Kirche vor Ort

Pater Benjamin Bakowski wird Generaloberer des Paulinerordens

Redaktion am 10.03.2026

Die Mitbrüder beglückwünschen Pater Benjamin Bakowski. Info Icon Foto: Pressebüro Jasna Gora/Krysztof Swiertok
Gratulantenschar: Die Mitbrüder beglückwünschen Pater Benjamin Bakowski (l.) zu seiner Wahl zum Generaloberen des Paulinerordens.

Stellvertretender Wallfahrtsrektor von Altötting und deutscher Provinzial wurde vom Generalkapitel in Tschenstochau gewählt.

Pater Ben­ja­min wur­de am 5. März im pol­ni­schen Natio­nal­hei­lig­tum auf dem Hel­len Berg (Jas­na Góra), dem Haupt­sitz des Pau­li­ner­or­dens mit welt­weit fast 500 Mön­chen gewählt. Er ist 52 Jah­re alt und stammt aus Bra­nice, Diö­ze­se Opo­le in Polen. Sei­ne ers­te Ordens­pro­fess leg­te er am 8. Sep­tem­ber 1994 ab, die ewi­ge Pro­fess am 25. März 1999. Am 10. Juni 2000 wur­de er zum Pries­ter geweiht.

Pater Gene­ral Ben­ja­min Bakow­ski äußer­te sich unmit­tel­bar nach sei­ner Wahl gegen­über den Medi­en in Jas­na Góra: Es ist mir eine gro­ße Freu­de, den Orden des Hei­li­gen Pau­lus des Ers­ten Ein­sied­lers lei­ten zu dür­fen, doch ich bin mir auch der damit ver­bun­de­nen gro­ßen Ver­ant­wor­tung bewusst; Ver­ant­wor­tung für unse­ren Orden, für unse­re Klös­ter, für vie­le Hei­lig­tü­mer – denn es geht nicht nur um Jas­na Góra, son­dern auch um vie­le ande­re Orte. Und es ist auch eine Ver­ant­wor­tung für die Kir­che, nicht für mich per­sön­lich, son­dern für den Orden. Ich wer­de mich nach Kräf­ten bemü­hen, mei­ner Beru­fung gerecht zu wer­den und mei­ne Mis­si­on best­mög­lich zu erfül­len“, erklär­te der neue Gene­ral der Paulinerpatres.

Ich ver­traue der Mut­ter Got­tes alles an, was mir heu­te wider­fah­ren ist, alles, was ich auf mich genom­men habe. In mei­nem Ordens- und Pries­ter­le­ben habe ich die meis­te Zeit mit der Mut­ter Got­tes in Mari­en­wall­fahrts­or­ten ver­bracht (…). Jeder von uns, die Pau­li­ner­pa­tres, ist beru­fen, der Mut­ter Got­tes nahe zu sein und ihre Herr­lich­keit zu ver­kün­den. Im Leben gibt es schwe­re Zei­ten, manch­mal Leid. Wir erle­ben jetzt die Fas­ten­zeit und wis­sen, dass das Kreuz in unser Leben ein­ge­schrie­ben ist. Doch wir müs­sen die­ses Kreuz tra­gen und vor­an­schrei­ten. Wir müs­sen der Mut­ter Got­tes nahe bleiben.”

Mariengelöbnis von Paulinerpater Benjamin Bakowski

Als Pau­li­ner­mönch ver­brach­te Pater Ben­ja­min den größ­ten Teil sei­nes pries­ter­li­chen Lebens außer­halb Polens. Nach sei­ner Pries­ter­wei­he wirk­te er ein Jahr in Stara Błot­ni­ca in Polen und anschlie­ßend fünf Jah­re in Rom. Die letz­ten 20 Jah­re war er in Deutsch­land tätig, davon sechs Jah­re als Pro­vin­zi­al – im Hei­lig­tum Maria­hilf in Pas­sau und im Natio­nal­hei­lig­tum Unse­rer Lie­ben Frau von Altötting.

Der Gene­ral­obe­re des Ordens erklär­te, die­se Erfah­rung im Dienst in Deutsch­land kön­ne hilf­reich sein: Jede Erfah­rung, die wir machen, ist wich­tig, auch wenn die jet­zi­ge Auf­ga­be viel umfas­sen­der ist. Was ich nach mei­nen Jah­ren in Deutsch­land vor allem sehe, ist die Treue zur Tra­di­ti­on, zur Leh­re der Kir­che. Das ist das Wich­tigs­te. Und das gilt für den gesam­ten Orden. (…) Auf der Tra­di­ti­on kann man etwas Grö­ße­res auf­bau­en. Die Men­schen wol­len und keh­ren wirk­lich zur Tra­di­ti­on, zu den Fun­da­men­ten zurück“, beton­te Pater Benjamin.

Unmit­tel­bar nach der Wahl ver­sam­mel­ten sich die Pau­li­ner­pa­tres und ‑brü­der in der his­to­ri­schen Biblio­thek von Jas­na Góra, um an der Amts­ein­füh­rung des neu­en Gene­ral­obe­ren des Ordens teil­zu­neh­men. Die offi­zi­el­le Bekannt­ga­be der Wahl erfolg­te durch den Vor­sit­zen­den des Kapi­tels, Pater Rafał Wilk. In der Kapel­le Unse­rer Lie­ben Frau san­gen die ver­sam­mel­ten Pau­li­ner­pa­tres und ‑brü­der ein fei­er­li­ches Te Deum, Wir loben dich, o Gott“. Nach dem Gebet ver­trau­te der Gene­ral­obe­re Maria sei­nen Dienst an (sie­he Zitat oben).

Paulinerpater Benjamin Bakowski am Mikro. Info Icon Foto: Pressebüro Jasna Gora/Krysztof Swiertok
Paulinerpater Benjamin Bakowski.

Pater Ben­ja­min erin­ner­te dar­an, dass der Pau­li­ner­or­den die gan­ze Welt umfasst: Lasst uns danach stre­ben, wo immer wir sind, dem Lehr­amt der Kir­che, der Hei­li­gen Schrift und unse­ren Kon­sti­tu­tio­nen treu zu sein. Lasst uns auch unse­rem Gewis­sen treu sein und alles im Geist der Lie­be und nicht des Zwangs tun“.

Der Gene­ral­obe­re übt die höchs­te Auto­ri­tät über alle Pro­vin­zen und Klös­ter welt­weit aus. Pater Ben­ja­min Bakow­ski ist der 87. Gene­ral des Pau­li­ner­or­dens. Er folgt auf Pater Arnold Chrap­kow­ski, der von 2014 an zwei Amts­zei­ten, also zwölf Jah­re, tätig war. Die Pau­li­ner­pa­tres sind der­zeit in 17 Län­dern vertreten,

vor­wie­gend in Euro­pa: Polen, Ita­li­en, Tsche­chi­en, Slo­wa­kei, Ungarn, Kroa­ti­en, Lett­land, Bela­rus, Ukrai­ne, Rumä­ni­en, Eng­land und Spa­ni­en sowie in Süd­afri­ka und Kame­run. Der Orden hat Pro­vin­zen in Deutsch­land, Aus­tra­li­en und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Er zählt ins­ge­samt fast 500 Mönche.

Text: Anna Prze­woz­nik / red

Weitere Nachrichten

Das glauben wir
14.07.2026

Der gute Gott und das Leid

Ob Gott Leid zulässt und wie sich Schmerz mit dem Glauben an seine Liebe vereinbaren lässt, gehört zu den…

Wallfahrt
14.07.2026

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Juli ist der Monat der landsmannschaftlichen Wallfahrten. Aber auch viele andere Pilger (-gruppen) kommen…

Das glauben wir
06.07.2026

Vom Suchen und Finden ...

Das Suchen ist ein Grundbedürfnis des Menschen, schreibt unsere Autorin im Editorial der Ausgabe 28-2026 –…

Vorträge
06.07.2026

„Der Glaube ist eine Kraft, die verwandelt, reinigt und heilt“

Drittes Benedikt XVI. Forum vom 1. bis 5. Juli in Altötting widmet sich der „Heilung durch den Glauben“.