Foto: Roswitha Dorfner
Im September, wenn die Temperaturen wieder sinken und trotzdem häufig die Sonne scheint, sind wieder viele Wallfahrer unterwegs – zu Fuß und immer öfter auch mit dem Fahrrad und sogar auf Pferden. Eine Auswahl der Pilgergruppen finden Sie hier:
Jubiläum im Heiligen Jahr
Die viertägige 20. Fußwallfahrt der Kolpingfamilie Wolfratshausen/Landkreis Bad Tölz nannte Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler, der am 7. September die Einbegleitung zum Kapellplatz mit kurzer Statio vor der Gnadenkapelle übernommen hatte, einen guten Brauch und ein öffentliches Glaubenszeugnis für die Gesellschaft und die Einheit der Kirche. Dazu brauche es Antreiber, erklärte er schmunzelnd mit Blick auf Ludwig Schwibbacher, der mit Walking-Stöcken ausgerüstet und flotten Schrittes das Pilgerziel erreicht hatte. Organisatorin Karin Wandinger äußerte sich dankbar angesichts des guten Wallfahrtsverlaufs. Zum abschließenden Pilger-Gottesdienst in der Bruder-Konrad-Kirche mit Pfarrer Lorenz Poschenrieder schlossen sich auch Kolping-Präses Christian Horak und elf Buspilger aus Wolfratshausen mit an.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Ankommen
„Ankommen ist wichtig“, stellte Kapuzinerpater Marinus Parzinger fest, als er die 50 Radpilger aus Oberpfraundorf-Beratzhausen am 7. September herzlich begrüßte. Mit dabei waren u.a. der Dritte Bürgermeister Ludwig Scheurer, zugleich „amtierender Radlbürgermeister“, sowie Barbara Wittmann als Wallfahrtsleiterin. „Die Nachfolge Jesu ist kein Spaziergang“, erinnerte Bruder Marinus, der auch dem Gottesdienst in der Bruder-Konrad-Kirche vorstand. Als Pilger unterwegs habe man zwar ein Ziel vor Augen, doch müsse man stets aufmerksam nach vorne blicken, um nicht falsch abzubiegen. Er empfahl den Blick auf das Kreuz, auf Jesus Christus, um auf dem rechten Weg zu bleiben. Abfahrt für die Teilnehmer an der „Oberpfälzer Radwallfahrt“ war am 6. September nach dem Morgenlob mit Andacht in Frauenbründl gewesen. Zu ihrer 15. Radwallfahrt gratulierten Anneliese Peter in Altötting u.a. ihre beiden Enkelkinder Simon und Verena mit einer selbstgefertigten Zeichnung (1. Bild).
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Falscher Koffer
Pünktlich, wie angekündigt, am 13. September um 12.45 Uhr erreichten die beiden Omnibusse aus der Erzdiözese Bamberg mit etwa 100 Teilnehmern am Busparkplatz/Bahnhof Altötting ihr Pilgerziel. Ein lebhaftes „Gewusel“ entstand dann beim Aussteigen und Verteilen der Koffer an die jeweiligen Abholer der Übernachtungs-Gaststätten und Hotels. „Frau Deppert hat den falschen Koffer“, hörte man eine Männerstimme rufen – man denkt dabei an eine witzige Koffer-Verwechslung – doch der Name der Pilgerin lautete tatsächlich so. Jedenfalls sind solch etwas hektischen „Szenen“ beim Koffer-Verladen für den routinierten Wallfahrts- und Pilgerreisen-Organisator Pius Schiele sowie für Mitorganisator Horst Fischer und Pfarrer Christian Wohlfahrt aus Waischenfeld kein Grund zur Aufregung – herzlich und gelassen begrüßten sie, zusammen mit dem geistlichen Leiter der Bamberger Pilgergruppe, Domkapitular Martin Emge und Seminarist Felix Löwe, die Altöttinger „Abholer“-Delegation mit Paulinerpater David Kolodziejczyk und Vortragskreuzträgerin Christiane. „Ihr habt die Sonne mitgebracht“, rief P. David den Oberfranken entgegen und los ging’s im feierlichen Einzug das letzte Wegstück zum Kapellplatz und zur Statio vor der Gnadenkapelle. Am 15. September machten sich die Oberfranken wieder auf den Heimweg.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Licht des Lebens
Schon lange Jahre organisiert die Familie Frank aus Großmehring eine Wallfahrt nach Altötting. Bereits 14 Mal legten sie die 170 Kilometer lange Wegstrecke zu Fuß zurück; mittlerweile wurde auf eine Radwallfahrt „umgesattelt“. 20 Teilnehmer zählte die diesjährige vierte, zweitägige Rad-Pilgerfahrt mit Ankunft am 13. September, organisiert von Alexander Frank. Die Routenplanung hatte dessen 18-jähriger Sohn Benedikt übernommen. Heuer im Heiligen Jahr 2025 war es auch eine „Gedenk-Wallfahrt“ an die Mama, Oma und Gründerin der Altötting-Wallfahrt Monika Frank, die im Januar dieses Jahres verstorben ist. So passte das am Kapellplatz gesungene Lied „Licht des Lebens“ in besonderer Weise – als Ehrung für die Gnadenmutter mit dem göttlichen Kind, aber auch als Dank und Vermächtnis für die verstorbene Pilgerleiterin. „Vertrauen wir fest darauf, dass uns die Muttergottes mit all unseren Sorgen und Nöten nicht allein lässt auf unserem Lebensweg“, empfahl Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel den Großmehringer Pilgern. Das E‑Bike von Alexander Frank war übrigens mit einem großen Pilgerkreuz und mit einer Abbildung der Gnadenmutter über einem blinkenden Warndreieck samt Rotkreuz-Koffer ausgestattet.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Zeichen des Glaubens
Trotz regenreicher, zweitägiger Fußwallfahrt zählte die der Rupertiwinkler aus Teisendorf immerhin 146 Teilnehmer beim Einzug über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika am 14. September. Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler übernahm die Einbegleitung und leitete den Pilgergottesdienst, bei dem er betonte, dass gerade am Fest der Kreuzerhöhung das Kreuz des Herrn im Mittelpunkt stehe. Ob das große mitgetragene Holzkreuz auf dem Pilgerweg, oder die kleinen persönlichen Kreuze – wir hoffen am Pilgerziel auf das Erbarmen und die Gnade des Herrn. Im Blick auf das Kreuz werde uns die Vorfreude auf die Auferstehung offenbar. Pilgerleiter Alois Thannbichler sorgte mit viel Engagement für eine sehr gute Organisation.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Sonnige Aussichten
Durchsage am 20. September am Busparkplatz Gries nach Ankunft der 150 Buspilger aus Jura-Aisch in der Fränkischen Schweiz: „Wer noch kein Andachtsheftchen hat, bitte beim Diakon melden – in der Mitte befindet sich ein 50 €-Schein, den dürft ihr dann behalten.“ Aber die Wallfahrer waren alle bereits mit Andachtsheftchen eingedeckt und schmunzelten über den geflunkerten Geldsegen. Bei herrlichem spätsommerlichem Pilgerwetter begrüßte sie der Altöttinger Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl, der die Pilger-Einbegleitung über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika übernommen hatte. Besonders freute sich Franz Schwank über seine 30. Wallfahrt zur Gnadenmutter. Eigentlich kam er stets in Begleitung seiner Ehefrau, doch diese sei leider erkrankt und musste auf die Buswallfahrt verzichten, wie er bedauerte. Neben dem Pilgergottesdienst mit Pfarrer Matthias Steffel als Hauptzelebranten in der St. Anna-Basilika empfahl Metzl einen Besuch in der Gnadenkapelle und in der Bruder Konrad-Kirche.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Schneidiger Einzug
Nicht nur für die 38 Fußpilger aus Mondsee in Oberösterreich, verstärkt durch eine stattliche Teilnehmerzahl an Buspilgern, war es ein besonderes Erlebnis, dass sie am 20. September nach Ankunft am Altöttinger Dultplatz neben der Altöttinger Delegation mit Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger und Vortragskreuzträger Simon Benkert, von der Mondseer Bürgerstadtkapelle in Empfang genommen und festlich über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika „hereingespielt“ wurden. Auch die Anwesenden rund um die Gnadenkapelle freuten sich über die schneidige Marschmusik. Pilgerleiter Thomas Steinbichler konnte zurecht stolz sein, dass alles so gut geklappt hat. Das Wetter auf dem zweieinhalbtägigen Fußweg war perfekt. Abschließend feierten die Wallfahrer einen Gottesdienst in der Basilika zusammen mit den Buspilgern aus Jura-Aisch, München/St. Gertrud sowie den Fußpilgern aus Reichertsheim/Pfarrverband Haag-Kirchdorf. „Durch Mariens Ja-Wort hat die Weltgeschichte einen neuen Verlauf bekommen“, betonte Bruder Marinus Parzinger. Pfarrer Steffel ergänzte: „Wir alle tragen Verantwortung für das ‚gemeinsame Haus‘ (die Kirche), für Frieden und Gerechtigkeit.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Auf päpstlichen Spuren
Das Oktogon der Altöttinger Gnadenkapelle war beim Gottesdienst am 21. September dicht gefüllt. Es hatte sich eine Delegation aus Sri Lanka mit Kardinal Albert Malcolm Ranjith, dem Erzbischof von Colombo, drei Weihbischöfen, 50 Priestern angesagt, die sich im Heiligen Jahr 2025 auf den Spuren von Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt XVI. auf eine Pilgerreise begaben – mit dem Flugzeug nach Mailand von dort mit dem Bus über Ungarn nach Polen, schließlich nach Regensburg, Marktl und Altötting in Bayern. Altöttings Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl begrüßte die Pilgergruppe herzlich. Bischof em. Gregor Maria Hanke, Eichstätt, begleitete die Delegation aus Sri Lanka und erklärte, dass diese Pilgerreise einer Idee von Kardinal Ranjith zugrunde liege. Ziel sei es gewesen, sich mit der Theologie von Papst Johannes Paul II. sowie Benedikt XVI. intensiv zu beschäftigen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner



