Nachhaltig in die Zukunft

Redaktion am 20.09.2022

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Mit dem Institut für Angewandte Ethik in Wirtschaft, Aus- und Weiterbildung ist Peter Fonk 2002 ein großer Wurf gelungen. 20 Jahre später wurde jetzt das Projekt „Ökosoziale Transformation“ bei der Jubiläumsfeier offiziell aus der Taufe gehoben. Ziel ist, das Prinzip der Nachhaltigkeit tief in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.

Peter Fonk hat­te vor 20 Jah­ren erkannt, dass ethi­sche Fra­gen für die Wirt­schaft immer wich­ti­ger wer­den. Ent­spre­chend gut hat sich sein Ethik-Insti­tut in den fol­gen­den Jah­ren eta­bliert. Es ist eine Sel­ten­heit, dass aus der katho­li­schen Theo­lo­gie her­aus ein Insti­tut ent­steht, das so stark ver­netzt ist“, wür­dig­te Bern­hard Bley­er, der jet­zi­ge Lei­ter, die Arbeit sei­nes Vor­gän­gers. Das Insti­tut ver­steht sich als wis­sen­schaft­li­ches Kom­pe­tenz­zen­trum für Fra­gen der Wirt­schafts- und Unternehmensethik. 

Öko­so­zia­le Trans­for­ma­ti­on kon­kret: Lau­da­to Si‘ und Fratel­li tut­ti in For­schung und Pra­xis“ – so lau­tet der kom­plet­te und etwas sper­rig klin­gen­de Titel des neu­en Pro­jekts, bei dem die Uni­ver­si­tät Pas­sau mit dem Bis­tum Pas­sau koope­riert. Es ist zunächst auf fünf Jah­re ausgelegt. 

Mit Fran­zis­kus‘ bahn­bre­chen­der Enzy­kli­ka Lau­da­to Si‘ hat­te sich Uni­prä­si­dent Ulrich Bar­to­sch schon lan­ge vor sei­ner Zeit in Pas­sau inten­siv beschäf­tigt. Er mach­te in sei­nem Impuls bei der Jubi­lä­ums­fei­er deut­lich, dass ihn bei­de Tex­te fas­zi­nie­ren. Sie behan­del­ten exis­ten­zi­el­le Fra­ge­stel­lun­gen und sei­en ein­ge­bet­tet in neu­es­te wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se. Fran­zis­kus zeigt uns unse­re Mög­lich­kei­ten, Ver­ant­wor­tung wahr­zu­neh­men“, sag­te Bar­to­sch. Das neue Pro­jekt soll in neu­er Form Wis­sen­schaft und reli­giö­ses Den­ken in Begeg­nung bringen. 

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Sie wollen das Prinzip der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft verankern (v.l.): Unipräsident Ulrich Bartosch, Econsense-Geschäftsführerin Nadine-Lan Hönighaus, Bischof Stefan Oster, Instituts-Geschäftsführerin Annekatrin Meißner und Instituts-Leiter Bernhard Bleyer.

Bischof Ste­fan Oster bezeich­ne­te Papst Fran­zis­kus als Welt­au­to­ri­tät“. Er habe sich mit sei­nen Lösungs­an­sät­zen in Lau­da­to Si‘ und Fratel­li tut­ti an die Spit­ze gesetzt und die Ver­ant­wor­tung jedes Ein­zel­nen für die Schöp­fung auf­ge­zeigt. Wich­tig sei es, eine inne­re Hal­tung zu fin­den, in der wir die Wirk­lich­keit als Gabe beant­wor­ten, so Bischof Ste­fan Oster. Unse­re Hal­tung muss sich mit Blick auf die Schöp­fung ver­än­dern, wir müs­sen ler­nen, unse­re Her­zen öko­so­zi­al zu trans­for­mie­ren.“ Sein Dank galt allen, die die­ses Pro­jekt auf den Weg gebracht haben. Im Bischöf­li­chen Ordi­na­ri­at hat­te Dom­ka­pi­tu­lar Anton Spreit­zer die ent­spre­chen­de Arbeits­grup­pe geleitet. 

Wie wich­tig Nach­hal­tig­keits­trans­for­ma­ti­on in Unter­neh­men bereits jetzt ist, das mach­te Nadi­ne-Lan Hönig­haus in ihrem inspi­rie­ren­den Vor­trag deut­lich. Hönig­haus, die in Pas­sau Kul­tur­wirt­schaft stu­diert hat, ist Geschäfts­füh­re­rin von Econ­sen­se, laut Prof. Bley­er das wich­tigs­te Nach­hal­tig­keits-Netz­werk der deut­schen Wirt­schaft“. 46 Unter­neh­men gehö­ren ihm der­zeit an. 

Unse­re Hal­tung muss sich mit Blick auf die Schöp­fung ver­än­dern, wir müs­sen ler­nen, unse­re Her­zen öko­so­zi­al zu transformieren.”

Bischof Stefan Oster

Drei gleich­zei­ti­ge Kri­sen bestim­men unser Leben, wie Hönig­haus in ihrem Vor­trag ver­deut­lich­te: die Kli­ma­kri­se, die Bedro­hung der Arten­viel­falt und die sozia­le Ungleich­heit. Sie bedro­hen die Welt und erfor­dern ein Umden­ken. Aus die­sem Grund sei­en die­se The­men auch bei Unter­neh­men inzwi­schen ganz oben in der Füh­rungs­ebe­ne ange­sie­delt. Und: Kei­ne die­ser Kri­sen sei iso­liert zu betrachten. 

Hönig­haus ist über­zeugt, dass das Auf­zei­gen der Vor­tei­le von Nach­hal­tig­keit viel stär­ke­re Kräf­te frei­set­ze als der erho­be­ne mora­li­sche Zei­ge­fin­ger. Unter­neh­men hät­ten inzwi­schen erkannt, dass Nach­hal­tig­keit die Mar­ke stär­ke, die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit erhö­he, jun­ge Men­schen begeis­te­re und Inno­va­ti­on und Wachs­tum stei­ge­re. Frei­lich stei­gen auch die Erwar­tun­gen an die Unter­neh­men: Sie sol­len ihr Han­deln an lang­fris­ti­gen Zie­len aus­rich­ten und Bei­trä­ge zur Lösung lie­fern. Dabei hät­ten glo­bal agie­ren­de Unter­neh­men gar kei­ne ande­re Wahl als die poli­ti­sche For­de­rung nach Nach­hal­tig­keit und sozia­ler Gerech­tig­keit in ihre Pro­zes­se zu inte­grie­ren. So wür­den etwa vor dem Hin­ter­grund, dass die Lie­fer­ket­ten künf­tig sehr viel genau­er unter die Lupe genom­men wer­den, die Exper­ten­teams in die­sem Bereich mas­siv aus­ge­baut. Für Hönig­haus steht fest: Die Indus­trie­na­tio­nen sei­en bei­des: Teil des Pro­blems aber durch ihre Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit auch Teil der Lösung. Und sie ste­hen gewal­tig unter Druck, denn uns läuft die Zeit davon“, so Hönig­haus. Ihr Fazit: Wir müs­sen die Sachen gut machen, aber auch schnell.“ 

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

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