Da staunen wir

Redaktion am 01.11.2022

2022 10 31 pb alb wolkenfisch Foto: Roswitha Dorfner
Manchmal formen Wolken die schönsten und lustigsten Dinge. Hier zum Beispiel einen Fisch.

Manchmal formen Wolken die schönsten und lustigsten Dinge. Da lohnt sich ein genauer Blick. – In unserem Editorial ruft unser Autor zum Innehalten und Staunen auf.

Hier ein Kanin­chen, dort ein Hai, dann ein Ele­fant und sogar Homer Simpson – und ist das nicht ein Ufo, das da am Him­mel schwebt? Sehr schön anzu­se­hen sind die­se Wol­ken-Bil­der in die­sem Buch (sie­he Hin­weis unten) und auf die­ser Web­site.

2022 10 31 pb alb wolken Foto: Roswitha Dorfner

Die Cloud App­re­cia­ti­on Socie­ty“ (zu dt. Gesell­schaft zur Wür­di­gung von Wol­ken“) hat es sich jeden­falls auf die Fah­nen geschrie­ben, den Leu­ten nicht nur Wis­sens­wer­tes über Wol­ken zu ver­mit­teln, son­dern sie auch zu ani­mie­ren – dazu, nicht andau­ernd auf das Han­dy zu star­ren, son­dern raus­zu­ge­hen und in den Him­mel zu bli­cken. Jeder kennt das schö­ne Spiel, in den Wol­ken­for­men Gesich­ter oder Gegen­stän­de zu erken­nen. Der Grün­der der Gesell­schaft, Gavin Edmund Pre­tor-Pin­ney, schreibt dazu im Vor­wort zu sei­nem Buch: Das Suchen nach For­men in den Wol­ken ist das per­fek­te Gegen­gift zum moder­nen Leben. Vor allem, weil es total nutz­los ist (…) Und sinn­lo­se Ver­gnü­gun­gen brau­chen wir heu­te mehr denn je. In unse­rer moder­nen Welt füh­len wir uns schul­dig, wenn wir nicht stän­dig irgend­et­was tun.“

An die­ser Stel­le kann ich mir bild­lich vor­stel­len, wie die Engel in den Wol­ken seuf­zen und nicken: Ja, recht hat er! Es wird aller­höchs­te Zeit, dass ihr da unten euch nicht immer selbst so wich­tig nehmt und end­lich mal wie­der rauf­schaut zu uns!“ Heu­te wäre gar zu befürch­ten, dass wir vor lau­ter Wich­tig­tue­rei die Wie­der­kunft Chris­ti ver­pass­ten – auf einer Wol­ke näm­lich (vgl. Lk 9,34f; Offb 1,7). Auf einem Him­mels­ge­bil­de, das auch sei­nem Vater einst als Sänf­te gedient hat­te (vgl. 4 Mos 11,25).

nd hilf­reich wäre das Hin­auf­bli­cken eben gera­de schon. Gera­de jetzt im Novem­ber bie­tet es sich an, inne­zu­hal­ten und zu stau­nen: War­um nicht ein wenig sich selbst ver­ges­sen, zur Ruhe kom­men, das Leben an sich vor­bei zie­hen las­sen? Dabei an Ver­stor­be­ne den­ken, an Hei­li­ge, an Engel …; dar­an, dass alles, was ver­geht auch wie­der neu ent­steht – ähn­lich wie Wolken.

2022 10 31 pb alb fingerzeig auf wolken Foto: red
Wolken sind auch Thema auf unserem "Fingerzeig" auf unserer letzten Seite.

Frei­lich kann man auch vor Wol­ken-Fotos auf dem Bild­schirm inne­hal­ten. Auf der bereits ange­spro­che­nen Web­site gibt es täg­lich eine neue Wol­ke am Tag“ und eine Wol­ke des Monats“ zu bestau­nen – inklu­si­ve nütz­li­cher Infor­ma­tio­nen zu Wol­ken und deren Ent­ste­hung. An Mit­glie­der ver­schickt die oben erwähn­te Wol­ken-Gesell­schaft die Auf­nah­men sogar per E‑Mail. So ist der moder­ne Mensch“ halt am ein­fachs­ten zu errei­chen. Außer­dem ist die Gesell­schaft ja eine bri­ti­sche – und wer schon ein­mal auf der Insel“ war, der weiß, dass man da meis­tens das gan­ze Jahr über vor lau­ter Nebel und Regen kei­ne Wol­ken mehr sieht. Ähn­lich wie jetzt im Spät­herbst bei uns in Bayern.

Bestimmt wäre auch Johann Wolf­gang von Goe­the begeis­tert: jeden Tag was Neu­es über Wol­ken! Da stau­nen wir und traun dem Auge kaum“, schrieb ja einst der Dich­ter­fürst, Hob­by-Meter­eo­lo­ge und Wol­ken-Fan in sei­nem Werk Howards Ehren­ge­dächt­nis“ – ein Lob­lied auf den Begrün­der der moder­nen Wol­ken­kun­de, Luke Howard (17721864). Ein wei­te­res Gedicht wid­me­te Goe­the gar Howards Ein­tei­lung der Wol­ken in Stra­tus, Cumu­lus, Cir­rus und Nimbus.

Auch inter­es­sant: Bri­ten ver­schi­cken nicht nur Fotos von Wol­ken. Lands­leu­te, die im Aus­land leben und daher auf den bri­ti­schen (Dauer-)Regen ver­zich­ten müs­sen, kön­nen sich im Inter­net etwa eine Fla­sche mit ori­gi­nal bri­ti­schem Regen­was­ser („Fresh Bri­tish Rain Show­er“) bestel­len. Einen ver­gleich­ba­ren baye­ri­schen Ser­vice mit Bil­dern von unse­rem herr­li­chen weiß-blau­en Him­mel für unse­re Lands­leu­te in Groß­bri­tan­ni­en gibt es lei­der noch nicht …

Michael Glass

Michael Glaß

Redakteur

Hinweise

Mehr über Wol­ken in der aktu­el­len Aus­ga­be Nr. 45: Kin­der­sei­te 36, Leser­fa­mi­lie Sei­te 37, Unter­hal­tung (Quiz) Sei­te 38, Fin­ger­zeig Sei­te 40.

Die Cloud App­re­cia­ti­on Socie­ty“ (zu dt. Gesell­schaft zur Wür­di­gung von Wol­ken“) im Inter­net: https://​clou​dapp​re​cia​ti​ons​o​cie​ty​.org

Das Buch Wol­ken, die aus­se­hen wie Din­ge“ von Gavin Edmund Pre­tor-Pin­ney (ISBN 9783868833096) ent­hält 86 Abbil­dun­gen fas­zi­nie­ren­der Wol­ken-For­ma­tio­nen und einen klei­nen Info­teil, was Wol­ken eigent­lich sind.

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