Bistum

DJK-Familie unter Schock

Redaktion am 09.02.2021

Info Icon Bistum Pressestelle - DJK

Plötzlich und unerwartet ist der allseits geschätzte DJK-Vorsitzende Klaus Moosbauer im Alter von 72 Jahren verstorben. Er war über viele Jahre das Herz des größten katholischen Verbands in der Diözese Passau.

BÜCHLBERG/PASSAU. Wie ein Lauf­feu­er ver­brei­te­te sich in der ver­gan­ge­nen Woche die Nach­richt vom Tode Klaus Moos­bau­ers. Er war in der Nacht zum Frei­tag (5. Febru­ar) an einer Gehirn­blu­tung verstorben.

Die Nach­richt hat uns alle tief getrof­fen und stimmt uns sehr trau­rig. Er ver­kör­per­te regel­recht die DJK. Alles, was der größ­te katho­li­sche Ver­band in der Diö­ze­se Pas­sau dar­stellt, hat er zum größ­ten Teil Klaus Moos­bau­er zu verdanken.”

DJK - Geschäftsführer Ralph Müller

Mit sei­ner ruhi­gen und beschwich­ti­gen­den, aber immer bestimm­ten Art sei er bei allen in den Ver­ei­nen bekannt und beliebt gewe­sen. Auf sein Wort konn­te man sich ver­las­sen“, so Mül­ler. Die drei Säu­len der DJK – Sport, Glau­be und Gemein­schaft – sei­en im Tun und Han­deln Moos­bau­ers das Dog­ma gewe­sen, nach dem er sich aus­ge­rich­tet habe. Damit habe er den Ver­band auf Diö­ze­sa­ne­be­ne (1999 bis heu­te), spä­ter auch auf Lan­des­ebe­ne (bis 2015) geleitet.

Auf­grund sei­ner über­ra­gen­den Ver­diens­te im Ehren­amt wur­de dem Ver­stor­be­nen im Novem­ber 2012 das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Ban­de der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ver­lie­hen, das ihm Staats­mi­nis­ter Bernd Sibler im Damen­stift von Oster­ho­fen fei­er­lich überreichte.

Der Minis­ter lob­te Klaus Moos­bau­er damals ganz beson­ders für sein Ein­tre­ten für die Wer­te­ori­en­tie­rung in Sport und Gesell­schaft, die För­de­rung der Jugend- und Behin­der­ten­ar­beit, aber auch die Aus­bil­dung der Füh­rungs­kräf­te in den DJK-Ver­ei­nen, wofür der Ver­stor­be­ne ganz beson­ders stand. So gibt es seit fast 20 Jah­ren schon die Baye­ri­schen Behin­der­ten­meis­ter­schaf­ten und das Inter­na­tio­na­le Tur­nier im Roll­stuhl­ten­nis in Moos­bau­ers Hei­mat­ver­ein DJK-TC Büchl­berg, den er mit gegrün­det und 36 Jah­re lang als 1. Vor­sit­zen­der gelei­tet hat und des­sen Ehren­vor­sit­zen­der er bis heu­te war. Dank Klaus Moos­bau­er wird dort Inklu­si­on vor­bild­haft gelebt.

Klaus Moos­bau­er war in viel­fäl­ti­ger Wei­se gesell­schaft­lich enga­giert. Ich habe 20 Jah­re lang als Minis­trant in mei­ner Hei­mat­pfar­rei Büchl-berg gedient und war 19 Jah­re lang aktiv in der Jun­gen Uni­on“, erzähl­te er ger­ne über sei­ne Kind­heit und Jugend. Dane­ben war er vie­le Jah­re in der Katho­li­schen Jugend enga­giert. Beruf­lich hat es den jun­gen Mann zunächst in eine Bank gezo­gen, wo er Bank­kauf­mann lern­te. Spä­ter wur­de er Vor­sit­zen­der des Frem­den­ver­kehrs­ver­eins Büchl­berg. In die­se Zeit fiel die Idee, dem Ten­nis­boom fol­gend, einen Ten­nis­club zu grün­den.
Im Jah­re 1996 haben ihn die Ver­eins­ver­tre­ter zum stell­ver­tre­ten­den DJK-Diö­ze­san­vor­sit­zen­den gewählt, 1999 über­nahm er den Diö­ze­san­vor­sitz und war damit schlag­ar­tig für die­sen rie­si­gen Sport­ver­band mit sei­nen damals rund 33.000 Mit­glie­dern zustän­dig. Schnell zeig­te sich, dass die Ver­ant­wort­li­chen eine gute Wahl getrof­fen hat­ten, besa­ßen doch die Ver­ei­ne mit ihren Anlie­gen für Moos­bau­er stets obers­te Prio­ri­tät. Moos­bau­er blick­te aber auch über den Tel­ler­rand sei­nes Sport­ver­ban­des hin­aus. So orga­ni­sier­te er zusam­men mit den Diö­ze­sen Bud­weis in Tsche­chi­en und Linz in Ober­ös­ter­reich alle Jah­re gemein­sa­me Familiensportwochen. 

Von 2001 an beklei­de­te der Ver­stor­be­ne bis zu sei­nem Ruhe­stand 2012 auch in Per­so­nal­uni­on das Amt des haupt­amt­li­chen Diö­ze­san-Geschäfts­füh­rers mit Sitz am Dom­platz in Pas­sau, das heu­te Ralph Mül­ler inne hat. Ein blei­ben­des Denk­mal zu Leb­zei­ten hat sich Moos­bau­er auch mit dem Pas­sau­er Dom­lauf gesetzt, der seit dem Jah­re 2000 ein­mal jähr­lich statt­fin­det und zuletzt weit über 1000 Teil­neh­mer anlock­te. Im Jah­re 2003 wur­de Klaus Moos­bau­er auch zum Prä­si­den­ten des DJK-Lan­des­ver­ban­des Bay­ern mit sei­nen 427 Ver­ei­nen und 210.000 Mit­glie­dern gewählt, des­sen Ehren­prä­si­dent er bis zu sei­nem Tode war. 

Info Icon Josef Heisl

Eine Viel­zahl von Ehrun­gen erfuhr der enga­gier­te Funk­ti­ons­trä­ger, dar­un­ter die Sil­ber­ne Bür­ger­me­dail­le sei­ner Hei­mat­ge­mein­de Büchl­berg (2006), den Sport­preis des Land­krei­ses Pas­sau (2014), das Ehren­zei­chen des Baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten (1994) sowie das DJK-Ehren­zei­chen in Gold (2006). Die Katho­li­sche Kir­che ehr­te Moos­bau­er unter ande­rem 2012 mit dem päpst­li­chen Orden Rit­ter vom Hei­li­gen Sil­ves­ter“. Der dama­li­ge Bischof Wil­helm Schraml mein­te sei­ner­zeit bei der Ordens­ver­lei­hung: Die DJK ist bei Ihnen in guten Hän­den, Sie haben dem Ver­band ein Pro­fil verliehen“. 

Klaus Moos­bau­er war ein gesel­li­ger Mensch. Er lieb­te es, unter Gleich­ge­sinn­ten zu sein, mit ihnen zu fei­ern oder Aus­flü­ge und Rei­sen zu unter­neh­men. Gera­de­zu legen­där sind dabei die vom DJK-Diö­ze­san­ver­band ange­bo­te­nen Rei­sen in inter­es­san­te deut­sche und euro­päi­sche Regio­nen, die der Ver­stor­be­ne feder­füh­rend orga­ni­sier­te und lei­te­te. Dabei zeig­te er in gesel­li­ger Run­de ger­ne sein Kön­nen als begeis­ter­ter Sän­ger mit sei­ner fast uner­schöpf­li­chen Text­si­cher­heit bei Volks­lie­dern und Oldies. Der Ver­stor­be­ne beein­druck­te aber auch durch sein Pflicht­be­wusst­sein und sei­ne akri­bi­sche Arbeits­wei­se. Gepaart mit sei­nem gro­ßen Orga­ni­sa­ti­ons­ta­lent nahm er auch schwie­ri­ge Her­aus­for­de­run­gen an und meis­ter­te sie.

Klaus Moos­bau­er war aber auch ein tief reli­giö­ser Mensch. Für ihn war es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, den Sonn­tags­got­tes­dienst zu besu­chen. Grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen der DJK oder die Jah­res­haupt­ver­samm­lun­gen der Ver­ei­ne woll­te er stets mit einem Got­tes­dienst ver­bun­den wissen. 

Der unver­hei­ra­te­te Klaus Moos­bau­er wird sei­nen Ange­hö­ri­gen und der DJK-Fami­lie sehr feh­len. Sie alle trau­ern um einen lie­ben Menschen.

Readaktion/​sl

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