rin­der­markt sowie auf dem Bau­hof­ge­bäu­de und den Gara­gen hin­ter dem Gise­la­bau. Ohne­hin wur­de die Instal­la­ti­on erst durch eine Ände­rung des Denk­mal­schutz­ge­set­zes mög­lich, mit der Umset­zung der Idee begon­nen wur­de im Jahr 2020. Rea­li­siert wur­de das Pro­jekt von der Fir­ma MSG Natur­ener­gie mit Sitz in Hohen­au. Man geht davon aus, dass sich die Kos­ten nach etwa sie­ben Jah­ren amor­ti­siert haben.

Der erzeug­te Strom wird aus­schließ­lich für den Eigen­be­darf in den Ver­wal­tungs­ge­bäu­den des Bischöf­li­chen Ordi­na­ri­ats ver­wen­det. Nach einem Jahr Betriebs­zeit soll eva­lu­iert wer­den, ob mög­li­cher­wei­se ein Bat­te­rie­spei­cher eine sinn­vol­le Ergän­zung sein könn­te. Mit Blick auf den Kli­ma­wan­del wäre auch denk­bar, dass ein Teil der erzeug­ten Ener­gie im Som­mer zur Küh­lung der Räu­me ver­wen­det wird.

Erfreut über die Umset­zung des Pro­jekts ist auch Dr. Mela­nie Hacken­fort von der Stabs­stel­le Umwelt und Gemein­wohl­ori­en­tie­rung des Bis­tums. ​„Das ist ein Bei­trag zur Ener­gie­wen­de und hilft uns, unab­hän­gi­ger von fos­si­len Ener­gie­trä­gern zu wer­den“, betont sie. Damit set­zen wir kon­kret die Emp­feh­lun­gen der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz zu die­sem The­ma um. ​„Für eine zukunfts­fä­hi­ge Ener­gie­ver­sor­gung ist die Mit­ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen im Sin­ne der Gemein­wohl­ver­ant­wor­tung erfor­der­lich“, heißt es in einem Papier der DBK. Her­vor­ge­ho­ben wer­den dar­in die ​„prak­ti­sche Uner­schöpf­lich­keit der erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­ger, die gerin­gen Umwelt­be­las­tun­gen, die mit die­sen Ener­gie­trä­gern ver­bun­den sind, sowie die Mög­lich­keit, die­se Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­te­me dezen­tral und an den Bedarf ange­passt ein­zu­set­zen“. Es sei des­halb ein Gebot der Vor­sor­ge und Ver­ant­wor­tung, dass gegen­wär­ti­ge Gene­ra­tio­nen dafür Sor­ge tra­gen, dass auch zukünf­ti­ge Gene­ra­tio­nen ihren Ener­gie­be­darf ihren Bedürf­nis­sen ent­spre­chend decken kön­nen, so die deut­schen Bischöfe.

Auch vor die­sem Hin­ter­grund wür­de sich Hacken­fort wün­schen, dass sich die Stadt Pas­sau noch mehr auf das The­ma Ener­gie­wen­de ein­lässt. ​„Wir könn­ten noch mehr tun, wenn die Stadt das zulas­sen würde.“ 

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

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