Foto: Claudia Wildfeuer
Wortgottesdienst des KDFB Oberkreuzberg am Festtag der Apostelin in der Kirche St. Maria Magdalena in Oberkreuzberg
„Was für ein schöner Gottesdienst! Der hat mir wirklich etwas gegeben!“ In ihrem Fazit waren sich die 120 Besucher und Besucherinnen einig, als sie den Wortgottesdienst zu Ehren Maria Magdalenas verließen und beim Stehempfang draußen noch lange beisammenstanden. Der Frauenbund Oberkreuzberg hatte eingeladen, Maria Magdalenas Fest gebührend zu feiern. Und das bereits zum zweiten Mal in der Kirche St. Maria Magdalena in Oberkreuzberg.
Isolde Schmid, die Vorsitzende des Frauenbundes, freute sich riesig, wieder so viele Frauen und einige Männer begrüßen zu dürfen, darunter die Regionalbeauftragten Waltraud Mader und Manuela Eider und sehr viele Frauenbünde aus Nah und Fern und Diplom-Theologin Maria Öllinger. Diese hatte den Gottesdienst vorbereitet und mit den Lektorinnen Eli Burghardt und Renate Friedl, die Kyrie, Lesung und Fürbitten vortrugen, durchgeführt. Der Kirchenchor Oberkreuzberg unter der Leitung von Karin Aigner umrahmte die Feier mit wunderschönen Liedern, darunter einige meditative Gesänge aus Taizé, und trug damit sehr zum Gelingen des Gottesdienstes bei.
Aus der Lesung aus dem Evangelium nach Maria Magdalena, einer apokryphen (verborgenen) Schrift, die in der frühen Kirche weit verbreitet war, aber nicht ins Neue Testament aufgenommen wurde, war ersichtlich, welch große Autorität Maria Magdalena in der Urkirche war und welch großes Ansehen sie genoss. Petrus hatte Probleme damit, weil Jesus Maria Magdalena bevorzugte und mit ihr über Geheimnisse redete, über die er mit den männlichen Jüngern nicht sprach. So heißt es wörtlich: „Ist es möglich, dass der Erlöser so mit einer Frau geredet hat über Geheimnisse, die wir nicht kennen?“
In der Predigt informierte Öllinger darüber, dass Kardinal Marx in München das Frauenreferat des Erzbischöflichen Ordinariats beauftragt habe, eine Kampagne zu erstellen, um Maria Magdalenas Rehabilitation voranzutreiben. Denn es sei noch immer nicht allen Menschen bewusst, dass man an Maria Magdalena Rufmord begangen hatte, als man sie zur Sünderin und Hure machte. Sie sei von Anfang an Apostelin und nicht salbende Sünderin oder Prostituierte gewesen. Die Bibelwissenschaft habe das eindeutig herausgefunden. Sie ist die erste Zeugin der Auferstehung und Jesus hat ihr den ersten Verkündigungsauftrag gegeben. Sie wird sogar „Apostola Apostolorum“ genannt. Papst Franziskus hat ihr 2016 nur ihren Titel Apostelin, den sie von Anbeginn hatte, zurückgegeben, als er ihr Fest am 22. Juli zu einem Apostelfest mit eigener Präfation erhoben hat.
Öllinger forderte die Zuhörerinnen und Zuhörer auf, dies weiterzusagen, damit Maria Magdalena nur noch als die gesehen wird, die sie wirklich ist: die heilige Apostelin Maria Magdalena.
Text: red


