Wallfahrt

Altötting: Heiter bis wolkig

Redaktion am 23.10.2023

2023 10 23 pb alb pilgerleitertagung1 Foto: Roswitha Dorfner
Mit Zuversicht in die Zukunft blicken: Das wünschte Wallfahrtsrektor Klaus Metzl (am Mikrofon) allen Anwesenden im Begegnungszentrum St. Christophorus.

Bei der jährlichen Pilgerleitertagung hatten die zirka 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Grund zur Freude, äußerten aber auch deutliche Kritik vor allem an der Gastronomie im Wallfahrtsort.

Wer schon am Eröff­nungs­got­tes­dienst am Sams­tag, 21. Okto­ber um elf Uhr in der St. Kon­rad-Kir­che teil­nahm, war klar im Vor­teil. Denn in sei­ner Pre­digt hat­te Wall­fahrts­rek­tor und Kapel­lad­mi­nis­tra­tor Klaus Metzl bereits das Wall­fahrts­mot­to für 2024 vor­ge­stellt: Ich bin der Weg. Nie­mand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Dar­auf nahm er nach dem Mit­tag­essen im Tagungs­saal des Begeg­nungs­zen­trums St. Chris­to­pho­rus noch­mals Bezug. Der­zeit sei ja viel von Syn­ode oder syn­oda­lem Weg die Rede, so Metzl. Und Syn­oda­li­tät hei­ße nichts Ande­res als auf dem Weg sein: Wir sind mit Chris­tus auf dem Weg, und er ist der Weg“. Auch die Wall­fah­rer sei­en so auf dem Weg zur Mut­ter­got­tes von Alt­öt­ting, die uns wie­der­um zu Jesus führe.

In sei­ner Ein­füh­rung stell­te der Wall­fahrts­rek­tor dann noch kurz den neu­en Wall­fahrts­ka­len­der vor und ermun­ter­te die Pil­ger­füh­rer, doch eini­ge Exem­pla­re mit­zu­neh­men und daheim zu ver­tei­len. Dann erläu­ter­te er, dass die Admi­nis­tra­ti­on stark ange­fragt sei für Radio- und TV-Über­tra­gun­gen. Ich bin anfangs skep­tisch gewe­sen“, gab Metzl offen zu. Doch das For­mat habe sich in der Coro­na-Zeit bes­tens bewährt und wer­de wei­ter inten­siv genutzt – von Gläu­bi­gen, die ent­we­der nicht mehr selbst an den Gna­den­ort kom­men könn­ten oder ger­ne öfter Got­tes­diens­te aus Alt­öt­ting ver­fol­gen möch­ten. So wer­de das Ange­bot ab Novem­ber noch­mals erwei­tert um die Über­tra­gung des Sonn­tag­abend-Got­tes­diens­tes aus der Stift­s­pfarr­kir­che sowie der Rora­te-Mes­sen im Advent. Die Basi­li­ka St. Anna dage­gen wer­de ab dem 8. Janu­ar (Ende des weih­nacht­li­chen Fest­krei­ses) bis zum 10. März (Früh­jahrs­haupt­fest der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on) geschlos­sen. Es sei ange­sichts der Ener­gie­kos­ten und ‑knapp­heit unver­ant­wort­lich, das gro­ße Got­tes­haus wäh­rend der besuchs­ar­men Win­ter­mo­na­te zu heizen.

Pilgerleitertagung 2023 – Impressionen

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Nach sei­nen Aus­füh­run­gen bat Wall­fahrts­rek­tor Metzl Pater David von den Pau­li­nern dar­um, die Ordens­ge­mein­schaft kurz vor­zu­stel­len. Die­se sind seit kur­zem als Nach­fol­ger der Brü­der Sama­ri­ter FLUHM für die Wall­fahrts- und Pfarr­seel­sor­ge mit ver­ant­wort­lich. Pater David über­nahm die Auf­ga­be in sei­ner unnach­ahm­lich humor­vol­len Art sehr gern – obwohl er gar nicht mit dem Tag gerech­net habe (er durf­te den erkrank­ten Pri­or P. Ben­ja­min Bakow­ski ver­tre­ten). Wir sind froh, dass wir da sein dür­fen“, bekräf­tig­te P. David, auch wenn er sich schon anhö­ren muss­te, Alt­öt­ting habe dem Gartl­berg die Patres geklaut. Mit Blick auf das Ordens­ge­wand der Pau­li­ner mein­te P. David, wir sind wei­ße – und hof­fent­lich auch wei­se – Gestal­ten“. Er und sei­ne Mit­brü­der hoff­ten auf min­des­tens hun­dert Jah­re in Alt­öt­ting, und dann mal schau­en wie’s weitergeht.“

Es sei immer undank­bar, nach P. David zu spre­chen, ergriff dann Alt­öt­tings neu­er Dia­kon Ben­ja­min Bößen­roth das Wort – hat­te doch sein Vor­red­ner für etli­che Lacher im Publi­kum gesorgt. Bößen­roth sorg­te sei­ner­seits für Hei­ter­keit, indem er berich­te­te, mit drei Mona­ten aus Hes­sen nach Bay­ern ver­schleppt wor­den zu sein. Nun dür­fe er in Alt­öt­ting Brü­cken bau­en – die urei­ge­ne Auf­ga­be des Dia­kons –, wor­auf er sich sehr freue.

Von den humor­vol­len Bemer­kun­gen ließ sich auch Kapu­zi­ner­bru­der Mari­nus Par­zin­ger anste­cken, sei­nes Zei­chens stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor. Bru­der Bert­hold sei ja nun wie­der in Alt­öt­ting, berich­te­te Mari­nus und ergänz­te tro­cken: Immer wenn wir Klös­ter auf­lö­sen, bekom­men wir Brü­der und ande­re Sachen“. Er freue sich auf die Zusam­men­ar­beit mit den Pau­li­nern, so Br. Mari­nus wei­ter, die den Kapu­zi­nern mit ihrem wei­ßen Ordens­ha­bit bei gro­ßer Hit­ze deut­lich im Vor­teil sei­en. Wir über­le­gen, ob wir die Far­be wech­seln“, flachs­te der Kapu­zi­ner­guar­di­an nicht ganz ernst gemeint.

2023 10 23 pb alb pilgerleitertagung2 Foto: Roswitha Dorfner
„Wir werden unsere Wallfahrt 2024 aufpeppen“: Das sagte der Freisinger Pilgerführer Josef Zehetmaier in Bezug auf das Stadt- und Diözesanfest „1300 Jahre Korbinian in Freising“ im kommenden Jahr. Stolz präsentierte er den Kolleginnen und Kollegen sowie Kapuzinerbruder Marinus Parzinger (r.) das bereits vorbereitete Pilgerhalstuch.

Nach­dem Ver­si­che­rungs­fach­mann Patrick Zach von der Bischöf­li­chen Finanz­kam­mer Pas­sau den Tagungs­teil­neh­mern noch vie­le wert­vol­le Hin­wei­se zur Absi­che­rung einer Wall­fahrt mit auf den Weg gege­ben hat­te, ging es beim Tages­ord­nungs­punkt Aus­spra­che“ dann weni­ger humor­voll zu. Aus den Rei­hen der Pil­ger­lei­te­rin­nen und Pil­ger­lei­tern wur­de mit Nach­druck die man­gel­haf­te gas­tro­no­mi­sche Situa­ti­on in Alt­öt­ting kri­ti­siert: zu weni­ge Gast­wirt­schaf­ten, zu frü­he Schließ­zei­ten, zu hohe Prei­se, so der Tenor. Auch gebe es kei­nen Ort in der Nähe des Kapell­plat­zes, wo Wall­fah­rer mög­lichst von einer Über­da­chung geschützt in Ruhe ihre mit­ge­brach­te Brot­zeit essen könn­ten oder sich wenigs­tens an einem Auto­ma­ten mit Geträn­ken ver­sor­gen könnten. 

Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen, der gemein­sam mit Tou­ris­mus-Che­fin Ulri­ke Kir­nich der gesam­ten Ver­an­stal­tung bei­wohn­te, nahm die Kri­tik mit viel Ver­ständ­nis ent­ge­gen. Er bat aber um Zeit, da die Stadt bei pri­vat­wirt­schaft­li­chen Ange­bo­ten nur begrenz­te Hand­lungs­mög­lich­kei­ten habe. Gemein­sam mit Admi­nis­tra­tor Klaus Metzl sei er aber an den The­men dran. So gebe es ers­te Über­le­gun­gen für einen Pavil­lon und einen Geträn­ke­au­to­ma­ten. Prä­lat Metzl ergänz­te, man wer­de ver­su­chen, zumin­dest für die ganz gro­ßen Wall­fahr­ten Puf­fer­lö­sun­gen“ zu fin­den in Koope­ra­ti­on mit der Gas­tro­no­mie und den Pilgerleitern.

Das wur­de vom Publi­kum wohl­wol­lend zur Kennt­nis genom­men – wie auch die Abschieds­wor­te des Strau­bin­ger Pil­ger­lei­ters Sepp Dre­scher, der die Ver­ant­wor­tung nach 22 Jah­ren heu­er in jün­ge­re Hän­de abge­ge­ben hat­te: Es waren wirk­lich schö­ne Zei­ten!“ Ihm sowie allen Anwe­sen­den sag­te Wall­fahrts­rek­tor und Gast­ge­ber Metzl abschlie­ßend ein herz­li­ches Vergelt‘s Gott – und ermu­tig­te: Dea­ma wei­da! Die Mut­ter­got­tes ist da und freut sich über jeden, der kommt.“

Wolfgang Terhoerst

Wolfgang Terhörst

Redaktionsleiter

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