Foto: Pressebüro Jasna Gora/Krysztof Swiertok
Stellvertretender Wallfahrtsrektor von Altötting und deutscher Provinzial wurde vom Generalkapitel in Tschenstochau gewählt.
Pater Benjamin wurde am 5. März im polnischen Nationalheiligtum auf dem Hellen Berg (Jasna Góra), dem Hauptsitz des Paulinerordens mit weltweit fast 500 Mönchen gewählt. Er ist 52 Jahre alt und stammt aus Branice, Diözese Opole in Polen. Seine erste Ordensprofess legte er am 8. September 1994 ab, die ewige Profess am 25. März 1999. Am 10. Juni 2000 wurde er zum Priester geweiht.
Pater General Benjamin Bakowski äußerte sich unmittelbar nach seiner Wahl gegenüber den Medien in Jasna Góra: „Es ist mir eine große Freude, den Orden des Heiligen Paulus des Ersten Einsiedlers leiten zu dürfen, doch ich bin mir auch der damit verbundenen großen Verantwortung bewusst; Verantwortung für unseren Orden, für unsere Klöster, für viele Heiligtümer – denn es geht nicht nur um Jasna Góra, sondern auch um viele andere Orte. Und es ist auch eine Verantwortung für die Kirche, nicht für mich persönlich, sondern für den Orden. Ich werde mich nach Kräften bemühen, meiner Berufung gerecht zu werden und meine Mission bestmöglich zu erfüllen“, erklärte der neue General der Paulinerpatres.
„Ich vertraue der Mutter Gottes alles an, was mir heute widerfahren ist, alles, was ich auf mich genommen habe. In meinem Ordens- und Priesterleben habe ich die meiste Zeit mit der Mutter Gottes in Marienwallfahrtsorten verbracht (…). Jeder von uns, die Paulinerpatres, ist berufen, der Mutter Gottes nahe zu sein und ihre Herrlichkeit zu verkünden. Im Leben gibt es schwere Zeiten, manchmal Leid. Wir erleben jetzt die Fastenzeit und wissen, dass das Kreuz in unser Leben eingeschrieben ist. Doch wir müssen dieses Kreuz tragen und voranschreiten. Wir müssen der Mutter Gottes nahe bleiben.”
Als Paulinermönch verbrachte Pater Benjamin den größten Teil seines priesterlichen Lebens außerhalb Polens. Nach seiner Priesterweihe wirkte er ein Jahr in Stara Błotnica in Polen und anschließend fünf Jahre in Rom. Die letzten 20 Jahre war er in Deutschland tätig, davon sechs Jahre als Provinzial – im Heiligtum Mariahilf in Passau und im Nationalheiligtum Unserer Lieben Frau von Altötting.
Der Generalobere des Ordens erklärte, diese Erfahrung im Dienst in Deutschland könne hilfreich sein: „Jede Erfahrung, die wir machen, ist wichtig, auch wenn die jetzige Aufgabe viel umfassender ist. Was ich nach meinen Jahren in Deutschland vor allem sehe, ist die Treue zur Tradition, zur Lehre der Kirche. Das ist das Wichtigste. Und das gilt für den gesamten Orden. (…) Auf der Tradition kann man etwas Größeres aufbauen. Die Menschen wollen und kehren wirklich zur Tradition, zu den Fundamenten zurück“, betonte Pater Benjamin.
Unmittelbar nach der Wahl versammelten sich die Paulinerpatres und ‑brüder in der historischen Bibliothek von Jasna Góra, um an der Amtseinführung des neuen Generaloberen des Ordens teilzunehmen. Die offizielle Bekanntgabe der Wahl erfolgte durch den Vorsitzenden des Kapitels, Pater Rafał Wilk. In der Kapelle Unserer Lieben Frau sangen die versammelten Paulinerpatres und ‑brüder ein feierliches Te Deum, „Wir loben dich, o Gott“. Nach dem Gebet vertraute der Generalobere Maria seinen Dienst an (siehe Zitat oben).
Foto: Pressebüro Jasna Gora/Krysztof Swiertok
Pater Benjamin erinnerte daran, dass der Paulinerorden die ganze Welt umfasst: „Lasst uns danach streben, wo immer wir sind, dem Lehramt der Kirche, der Heiligen Schrift und unseren Konstitutionen treu zu sein. Lasst uns auch unserem Gewissen treu sein und alles im Geist der Liebe und nicht des Zwangs tun“.
Der Generalobere übt die höchste Autorität über alle Provinzen und Klöster weltweit aus. Pater Benjamin Bakowski ist der 87. General des Paulinerordens. Er folgt auf Pater Arnold Chrapkowski, der von 2014 an zwei Amtszeiten, also zwölf Jahre, tätig war. Die Paulinerpatres sind derzeit in 17 Ländern vertreten,
vorwiegend in Europa: Polen, Italien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Lettland, Belarus, Ukraine, Rumänien, England und Spanien sowie in Südafrika und Kamerun. Der Orden hat Provinzen in Deutschland, Australien und den Vereinigten Staaten. Er zählt insgesamt fast 500 Mönche.
Text: Anna Przewoznik / red

