Foto: Georg Hahn
Mit einem Festgottesdienst und der Segnung der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Atzberg fand die aufwändige Sanierung der Kirche nun einen würdigen Abschluss.
Nur strahlende Gesichter gab es an diesem Festtag in der Kirche und auf dem gesamten Gelände rund um das Gotteshaus, denn das Gotteshaus erstrahlt nun wieder in neuem, wunderbarem Glanz. Die Sanierung wurde in mehreren Abschnitten vom April 2025 bis zum Jahresende über die Bühne gebracht. Nach dem Pfarrheim, dem Pfarrhof und den beiden Friedhöfen ist nun auch die Wallfahrtskirche in Atzberg ein wahres Schmuckstück geworden.
Mit einem Kostenaufwand von 300.000 Euro sind die vielfältigen Renovierungen nun endgültig abgeschlossen. Erfreulicherweise wurde durch Hand- und Spanndienste einschließlich Bauleitung und einer Reihe von Eigenleistungen mit über 600 Stunden die veranschlagte Summe nicht überschritten, berichtete Kirchenpfleger Josef Kellhuber bei seiner Bilanz im Rahmen des kleinen Festaktes. Von der Diözese nannte er einen Zuschuss in der Höhe von 150.000 Euro. Weitere Zuschüsse kamen von der Gemeinde (20.000 Euro), Spendenaktion (34.200 Euro) sowie vom Bezirk Niederbayern (10.000 Euro). Der verbleibende Rest von 68.300 Euro konnte aus den Rücklagen der Pfarrkirchenstiftung entnommen werden, ohne dass die Pfarrei Schulden aufweise. Fast alles am Gebäude wurde „umgedreht“ bei der Sanierung, wie aus der ausführlichen Bilanz hervorging. Sehr aufwändig war natürlich die neue Dachlattung mit Eindeckung der Biberschwänze. Vorausgegangen waren aufwändige Maurerarbeiten am Gesims, damit künftig Lufteintritt am Dachstuhl möglich ist, sowie die Entfernung des Schutts mit einem Saugbagger. Auch bei der Sakristei wurde der Dachstuhl komplett erneuert. Sehr hoch hinaus ging es beim Turm bei der Stabilisierung der Außenmauern, da beim gleichzeitigen Läuten der zwei Glocken sehr heftige Schwingungen entstanden. Herausfordernd war die Abnahme des Kreuzes und der Kugel mit der Vergoldung. „Bauchschmerzen“ machten bei der Sanierung zudem die erheblichen Schäden beim Fundament und dem Außenputz sowie Mauerrisse. Am gesamten Gebäude wurden die Dachrinnen, sonstige Kupferbleche und die Blitzschutzanlage erneuert.
Viel Aufwand erforderte zudem im Innenbereich die Sanierung von schimmeligen Bereichen. Im Außenbereich wurde das gesamte Gebäude gestrichen. Eine neue Infotafel am Eingang, gesponsert von Dr. Michael Zauner, zeigt die historischen Daten der Kirche. Besonders bedankte sich Josef Kellhuber bei seinen zahlreichen Helfern, welche diese Maßnahme in hohem Umfang unterstützten. Maßgeblich zu dieser Punktlandung beigetragen habe auch Josef Peindl als Planer, Bauleiter und Problemlöser. Nachdem wieder alles an seinem Platz stehe, so Kirchenpfleger Kellhuber, sei der Alltag in der Kirche wieder eingekehrt – aber jetzt in einem „herrlichen beeindruckenden Wohnzimmer Gottes“. Der besondere Dank bei der Abschlussfeier galt allen beteiligten Firmen und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, aber auch den vielen Pfarrangehörigen, Vereinen und der politischen Gemeinde, die sich mit großherzigen Spenden engagierten. Als Ergebnis dieser Gemeinschaftsleistung steht die Kirche nun wieder in einem sehr guten baulichen Zustand unter der Obhut der Kirchenpatronin Maria, welche auch künftig ihre schützende Hand über diesen wunderbaren Ort halten möge.
Im Namen der Gemeinde gratulierte 2. Bürgermeister Georg Hahn zu dieser gelungenen Sanierung und bedankte sich bei den unermüdlichen Helfern.
Begonnen hatte der besondere Festtag mit einem erhebenden Gottesdienst durch Pater Josef und Diakon Alfred Daubenmerkl. Ein besonderes Schmankerl bot dabei die musikalische Umrahmung durch die Gruppe „Bama acapella musica“, welche die „Kleine Messe“ von Anette Thoma zur Aufführung brachte. In Begleitung von Angelika Baumann am Hackbrett, Theresa Kapsegger, Geige, Bernadette Heinrich, Gitarre, Luisa Heinrich, Kontrabass, und Sepp Hummelsperger am Akkordeon erlebten alle Anwesenden an diesem Festtag einen wahren Hochgenuss. Pater Josef würdigte vor allem die Leistung der Menschen, die dazu beigetragen haben, dass diese Kirche nun wieder so schön dasteht. Er ermunterte die Gottesdienstbesucher, sich wieder einmal bewusst Zeit zu nehmen für ein Gebet oder für die Mitfeier der heiligen Messe: „Gott wieder einmal bewusst für etwas danken, das im Alltag selbstverständlich geworden ist. Denn unser Glaube ist etwas Wertvolles, das gepflegt werden möchte. Und dafür brauchen wir auch unsere Kirchen.“ Der Mensch brauche Orte, an denen er für einen Moment aus seinem Alltag herauskommen könne. Gerade die kleinen Nebenkirchen hätten dabei einen besonderen Wert. „Sie gehören zu unseren Dörfern, zu unserer Heimat und zu unserer Geschichte.“ Menschen hätten hier seit Generationen Gott für glückliche Stunden gedankt, in schweren Zeiten Trost gesucht und ihre Verstorbenen seinem Erbarmen anvertraut. „Nun hat unsere Generation Verantwortung übernommen und dafür gesorgt, dass diese Kirche auch für die Menschen nach uns erhalten bleibt. Darauf dürfen wir stolz und dafür dürfen wir dankbar sein.“ Aber das schönste Dankeschön für alle, die bei der Renovierung mitgeholfen haben, wäre, wenn diese Kirche auch weiterhin mit Leben erfüllt bleibt, betonte der Geistliche. „Wenn hier gebetet und gesungen wird, wenn hier Kinder und Erwachsene zusammenkommen, wenn hier Menschen ihren Glauben feiern und neue Kraft für ihren Alltag bekommen.“
Text und Foto: Georg Hahn