Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 10.11.2025

Jagdhornbläser. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Hubertusmesse in der Basilika.

Der November ist angesichts des nasskalten Wetters kein so beliebter Monat für lange Fußwallfahrten. Einige Pilger kommen dennoch gerne, und spätestens wenn der Altöttinger Christkindlmarkt öffnet, kommen auch etliche (Bus-)Wallfahrer. Eine kleine Auswahl:

Bischof mit „Radieschen“

Am Fest­tag des hei­li­gen Leon­hard, 6. Novem­ber, fei­er­te Bischof Andre­as Sie­mi­e­niew­ski aus Legnica/​Polen mit pol­ni­schen Pries­tern und einer Schwes­tern-Dele­ga­ti­on eine hei­li­ge Mes­se in der Gna­den­ka­pel­le. Als Pil­ger der Hoff­nung im Hei­li­gen Jahr 2025 ver­wies Bischof Andre­as auf die Mut­ter­got­tes als unse­re Pfor­te der Hoff­nung“. Es waren Ordens­frau­en aus Auf­hau­sen, Die­ne­rin­nen vom Hei­li­gen Blut (SAS), die der Bischof die­ser Tage im nie­der­baye­ri­schen Auf­hau­sen besuch­te und die einen Alt­öt­ting-Besuch als Muss“ emp­fah­len. Die Ordens­frau­en über­nah­men auch die musi­ka­li­sche Gestal­tung der Mes­se im Okto­gon der Gna­den­ka­pel­le. Der Bischof wur­de von Msgr. Leo­pold mit dem lus­ti­gen Nach­na­men Rzod­kie­wicz (auf Deutsch: Radies­chen“) beglei­tet. Die­ser erzähl­te von einer per­sön­li­chen Begeg­nung als damals 34-jäh­ri­ger Pries­ter mit Papst Johan­nes Paul II., der zu ihm sag­te: Du bist noch so jung, aber wir wer­den jeden Tag älter.“

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

Die langen Bärte ab

Es war im Hei­li­gen Jahr 2025 die 412. Auf­la­ge der Pas­si­ons­spie­le in Erl/​Tirol mit ins­ge­samt 34 Auf­füh­run­gen (von Mai bis Okto­ber), mit über 400 Lai­en­dar­stel­lern und 40.000 Zuschau­ern. Vor fünf Wochen war die letz­te Vor­stel­lung“, wie Pfar­rer Tho­mas Schwar­zen­ber­ger berich­te­te. Das bedeu­te­te für die männ­li­chen Lai­en­dar­stel­ler: Erst mal die Bär­te ab“, wie es der Pfar­rer schmun­zelnd for­mu­lier­te. Wie­der ansehn­lich her­aus­ge­putzt stand der ver­spro­che­nen Dank­wall­fahrt nach Alt­öt­ting nichts im Wege. Mit etwa 80 Teil­neh­mern des Pas­si­ons­spiel­ver­eins – mit dabei waren u.a. (1. Bild v.l.) Regis­seur Mar­tin Leut­geb, Spiel­lei­ter Peter Esterl sowie Obmann Karl Anker und Pfar­rer Schwar­zen­ber­ger – fand in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che am 8. Novem­ber eine Dank­mes­se für die gelun­ge­ne Spiel­sai­son“ statt. Alle sechs Jah­re wer­den die­se auf­wän­di­gen Pas­si­ons­spie­le durch­ge­führt. Letzt­end­lich gehe es dabei um die gute Bot­schaft der Ver­kün­di­gung, die Herz und See­le berührt“, stell­te Pfar­rer Schwar­zen­ber­ger fest. Für ihn ist das Pas­si­ons­spiel ein gemein­sa­mer Dienst im Herrn.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

Für Gottes Schöpfung

Der Jagd- und Natur­schutz­ver­ein Alt­öt­ting mit ers­tem Vor­sit­zen­den Dr. Her­bert Dietl hat am 8. Novem­ber zum fei­er­li­chen Got­tes­dienst zu Ehren des Jäger­pa­trons“, des hl. Huber­tus, ein­ge­la­den. Er dank­te allen, die gekom­men waren und die zur fest­li­chen Gestal­tung der tra­di­tio­nel­len Huber­tus­mes­se in der St. Anna-Basi­li­ka bei­getra­gen haben – so etwa die Jagd­horn­blä­ser der Kreis­grup­pe Alt­öt­ting unter Lei­tung von Andre­as Roß­mül­ler, die wie­der auf gekonn­te Wei­se für die musi­ka­li­sche Gestal­tung sorg­ten, der Hege­ge­mein­schaft 6 für die waid­män­ni­sche Jagd-Deko“ am Volks­al­tar und Hei­di Nie­der­mei­er für die per­fek­te Orga­ni­sa­ti­on. Pfar­rer Her­mann Schäch­ner vom Pfarr­ver­band Unter­neu­kir­chen, der in Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pfar­rer Peter Ober­mei­er aus Zell bei Fal­ken­berg den Got­tes­dienst lei­te­te, stell­te fest: Nicht nur Jäge­rin­nen und Jäger soll­ten respekt­voll mit­ein­an­der leben und Got­tes Schöp­fung im Blick haben – dazu sei­en wir alle auf­ge­for­dert. Gott macht alles neu“, sag­te er in Bezug auf das Johan­nes­evan­ge­li­um über die Tem­pel­rei­ni­gung“ (Joh 2,1322).

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

Singles bei Bruder Konrad

Für katho­li­sche Sin­gles, die sich eine Part­ner­schaft wün­schen, bei der auch der Glau­be eine wich­ti­ge Rol­le spielt, bestand die­ses Jahr vom 29. Mai bis 1. Juni die Mög­lich­keit bei einer Padua-Fahrt. Zum 22. Mal fand die­se Fahrt für Sin­gles statt. Hier kann man beim hei­li­gen Anto­ni­us in per­sön­li­chen Anlie­gen beten; er ist nicht nur Patron der Schlam­pler“, die ver­lo­ren­ge­gan­ge­ne Gegen­stän­de wie­der­fin­den wol­len, son­dern auch Patron der Lie­ben­den und Ehe­leu­te. Auch heu­er hat­te Orga­ni­sa­tor Klaus Schaupp vom 7. bis 9. Novem­ber zu einem Alt­öt­ting-Tref­fen ein­ge­la­den – eine gute Gele­gen­heit, sich bei den Got­tes­diens­ten und Vor­trä­gen von Prä­lat Gün­ther Man­dl aus­zu­tau­schen und sich gegen­sei­tig zu ermu­ti­gen. Eine Kate­che­se über Engel und das Leben und Wir­ken des Pfor­ten­bru­ders Kon­rad von Par­zham mach­te sich Prä­lat Man­dl zum Pre­digt-The­ma beim Got­tes­dienst in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che. Was wir vom hei­li­gen Bru­der Kon­rad ler­nen kön­nen, gab er den 60 Teil­neh­mern beim Alt­öt­ting-Tref­fen mit auf den Weg: das Gebet, die Demut und Kreuzesnachfolge.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Der Gottesmutter nah

Es ist immer wie­der eine Freu­de, wenn am Wochen­en­de zum ers­ten Advents­sonn­tag und exakt zur Christ­kindl­markt-Eröff­nung am Kapell­platz die Bus­pil­ger aus der Diö­ze­se Würz­burg nach Alt­öt­ting kom­men. Und es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, dass eine Pil­ger­grup­pe ihre eige­ne Musik­ka­pel­le dabei hat. So dank­te Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl nicht nur den Pil­gern aus Unter­fran­ken fürs zahl­rei­che Kom­men bei der ins­ge­samt 43. Wall­fahrt (frü­her kamen die Würz­bur­ger mit dem Zug), son­dern vor allem auch Joa­chim Zobel. Er ist der Lei­ter der Musik­ka­pel­le Edel­weiß“ aus Straß­bes­sen­bach und zum sechs­ten Mal Orga­ni­sa­tor der Wall­fahrt. Auch des­sen bei­den Söh­ne hal­fen tat­kräf­tig mit.

Mit dem Fran­ken­lied O himm­li­sche Frau Köni­gin“ zogen die Würz­bur­ger unter der geist­li­chen Lei­tung von Pfar­rer i.R. Wolf­gang Sen­zel, Pfar­rer Micha­el Prok­schi und Dia­kon Ste­fan Geh­rin­ger am 28. Novem­ber vom Basi­li­ka-Vor­platz über den Kapell­platz in die Stift­s­pfarr­kir­che ein zu einer Andacht. Prä­lat Metzl, der die Ein­be­glei­tung über­nahm, war sich nicht zu scha­de, auf hal­bem Weg das schwe­re Pil­ger­kreuz der Bus­pil­ger voranzutragen.

Gera­de hier in Alt­öt­ting sei­en wir der Mut­ter­got­tes, die ihren Sohn Jesus Chris­tus bis zum Tod am Kreuz beglei­tet hat, in beson­de­rer Wei­se nah, beton­te Prä­lat Metzl. Sie rich­tet uns immer wie­der auf und hilft, mit Jesus als Weg­be­glei­ter zur Tür zu fin­den, die hin­ein­führt in die himm­li­sche Herr­lich­keit – denn Jesus ist für uns Weg und Tür zugleich“, stell­te er fest.

Höhe­punkt für die Würz­bur­ger Bus­pil­ger waren die bei­den fei­er­li­chen Pil­ger­got­tes­diens­te am 29. und 30. Novem­ber in der St. Anna-Basi­li­ka mit Weih­bi­schof em. Ulrich Boom, der die Got­tes­mut­ter Maria als Ori­en­tie­rungs­hil­fe“ auf unse­rem Pil­ger­weg des Glau­bens her­vor­hob. Auch wenn wir oft­mals in unse­rem Lebens­all­tag unter den Wel­len der Angst und Ver­zweif­lung zu ver­sin­ken droh­ten, so wür­den uns doch Trost und Stär­kung geschenkt, wenn wir, wie Maria, Ja sagen zu Got­tes Wort und Auf­trag. Dann tra­gen wir, wie Maria, Jesus Chris­tus in die Welt als Licht der Hoff­nung und Zuver­sicht“, erklär­te der Weihbischof.

Begeis­tert zeig­ten sich die Pil­ger aus Unter­fran­ken über das eigens für sie ver­an­stal­te­te Advents­kon­zert der Alt­öt­tin­ger Kapell­sing­kna­ben und Mäd­chen­kan­to­rei in der Bru­der-Kon­rad-Kir­che und natür­lich über den von den Zobels ver­an­stal­te­ten legen­dä­ren“ Niko­laus­abend im Begegnungszentrum.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner 

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