Foto: Barbara Osdarty
Sich ganz Gott anvertrauen – Frauen und Männer, die sich für ein geweihtes Leben entscheiden, sind genau dazu bereit. Und zwar nicht nur für sich, sondern stellvertretend für alle Menschen. Der „Tag des geweihten Lebens“ ist eine Gelegenheit, dafür zu danken.
2. Februar – ein düsterer Wintertag kurz vor dem Abend: Der Innenraum der Votivkirche in Passau ist dämmrig, nicht einmal das viele Gold der Heiligenfiguren vermag den Ort zu erhellen. Dann werden die Kerzen entzündet. Das Licht wandert von Hand zu Hand, und mit jeder neu auflodernden Flamme wächst das Strahlen, breitet sich wohlige Wärme aus.
Foto: Barbara Osdarty
Die Segnung der Kerzen und die Weitergabe des Lichtes, womit die Feier zum „Tag des geweihten Lebens“ traditionell beginnt, sind Momente voll tiefer Symbolik: Christus, das Licht, das kommt, um die Welt zu erleuchten, erstrahlt hell in den Händen gerade jener Männer und Frauen, die sich entschieden haben, ihr Leben ganz in Gottes Hand zu legen.
Es sind vor allem Ordensleute, die der Einladung von Ordensreferent Dr. Franz Haringer gefolgt sind, den „Tag des geweihten Lebens“ gemeinsam in der Votivkirche zu begehen, daneben aber beispielsweise auch Angehörige von Säkularinstituten. Die Geweihten dankten Gott an dem Tag dafür, dass er sie zu dem von ihnen gewählten Leben in Armut, Gehorsam und Keuschheit berufen hat, aber auch dafür, dass diese Lebensform sie über die Ordensgrenzen hinweg zu einer großen Gemeinschaft verbindet. Diese Gemeinschaft feierten sie im Anschluss an die Vesper mit einem Beisammensein in den Räumlichkeiten der Passauer Maristen.
Und nicht nur die Ordensleute sagten Dank: Die anwesenden Gläubigen haben mit ihrem Mitfeiern bezeugt, welchen Wert das geweihte Leben innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft hat und dass auch sie Dankbarkeit empfinden dafür, dass Menschen sich für diesen Weg entscheiden.
Weil sich der Todestag Franz von Assisis 2026 zum achthundertsten Mal jährt, rückte ihn Dr. Haringer im Rahmen der Vesper in den Mittelpunkt: Er, der „alter Christus“, sei seinem Herrn ganz nahe gekommen, ihm gleich geworden, weil er das Evangelium in all seiner Radikalität verstand und lebte. Ohne Verharmlosungen, ohne Umdeutungen – kurz gesagt: ohne Weichzeichner.
So sei er Ansporn und Vorbild für alle, nicht nur für die Geweihten, und lasse gleichzeitig gerade dadurch, dass er „aufs Ganze geht“, das Frohe der christlichen Botschaft aufscheinen.



