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Bischof Oster: Die Einheit bewahren

Redaktion am 19.09.2022

Info Icon Foto: KNA/Oppitz
Bischof Stefan Oster am Rednerpult beim Gottesdienst zur Eröffnung der Synodalversammlung im Januar 2020 im Frankfurter Dom.

Die vierte Synodalversammlung des Synodalen Weges in Deutschland ist am 10. September 2022 in Frankfurt zu Ende gegangen. Mit der Ablehnung des Grundtextes zur Sexualethik am ersten Sitzungstag waren grundlegende Differenzen auf dem Synodalen Weg noch mehr als bisher zutage getreten. Der Chefredakteur des Passauer Bistumsblattes, Wolfgang Krinninger, hat mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB gesprochen.

Herr Bischof, für den außen­ste­hen­den Beob­ach­ter ging es bei der letz­ten Syn­odal­ver­samm­lung hoch her. Zwi­schen­zeit­lich schien das Aus des Pro­zes­ses nahe. Wie haben Sie selbst die Tage in Frank­furt erlebt? Was ging in Ihnen vor?
Bischof Ste­fan Oster:
Ich hat­te mich ja schon im Vor­feld öffent­lich kri­tisch mit The­men und Ver­fah­ren des Syn­oda­len Weges aus­ein­an­der­ge­setzt. Dass unse­re Kir­che Refor­men braucht, ist unbe­strit­ten. Aber dass es auf die­sem Weg gut geht, fra­ge ich an – ohne damit sagen zu wol­len, die bespro­che­nen The­men sei­en nicht wich­tig. Daher: Als einer, der offen kri­tisch ist, war ich natür­lich in deut­li­cher Min­der­heit – und das lässt einen die Ver­samm­lung schon spü­ren. Emo­tio­nal, atmo­sphä­risch und ver­fah­rens­tech­nisch. Daher: Wenn ich ehr­lich bin, waren die Tage doch ziem­lich anstrengend.

Was waren Ihre Ängs­te, Ihre Hoff­nun­gen?
Bischof Ste­fan Oster:
Ängs­te habe ich kei­ne, Befürch­tun­gen schon. So wie es jetzt aus­sieht, geht der Weg bei eini­gen The­men in die offe­ne Kon­fron­ta­ti­on mit dem Lehr­amt – und in den Abschied von aus mei­ner Sicht wesent­li­chen Inhal­ten des christ­li­chen Men­schen­bil­des und Kir­chen­ver­ständ­nis­ses. Mei­ne Hoff­nun­gen wären, dass wir die Ein­heit bewah­ren – auch wenn es so aus­sieht, dass die Dif­fe­ren­zen in der Bischofs­kon­fe­renz und unter den Gläu­bi­gen eher pro­fi­lier­ter wer­den und das Gemein­sa­me immer weni­ger aufscheint.

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