Kirche vor Ort

Gottvertrauen und Risiko

Redaktion am 10.01.2023

2023 01 09 pb alb ordenschronik heiligkreuzschwestern Foto: Roswitha Dorfner
Freude über ein gelungenes Werk: (v.l.n.r. Buch-Autor Christian Haringer, Provinzoberin Schwester Marika Wippenbeck sowie die Layouter Christine Meinecke und Jörg Zellner.

Manchmal ergeben viele kleine Bausteine ein wahrhaft großes Ganzes. Das gilt für den Orden der Schwestern vom Heiligen Kreuz genauso wie für die nun vorgestellte Chronik der deutschen Provinz.

Seit nun­mehr 125 Jah­ren wir­ken die Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz in Deutsch­land – noch immer vom sel­ben Ort aus, an dem 1896 mit dem Kauf eines Bau­ern­hofs alles begann: in Alt­öt­ting. Die im Jahr 2021 began­ge­nen Jubi­lä­ums­fei­ern ergänzt nun ein am 17. Dezem­ber im Pro­vinz­haus an der Krezs­zen­tia­heim­stra­ße erst­mals der Öffent­lich­keit vor­ge­stell­tes Buch, in dem Autor Chris­ti­an Harin­ger mit Akri­bie und Herz­blut die ereig­nis­rei­che Geschich­te des Ordens nachzeichnet.

Für ihn stand von Anfang an fest, dass sein 100-sei­ti­ges Erst­lings­werk nicht nur aus sach­li­cher Bericht­erstat­tung der Ordens­ge­schich­te, aus ste­ri­len Zah­len, Sta­tis­ti­ken und chro­no­lo­gi­schen, nach The­men geord­ne­ten Tex­ten bestehen durf­te. Harin­ger woll­te viel­mehr das Leben und Wir­ken der Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz in Alt­öt­ting, in Deutsch­land und den Mis­si­ons­ge­bie­ten auf der gan­zen Welt“ von der mensch­li­chen Sei­te her dar­stel­len. Getreu dem Ordens-Wahl­spruch In cruce salus – Im Kreuz ist Heil“ hät­ten die Schwes­tern stets die vie­len Her­aus­for­de­run­gen in den ver­schie­de­nen Zeit­epo­chen gemeis­tert, mutig und mit Gott­ver­trau­en, in der Sor­ge um Kin­der, Kran­ke, Ver­wun­de­te, Alte, in ihrer Mis­si­ons­ar­beit und auch im 21. Jahr­hun­dert bei der Beglei­tung sinn­su­chen­der Jugend­li­cher. Zu allen Zei­ten ver­stan­den die Schwes­tern, wo sie am drin­gends­ten gebraucht wer­den“, betont Harin­ger auch im Vor­wort sei­nes Buches – und wei­ter: Ich lern­te die Schwes­tern als ein­la­dend und lebens­froh ken­nen, so wie es stell­ver­tre­tend für vie­le ande­re Schwes­ter Lae­ti­tia Pia auf dem Titel­bild darstellt.“

Zu allen Zei­ten ver­stan­den die Schwes­tern, wo sie am drin­gends­ten gebraucht wer­den. (…) Ich lern­te die Schwes­tern als ein­la­dend und lebens­froh ken­nen, so wie es stell­ver­tre­tend für vie­le ande­re Schwes­ter Lae­ti­tia Pia auf dem Titel­bild darstellt.”

Christian Haringer, Buch-Autor

Obe­rin Schwes­ter Mari­ka Wip­pen­beck schenk­te Harin­ger vol­les Ver­trau­en und ließ im alle Frei­hei­ten wäh­rend der lang­wie­ri­gen Recher­che­ar­bei­ten. Das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en von Schwes­tern und Chro­nist zahl­te sich aus, unter ande­rem in pri­va­ten, teils humor­voll gestal­te­ten Ein­bli­cken in die Klos­ter­ge­mein­schaft. Neben den mensch­li­chen Aspek­ten des Ordens­le­bens kom­men in der Chro­nik aber die Rah­men­be­din­gun­gen nicht zu kurz – vom schwie­ri­gen Beginn in Alt­öt­ting über Blü­hen und Wach­sen durch bischöf­li­che Hil­fe, Behin­de­run­gen durch Aus­rei­se­ver­bot, Kri­sen nach dem Zwei­ten Vati­ka­num, Mis­si­ons­vor­be­rei­tung und Aus­rei­se bis hin zum Weg in die Gegenwart“.

Eigent­lich haben wir nur unse­re Haus­auf­ga­ben“ gemacht, erklärt Pro­vinz­obe­rin Schwes­ter Mari­ka. Vom Gene­ral­ka­pi­tel der Kon­gre­ga­ti­on hat­te sie bereits vor Jah­ren den Auf­trag erhal­ten, die Pro­vinz­ge­schich­te zu doku­men­tie­ren: eine Geschichts­rei­se, die weit über Alt­öt­ting, Bay­ern und Deutsch­land hin­aus­führt – bis in die Mis­si­on auf vier Kon­ti­nen­ten. Allein es fehl­te ein kom­pe­ten­ter Autor. Den fand Sr. Mari­ka schließ­lich in Chris­ti­an Harin­ger, einem gebür­ti­gen Alt­öt­tin­ger und fun­dier­ten Geschichts­ken­ner. Doch nach dem ers­ten Tref­fen am Aller­hei­li­gen­tag 2018 brauch­te Harin­ger noch eini­ge Zeit und ein paar Ori­en­tie­rungs­be­su­che im Pro­vinz­ar­chiv“, bis er sich schließ­lich bereit erklär­te. Im Früh­jahr 2020, kurz vor Aus­bruch der Coro­na-Pan­de­mie, begann er mit der eigent­li­chen Arbeit, für die er glück­li­cher­wei­se bereits auf die von der frü­he­ren Pro­vinz­lei­te­rin Sr. Ama­bi­lis zum 100. Grün­dungs­ju­bi­lä­um zusam­men­ge­fass­ten Aspek­te der Pro­vinz­ge­schich­te habe zurück­grei­fen kön­nen. Zudem habe er mit Sr. Mari­ka und Sr. Fran­zis­ka kom­pe­ten­te, kri­ti­sche und immer moti­vie­ren­de Ansprech­part­ne­rin­nen an der Sei­te gehabt.

Das Ergeb­nis kann sich sehen las­sen: ein gut geschrie­be­nes, mit zahl­rei­chen Fotos ver­se­he­nes, von Chris­ti­ne Mein­ecke und Jörg Zell­ner anspre­chend gestal­te­tes Buch, das ein­fach stau­nen lässt, was die Hei­lig-Kreuz-Schwes­tern in 125 Jah­ren segens­rei­chen Wir­kens alles auf die Bei­ne gestellt und geleis­tet haben und – so Harin­ger in sei­nem Vor­wort – wie die­se Pro­vinz­ge­schich­te mit Got­tes Hil­fe wei­ter­ge­schrie­ben wer­den kann.“ Von Anfang an sei­en die Schwes­tern getra­gen gewe­sen von tie­fem Gott­ver­trau­en, aber auch einer gewis­sen Risi­ko­be­reit­schaft, egal ob bei der Suche nach neu­en Nie­der­las­sun­gen oder beim Auf­bruch in die Mis­si­on – immer mit dem Ziel, den Men­schen das Evan­ge­li­um näher zu brin­gen, bekun­den Sr. Mari­ka und Chris­ti­an Harin­ger unisono.

Text: Ros­wi­tha Dorf­ner / Wolf­gang Terhörst

Das Buch Schwes­tern vom Hei­li­gen Kreuz – Die Geschich­te der deut­schen Pro­vinz“ ist für 15,- Euro an der Pfor­te des Pro­vinz­hau­ses in Alt­öt­ting, Kres­zen­tia­heim­stra­ße 43 (Tel. 08671 9270 – 0) zu erwerben.

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