Bistum

Ja – er ist mit dem Radl da!

Redaktion am 31.08.2026

Info Icon Foto: Uschi Friedenberger
Kraftort Naturfriedhof Tannöd: Hier führt eine der Lieblings-Radlstrecken von Dompropst em. Hans Striedl vorbei.

Aus unserer Serie „Unsere Priester und ihre Hobbys“: Hans Striedl tritt jeden Tag in die Pedale

Wer kommt denn da so flott und gut gelaunt daher gera­delt? Es ist der 82-jäh­ri­ge Dom­propst em. Hans Striedl mit sei­nem E‑Bike. Das Gefährt ist sein lie­ber Beglei­ter auf zahl­rei­chen kur­zen und län­ge­ren Tou­ren. Er schmun­zelt: Frü­her hat­te ich ein eher pri­mi­ti­ves All­tags­radl. Und mei­ne Hau­zen­ber­ger Rad­freun­de haben dann schon gestöhnt, wenn ich wie­der mit mei­nem alten Kar­ren dazu­ge­kom­men bin.“ Des­halb habe er sich vor zwei Jah­ren ein moder­nes Trek­king-Rad mit brei­ten, grif­fi­gen Rei­fen und einem guten Akku gekauft, so dass er es jetzt zum Bei­spiel nach Alt­öt­ting ohne stän­di­ges Auf­la­den schafft.

An die­ser Stel­le im Bis­tums­blatt las­sen wir unse­re Pries­ter über Gott und die Welt und ihre Hob­bys zu Wort kom­men. Heu­te erzählt der frü­he­re Dom­propst Hans Striedl über sei­ne Lei­den­schaft, das Rad­fah­ren: Erst als ich 2003 nach Pas­sau gekom­men bin, habe ich so rich­tig mei­ne Lie­be zum Rad­fah­ren ent­deckt. Die Jah­re vor­her in den Pfar­rei­en drau­ßen stan­den ande­re Hob­bys wie das Berg­stei­gen im Mit­tel­punkt. Der Drang zum Rad­fah­ren ist dann mit jedem Jahr inten­si­ver gewor­den, weil ich gemerkt habe, das Radeln tut auch der Gesund­heit gut und bringt mich wie­der in Schwung. Das Gehen ist ja doch von Jahr zu Jahr ein biss­chen müsa­mer gewor­den. Und beim Rad­fah­ren mer­ke ich nichts, da wer­de ich immer akti­ver. Da kann ich abends sagen, heut hab ich mich wie­der ein bis­serl geschun­den. Das tut mir gut!“ Und so habe er sich direkt vor­ge­nom­men, wenn das Wet­ter halb­wegs mit­spielt, sich jeden Tag wenigs­tens für eine Stun­de aufs Zwei­rad zu schwin­gen: Das Radeln ist aber für mich mehr als nur Sport oder Bewe­gung an der fri­schen Luft. Ich ent­de­cke immer wie­der etwas Neu­es, ein Weg­kreuz zum Bei­spiel oder einen beson­ders schö­nen Baum. Und dann stau­ne ich immer wie­der aufs Neue über Got­tes schö­ne Welt!“

Info Icon Foto: Uschi Friedenberger
Die Radl-Touren führen Hans Striedl auch oft beim wunderschön gelegenen Natur-Friedhof in Tannöd (Gemeine Büchlberg) vorbei.

Heu­te absol­viert er eine sei­ner Lieb­lings­run­den: Da geht‘s von Pas­sau raus über die Obe­rilz­müh­le, Straß­kir­chen nach Tannöd. Dann rüber nach Büchl­berg, wo ich mir in einer Piz­ze­ria zwei Kugeln Hasel­nuss-Eis geneh­mi­ge und dann geht‘s wei­ter über Mit­ter­brünst und Thyr­n­au und über die Sport­an­la­gen von Grub­weg und den Klos­ter­berg wie­der run­ter in die Stadt Pas­sau.“ Für die­se Tour neh­me er sich dann schon mal drei bis vier Stun­den Zeit: Ich bin kein Rad­fah­rer, der Kilo­me­ter run­ter­dre­schen will, ich mag ja auch Zeit zum Ver­wei­len, die Land­schaft genie­ßen und unter­wegs Leu­te tref­fen oder Besu­che machen.“

Einen Zwi­schen­stopp gibt’s immer im Natur­fried­hof Tannöd bei Büchl­berg – und das aus gutem Grund: Seit ich eini­ge Beer­di­gun­gen hier gehal­ten habe von Men­schen, die mir viel bedeu­tet haben, ist mir die­ser Ort sehr wich­tig gewor­den. Da kann ich dann an die Grab­stel­len gehen, ein kur­zes Gebet spre­chen. Und ich ent­de­cke in die­ser wun­der­schö­nen Anla­ge hier immer wie­der etwas Neu­es“. Wenn er mit den Rad­freun­den aus Hau­zen­berg unter­wegs ist, füh­ren die Fahr­ten zum Bei­spiel an der Donau ent­lang zur Schlö­ge­ner Schlin­ge mit einer schö­nen Ein­kehr, denn Gesel­lig­keit sei ja auch wich­tig. Län­ge­re Tou­ren füh­ren zum Bei­spiel nach Süd­ti­rol oder ins Allgäu.

Auf­ge­wach­sen ist Hans Striedl mit neun Geschwis­tern in Otters­kir­chen. Er war von den sie­ben Buben der Jüngs­te. 1970 wur­de er zum Pries­ter geweiht, war Kaplan in Hau­zen­berg, dann Pfar­rer in Frau­en­au, Pas­sau-Grub­weg und Vilshofen.

2003 führ­te ihn sein Weg nach 33 Berufs­jah­ren drau­ßen in den Pfar­rei­en zurück nach Pas­sau, wo er 2005 ins Dom­ka­pi­tel auf­ge­nom­men wur­de. Ab 2009 wirk­te er bis zu sei­nem Ruhe­stand im Jahr 2014 als Dom­propst und als Per­so­nal­re­fe­rent. Da woll­te ich vor allem Brü­cken­bau­er sein und immer wie­der zur Ver­stän­di­gung bei­tra­gen“, so Hans Striedl.

Sein Wunsch für die Zukunft? Ich wür­de ein­fach den Herr­gott bit­ten, dass ich mich noch lan­ge immer wie­der aufs Radl schwin­gen kann, in der herr­li­chen Natur und mit Freun­den unter­wegs sein kann zu schö­nen Zie­len. Ich möch­te halt nicht ver­ein­sa­men, son­dern immer noch unter den Leu­ten sein kön­nen. Das wäre mein Wunsch!“

Ursula
Friedenberger

Redakteurin

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