Weltkirche

Der Welt zugewandt

Redaktion am 02.01.2025

Info Icon Foto: Ashwin Vaswani auf Unsplash
Papst Franziskus während einer Generalaudienz im Vatikan.

Der Autor unseres aktuellen Editorials der Ausgabe 1-2025 wagt einen Ausblick auf das kommende Jahr.

Durch­at­men, sich sam­meln, über­legt und plan­voll das neue Jahr begin­nen – schö­ner Gedan­ke. Aber leicht wird das nicht, denn es ist von Anfang an mäch­tig was los im Jahr 2025. Gebannt schaut die Welt schon seit Wochen Rich­tung USA, wo am 20. Janu­ar ein neu­es repu­bli­ka­ni­sches Zeit­al­ter beginnt: Donald Trump wird an die­sem Tag ins Amt ein­ge­führt. Sei­ne bis­her ange­kün­dig­ten Plä­ne und Per­so­nal­ent­schei­dun­gen las­sen vie­le schau­dern. Zöl­le, Abschot­tung, Raub­tier­ka­pi­ta­lis­mus ohne Rück­sicht auf Ver­lus­te wer­den Wirt­schaft, Poli­tik und Gesell­schaft gewal­tig durch­schüt­teln. Da gerät unse­re eige­ne Bun­des­tags­wahl am 23. Febru­ar schon fast zur Neben­sa­che. Doch auch damit beginnt ein neu­es Kapi­tel – Aus­gang ungewiss. 

Ein Megae­vent“ steht auch in der katho­li­schen Kir­che an: Bis zum 6. Janu­ar 2026 dau­ert das Hei­li­ge Jahr. Bis dahin wer­den Mil­lio­nen Pil­ger die fünf Hei­li­gen Pfor­ten in Rom durch­schrit­ten haben. Mit­ten­drin im größ­ten katho­li­schen Pil­ger­strom mit unzäh­li­gen Höhe­punk­ten: ein 88-jäh­ri­ger Papst. Fran­zis­kus kämpf­te Anfang 2024 noch mit einer lang anhal­ten­den Atem­wegs­er­kran­kung, macht jetzt aber wie­der einen fide­len Ein­druck. Die längs­te Aus­lands­rei­se sei­ner Amts­zeit gegen Ende des ver­gan­ge­nen Jah­res ist ein deut­li­cher Beleg sei­ner unge­bro­che­nen Schaf­fens­kraft und Schaf­fens­freu­de. Der Pon­ti­fex will im Hei­li­gen Jahr viel Zeit mit den Rom­pil­gern ver­brin­gen und räumt dafür sei­nen Kalen­der frei, eine Aus­lands­rei­se will er aber auf jeden Fall auch 2025 antre­ten: nach Inzik in der Tür­kei. Dort wol­len Ortho­do­xe, Katho­li­ken und ver­mut­lich auch ande­re Kon­fes­sio­nen den 1700. Jah­res­tag des Kon­zils von Niz­äa begehen. 

Sie mer­ken schon: Es ist viel los in der gro­ßen wei­ten Welt. Und es ist zu befürch­ten, dass auch die Unge­wiss­hei­ten, die Kri­sen, die Kata­stro­phen kaum klei­ner oder weni­ger wer­den. Wie kön­nen wir damit umge­hen, ohne in einen Stru­del aus Hek­tik, Resi­gna­ti­on, Zynis­mus und Pes­si­mis­mus zu gera­ten? Ulrich Peters, der Chef der Unter­neh­mens­grup­pe Schwa­ben­ver­lag und Vor­stand des Katho­li­schen Medi­en­ver­bands, hat vor die­sem Hin­ter­grund unlängst das schö­ne Wort der Welt­zu­wen­dung“ benutzt. Das mei­ne nicht ein­fach abzu­war­ten und Tee zu trin­ken, son­dern zur Ruhe zu kom­men und Klar­heit zu gewin­nen. Dar­in steckt die Kraft. Das ist (Lebens-)Kunst, Lebens­kön­ner­schaft im Ange­sicht von Kri­sen“, schreibt Peters. So kön­ne man der Welt und der Zukunft ver­trau­ens­voll ent­ge­gen­bli­cken. Welt­zu­wen­dung gebe die Rich­tung vor, um aktiv und mit den Mit­teln, die uns gege­ben sind, Wege in die Zukunft zu finden. 

Ich den­ke, das ist der rich­ti­ge Ansatz, um – auch gestärkt durch unse­re Glau­bens­zu­ver­sicht – den Unwäg­bar­kei­ten zu Beginn des neu­en Jah­res zu trotzen.

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

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