Wallfahrt

„Wir brauchen das Gebet“

Redaktion am 13.07.2025

Bischof Stefan Oster SDB mit Initiator Manfred Benkert vor dem „Mama-Mobil“, mit dem letzterer regelmäßig durch Deutschland tourt. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Sternwallfahrt der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“. Bischof Stefan Oster SDB mit Initiator Manfred Benkert vor dem „Mama-Mobil“, mit dem letzterer regelmäßig durch Deutschland tourt.

Die Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ engagiert sich für Frieden und Einheit. Zu ihrer Sternwallfahrt am 12. Juli in Altötting kamen rund 1000 Teilnehmer mit u.a. Passaus Bischof Stefan Oster SDB – und Papst Leo XIV. sandte einen Gruß aus Rom.

Selbst das kleins­te Gebet ist wich­tig in den Augen des Him­mels“, beton­te am Nach­mit­tag Dia­kon Georg Mayr-Meln­hof in sei­nem Vor­trag in der St. Anna-Basi­li­ka. Soll­te er recht haben, dann bekom­men die Augen des Him­mels aktu­ell viel zu sehen: an 850 Orten in Deutsch­land beten laut Initia­tor Man­fred Ben­kert mitt­ler­wei­le Men­schen regel­mä­ßig an öffent­li­chen Orten den Rosen­kranz um Ein­heit und Frie­den – um Frie­den welt­weit, aber auch in der Gesell­schaft und in der Fami­lie. ​„Pil­ger der Hoff­nung“ wol­len die Beter sein, wie Ben­kert am Ende des Fest­got­tes­diens­tes am Vor­mit­tag in der Basi­li­ka beton­te – dies jedoch nicht nur im Hei­li­gen Jahr 2025, ​„son­dern eigent­lich immer“. Die Mut­ter­got­tes sei das ​„Band, das uns alle ver­bin­det“, sag­te er. Und um die­se Ver­bun­den­heit mit der ​„Frie­dens­kö­ni­gin“ zu ver­deut­li­chen, reist Man­fred Ben­kert regel­mä­ßig mit einer Fati­ma-Madon­na in sei­nem ​„Mama-Mobil“ durch Deutsch­land zu ein­zel­nen Gebets­ver­an­stal­tun­gen – am 12. Juli stand die Sta­tue zen­tral im Altarraum.

Stefan Oster SDB begrüßt die Besucher des Festgottesdienstes in der Basilika; im Vordergrund eine Fatima Madonna. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Sternwallfahrt der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“. Bischof Stefan Oster SDB begrüßt die Besucher des Festgottesdienstes in der Basilika; im Vordergrund eine Fatima Madonna.

Ein Ein­satz, den offen­sicht­lich auch der Papst sehr schätzt. Bischof Oster ver­las am Ende des Got­tes­diens­tes eine von Nun­ti­us Niko­la Etero­vic unter­schrie­be­ne Urkun­de, mit der Leo XIV. allen bei der Stern­wall­fahrt ver­sam­mel­ten Gläu­bi­gen ​„von Her­zen den apos­to­li­schen Segen“ erteil­te: ​„Möge ein bei­spiel­haf­tes Mit­ein­an­der immer mehr Men­schen anspre­chen und zum Ein­satz für den Frie­den ermutigen.“

Sternwallfahrt der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ – Impressionen

„Wir brau­chen das Gebet“, stell­te Bischof Oster ein­gangs des Got­tes­diens­tes fest: Es erneue­re ​„unser Herz“ und rich­te es aus auf den Herrn. Anhand des Evan­ge­li­ums (Joh2,1 – 12) und vor allem anhand der Lesung (Offb 12) erläu­ter­te der Bischof in sei­ner Pre­digt wesent­li­che Grund­la­gen der Mari­en­fröm­mig­keit. Die Got­tes­mut­ter sei die neue, ​„leben­di­ge“ Bun­des­la­de; durch sie sei das ​„leben­di­ge Wort Got­tes“ (ent­spre­chend der von Mose emp­fan­ge­nen Geset­zes­ta­feln Got­tes in der Bun­des­la­de), ​„das Brot des Lebens“ (Bun­des­la­de: Man­na) und ​„der ein­zi­ge Hohe­pries­ter, der die­sen Namen wirk­lich ver­dient hat“ (Bun­des­la­de: Aaron­stab) in die Welt gekom­men, erklär­te er die Visio­nen des Apos­tel Johan­nes im letz­ten Buch des Neu­en Tes­ta­ments. Der Text über­blen­de zwei Gestal­ten: die Mut­ter des Herrn und die Kir­che. Auch die Kir­che sei eine Frau, beton­te Bischof Oster. Und Kir­che sei die Gemein­schaft all derer, in denen Gott wohnt. Alle Men­schen sei­en dazu beru­fen, zur Woh­nung Got­tes zu wer­den. Wahr­haf­ter Frie­de und ech­te Freu­de erwar­te all die­je­ni­gen, ​„die mit Jesus anfan­gen zu lie­ben“; Bischof Oster warn­te aber auch: ​„Wer den Herrn in sich sein lässt, dem kos­tet das was“; im schlimms­ten Fall sogar das (irdi­sche) Leben. Die aktu­el­len Kri­sen und Krie­ge welt­weit mach­ten deut­lich, dass kein (irdi­sches) Leben ohne Schmerz, kei­ne Freu­de ohne Leid zu haben – und dass gera­de jetzt ein Gebet um Frie­den umso dring­li­cher ist. ​„Stär­ken wir uns gegen­sei­tig“, appel­lier­te Bischof Oster an die Rosen­kranz-Beter. ​„Erzäh­len wir vom Frie­den, den es bringt, mit der Mut­ter­got­tes unter­wegs zu sein.“

Initiator Manfred Benkert in der Basilika mit einem Rosenkranz in den Händen. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Sternwallfahrt der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“. Initiator Manfred Benkert in der Basilika mit einem Rosenkranz in den Händen.

Ruhe zu fin­den im Rosen­kranz-Gebet und in der Eucha­ris­ti­schen Anbe­tung stand am frü­hen Nach­mit­tag auf dem Pro­gramm. Kapu­zi­ner­bru­der Mari­nus Par­zin­ger berei­cher­te die Anbe­tung mit Betrach­tun­gen. Nach einer Ves­per am spä­ten Nach­mit­tag fan­den eine Rosen­kranz­pro­zes­si­on zur Gna­den­ka­pel­le und eine Mari­en­wei­he statt. Wäh­rend der Pro­zes­si­on wur­de das ​„Gegrü­ßet seist du, Maria“ in zehn Spra­chen gespro­chen: ita­lie­nisch, kroa­tisch, fran­zö­sisch, spa­nisch, rumä­nisch, pol­nisch, korea­nisch, afri­ka­nisch, rus­sisch und ukrai­nisch. Zwar mögen die Men­schen ver­schie­de­nen Natio­nen ange­hö­ren, aber im Namen Got­tes sei­en sie ver­eint, erläu­ter­te Man­fred Benkert.

Dass Gebe­te eine Wir­kung ent­fal­ten kön­nen, davon ist Dia­kon Mayr-Meln­hof fest über­zeugt. In sei­nem Vor­trag erzähl­te er vor allem Zeug­nis­se; u.a. vom Fran­zis­ka­ner-Pater Petrus Pav­li­cek, der den ​„Rosen­kranz-Süh­ne­kreuz­zug um den Frie­den in der Welt“ begrün­det hat­te; außer­dem berich­te­te er über den bewe­gen­den Abschied von einem 15-jäh­ri­gen, tief­gläu­bi­gen Mäd­chen, das erst im Juni bei einem Amok­lauf in einer Schu­le in Graz ums Leben gekom­men ist – zu dem Abschied kamen fast 900 über­wie­gend jun­ge Beter. Mayr-Meln­hof sag­te: ​„Da wo wir mit Jesus gehen, wird das Licht immer über die Fins­ter­nis siegen.“

Michael
Glaß

Redakteur

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