Foto: Roswitha Dorfner
Die Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ engagiert sich für Frieden und Einheit. Zu ihrer Sternwallfahrt am 12. Juli in Altötting kamen rund 1000 Teilnehmer mit u.a. Passaus Bischof Stefan Oster SDB – und Papst Leo XIV. sandte einen Gruß aus Rom.
Selbst das kleinste Gebet ist wichtig in den Augen des Himmels“, betonte am Nachmittag Diakon Georg Mayr-Melnhof in seinem Vortrag in der St. Anna-Basilika. Sollte er recht haben, dann bekommen die Augen des Himmels aktuell viel zu sehen: an 850 Orten in Deutschland beten laut Initiator Manfred Benkert mittlerweile Menschen regelmäßig an öffentlichen Orten den Rosenkranz um Einheit und Frieden – um Frieden weltweit, aber auch in der Gesellschaft und in der Familie. „Pilger der Hoffnung“ wollen die Beter sein, wie Benkert am Ende des Festgottesdienstes am Vormittag in der Basilika betonte – dies jedoch nicht nur im Heiligen Jahr 2025, „sondern eigentlich immer“. Die Muttergottes sei das „Band, das uns alle verbindet“, sagte er. Und um diese Verbundenheit mit der „Friedenskönigin“ zu verdeutlichen, reist Manfred Benkert regelmäßig mit einer Fatima-Madonna in seinem „Mama-Mobil“ durch Deutschland zu einzelnen Gebetsveranstaltungen – am 12. Juli stand die Statue zentral im Altarraum.
Foto: Roswitha Dorfner
Ein Einsatz, den offensichtlich auch der Papst sehr schätzt. Bischof Oster verlas am Ende des Gottesdienstes eine von Nuntius Nikola Eterovic unterschriebene Urkunde, mit der Leo XIV. allen bei der Sternwallfahrt versammelten Gläubigen „von Herzen den apostolischen Segen“ erteilte: „Möge ein beispielhaftes Miteinander immer mehr Menschen ansprechen und zum Einsatz für den Frieden ermutigen.“
Sternwallfahrt der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“ – Impressionen
„Wir brauchen das Gebet“, stellte Bischof Oster eingangs des Gottesdienstes fest: Es erneuere „unser Herz“ und richte es aus auf den Herrn. Anhand des Evangeliums (Joh2,1 – 12) und vor allem anhand der Lesung (Offb 12) erläuterte der Bischof in seiner Predigt wesentliche Grundlagen der Marienfrömmigkeit. Die Gottesmutter sei die neue, „lebendige“ Bundeslade; durch sie sei das „lebendige Wort Gottes“ (entsprechend der von Mose empfangenen Gesetzestafeln Gottes in der Bundeslade), „das Brot des Lebens“ (Bundeslade: Manna) und „der einzige Hohepriester, der diesen Namen wirklich verdient hat“ (Bundeslade: Aaronstab) in die Welt gekommen, erklärte er die Visionen des Apostel Johannes im letzten Buch des Neuen Testaments. Der Text überblende zwei Gestalten: die Mutter des Herrn und die Kirche. Auch die Kirche sei eine Frau, betonte Bischof Oster. Und Kirche sei die Gemeinschaft all derer, in denen Gott wohnt. Alle Menschen seien dazu berufen, zur Wohnung Gottes zu werden. Wahrhafter Friede und echte Freude erwarte all diejenigen, „die mit Jesus anfangen zu lieben“; Bischof Oster warnte aber auch: „Wer den Herrn in sich sein lässt, dem kostet das was“; im schlimmsten Fall sogar das (irdische) Leben. Die aktuellen Krisen und Kriege weltweit machten deutlich, dass kein (irdisches) Leben ohne Schmerz, keine Freude ohne Leid zu haben – und dass gerade jetzt ein Gebet um Frieden umso dringlicher ist. „Stärken wir uns gegenseitig“, appellierte Bischof Oster an die Rosenkranz-Beter. „Erzählen wir vom Frieden, den es bringt, mit der Muttergottes unterwegs zu sein.“
Foto: Roswitha Dorfner
Ruhe zu finden im Rosenkranz-Gebet und in der Eucharistischen Anbetung stand am frühen Nachmittag auf dem Programm. Kapuzinerbruder Marinus Parzinger bereicherte die Anbetung mit Betrachtungen. Nach einer Vesper am späten Nachmittag fanden eine Rosenkranzprozession zur Gnadenkapelle und eine Marienweihe statt. Während der Prozession wurde das „Gegrüßet seist du, Maria“ in zehn Sprachen gesprochen: italienisch, kroatisch, französisch, spanisch, rumänisch, polnisch, koreanisch, afrikanisch, russisch und ukrainisch. Zwar mögen die Menschen verschiedenen Nationen angehören, aber im Namen Gottes seien sie vereint, erläuterte Manfred Benkert.
Dass Gebete eine Wirkung entfalten können, davon ist Diakon Mayr-Melnhof fest überzeugt. In seinem Vortrag erzählte er vor allem Zeugnisse; u.a. vom Franziskaner-Pater Petrus Pavlicek, der den „Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden in der Welt“ begründet hatte; außerdem berichtete er über den bewegenden Abschied von einem 15-jährigen, tiefgläubigen Mädchen, das erst im Juni bei einem Amoklauf in einer Schule in Graz ums Leben gekommen ist – zu dem Abschied kamen fast 900 überwiegend junge Beter. Mayr-Melnhof sagte: „Da wo wir mit Jesus gehen, wird das Licht immer über die Finsternis siegen.“



