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Pfarrei Sulzbach freut sich über die neu renovierte St. Stephanuskirche

Anita Ganczer am 06.07.2020

bistumsblatt-baukollektiv-pfarrkirche-sulzbach-am-inn-innenansicht.jpg info-icon-20px Markus Lindmeier
Pfarrkirche Sulzbach am Inn Innenansicht

Sulzbach ist eine der ältesten Pfarreien Ostbayerns. Im Jahre 788 hatte laut urkundlicher Erwähnung ein Priester Alto eine von ihm erbaute Kirche zu Ehren des Hl. Stefanus dem Bischof Waldrich von Passau übergeben. 1188 wurde Sulzbach dem Kloster Vornbach zugeordnet. Seit 1974 gehört die Pfarrei Sulzbach am Inn zum Pfarrverband Ruhstorf.

Die heu­ti­ge spät­go­ti­sche Pfarr­kir­che St. Ste­pha­nus stammt aus dem 15. Jahr­hun­dert. 1970 wur­de ein Um- und Anbau vor­ge­nom­men. Ein­drucks­voll ist das Netz­rip­pen­ge­wöl­be im inne­ren des Got­tes­hau­ses. Der Hoch­al­tar stammt aus dem Jah­re 1667. 1988 konn­te die Pfar­rei Sulz­bach das 1200-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Ste­fa­nu­s­kir­che fei­ern. Anläss­lich die­ses Jubi­lä­ums wur­de auch eine Chro­nik her­aus­ge­ge­ben und der dama­li­ge Pfar­rer Sieg­fried Her­böck hat­te dazu ein Sulz­ba­cher Ste­pha­nus­lied getex­tet.

Nach­dem die letz­te Reno­vie­rung der Sulz­ba­cher Pfarr­kir­che, die unter Pfar­rer August Wen­nin­ger erfolg­te, fast 50 Jah­re zurück­liegt, nag­te der Zahn der Zeit am Kir­chen­ge­bäu­de und hin­ter­ließ sei­ne Spu­ren. Die Außen­mau­er wies vie­le Dämm­fle­cken und Mau­er­schä­den auf, sodass eine Gesamt­re­no­vie­rung der Sulz­ba­cher Ste­pha­nu­s­kir­che anstand. Im Rah­men der Außen­re­no­vie­rung wur­de, wie Kir­chen­pfle­ger Hel­mut Abs­mei­er die Got­tes­dienst­be­su­cher über die Bau­ar­bei­ten infor­mier­te, um das Kir­chen­ge­bäu­de eine Drai­na­ge gelegt, damit das Mau­er­werk danach auf tro­cke­nem Grund ste­he. Aber nicht nur das Mau­er­werk, son­dern auch der Dach­stuhl wur­de in die­se Außen­re­no­vie­rung ein­be­zo­gen. Die Reno­vie­rungs­ar­bei­ten gestal­te­ten sich aller­dings auf­grund vor­her nicht sicht­ba­rer Schä­den, wie dem Haus­schwamm­be­fall an meh­re­ren tra­gen­den Holz­tei­len, schwie­ri­ger und führ­ten schließ­lich auch zu einer Zeit­ver­zö­ge­rung bei den Zim­me­rer­ar­bei­ten. Es muss­ten zusätz­lich 20 Zerr­bal­ken und auch zusätz­li­che Mau­er­auf­la­ger­höl­zer im Lang­haus aus­ge­wech­selt wer­den. Wei­ter war der Dach­stuhl im Bereich des Pres­by­te­ri­ums stär­ker beschä­digt als vor­her ange­nom­men. Mit den Maler­ar­bei­ten konn­ten dann die Außen­re­no­vie­rungs­ar­bei­ten im Okto­ber 2018 abge­schlos­sen werden.

Mit den Oster­fei­er­lich­kei­ten im April 2019 fan­den die letz­ten Got­tes­diens­te vor der Kir­chen­in­nen­re­no­vie­rung in Sulz­bach am Inn statt. Seit Ende Dezem­ber 2019 kön­nen sich die Sulz­ba­cher Kir­chen­be­su­cher wie­der über eine, in neu­em Glanz erstrahl­te Pfarr­kir­che freu­en. Die Kos­ten hier­für belau­fen sich, wie Kir­chen­pfle­ger Hel­mut Abs­mei­er mit­teil­te, auf etwa 460.000 Euro. Die Reno­vie­rung war damit letzt­lich wesent­lich auf­wen­di­ger, als erwar­tet. Neben den zusätz­li­chen Bal­ken, die bei der Außen­re­no­vie­rung im Dach­stuhl aus­ge­tauscht wer­den muss­ten, fie­len auch bei der Innen­re­no­vie­rung zusätz­li­che, nicht geplan­te Arbei­ten an, so Absmeier. 

Statt der vor­ge­se­he­nen 900.000 Euro kos­tet die gesam­te Reno­vie­rung nun rund eine Mil­li­on Euro — davon muss ein Eigen­an­teil von ca. 200.000 Euro auf­ge­bracht wer­den. Beson­ders stell­te bei der Finan­zie­rung der Maß­nah­me Kir­chen­pfe­ger Abs­mei­er die Eigen­leis­tung der Pfarr­an­ge­hö­ri­gen her­aus, die er mit einer Kos­ten­ein­spa­rung von rund 10.000 Euro ermit­tel­te. Für die bereits getä­tig­ten Zuwen­dun­gen, aber auch die noch zu erwar­ten­den Spen­den bedank­ten sich Pfar­rer Mon­si­gno­re Josef Tie­fen­böck, Pfarr­ge­mein­de­rats­vor­sit­zen­der Chris­ti­an Scha­cher­bau­er und Kir­chen­pfle­ger Hel­mut Abs­mei­er. Wor­te des Dan­kes gal­ten auch der Markt­ge­mein­de Ruhstorf, die die Kir­chen­re­no­vie­rung eben­falls finan­zi­el­le unterstütze.”

Markus Lindmeier, Ruhrstorf

Während der Kircheninnenrenovierung wurden die Mess-Feiern in der St. Vituskirche in Eholfing abgehalten.

Wenn alles rei­bungs­los ver­lau­fe, dann kön­ne Weih­nach­ten 2019 in der neu reno­vier­te Kir­che fei­ern, sag­te damals Pfar­rer Mon­si­gno­re Josef Tie­fen­böck – und es ver­lief alles plan­mä­ßig, freut sich heu­te der Geist­li­che. In die­sem Zusam­men­hang rich­te­te er an die Kir­chen­ver­wal­tung, dem Pfarr­ge­mein­de­rat, der Bau­lei­tung, den Bau­fir­men, den Mes­nern und allen Ver­ant­wort­li­chen ein gro­ßes Vergelt´s Gott. Beson­ders bedank­te sich Pfar­rer Tie­fen­böck bei Kir­chen­pfle­ger Hel­mut Abs­mei­er, der mit gro­ßer Umsicht, Für­sor­ge und auch Durch­set­zungs­kraft die­se Gesamt­re­no­vie­rung her­vor­ra­gend beglei­tet hat­te. Er war nicht nur Garant für die­ses Anlie­gen, son­dern auch Motor und Antrei­ber, ergänz­te Pfar­rer Tie­fen­böck.

Auf die aus­zu­füh­ren­den Reno­vie­rungs­ar­bei­ten ging Kir­chen­ma­ler­meis­ter Josef Krei­lin­ger aus­führ­lich ein. Zuerst wur­de die Aus­stat­tung, die in der Kir­che ver­blieb (Haupt­al­tar, Sei­ten­al­tä­re, Mit­tel­al­tar, Ambo, Kir­chen­stüh­le, Orgel) abge­deckt. Die beweg­li­che Aus­stat­tung hin­ge­gen wur­de ein­ge­la­gert. Auch beim Kir­chen­bo­den wur­den Schutz­maß­nah­men durch­ge­führt. Im unte­ren Bereich des Got­tes­hau­ses wur­de der schad­haf­te Putz abge­schla­gen – zuvor fand aber eine Unter­su­chung des Mau­er­wer­kes statt, ob sich hin­ter, bzw. bei den Anstri­chen nicht schüt­zens­wer­te Kir­chen­ma­le­rei­en befin­den. Die­se, doch sehr zahl­rei­chen schad­haf­ten Stel­len wur­den mit einem Sanier­putz aus­ge­bes­sert. Die­ser Putz bil­det, wie Krei­lin­ger erklär­te, klei­ne Poren, über die dann auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit ver­duns­ten könne.

Mit der nun­mehr durch­ge­führ­ten Restau­rie­rung der Altä­re konn­te die Kir­chen­in­nen­re­no­vie­rung bzw. Gesamt­re­no­vie­rung abge­schlos­sen wer­den. Die Altä­re, der Haupt­al­tar sowie die bei­den Sei­ten­al­tä­re wur­den zunächst gerei­nigt und die insta­bi­len Fas­sun­gen gesi­chert und Fehl­stel­len ergänzt bzw. ver­kit­tet und wie­der an die vor­han­de­ne Farb­lich­keit, wie z. B. der Mar­mo­rie­rung ange­passt. Eini­ge Ver­gol­dun­gen muss­ten eben­falls mit Blatt­gold aus­ge­bes­sert wer­den. Die Altä­re wur­den schließ­lich mit Dam­ma­fir­nis, wie Kir­chen­ma­ler­meis­ter Josef Krei­lin­ger und Kir­chen­ma­ler­meis­te­rin Kat­rin Schau­ber­ger erklär­ten, über­zo­gen und haben somit eine Schutz­schicht erhal­ten.

Das Haupt­bild auf dem Hoch­al­tar zeigt die Stei­ni­gung des hl. Ste­pha­nus, dem Sulz­ba­cher Kir­chen­pa­tron. Über die­sem Bild ist die hei­li­ge Drei­fal­tig­keit mit Gott Vater, dem Sohn Jesus Chris­tus und dem hei­li­gen Geist zu sehen. Seit­lich am Altar befin­det sich jeweils eine Sta­tue des hl. Lau­ren­zi­us und des hl. Johan­nes. Der rech­te Sei­ten­al­tar zeigt den hl. Sebas­ti­an und auf dem lin­ken Sei­ten­al­tar ist die Mut­ter Got­tes mit der hl. Drei­fal­tig­keit abgebildet. 

“Seit Weih­nach­ten 2019 konn­ten ja die Got­tes­diens­te schon wie­der in der Sulz­ba­cher Pfarr­kir­che gefei­ert wer­den. Wir freu­en uns aber schon dar­auf, wenn wir nach der Coro­na­kri­se wie­der ohne Ein­schrän­kun­gen Got­tes­dienst — und dies­mal in der kom­plett reno­vier­ten Sulz­ba­cher Pfarr­kir­che fei­ern kön­nen. Sulz­bach sei eine leben­di­ge Pfarr­ge­mein­de und die Gläu­bi­gen bil­den hier einen gro­ßen Bau­stein. Man ste­he zur Ste­pha­nu­s­kir­che und freue sich gemein­sam über das neu reno­vier­te Gotteshaus.”

Pfarrer Monsignore Josef Tiefenböck
Kirchenrenovierung Netzrippengewölbe info-icon-20px Markus Lindmeier
Beeindruckend ist auch in der spätgotischen Sulzbacher Pfarrkirche das Netzrippengewölbe, das bei der Innenrenovierung ebenfalls einen neuen Farbanstrich erhalten hat.

Autor: Mar­kus Lind­mei­er, Ruhrstorf