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Klangvoller Geniestreich

Wolfgang Krinninger am 15.12.2020

Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger orgel PB info-icon-20px Wolfgang Krinninger
Als absoluten Glücksfall für die Dommusik bezeichnet Domkapellmeister Andreas Unterguggenberger die Orgel, die Werner Rose in jahrelanger Arbeit gebaut hat. Nach seinem Tod vermachte der Sohn das Instrument der Dommusik.

Sie war sein Meisterstück, die Vollendung seines Lebenswerks: Zehn Jahre hat Werner Rose an seiner Orgel gebaut, bis sie vollendet war. Ein Zeugnis genialer Handwerkskunst. Nun kommt dieses Instrument in der Dommusik zum Einsatz.

Pas­sau. Für uns ist das ein abso­lu­ter Glücks­fall“, freut sich Dom­ka­pell­meis­ter Andre­as Unter­gug­gen­ber­ger, wäh­rend er am Spiel­tisch des außer­ge­wöhn­li­chen Instru­ments Platz nimmt. Die Dom­mu­sik hat die Orgel geschenkt bekom­men. Wer­ner Rose aus Her­zo­gen­au­rach hat sie in jah­re­lan­ger Arbeit selbst gebaut. Es war nicht sei­ne ers­te Orgel, aber es war sein Meis­ter­werk. Auf 2,40 Meter Höhe, 1,50 Meter Brei­te und 75 Zen­ti­me­ter Tie­fe hat der Inge­nieur und Voll­blut-Hand­wer­ker die Köni­gin der Instru­men­te mit zehn Regis­tern exakt ein­ge­passt. Das Gehäu­se besteht aus Eschen­holz, der Pro­spekt aus Kir­sche, die Tas­ta­tur und Regis­ter­knöp­fe aus Pali­san­der mit Kno­chen­ein­la­ge. Ein hand­werk­lich per­fekt gemach­tes Prä­zi­si­ons­werk und ein ästhe­ti­scher Anblick. Aller­dings konn­te Wer­ner Rose die Orgel aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr ganz fer­tig­stel­len. Der Orgel­bau­er Andre­as Hem­mer­lein aus Cadolz­burg über­nahm die Voll­endung des Instru­ments, das dann im Wohn­zim­mer des Erbau­ers sei­nen Platz fand, bis Wer­ner Rose 2015 mit 84 Jah­ren starb. 

Mein Vater war schon als jun­ger Mann ein Orgel­freak“, erin­nert sich Wer­ner Roses Sohn Chris­toph, Kir­chen­mu­si­ker und Musik­leh­rer in Pas­sau. Sein Vater nahm des­halb u.a. beim bekann­ten Kir­chen­mu­si­ker und Kom­po­nis­ten Hein­rich Rohr Unter­richt. Er über­leg­te auch, Kir­chen­mu­sik zu stu­die­ren, ent­schied er sich dann aber doch anders. Sein Geld ver­dien­te er als Maschi­nen­bau­in­ge­nieur im Kraft­werks­bau. Die Köni­gin der Instru­men­te blieb frei­lich immer prä­sent und der Orgel­bau wur­de zur Passion. 

Nach dem Tod des hand­werk­li­chen Genies erb­te Sohn Chris­toph das Meis­ter­stück. Gemein­sam mit sei­ner Schwes­ter ent­schied er, dass die Orgel dort­hin kommt, wo sie auch genutzt wird“. Die Dom­mu­sik dürf­te da genau der rich­ti­ge Ort sein.

Für unse­re Pro­ben ist die­ses Instru­ment per­fekt“, freut sich Dom­ka­pell­meis­ter Unter­gug­gen­ber­ger. Wenn nicht gera­de Coro­na den Unter­richt lahm­legt, kom­men über 60 Kin­der und Jugend­li­che regel­mä­ßig zu den Chor­pro­ben. Auch eine zwei­te Hoff­nung von Unter­gug­gen­ber­ger könn­te auf­ge­hen: Viel­leicht bekommt ja der ein oder ande­re Lust, Orgel zu ler­nen.“ Eine ers­te Anfra­ge gibt es bereits.

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Wolfgang Krinninger

Chefredakteur