Foto: Franz Stangl
Mathias Eder aus Donauwetzdorf feierte nach seiner Priesterweihe Heimatprimiz in Thyrnau und Donauwetzdorf.
Das war mit Sicherheit der größte Tag im bisherigen Leben von Mathias Eder, es war aber auch ein sehr großer Tag für seine Heimatpfarrei Thyrnau und für seinen Heimatort Doanauwetzdorf. Zum ersten Mal in der langen Geschichte dieses Ortes war ein junger Mann zum Priester geweiht worden.
Fast der gesamte Ort war deshalb auch als Zeuge vor Ort, als Mathias Eder im Hohen Dom sein „Adsum“ –„Ich bin bereit“ versprach und er damit zum Priester geweiht wurde. Noch am selben Abend bereiteten die Donauwetzdorfer dem Neupriester einen überaus herzlichen Empfang. Im Schmuckstück des Ortes, der dem hl. Bruder Konrad geweihten Dorfkapelle, segnete er bei einer anschließenden Vesper sein neues Primizgewand, das ihm die Pfarrei Thyrnau gespendet hatte, sowie eine große Primizkerze.
Tags darauf waren alle auf den Beinen, um in der Thyrnauer Pfarrkirche St. Franz Xaver mit Neupriester Mathias Eder die Heimatprimiz zu feiern. Musikalisch angeführt vom Kellberger „Bleh Haffa“ unter der Leitung von Leo Schauer waren zuvor alle teilnehmenden Vereine mit über 20 Geistlichen an der Spitze vom Kloster aus durch die Thyrnauer Hofmark zur Pfarrkirche gezogen.
Ein erster Höhepunkt in diesem feierlichen Gottesdienst war dann die Primizpredigt.
Primizprediger Kaplan Tobias Asbeck aus der Pfarrei Grafenau wählte als roten Faden eine besondere Leidenschaft von Mathias Eder, nämlich das Radfahren. Eder war nach erfolgreichem Studienabschluss sogar 250 Kilometer zum berühmten Marienheiligtum in Mariazell geradelt.
Foto: Franz Stangl
„Der Glaube ist wie das Radfahren, das verlernt man nicht“, stellte Tobias Asbeck einleitend in seiner Predigt fest, „denn wenn man einmal wirklich gemerkt hat, dass der Glaube einen so wie das Radfahren voranbringt, dann verlernt man ihn auch nicht mehr.“ Freilich gehöre dennoch Mut dazu, in dieser Zeit Priester zu werden, Priester zu sein und vor allem auch, Priester zu bleiben, gestand Asbeck. Der Primizspruch von Mathias Eder aus dem Römerbríef gebe darauf eine wunderbare Antwort: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet.“
„Lieber Mathias, als Priester bist du für die Menschen quasi der Fahrlehrer im Glauben“, so wandte er sich an den Neupriester, „du willst die Menschen ausrüsten mit Proviant, mit der Hoffnungsreserve, die sie brauchen. Du hilfst ihnen, die Stoßdämpfer des Glaubens richtig einzustellen, und die Geduld zu haben, um gut über steinige Wege zu kommen. Und du zeigst ihnen auch noch, wie sie richtig in die Pedale treten und wie sie durch das Gebet wirklich im Glauben vorankommen können.“
Familie, Dorfgemeinschaft und Pfarrgemeinschaft hätten das Umfeld geprägt, wo Mathias das Radfahren im Glauben gelernt hat, wo er seine ersten Fahrversuche im Glauben gemacht hat und wo er dann sattelfest geworden ist im Glauben. Abschließend hatte Tobias Asbeck auch noch einen ganz persönlichen Wunsch an den Neupriester: „Lieber Mathias, ich wünsche dir von Herzen, dass du ganz viele Menschen triffst, die dich bei den vielen Anlässen deines Priestertums in ihr Leben mit hineinnehmen, die dich als Priester wertschätzen und die dir dann ihre Freundschaft anbieten. So werden dich die Menschen auch wahrnehmen, weil du nicht dich in den Mittelpunkt stellst, sondern Jesus Christus, den einzigen und wahren Weg im Glauben.“
Foto: Franz Stangl
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Thyrnauer Kirchenchor unter der Leitung von Maximilian Jäger und vom Kellberger „Bleh Haffa“. Zum Schluss segnete Mathias Eder noch die Fahnenbänder „zur Erinnerung an diese Primiz“ und er heftete sie dann persönlich an die anwesenden 13 Vereinsfahnen. Ein Höhepunkt war schließlich noch der feierliche Primizsegen durch den Primizianten.
Eder dankte schließlich allen, die zum Gelingen dieser kirchlichen Feier und des anschließenden weltlichen Festes in Donauwetzdorf beigetragen hatten. Seinen allergrößten Dank aber richtete er an seine Familie mit Mama Bärbel, Papa Erich, den beiden Schwestern Maria und Helena und die beiden Omas für die allzeit begleitende und hilfreiche Unterstützung hin auf diesen großen Tag.
Nach der Primizfeier machte sich ein großer Teil der Gottesdienstbesucher mit den Autos auf den Weg zum Festzelt in Donauwetzdorf.
In einer deutlich zu spürenden Welle von Herzlichkeit, bei der auch der Stolz der Donauwetzdorfer darüber zum Ausdruck kam, dass aus der Mitte ihrer Dorfgemeinschaft ein Neupriester hervorgegangen ist, wurde Mathias Eder ein herzhafter Nachmittag bereitet.
Zum Ausklang eines ein Leben lang unvergesslichen Tages feierte Mathias
Eder vor allem mit der Dorfgemeinschaft an der Dorfkapelle noch eine Andacht.
Text und Fotos: Franz Stangl

