Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 22.09.2025

Rad-Wallfahrer aus Großmehring stehen mit einem Kapuzinerbruder an einer Ampel. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Rad-Wallfahrer aus Großmehring mit Bruder Georg Greimel OFMCap.

Im September, wenn die Temperaturen wieder sinken und trotzdem häufig die Sonne scheint, sind wieder viele Wallfahrer unterwegs – zu Fuß und immer öfter auch mit dem Fahrrad und sogar auf Pferden. Eine Auswahl der Pilgergruppen finden Sie hier:

Jubiläum im Heiligen Jahr

Die vier­tä­gi­ge 20. Fuß­wall­fahrt der Kol­ping­fa­mi­lie Wolfratshausen/​Landkreis Bad Tölz nann­te Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Bert­hold Oeh­ler, der am 7. Sep­tem­ber die Ein­be­glei­tung zum Kapell­platz mit kur­zer Sta­tio vor der Gna­den­ka­pel­le über­nom­men hat­te, einen guten Brauch und ein öffent­li­ches Glau­bens­zeug­nis für die Gesell­schaft und die Ein­heit der Kir­che. Dazu brau­che es Antrei­ber, erklär­te er schmun­zelnd mit Blick auf Lud­wig Schwib­ba­cher, der mit Wal­king-Stö­cken aus­ge­rüs­tet und flot­ten Schrit­tes das Pil­ger­ziel erreicht hat­te. Orga­ni­sa­to­rin Karin Wand­in­ger äußer­te sich dank­bar ange­sichts des guten Wall­fahrts­ver­laufs. Zum abschlie­ßen­den Pil­ger-Got­tes­dienst in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che mit Pfar­rer Lorenz Poschen­rie­der schlos­sen sich auch Kol­ping-Prä­ses Chris­ti­an Horak und elf Bus­pil­ger aus Wolfrats­hau­sen mit an.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Ankommen

Ankom­men ist wich­tig“, stell­te Kapu­zi­ner­pa­ter Mari­nus Par­zin­ger fest, als er die 50 Rad­pil­ger aus Ober­pfraun­dorf-Beratz­hau­sen am 7. Sep­tem­ber herz­lich begrüß­te. Mit dabei waren u.a. der Drit­te Bür­ger­meis­ter Lud­wig Scheu­rer, zugleich amtie­ren­der Radl­bür­ger­meis­ter“, sowie Bar­ba­ra Witt­mann als Wall­fahrts­lei­te­rin. Die Nach­fol­ge Jesu ist kein Spa­zier­gang“, erin­ner­te Bru­der Mari­nus, der auch dem Got­tes­dienst in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che vor­stand. Als Pil­ger unter­wegs habe man zwar ein Ziel vor Augen, doch müs­se man stets auf­merk­sam nach vor­ne bli­cken, um nicht falsch abzu­bie­gen. Er emp­fahl den Blick auf das Kreuz, auf Jesus Chris­tus, um auf dem rech­ten Weg zu blei­ben. Abfahrt für die Teil­neh­mer an der Ober­pfäl­zer Rad­wall­fahrt“ war am 6. Sep­tem­ber nach dem Mor­gen­lob mit Andacht in Frau­en­bründl gewe­sen. Zu ihrer 15. Rad­wall­fahrt gra­tu­lier­ten Anne­lie­se Peter in Alt­öt­ting u.a. ihre bei­den Enkel­kin­der Simon und Vere­na mit einer selbst­ge­fer­tig­ten Zeich­nung (1. Bild).

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Falscher Koffer

Pünkt­lich, wie ange­kün­digt, am 13. Sep­tem­ber um 12.45 Uhr erreich­ten die bei­den Omni­bus­se aus der Erz­diö­ze­se Bam­berg mit etwa 100 Teil­neh­mern am Busparkplatz/​Bahnhof Alt­öt­ting ihr Pil­ger­ziel. Ein leb­haf­tes Gewu­sel“ ent­stand dann beim Aus­stei­gen und Ver­tei­len der Kof­fer an die jewei­li­gen Abho­ler der Über­nach­tungs-Gast­stät­ten und Hotels. Frau Dep­pert hat den fal­schen Kof­fer“, hör­te man eine Män­ner­stim­me rufen – man denkt dabei an eine wit­zi­ge Kof­fer-Ver­wechs­lung – doch der Name der Pil­ge­rin lau­te­te tat­säch­lich so. Jeden­falls sind solch etwas hek­ti­schen Sze­nen“ beim Kof­fer-Ver­la­den für den rou­ti­nier­ten Wall­fahrts- und Pil­ger­rei­sen-Orga­ni­sa­tor Pius Schie­le sowie für Mit­or­ga­ni­sa­tor Horst Fischer und Pfar­rer Chris­ti­an Wohl­fahrt aus Wai­schen­feld kein Grund zur Auf­re­gung – herz­lich und gelas­sen begrüß­ten sie, zusam­men mit dem geist­li­chen Lei­ter der Bam­ber­ger Pil­ger­grup­pe, Dom­ka­pi­tu­lar Mar­tin Emge und Semi­na­rist Felix Löwe, die Alt­öt­tin­ger Abholer“-Delegation mit Pau­li­ner­pa­ter David Kolod­zie­jc­zyk und Vor­trags­kreuz­trä­ge­rin Chris­tia­ne. Ihr habt die Son­ne mit­ge­bracht“, rief P. David den Ober­fran­ken ent­ge­gen und los ging’s im fei­er­li­chen Ein­zug das letz­te Weg­stück zum Kapell­platz und zur Sta­tio vor der Gna­den­ka­pel­le. Am 15. Sep­tem­ber mach­ten sich die Ober­fran­ken wie­der auf den Heimweg.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Licht des Lebens

Schon lan­ge Jah­re orga­ni­siert die Fami­lie Frank aus Groß­meh­ring eine Wall­fahrt nach Alt­öt­ting. Bereits 14 Mal leg­ten sie die 170 Kilo­me­ter lan­ge Weg­stre­cke zu Fuß zurück; mitt­ler­wei­le wur­de auf eine Rad­wall­fahrt umge­sat­telt“. 20 Teil­neh­mer zähl­te die dies­jäh­ri­ge vier­te, zwei­tä­gi­ge Rad-Pil­ger­fahrt mit Ankunft am 13. Sep­tem­ber, orga­ni­siert von Alex­an­der Frank. Die Rou­ten­pla­nung hat­te des­sen 18-jäh­ri­ger Sohn Bene­dikt über­nom­men. Heu­er im Hei­li­gen Jahr 2025 war es auch eine Gedenk-Wall­fahrt“ an die Mama, Oma und Grün­de­rin der Alt­öt­ting-Wall­fahrt Moni­ka Frank, die im Janu­ar die­ses Jah­res ver­stor­ben ist. So pass­te das am Kapell­platz gesun­ge­ne Lied Licht des Lebens“ in beson­de­rer Wei­se – als Ehrung für die Gna­den­mut­ter mit dem gött­li­chen Kind, aber auch als Dank und Ver­mächt­nis für die ver­stor­be­ne Pil­ger­lei­te­rin. Ver­trau­en wir fest dar­auf, dass uns die Mut­ter­got­tes mit all unse­ren Sor­gen und Nöten nicht allein lässt auf unse­rem Lebens­weg“, emp­fahl Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Georg Grei­mel den Groß­meh­rin­ger Pil­gern. Das E‑Bike von Alex­an­der Frank war übri­gens mit einem gro­ßen Pil­ger­kreuz und mit einer Abbil­dung der Gna­den­mut­ter über einem blin­ken­den Warn­drei­eck samt Rot­kreuz-Kof­fer ausgestattet.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Zeichen des Glaubens

Trotz regen­rei­cher, zwei­tä­gi­ger Fuß­wall­fahrt zähl­te die der Ruper­ti­wink­ler aus Tei­sen­dorf immer­hin 146 Teil­neh­mer beim Ein­zug über den Kapell­platz zur St. Anna-Basi­li­ka am 14. Sep­tem­ber. Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Bert­hold Oeh­ler über­nahm die Ein­be­glei­tung und lei­te­te den Pil­ger­got­tes­dienst, bei dem er beton­te, dass gera­de am Fest der Kreuz­erhö­hung das Kreuz des Herrn im Mit­tel­punkt ste­he. Ob das gro­ße mit­ge­tra­ge­ne Holz­kreuz auf dem Pil­ger­weg, oder die klei­nen per­sön­li­chen Kreu­ze – wir hof­fen am Pil­ger­ziel auf das Erbar­men und die Gna­de des Herrn. Im Blick auf das Kreuz wer­de uns die Vor­freu­de auf die Auf­er­ste­hung offen­bar. Pil­ger­lei­ter Alo­is Thann­bich­ler sorg­te mit viel Enga­ge­ment für eine sehr gute Organisation.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Sonnige Aussichten

Durch­sa­ge am 20. Sep­tem­ber am Bus­park­platz Gries nach Ankunft der 150 Bus­pil­ger aus Jura-Aisch in der Frän­ki­schen Schweiz: Wer noch kein Andachts­heft­chen hat, bit­te beim Dia­kon mel­den – in der Mit­te befin­det sich ein 50 €-Schein, den dürft ihr dann behal­ten.“ Aber die Wall­fah­rer waren alle bereits mit Andachts­heft­chen ein­ge­deckt und schmun­zel­ten über den geflun­ker­ten Geld­se­gen. Bei herr­li­chem spät­som­mer­li­chem Pil­ger­wet­ter begrüß­te sie der Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl, der die Pil­ger-Ein­be­glei­tung über den Kapell­platz zur St. Anna-Basi­li­ka über­nom­men hat­te. Beson­ders freu­te sich Franz Schwank über sei­ne 30. Wall­fahrt zur Gna­den­mut­ter. Eigent­lich kam er stets in Beglei­tung sei­ner Ehe­frau, doch die­se sei lei­der erkrankt und muss­te auf die Bus­wall­fahrt ver­zich­ten, wie er bedau­er­te. Neben dem Pil­ger­got­tes­dienst mit Pfar­rer Mat­thi­as Stef­fel als Haupt­ze­le­bran­ten in der St. Anna-Basi­li­ka emp­fahl Metzl einen Besuch in der Gna­den­ka­pel­le und in der Bru­der Konrad-Kirche.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Schneidiger Einzug

Nicht nur für die 38 Fuß­pil­ger aus Mond­see in Ober­ös­ter­reich, ver­stärkt durch eine statt­li­che Teil­neh­mer­zahl an Bus­pil­gern, war es ein beson­de­res Erleb­nis, dass sie am 20. Sep­tem­ber nach Ankunft am Alt­öt­tin­ger Dult­platz neben der Alt­öt­tin­ger Dele­ga­ti­on mit Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger und Vor­trags­kreuz­trä­ger Simon Ben­kert, von der Mond­seer Bür­ger­stadt­ka­pel­le in Emp­fang genom­men und fest­lich über den Kapell­platz zur St. Anna-Basi­li­ka her­ein­ge­spielt“ wur­den. Auch die Anwe­sen­den rund um die Gna­den­ka­pel­le freu­ten sich über die schnei­di­ge Marsch­mu­sik. Pil­ger­lei­ter Tho­mas Stein­bich­ler konn­te zurecht stolz sein, dass alles so gut geklappt hat. Das Wet­ter auf dem zwei­ein­halb­tä­gi­gen Fuß­weg war per­fekt. Abschlie­ßend fei­er­ten die Wall­fah­rer einen Got­tes­dienst in der Basi­li­ka zusam­men mit den Bus­pil­gern aus Jura-Aisch, München/​St. Ger­trud sowie den Fuß­pil­gern aus Reichertsheim/​Pfarrverband Haag-Kirch­dorf. Durch Mari­ens Ja-Wort hat die Welt­ge­schich­te einen neu­en Ver­lauf bekom­men“, beton­te Bru­der Mari­nus Par­zin­ger. Pfar­rer Stef­fel ergänz­te: Wir alle tra­gen Ver­ant­wor­tung für das gemein­sa­me Haus‘ (die Kir­che), für Frie­den und Gerechtigkeit.“

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Auf päpstlichen Spuren

Das Okto­gon der Alt­öt­tin­ger Gna­den­ka­pel­le war beim Got­tes­dienst am 21. Sep­tem­ber dicht gefüllt. Es hat­te sich eine Dele­ga­ti­on aus Sri Lan­ka mit Kar­di­nal Albert Mal­colm Ran­jith, dem Erz­bi­schof von Colom­bo, drei Weih­bi­schö­fen, 50 Pries­tern ange­sagt, die sich im Hei­li­gen Jahr 2025 auf den Spu­ren von Papst Johan­nes Paul II. und Papst Bene­dikt XVI. auf eine Pil­ger­rei­se bega­ben – mit dem Flug­zeug nach Mai­land von dort mit dem Bus über Ungarn nach Polen, schließ­lich nach Regens­burg, Marktl und Alt­öt­ting in Bay­ern. Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl begrüß­te die Pil­ger­grup­pe herz­lich. Bischof em. Gre­gor Maria Han­ke, Eich­stätt, beglei­te­te die Dele­ga­ti­on aus Sri Lan­ka und erklär­te, dass die­se Pil­ger­rei­se einer Idee von Kar­di­nal Ran­jith zugrun­de lie­ge. Ziel sei es gewe­sen, sich mit der Theo­lo­gie von Papst Johan­nes Paul II. sowie Bene­dikt XVI. inten­siv zu beschäftigen.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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