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Bauprojekt St. Maximilian – ein Haus für die Jugend-Seelsorge

Anita Ganczer am 08.10.2020

S20 Fassade St Max info-icon-20px Werner Friedenberger
Blick auf das Haus St. Max am Steinweg 1 vom Treppenhaus des Landratsamtes Passau aus.

"Haus mit Seele sucht Besitzer mit Gefühl!“ Diese Formulierung ist auf Immobilienseiten zu finden, wenn es sich um ein außergewöhnliches Gebäude handelt. Das „Objekt“ – um in der Immobiliensprache zu bleiben – am Steinweg 1 an der Nordseite des Stephansdomes in Passau verbindet nach umfassenden Instandsetzungsarbeiten, Umbau und Ausbau in gelungener Weise Tradition und Moderne. Der Jugendpfarrer für die Diözese, Wolfgang de Jong, bringt es auf den Punkt, wenn er von einem „Haus für die Jugendseelsorge“ spricht – ein Haus mit Seele eben.

In der Tat: Seit 1984 beher­bergt das Haus Sankt Maxi­mi­li­an die Minis­tran­ten­seel­sor­ge. Nun sind in das Haus mit See­le“ auch das Bischöf­li­che Jugend­amt mit den jewei­li­gen Refe­ra­ten und Jugend­ver­bän­den ein­ge­zo­gen. Man braucht kein Pro­phet zu sein: Kin­der und Jugend­li­che, die aus der gan­zen Diö­ze­se zu Besuch kom­men, wer­den sich hier wohl­füh­len. Auch die Beru­fungs­pas­to­ral des Bis­tums ist in direk­ter Nach­bar­schaft zum Dom anzu­tref­fen.

Das Haus ver­steht sich zusätz­lich als Dienst­leis­ter im Her­zen von Pas­sau – direkt am Dom­platz. Tagungs­räu­me in ver­schie­de­nen Grö­ßen kön­nen für Arbeits­sit­zun­gen, Kur­se und Kon­fe­ren­zen genutzt wer­den – und das in der guten Stu­be der Drei­flüs­se­stadt. Hier wird ein guter Rat­schlag in der Bibel (Heb 13,2) in der Pra­xis greif­bar: Ver­gesst die Gast­freund­schaft nicht; denn durch sie haben eini­ge, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“

S18 Baumeister PB 1 info-icon-20px Werner Friedenberger
Mit Maximilian, einem der drei Diözesanpatrone, ist nicht nur der Schutzpatron ins gleichnamige Haus am Domplatz eingezogen. Die Tür ist nach zweieinhalbjähriger Bauzeit auch wieder für Mitarbeiter und Besucher geöffnet. Darüber freut sich Diözesanbaumeister Jochen Jarzombek.

Bei so einem Haus wie dem am Stein­weg ist es mit ein paar Tagen Maler­ar­beit bei­lei­be nicht getan. Die Dimen­sio­nen sind beacht­lich. Das wird deut­lich, wenn Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek eini­ge pla­ka­ti­ve Daten nennt: 2000 Qua­drat­me­ter Par­kett­bo­den, 185 Fens­ter (mit einer Flä­che von 400 qm), 26 Dach­gau­ben, 150 Innen­tü­ren und 125 Zim­mer. Alles in allem: Die gesam­te Nutz­flä­che, zu der auch Flu­re gehö­ren, erreicht die Zahl von 3.525,74 Qua­drat­me­ter – fast so groß wie ein klei­nes Fuß­ball­feld“, so der Diö­ze­san­bau­meis­ter. Im Ver­gleich mit St. Maxi­mi­li­an nimmt sich das Schloss Bel­le­vue, der Amts­sitz des Bun­des­prä­si­den­ten, von der Grö­ße her wie eine Gar­ten­lau­be aus. Jedoch: Ber­lin ist nicht Pas­sau. Und hier am Dom­platz dür­fen alle reingehen.

So ein Pro­jekt will wohl über­legt sein. Des­halb waren acht Pla­nungs­bü­ros mit ins­ge­samt 35 Bearbeitern/​Planern betei­ligt. 30 Fir­men mit rund 150 Hand­wer­kern hat­ten Arbeit – eine Wert­schöp­fung für die Regi­on. Allein die rei­ne Bau­zeit belief sich auf zwei­ein­halb Jah­re. Nach dem Mot­to: Wenn man anpackt, soll was Geschei­tes dabei her­aus­kom­men – und auch nach­hal­tig sein – wur­de eine gemein­sa­me Heiz­zen­tra­le (Gas) ein­ge­baut, von der auch benach­bar­te Lie­gen­schaf­ten wie zum Bei­spiel die Domsa­kris­tei und der Dom­chor­pro­ben­saal pro­fi­tie­ren. Instand­ge­setzt wur­den auch die zum Dom St. Ste­phan gehö­ren­de Andre­as­ka­pel­le und die Ortenburg-kapelle.

Edith Drexler info-icon-20px Werner Friedenberger
Eine neue Zeit wird eingeläutet. Edith Drexler ist stellvertretende Geschäftsführerin im Haus St. Maximilian in Passau.

Edith Drex­ler, stell­ver­tre­ten­de Geschäfts­füh­re­rin in St. Maxi­mi­li­an: Die Jugend­pas­to­ral ist jetzt bes­ser ver­netzt. Und das Haus ein Platz, in dem das Glau­bens­le­ben gestärkt wird.“ Auch die Beru­fungs­pas­to­ral des Bis­tums ist in direk­ter Nach­bar­schaft zum Dom anzu­tref­fen.
Wenn Diö­ze­san­bau­meis­ter Jochen Jar­zom­bek davon spricht, dass man vor einer alten Bau­sub­stanz Respekt haben“ müs­se, dann ist das nicht so ein­fach daher gesagt. Im Haus St. Maxi­mi­li­an fin­den sich alle Epo­chen von der Roma­nik bis zum Barock. So schlu­gen allein die Kos­ten für archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bun­gen, auf deren Ergeb­nis­se die Kir­che noch immer war­tet, mit 335.000 Euro zu Buche. Durch die Anfor­de­run­gen des Denk­mal­schut­zes war das auf­wän­di­ge Her­rich­ten des Dach­stuh­les not­wen­dig. Mehr­kos­ten: 200.000 Euro. Wei­te­res Bei­spiel: Um die his­to­ri­schen Innen- und Außen­tü­ren zu erhal­ten, muss­ten 100.000 Euro in die Hand genom­men werden.

Sicher­heit wird groß­ge­schrie­ben im Haus St. Maxi­mi­li­an. Da ver­steht es sich von selbst, dass am Brand­schutz nicht gespart wer­den kann – und darf! The­ma bar­rie­re­freie Zugän­ge: Natür­lich ist es nicht mög­lich, in so einem denk­mal­ge­schütz­ten, ver­win­kel­ten Gebäu­de­kom­plex jede Schwel­le und Stu­fe ver­schwin­den zu las­sen. Was mach­bar war, wur­de gemacht – mit Hirn und Ver­stand“, wie der Diö­ze­san­bau­meis­ter sagt. So gibt es jetzt einen Auf­zug im Haus – vom Erd­ge­schoss bis hin­auf ins Dach­ge­schoss. Das ist nicht nur für Gäs­te eine rie­si­ge Erlei­che­rung, son­dern auch für die dort Arbei­ten­den. Die Ver- und Ent­sor­gung im Haus läuft über den Aufzug.

Die Sache ist unstrit­tig: Denk­mal­ge­schütz­te Immo­bi­li­en sind eine nach­hal­ti­ge Inves­ti­ti­on in die Zukunft und in die Kul­tur unse­res Lan­des. Sum­ma­sum­ma­rum belau­fen sich die pro­gnos­ti­zier­ten Gesamt­kos­ten für das Pro­jekt St. Maxi­mi­li­an nach offi­zi­el­len Anga­ben auf 7,8 Mil­lio­nen Euro. Der beson­de­re Mehr­wert des Hau­ses liegt allein schon dar­in, dass es ein Haus für die Jugend­seel­sor­ge ist.

St. Max – ein Haus mit vielen Möglichkeiten

Für 30 Kin­der und Jugend­li­che gibt es im Haus St. Maxi­mi­li­an Mehr­bett­zim­mer. Tagungs­gäs­te kön­nen in sechs Ein­zel­zim­mern ihr Quar­tier bezie­hen. Und das Schö­ne dar­an: Auch für das leib­li­che Wohl wird bes­tens gesorgt. So gibt es Früh­stück, Mit­tag- und Abend­essen sowie den Tag über Kaf­fee und Kuchen.

Den Segen Got­tes für das Haus St. Maxi­mi­li­an wird Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB am Frei­tag, 16. Okto­ber, erbit­ten. Nach der um 14 Uhr begin­nen­den Andacht im Dom wird der Bischof dann durchs Haus gehen und die Räu­me segnen. 

Kon­takt: Haus St. Maxi­mi­li­an, Stein­weg 1, 94032 Pas­sau. Tele­fon: 0851÷3935501. E‑Mail: haus.​sankt.​maximilian@​bistum-​passau.​de

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Werner Friedenberger

stellv. Chefredakteur