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Mit 3 PS auf der Überholspur

Redaktion am 14.01.2021

Florians Wimbauer mit seiner Piaggio Ape info-icon-20px Magdalena Dietl/Ludwig Stich
Markenzeichen und Fortbewegungsmittel: Florians Wimbauer mit seiner Piaggio Ape. Das Gefährt hilft ihm, seine vielen Begabungen unter einen Hut zu bringen. Dazu zählt auch das Spielen der Kirchenorgel (Foto unten).

Zeholfing. Porträt Florian Wimbauer: Schüler, Oberministrant, Organist, Fotograf und Hühnerhalter. Aufgeweckt, voller Tatendrang und Visionen: Dem 17 Jahre jungen Zeholfinger Florian Wimbauer wird es nie langweilig. Er ist zielstrebig und konnte in seinem jungen Alter schon viel erreichen. Auch im kirchlichen Leben ist er höchst aktiv. Das Markenzeichen des jungen Mannes ist seine 3 PS starke „Piaggio Ape“.

Mit dem Gefährt aus Ita­li­en tuckert er mit 37 Stun­den­ki­lo­me­ter seit Okto­ber 2019 zur Schu­le, zum Orgel­un­ter­richt, zum Orgel­spie­len, zum Minis­tran­ten­dienst oder zu Foto­shoo­tings. Die Ape ist alles ande­re als kom­for­ta­bel (ohne Hei­zung), aber sein gan­zer Stolz. Außer­dem ist Flo­ri­an Wim­bau­er damit auch bei Regen, Wind und Sturm mobil. Ein nor­ma­les Auto darf er noch nicht fah­ren. Er ist gera­de dabei, den Füh­rer­schein zu machen. Der­zeit besucht Flo­ri­an Wim­bau­er die 12. Klas­se des Gym­na­si­ums Land­au, im Anschluss beab­sich­tigt er Infor­ma­tik zu stu­die­ren.
Nach sei­ner Erst­kom­mu­ni­on im Jahr 2012 hat er in der Pfar­rei St. Lau­ren­ti­us den Minis­tran­ten­dienst begon­nen. Seit 2019 ist er Ober­mi­nis­trant. Die­se Auf­ga­be berei­tet ihm nach wie vor Freu­de. Er ist bestrebt, auch immer wie­der neue Minis­tran­ten zu moti­vie­ren. Es ist ihm ein Anlie­gen, sich aktiv bei Grup­pen­stun­den ein­zu­brin­gen, Aus­flü­ge zu orga­ni­sie­ren und die Ver­wal­tungs­ar­bei­ten zu erle­di­gen. Er macht es nicht des Gel­des wegen. Ledig­lich 75 Cent erhält er pro Dienst am Altar. Bei Hoch­zei­ten, Beer­di­gun­gen, Tau­fen springt“ ein biss­chen mehr raus, erzählt Flo­ri­an. Über eine stol­ze Zahl von der­zeit 18 Minis­tran­ten ver­fügt die Pfar­rei Zehol­fing. Mit dem Stadt­pfar­rer, Kaplan und der Mes­ne­rin besteht ein gutes Miteinander.

Florians Wimbauer  S19 orgel PB info-icon-20px Fotos: Magdalena Dietl/Ludwig Stich

Nicht nur als Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent ist Flo­ri­an bekannt, er ist auch musi­ka­lisch sehr begabt. Begon­nen hat das Musik­in­ter­es­se bereits als Kind. Er nahm das Ange­bot in der Grund­schu­le wahr und spiel­te Eupho­ni­um. Anschlie­ßend lern­te er Key­board spie­len in der Musik­schu­le Land­au. Seit etwa ein­ein­halb Jah­ren nimmt er wöchent­lich Orgel­un­ter­richt, zunächst bei Regio­nal­kan­tor Chris­ti­an Mül­ler, jetzt bei Vere­na Apfel­böck. Fast täg­lich tuckert er mit sei­nem roten 3‑PS-Gefährt ent­we­der nach St. Maria Land­au oder St. Lau­ren­ti­us in Zehol­fing zum Üben an den Kir­chen­or­geln. Der­zeit spielt er etwa zwei­mal im Monat bei Got­tes­diens­ten in Zehol­fing, aber auch aus­hilfs­wei­se in Rei­chers­dorf, Nie­der­hö­cking, Kam­mern, Ober­pö­ring oder Ett­ling. Der auf­re­gends­te Tag in sei­nem Leben war am 23. August letz­ten Jah­res, als er einen Got­tes­dienst in St. Maria erst­mals musi­ka­lisch an der Orgel gestal­te­te. Er hat­te sich gut vor­be­rei­tet und alles hat geklappt. Als Ein­stiegs­stu­fe strebt er nun in etwa ein bis zwei Jah­ren die D‑Prüfung als Kir­chen­mu­si­ker an. 

Ein wei­te­res Ste­cken­pferd des jun­gen Man­nes ist die Foto­gra­fie. Schon als Bub hat sich Flo­ri­an Wim­bau­er mit dem Taschen­geld eine klei­ne Digi­tal­ka­me­ra gekauft. Das Inter­es­se ließ nie nach. So wur­de er etwa auch in sei­nem Gym­na­si­um immer wie­der gebe­ten, Fotos bei Ver­an­stal­tun­gen zu machen. 2016 war es dann soweit: Flo­ri­an inves­tier­te viel Geld, das er vor allem bei Floh­markt­ver­käu­fen ein­ge­nom­men hat­te, für eine gute Foto­aus­rüs­tung. 2018 absol­vier­te er ein Prak­ti­kum bei der Land­au­er Zei­tung. Dort erhielt er eben­falls wich­ti­ge Tipps als Foto­graf und Bericht­erstat­ter. Ab und zu ist er für bei­de Land­au­er Lokal­zei­tun­gen als frei­er Mit­ar­bei­ter tätig. In einem leer­ste­hen­dem Raum im Haus sei­ner Eltern hat er sich mitt­ler­wei­le einen Traum ver­wirk­licht: ein eige­nes Foto­stu­dio. Nach­dem er noch min­der­jäh­rig ist, waren schwie­ri­ge Behör­den­gän­ge zu meis­tern. Aber nun läuft das Stu­dio offi­zi­ell und gewer­be­mä­ßig ange­mel­det. Lei­der mach­te ihm – wie so vie­len ande­ren auch – Coro­na einen gewal­ti­gen Strich durch die Rechnung.

Mit Ideen und Rat­schlä­gen wird er auch von sei­ner Freun­din Mag­da­le­na Dietl unter­stützt. Ken­nen gelernt hat­ten sich die bei­den eben­falls beim Foto­gra­fie­ren. Schon oft haben sie zusam­men Fotos gemacht, expe­ri­men­tiert und sich durch Anre­gun­gen ergänzt. Bei­de wol­len sich im Bereich Foto­gra­fie weiterentwickeln.

Und damit nicht genug: Als Aus­gleich und Hob­by hält sich Flo­ri­an Wim­bau­er zwölf eige­ne Hüh­ner, die er ger­ne ver­sorgt. Lei­der drang an Weih­nach­ten ein Fuchs in den Hüh­ner­stall und hol­te sie­ben Hüh­ner. Den Bestand hat Flo­ri­an inzwi­schen wie­der auf­ge­stockt und den Hüh­ner­stall noch siche­rer gemacht. Man darf gespannt sein, wie sich der wei­te­re Lebens­weg des jun­gen Zehol­fin­gers ent­wi­ckelt – auf dem Sat­tel sei­ner Ape und zwi­schen Orgel­spiel­tisch, Altar und Fotostudio.