Zu Pfingsten treibt der Heilige Geist Tausende Pilger nach Altötting. Neben den beiden großen Gruppen aus Regensburg und München/Freising kamen noch rund 30 weitere angemeldete Wallfahrten – hier einige Eindrücke.
Dem Ehrenamt verpflichtet
Die Traditionswallfahrt aus Palling-Tyrlbrunn war auch heuer „Vorhut“ der zahlreichen „Pfingstwallfahrten und traf am Montagnachmittag, 18. Mai, in Einbegleitung von Kapuzinerpater Bruder Georg am Kapellplatz ein. Aufgrund eines Gelübdes aus der Pestzeit (1650) wird diese Fußwallfahrt alljährlich durchgeführt. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Mayer bedankte sich bei den Teilnehmern fürs gemeinsame Gebet und freute sich zugleich über die Bereitschaft von Josef Jahner, das Vortrags-Kreuz künftig den Fußpilgern voranzutragen. Jahner ist Mayers Neffe und der Schwiegersohn von Kirchenpfleger Hans Gastinger; er kommentierte schmunzelnd sein neues Ehrenamt: „Wenn schon die Verwandtschaft so eifrig kirchlich in der Pfarrei Palling engagiert ist, dann bleibt mir ja fast nichts anderes übrig, als das auch zu machen.“ Franziskanerpater Ivo Zivkovic, der sich den Pallingern fußpilgernd angeschlossen hatte, war auch Zelebrant bei der Pilgermesse in der Bruder-Konrad-Kirche.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Fröhliche Pilger
„Mit Sorgen und Nöten sind wir aufgebrochen, um bei Maria Hoffnung, Kraft und Mut fürs Leben zu erbitten“, stellte Josef Winnerl, Pilgerleiter der Fußwallfahrt Eichendorf-Wallerfing, fest und bedankte sich bei Paulinerpater David Kolodziejczyk für die Einbegleitung am frühen Pfingstsamstagmorgen, 23. Mai, zur Gnadenkapelle. „Es ist alle Jahre ein unbeschreibliches Gefühl der Freude und Erleichterung bei der Gnadenmutter anzukommen. Das gemeinsame Beten und Singen unterwegs stärkt die Glaubensgemeinschaft“, erzählte er. Bei dem sonnigen Pilgerwetter gebe es verständlicherweise nur strahlende Gesichter. So auch bei Vortragskreuz-Trägerin Brigitte Grupper und Standartenträger Hans Schott. P. David erklärte: „Fröhliche Pilger sind echte Pilger und Glaubenszeugen.“ Dann entließ er die Eichendorfer mit P. Joshy Kanjirathamkunnel zum Pilgergottesdienst in den Kongregationssaal.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Spende für Stiftspfarrkirche
Der langjährige Riedenburger Pilgerleiter Jakob Schmailzl weiß wie wichtig die Stürmerin und weitere Glocken der Stiftspfarrkirche sind, die Wallfahrer mit ihrem Geläut begrüßen. Bei der Einbegleitung der exakt 416 Teilnehmer an der Fußwallfahrt aus Riedenburg am 23. Mai war das Glockenläuten keine Selbstverständlichkeit, denn die eingerüsteten Stiftspfarrkirchen-Türme weisen auf eine dringend gewordene Renovierung hin. Im Namen der Riedenburger Fußwallfahrer übergaben deshalb Pilgerleiter Schmailzl und Zweite Vorsitzende Alex Wagner vor der Gnadenkapelle an Kapuzinerpater Marinus Parzinger einen Scheck über 500 Euro zur „Glockenstuhl-Renovierung“. In der St. Anna-Basilika feierten die Pilger mit Pfarrer Werner Sulzer und Pfarrer Stefan Langer Gottesdienst; zuvor wurde ein selbstverfasstes „Laudato si“ angestimmt. In der Basilika fand auch die Jubilarsehrung statt und zugleich die Verabschiedung von der langjährigen Administrationssekretärin Gudrun Schmid, die heuer im März in den wohlverdienten Ruhestand ging.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Liebe und Gotteserfahrung
Die Liebe zur Schöpfung und Gotteserfahrung des heiligen Franziskus wirke bis in die heutige Zeit, betonte Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel mit Verweis auf das 800-jährige Franziskus-Jubiläum zu dessen Transitus (Hinübergang). 84 Erdinger Fußwallfahrer unter Leitung von Elfriede Bauer und Anton Huber hatten sich am 23. Mai um 1 Uhr ab Walpertskirchen auf den Weg gemacht, mit dem Bus wurde ein Teilstück des Pilgerwegs abgekürzt. Pfarrer Martin Garmaier zelebrierte die Pilgermesse in der Bruder-Konrad-Kirche.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Nachts unterwegs
Bis Hörlkofen waren die die Fuß- und Bahnpilger aus Freising (Pfarrei St. Lantpert) sowie aus Neufahrn bei Freising am 23. Mai in der Nacht marschiert, ehe sie dann gemeinsam mit dem Zug die restliche Strecke in den Wallfahrtsort fuhren, wo sie Prälat Klaus Metzl begrüßte. Der Altöttinger Wallfahrtsrektor zelebrierte auch den Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche. Spätnachmittags feierten beide Gruppen jeweils eine Andacht in St. Konrad. Abends nahmen beide Gruppen an der Lichterprozession teil. Am Pfingstsonntag in der Früh feierten sie eine Pilgermesse in St. Konrad, ehe sie Bruder Marinus Parzinger wieder nach Hause verabschiedete.
Text und Fotos: Michael Glaß
Zum 80. Mal
Zum 80. Mal kamen heuer am 23. Mai die Fußwallfahrer aus Winzer nach Altötting – und dies „frohen Mutes“ auch angesichts des schönen Wetters und des gut organisierten Ablaufs, wie Pfarrer Richard Simon feststellte. Einen knapp 90 Kilometer langen Fußmarsch in zwei Tagen hatten die Pilger unter Leitung von Josef Ammerer gemeistert. Pfarrer Simon versprach eine kurze Predigt nach der anstrengenden Wallfahrt: „Ich bin müde. Ihr seids müde. Amen.“ Den Gottesdienst in der Bruder Konradkirche – musikalisch gestaltet von den „Schmied-Deandln“ (Dreigesang) – zelebrierte er gemeinsam mit Kaplan Anto Leegin Rex Pankiras und mit einem prominenten Gast: Pater Jose Devasagay Msfs, Provinzial der Missionare des hl. Franz von Sales in Rio de Janeiro (Brasilien) war zu Besuch und kam gerne mit nach Altötting. Ebenso wie der frisch gewählte Bürgermeister Karl-Heinz Baumgärtler. Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler begrüßte die Jubiläums-Pilger bei der Ankunft.
Text und Fotos: Michael Glaß
300. Jubiläum
Die Gruppe des Pilgervereins Otzing-Michaelsbuch mit Pilgerleiterin Elfriede Zellner hatten anlässlich ihrer 300. Jubiläums-Fußwallfahrt ein besonderes Geschenk an die Muttergottes dabei: eine über einen Meter hohe, mehrere Kilo schwere Votivkerze wurde beim Einzug am 23. Mai über den Kapellplatz zum Kongregationssaal mitgetragen. „Es war eine wunderbare Wallfahrt mit ‚Jubiläumswetter‘ – und die Jugend hat super mitgemacht“, strahlte die Pilgerleiterin trotz halbstündiger Verspätung und erinnerte sich dabei an die letztjährige Fußwallfahrt: „Da ist den Pilgern ab Simbach/Inn bei heftigen Regenfällen das Wasser buchstäblich aus den Schuhen gelaufen.“ Kapuzinerpater Marinus Parzinger, der die Einbegleitung übernahm, verabschiedete sich nach kurzen Begrüßungsworten, denn es galt, die Regensburger Fußpilger einzubegleiten. Aber das war für die Fußpilger aus Otzing-Michaelsbuch kein Problem: Geteilte Freude ist doppelte Freude: Gleich zwei Priester zelebrierten den Jubiläumsgottesdienst: P. Gregor Schuller OSB war Hauptzelebrant, Pfarrer Günther Müller aus Pfeffenhausen, in Otzing beheimatet, übernahm die Predigt. Eine Bläsergruppe der Familie Schmuderer gestaltete die Messe musikalisch.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Kreuz und Fahne
Mit Kreuz und Fahne zog auch heuer am 23. Mai die Traditionswallfahrt aus Hallbergmoos-Goldach über den Kapellplatz. Zum 127. Mal fand sie statt. Unter Leitung von Rudi Zeilhofer hatten sich die Wallfahrer um 1 Uhr früh auf den Weg nach Hörlkofen gemacht, fuhren von dort mit dem Bus nach Heiligenstatt und marschierten weiter den Kreuzweg nach Altötting. Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel begleitete die Pilger ein. Am Gnadenort feierten sie eine Messe und nahmen abends an der Lichterprozession teil.
Text und Fotos: Michael Glaß
Treue Pilger
Treue Pilger nach Altötting sind auch die Fußwallfahrer aus Ismaning (St. Johann Baptist) mit ihrem Leiter Bernhard Landmann. Zum 191. Mal fand heuer die Traditionswallfahrt statt. Paulinerpater Dr. Attila Hesz begrüßte am 23. Mai die Pilger am Gnadenort. Sie feierten eine selbstgestaltete Andacht in der Institutskirche der Congregatio Jesu (St. Josef), nahmen abends an der Lichterprozession teil und feierten eine Messe mit Pfarrer Markus Brunner am Pfingstsonntag.
Text und Fotos: Michael Glaß
Gebet zur Muttergottes
Kurz vor den Regensburgern zogen die Fußpilger aus Metten und Umgebung am Pfingstsamstag um 9 Uhr unter der Führung von Pilgerleiter Sepp Eidenschink, Standartenträger Josef Heigl und Vortragskreuzträger Siegfried Fellinger zur Gnadenkapelle für ein Gebet zur Muttergottes.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Hinein ins Treiben
Mitten hinein in das Treiben am Kapellplatz ziehen jedes Jahr am Pfingstsamstag die Wallfahrer aus Eichenried/Moosinning/Eicherloh: Am frühen Vormittag ziehen mehrere Gruppen, darunter auch die große Wallfahrt aus Regensburg, fast zeitgleich ein – und etliche Freunde, Familienangehörige und Neugierige warten. Am 23. Mai um drei Uhr früh war auch heuer die Gruppe um Pilgerleiter Diakon Dieter Spöttl nach Altötting aufgebrochen. Zu Fuß waren sie in der Nacht von Eichenried nach Hörlkofen marschiert, mit dem Zug ging es nach Tüßling und dann wieder zu Fuß bis ans Ziel. Nachmittags feierten sie Gottesdienst in der Bruder Konradkirche, abends nahmen sie am Kreuztragen um die Gnadenkapelle teil, dann auch an der Vorabendmesse in der Basilika und an der Lichterprozession, Sonntagmittag an einer Andacht in der Basilika.
Text und Fotos: Michael Glaß
Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt …
„Nach der Wallfahrt ist vor der Wallfahrt“, stellte Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl nach der Einbegleitung der Deggendorfer Fußwallfahrer am 23. Mai in die Stiftspfarrkirche fest; im Blick hatte er Pilgerleiter Florian Stallinger. „Wenn man das Pilgerziel Altötting erreicht hat, dann steht schon wieder die Planung fürs nächste Jahr an, und dafür braucht es gute Pilgerleiter wie den Florian und ein tatkräftiges Leitungsteam“, betonte Metzl und bedankte sich auch bei allen Teilnehmern für die langjährige Treue zur Muttergottes. Nach der Jubilars-Ehrung richtete Pfarrer Franz Pfeffer beim Pilgergottesdienst das Wort an die Deggendorfer Pilgergruppe: „Ihr habt so viel geleistet, ihr dürft während der Messe einfach sitzen bleiben.“ Er betonte dankbar: „Wir haben es wieder mal geschafft, manche ganz gut, andere schwerer, aber wir sind angekommen bei der Muttergottes mit all unseren Anliegen.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Blaskapelle
Mit Kreuz, Fahne und Blaskapelle zogen am 23. Mai die Fußwallfahrer aus Kirchberg im Wald über den Kapellplatz. Nach drei Tagen und rund 120 Kilometer Fußmarsch erreichten sie ihr Pilgerziel; Pilgerleiterin war erneut Melanie Kaufmann. Paulinerpater David Kolodziejczyk begrüßte die Wallfahrer im Kongregationssaal und sprach mit ihnen ein Gebet. Mit Pfr. P. Paul Ostrowski feierten sie Gottesdienst.
Text und Fotos: Michael Glaß
Aus der Hallertau
Am 23. Mai in der Mittagszeit begleitete Wallfahrtsrektor Klaus Metzl die Fußwallfahrer aus Euernbach-Scheyern nach gut 100 Kilometern die letzten Meter vom Kolbergparkplatz hinauf zur Gnadenkapelle. Dort begrüßte er die Hallertauer herzlich zu einer Statio mit einem kurzen Impuls zum Altöttinger Wallfahrtsmotto „Transitus“.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Mit Gottes Geist bestärkt
Bei einer Wallfahrt sei der Blick stets nach vorn zu richten, betonte Kapuzinerpater Marinus Parzinger nach der Einbegleitung der Lallinger Fußpilger in bewährten „Weinmann-Händen“ am 23. Mai in den Kongregationssaal. Den Glaubensweg am Vorbild der Gottesmutter Maria gehen, bestärkt durch den Heiligen Geist – da könne nichts schief gehen, empfahl Bruder Marinus den Lallingern, deren Wallfahrtstradition auf 1833 zurückreicht. Die Pilgermesse im Kongregationssaal mit Pfarrer Philipp Höppler begleitete musikalisch Ingrid Weißl mit der Ziach.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Maria gegrüßt
Vor der Gnadenkapelle begrüßten die Fußwallfahrer aus Bruckberg die Gottesmutter Maria mit Gebet und Gesang. Zum 65. Mal sie heuer nach Altötting marschiert, unter bewährter Leitung von Jakob Obermaier. Nachmittags nahmen die Pilger an einer hl. Messe in der Basilika teil.
Text und Fotos: Michael Glaß
Mit großem Anliegen
Die 25 Teilnehmer an der Fußwallfahrt aus Furth bei Landshut, organisiert von Familie Aschenbrenner, sind nach zweitägiger Fußwallfahrt am frühen Nachmittag des 23. Mai am Ziel angekommen. Die jüngsten Teilnehmer trugen Mama oder Papa auf der Schulter um die Gnadenkapelle. Herzlich begrüßte Paulinerpater Michael Lukoszek die „junge“ Pilgergruppe und wünschte „eine gute und gesegnete Zeit hier am Gnadenort der Gottesmutter, die Euch Frieden und Hoffnung schenken möge“. Besonders haben sie bei ihrer Wallfahrt um Gesundheit für Sophia und für die ganze Familie gebetet, wie Bruno Aschenbrenner erzählte. Die kleine Clara (5) durfte beim Pilgergottesdienst mit verschiedenen Pilgergruppen am Nachmittag in der St. Anna-Basilika zusammen mit Mama Elisabeth ministrieren.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Gut behütet
Gut „behütet“ waren nicht nur die Fußpilger aus Altdorf bei Landshut, sondern auch Kapuzinerpater Marinus Parzinger bei der Einbegleitung zur Gnadenkapelle am 23. Mai in der Mittagshitze des Pfingstsamstags. Mit dem Heiligen Geist sei es wie mit dem Strom, so Br. Marinus augenzwinkernd bei der Statio: „Man sieht ihn nicht, aber man spürt ihn!“ Mit seiner Hilfe sollten die Menschen angesichts vieler Krisen zu verzagen, sondern den Blick stets auf das Hier und Jetzt richten.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Aus Niederbayern
Aus Nieder- nach Oberbayern geht es jedes Jahr am Pfingstsamstag für die Pilgergemeinschaft aus Essenbach und Ahrain-Altheim im Landkreis Landshut. Ab Neumarkt-St. Veit waren die Fußwallfahrer heuer erneut nach Altötting marschiert. Nachmittags kamen sie an und nahmen sie an einer Pilgermesse in der Basilika teil. Paulinerpater Michael Lukoszek begrüßte die Gruppe herzlich.
Text und Fotos: Michael Glaß
Im zweijährigen Turnus
Sepp Stark hatte sich vor zwei Jahren von seinen Fußpilgern aus Langenmosen als Pilgerleiter verabschiedet. Wichtig war ihm, dass diese Wallfahrt weitergeht. Am 23. Mai gegen 18.30 Uhr, begleitete Kapuzinerpater Berthold Oehler die Fußwallfahrer zur Gnadenkapelle ein. An drei Tagen waren sie unterwegs gewesen. Zur Freude von Sepp Stark, der zwar diese Wallfahrt weiter organisiert, aber selber nicht mehr fußpilgernd begleiten kann, waren es so viele Teilnehmer wie nie. „Der Heilige Geist rüttelt auf, gibt Kraft zum Weitergehen“, bestätigte P. Berthold und stimmte vor der Gnadenkapelle das Lied „Segne du Maria“ an.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Der Heilige Geist wirkt, wann er will
Mit 485 Teilnehmern zeigte sich die Wallfahrtsleitung mit Karin Probst, Erwin Heindl und Jürgen Leiminger bei der 144. Straubinger Fußwallfahrt sehr zufrieden – zum Fußpilgern war es allerdings viel zu heiß, lautete der einstimmige Kommentar. Bei der Ankunft am frühen Morgen des Pfingstsonntags, 24. Mai, standen bereits Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl sowie Regensburgs Pilgerpfarrer Hannes Lorenz Spalier und übernahmen nach der herzlichen Begrüßung die Einbegleitung über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Zusammen mit Straubings Dekan Johannes Plank und Prämonstratenserpater Philipp Schmidbauer wurde Pilgergottesdienst gefeiert, musikalisch umrahmt von den Musikfreunden Rain. Wallfahrtsleiter Jürgen Leiminger entzündete die mitgebrachte Votivkerze am Volksaltar in der St. Anna-Basilika. Dekan Plank sagte nach der Segnung. Dies sei ein Zeichen, „vergleichbar, wie der Heilige Geist an Pfingsten die Herzen der Menschen entflammt“. Für Heiterkeit im Gotteshaus sorgte die Tatsache, dass die mitgebrachte Votivkerze nach dem ersten Entzünden erlosch und nach erneuten Versuchen endlich „Feuer fing“. Das Wirken des Heiligen Geistes lässt sich nicht erzwingen …
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Blumenkranz und Votivkerze
Die Landshuter Fußwallfahrt zur Gnadenmutter nach Altötting zählt zu einer der ältesten und längsten überlieferten Ein-Tages-Märschen. Eine Votivtafel in der Gnadenkapelle verweist auf das Jahr 1493 – es war die Zeit des Beginns und des Aufblühens der Wallfahrt nach Altötting. Lange Zeit war diese uralte Landshuter Pilgertradition in Vergessenheit geraten, bis sie Günther Fries ab 1989 wieder „ins Leben“ rief und die Wallfahrtsleitung übernahm. Als Fries nach 30-jähriger Führung und Organisation keinen Nachfolger fand, wurde diese Traditionswallfahrt wiederum für einige Jahre „auf Eis gelegt“. Seit letztem Jahr haben sich mit Wolfgang Heigl und Christoph Glas zwei engagierte Männer gefunden, die mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer, darunter der Malteser Hilfsdienst, das Rote Kreuz und von der alten Pilgerelite Robert Fischer mit Begleitfahrzeug, den Pilgergang der Landshuter, 65 Kilometer die Nacht hindurch, übernahmen. Am 23. Mai war um 15 Uhr die Aussendung in der Niederbayerischen Landeshauptstadt bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad, wie Fischer anmerkte. So war es nicht verwunderlich, dass ab diesem Zeitpunkt für die 80 Teilnehmer neben dem „Fußpilgern“, dem gemeinsamen Beten und Singen, auch das Trinken ein „Muss“ war. Von 378 Halb-Liter-Wasserflaschen waren bei der Ankunft in Altötting mal drei Flaschen übriggeblieben, resümierte Fischer. Altöttings Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl, der die Landshuter am 24. Mai zum Kongregationssaal einbegleitete, um im Anschluss Pilgergottesdienst zu feiern, zollte seinen höchsten Respekt. Auf Wallfahrt unterwegs zu sein bedeute, ein Ziel vor Augen haben, dabei aber die Orientierung nicht zu verlieren, stellte er fest. Der Geist des Herrn mache lebendig, entzünde die Herzen der Menschen. Stellvertretend für die Teilnehmer entzündete Pilgerleiter Wolfgang Heigl die große mitgebrachte Votivkerze. Am Ende des Gottesdienstes wurde traditionsgemäß in der Gnadenkapelle das alte Landshuter Votivbild mit einem Blumenkranz geschmückt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Seit 2 Uhr früh unterwegs
Über angenehme Temperaturen bei der Wallfahrt in der Nacht freuten sich heuer am 25. Mai die Fußwallfahrer aus Neumarkt St. Veit. Um 2 Uhr früh waren sie aufgebrochen und rund sechs Stunden marschiert. Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl und sein Stellvertreter Kapuzinerbruder Marinus Parzinger begrüßten die rund 300 Teilnehmer am frühen Vormittag in Altötting und begleiteten sie über den Kapellplatz zur Basilika, wo sie mit Pfarrer Franz Eisenmann und Pfarrvikar Marek Kalinka Gottesdienst feierten.
Text und Fotos: Michael Glaß
In St. Josef
St. Josef im Altöttinger Süden ist den Fußwallfahrern aus Pförring im Landkreis Eichstätt zur Heimat geworden. Dort feierten sie nach 130 Kilometern Wegstrecke am Pfingstmontag um 9 Uhr wieder ihren Pilgergottesdienst, wie immer begleitet von der eigenen Band. Das musikalische Feld hat dabei der ehemalige „Papstpilot“ Martin Ott inzwischen seinen Kindern überlassen – gleichwohl ist der Mitbegründer der Pfingstwallfahrt Pförring die Strecke mitgegangen: „Jeden Kilometer!“ Groß war die Wiedersehensfreude mit Pfarrei-Urgestein Josef Wagner, der die Hallertauer seit vielen Jahren betreut – in der Kirche und anschließend beim geselligen Beisammensein mit Speis und Trank im Innenhof der Kirche. Pilgerpfarrer Thomas Vogel legte den Wallfahrern in seiner gewohnt bildreichen wie schwungvollen Predigt ans Herz, mit der Kraft des Heiligen Geistes immer wieder zu Ermutigern zu werden – Verhinderer und Schwarzmaler gebe es schließlich schon mehr als genug.
Text und Fotos: Wolfgang Terhörst
Mit Mama auf Pilgergang
Den Abschluss der pfingstlichen Fußwallfahrten machten auch dieses Jahr mit ihrer Ankunft am Gnadenort die Fußwallfahrer aus Oberhausen am Pfingstmontag, 25. Mai, gegen 13 Uhr. Diese Wallfahrt geht auf ein Gelübde in der Pestzeit bis ins Jahr 1713 zurück. Beim Brunnen nahe Gasthof Schex, ein angenehmer schattiger Platz, warteten Johanna und Magdalena mit ihrem Papa auf die Mama und den siebenjährigen Bruder Moritz. Der große Bruder marschierte ab Burg bei Winhöring mit. Respekt! Bei diesen hochsommerlichen Temperaturen war es gewiss kein vergnüglicher Spaziergang. Insgesamt erreichten 140 Teilnehmer ihr Pilgerziel. Voran marschierte Wallfahrtsorganisator Stephan Wirthmüller mit dem Pilgerkreuz. Unter Glockengeläut zogen die Pilger über den Kapellplatz und dann in die Stiftspfarrkirche ein. Wie Pilgerleiter Anton Schachtner und seine Tochter Elisabeth berichteten, war mit 22 Pilgern Abmarsch in Oberhausen, die 60 Kilometer Wegstrecke wurde vorwiegend in einer Nachtwallfahrt zurückgelegt und unterwegs kamen immer wieder Teilnehmer dazu. Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger empfahl bei der Pilgerbegrüßung ein „zur Ruhe kommen und inspiriert durch die Wallfahrt den Atem Gottes durch den pfingstlichen Heiligen Geist wirken zu lassen – damit wir im Leben auch künftig nicht atemlos durchs Leben hetzen“. Den abschließenden Pilgergottesdienst zelebrierten Pfarrer Marius Frantescu aus Oberhausen und Pfarrer Reinhold Aigner aus Haberskirchen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
