Der Juli ist der Monat der landsmannschaftlichen Wallfahrten. Aber auch viele andere Pilger (-gruppen) kommen in dem heißen Sommermonat nach Altötting, u.a. auch der KDFB im Bistum Passau – eine kleine Auswahl:
„Unglaubliches erleben“
„Unglaubliches erleben“ war Thema der Diözesanwallfahrt des Passauer Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) am Festtag Mariä Heimsuchung am 2. Juli. Angelehnt war das Motto an das Evangelium von der „Begegnung zwischen Maria und Elisabet“ (Lk 1,39−56), an den Bericht von zwei verwandten Frauen, die auf ungewöhnliche Art schwanger wurden: Elisabet im hohen Alter, die jungfräuliche Maria durch die Weissagung des Engels Gabriel. „Für Gott ist nichts unmöglich“, erklärten Diözesanvorsitzende Claudia Seibold und das KDFB-Vorstandschaftsteam die Wahl des Leitwortes.
Um sich besser in die Situation der beiden Frauen hineinzuversetzen empfahl Dekan Heribert Schauer in seiner Predigt, sich in die Internet-Plattform „The Chosen“ einzuloggen. Hier werde der Dialog zwischen Maria und Elisabet, deren schwierige Lebenssituation, von Frau zu Frau, sehr lebensnah und anschaulich dargestellt. Für den Dekan und Stadtpfarrer aus Neuötting, der den KDFB-Gottesdienst in der St. Anna-Basilika zelebrierte, ist diese Film-Szene ein guter Ratgeber, wie man ungewöhnliche Lebenssituationen bestmöglich meistern kann. Er würdigte außerdem das solidarische Handeln des KDFB, darunter die Spendenorganisation für „Frauen in Not“.
Alle zwei Jahre findet die KDFB-Wallfahrt der Diözese Passau nach Altötting statt. Dass nicht nur Vertreterinnen des Frauenbundes der Einladung folgten, wie etwa aus der Pfarrei St. Philippus und Jakobus mit Vorsitzender Ursula Gottschalk, sondern dass auch aus den nahen und weiter entlegenen Landkreisen und selbst aus dem tiefsten Bayerischen Wald Fahnenabordnungen dabei waren, zeugt von Freude an einer lebendigen Glaubensgemeinschaft. Der Altöttinger Frauenbund-Chor unter Leitung von Saki Tsuji und Anselm Ebner an der Orgel gestalteten den Gottesdienst in der voll besetzten Basilika musikalisch. Ausdrucksstark waren die Fürbitten, zu denen u.a. eine Sonnenblume, ein Frauenbund-Schal oder eine Abbildung zweier sich berührender Händen als Zeichen für eine blühende, generationenübergreifende Glaubensgemeinschaft mitgebracht wurden. Im Anschluss an die Messe fand eine Lichterprozession zur Gnadenkapelle statt, nach der Kapuzinerpater Bruder Georg Greimel den Schlusssegen spendete.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Zum 30. Mal
Am 4. Juli begleitete Paulinerpater Michael Lukoszek die Rad- und Fuß-Wallfahrer aus Tittmoning unter der geistlichen Leitung von Stiftsdekan Gerhard Gumpinger über den Kapellplatz zum Kongregationssaal. Zum 30. Mal mit dabei war Rosmarie Sagmeister, die es der Fürbitte der Gnadenmutter von Altötting bei ihrem göttlichen Sohn zuschreibt, dass sie nach einer Krebserkrankung und OP vor 30 Jahren „immer noch lebt“. Deshalb trägt sie stets ein Kreuz mit flammendem Herzen um ihren Hals, wie sie berichtete. P. Michael wünschte allen Tittmoninger Wallfahrtsteilnehmern, „dass sie hier bei der Gnadenmutter neue Hoffnung und innere Stärke finden“.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Gotteserfahrung
Foto: Roswitha Dorfner
Unter Leitung von Pfarrgemeinderats-Mitglied Karl-Heinz Göttl, quasi im „göttlichen Auftrag“ hatten sich am Samstag, 4. Juli um 2 Uhr frühmorgens 16 Teilnehmer aus Kirchdorf am Inn zur Fußwallfahrt nach Altötting aufgemacht und dabei 30 Kilometer zurückgelegt. Etwas später gab’s Pilger-Verstärkung: gegen 5.45 Uhr folgten 14 Radpilger. Einbegleitet nach Ankunft am Gnadenort der Gottesmutter hat die Kirchdorfer der stv. Wallfahrtsrektor Bruder Marinus Parzinger, der in einer Wallfahrt eine intensive Gotteserfahrung sieht. Diese wurde dann sicherlich besonders spürbar beim Pilgergottesdienst in der Bruder-Konrad-Kirche mit Pfarrer Janos Kovacs.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Werkzeuge des Friedens
Die Friedens-Sternwallfahrt nach Altötting war ein beeindruckender Appell für Einheit und Versöhnung in der Welt – im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit.
Radpilger aus Laaber bei Frauenberg saßen am Freitag, 10. Juli, gegen 18 Uhr zur Rast auf den Stufen am Haupteingang der Basilika St. Anna und warteten auf den Beginn des Pontifikalamtes mit dem Augsburger Weihbischof Florian Wörner. Sie hatten eine Wegstrecke von etwa 160 Kilometer in zwei Tagen zurückgelegt, um an der Auftaktveranstaltung zur zweitägigen Friedens-Sternwallfahrt der Gebetsinitiative „Deutschland betet Rosenkranz“ teilzunehmen, wie sie erzählten.
Der Initiator der Veranstaltung, Manfred Benkert aus Altötting formulierte das Ziel der Sternwallfahrt: „Lasst uns mit unserem Gebet zu Baumeistern und Werkzeugen des Friedens werden, als Hoffnungszeichen für die Welt!“ Benkert wie auch Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger zeigten sich bei der Begrüßung der Gäste, der vielen Rosenkranz-Beter in der St. Anna-Basilika und aller, die sich per Radio oder Youtube-Übertragung angeschlossen hatten, hoffnungsfroh: „Möge diese Wallfahrt ein berührendes und kraftvolles Ereignis werden!“ Und das wurde sie. Trotz einmal mehr hochsommerlicher Temperaturen nahmen stets zahlreiche Besucher an den verschiedenen weiteren Programmpunkten teil: dem Barmherzigkeitsabend mit Sr. Maria Dulcissima von der marianischen Gemeinschaft „Oase des Friedens“, dem Festgottesdienst mit Pfarrer Dr. Richard Kocher, dem Rosenkranz mit Betrachtungen und eucharistischer Anbetung, dem Vortrag von Pater Dr. Karl Wallner OCist sowie der abschließenden Vesper am Samstag, 11. Juli um 16 Uhr mit anschließender Rosenkranzprozession.
Die Referenten bzw. Prediger zeigten den Weg auf, wie Versöhnung mit sich selber, den Mitmenschen und Gott zu einem Weg des Friedens und der Einheit führen könne. Die Musikgruppe „Jugend 2000“ aus München, die Altöttinger Stiftsorganistin Johanna Stitz sowie eine Schola unter Leitung von Anselm Ebner gestalteten die beiden Gebetstage mit einfühlsamer Musik.
Als perfekte Ergänzung zur Rosenkranz-Wallfahrt erwies sich die zeitgleich am Wochenende im Kreuzgang der Stiftspfarrkirche zu besichtigende Sonderausstellung „Hundert besondere Rosenkränze“, zu Gast aus dem Bistum Mainz.
Text: Roswitha Dorfner und Wolfgang Terhörst / Fotos: Roswitha Dorfner
Verbindungsfreunde pilgern
Drei junge Männer der katholischen Studentenverbindung Oeno Danubia aus Passau haben am 11. Juli eine zweitägige Fußwallfahrt ab Pocking nach Altötting gemacht, um den Segen für ein gutes Gelingen im Studium zu erbitten. Nach Ankunft am Pilgerziel nahm sie ihr Verbindungsfreund und Neupriester Mathias Eder freudig in Empfang und feierte mit den drei Studenten einen Gottesdienst in der Sterbezelle des heiligen Bruder Konrad. In der Verbindung Oeno Danubia gilt übrigens ein Lebensbund, prominente Mitglieder waren die beiden Passauer Altbischöfe Antonius Hofmann und Wilhelm Schraml.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Mit Zwergeseln auf Pilgergang
Foto: Roswitha Dorfner
Seit zehn Jahren ist Bettina Ebneth aus Kallmünz in der Oberpfalz treue Teilnehmerin der Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting. Vom 3. bis 12. Juli setzte sie nun ihren Traum um, eine Fußwallfahrt mit ihren beiden Zwergeseln „Henry“ und „Hugo“ zu machen. 160 Kilometer sollten es werden – doch am Ende schwächelte Hugo ein wenig. „Henry kam als Leitesel, Hugo als Lastesel zum Einsatz, mit Regensburger Pilgertüchern und Sonnenschutz-Kappen ausgestattet, wie es sich für ‚Fußpilger‘ eben gehört“, merkte Bettina schmunzelnd an. Begleitet wurden Ebneth und das tierische Gespann auf ihrer besonderen Wallfahrt aus der Oberpfalz ins Herz Bayerns von Bettinas Freundinnen Susanne und Brigitte, ebenfalls treue Regensburger Fußwallfahrerinnen, sowie Mischlingshündin Zora. Alles hatte gut geklappt, 145 Kilometer waren problemlos zurückgelegt – bis es „Hugo“ anscheinend fünf Kilometer vor dem Pilgerziel müde war, als „Lastesel“ den weiten Weg auch noch das Reisegepäck zu schleppen. Jedenfalls fing er an zu schwächeln, quasi ein Muskelkater wegen Überlastung, vermutete Ebneth. So musste ihr Schwiegersohn etwas früher mit dem Hänger anreisen, die Esel wurden verladen und die letzte Wegstrecke auf bequemere Weise nach Altötting zurückgelegt. Einen Pilger- bzw. Segen für die Esel gab’s von Prälat Günther Mandl – und schließlich ging es ohne „Esel-PS“ wieder heim – die Pilgerinnen im Auto, Henry und Hugo im Hänger.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Mitgefühl und Zusammenhalt
Die Donauschwaben haben das Versprechen von Pater Wendelin Gruber im Vernichtungslager Gakowa am Vorabend des Festes Mariä Verkündigung im Jahr 1946 nie vergessen: „Wenn wir am Leben bleiben wollen wir jährlich aus Dankbarkeit wallfahren!“
Die 65. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben zur Muttergottes am 11 und 12. Juli nach Altötting stand unter dem Motto „Eine Frau, auf ihrem Haupt einen Kranz von 12 Sternen“. Federführend waren Josef Lutz aus Nürnberg und Jürgen Harich aus Tuttlingen sowie das St. Gerhards-Werk Stuttgart und das Gerhardsforum Banataer Schwaben München.
Mit ihrem Pilgerweg nach Altötting wollen die Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Ungarn und Rumänien, die nach Flucht und Vertreibung in Zeiten des unsäglichen Zweiten Weltkriegs in Bayern, ganz Deutschland und Österreich eine neue Heimat gefunden haben, ein Zeichen ihres unerschütterlichen Glaubens setzen, betonte Josef Lutz in seinen Begrüßungsworten. Man wolle sich einsetzen für Versöhnung und Frieden, als Brückenbauer zwischen alter und neuer Heimat sowie motivieren zum Erhalt der eigenen Kultur für nachfolgende Generationen.
Bereits am Samstag wurde die Gelöbniswallfahrt mit einem Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche Altötting eröffnet, musikalisch gestaltet vom Chor der „Weidenthaler Mädels“. Der Vorabendgottesdienst in der St. Anna-Basilika mit anschließender feierlicher Lichterprozession stimmte dann ein auf den eigentlichen „Haupttag“. Feierlich gestaltete sich der Einzug der Fahnenabordnungen und Trachtengruppen mit der Blaskapelle HOG Sanktanna am Sonntag über den Kapellplatz zur Sankt-Anna-Basilika zum feierlichen Gottesdienst mit Diözesanbischof Laszlo
Böcskei aus Großwardein/Ordea, Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz in Rumänien, mit donauschwäbischen Priestern als Konzelebranten – musikalisch bereichtert durch die donauschwäbische Singgruppe aus Landshut.
Im traditionellen „Wort des Laien“, sprach Dr. Kathi Gajdos-Frank über „Mitgefühl und Zusammenhalt – Europa unter dem Schutz Mariens“. Es war ein sehr persönlicher Bericht über ihre geliebte Oma aus Schorokschar in Ungarn (heute ein Stadtteil Budapests) über die schweren Jahre nach dem Krieg, Flucht und Vertreibung, die sie nur mit ihrem unerschütterlichen Glauben überstehen konnten. „Maria trägt den Kranz von zwölf Sternen. Sterne schenken Orientierung. Auch unsere Großeltern brauchten Orientierung, nicht nur auf den Straßen während der Vertreibung, sondern in ihrem Herzen!“, bekräftigte Gajdos-Frank.
Bischof Laszlo warnte vor einer „Entchristianisierung“ Europas und der ganzen Welt durch wieder aufflammende Kriege, wenn die Menschenwürde mit Füßen getreten werde und empfahl „den Blick auf das Kreuz, auf Jesus zu richten, der uns Kraft gebe in allen Prüfungen des Lebens. Maria sei uns dabei eine gute Lehrmeisterin.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Zeit für Abschied
Lange Jahre hat Konrad Kaiser die Köferinger Radwallfahrt nach Altötting begleitet, und als Apotheker war er quasi die „medizinische Versorgung unterwegs“. Umso berührender war am 11. Juli sein ungewohnter Auftritt als Klarinettist, als er nach dem Pilgergottesdienst im Kongregationssaal mit Verabschiedung und Ehrung des Organisationsteams, allen voran Reinhard Kautetzky, das Lied „Time to say goodbye“ spielte. Da blieb kaum ein Auge der 190 Radpilger bei der 35. Köferinger Radwallfahrt trocken. Wie wir in der Ausgabe Nr. 27 berichteten, möchte das Organisatoren-Team kürzer treten. So war die diesjährige Radwallfahrt zugleich die letzte in dieser Form. Was für Pfarrer BGR P. Joseph Puthussery, der heuer auch mitgeradelt ist, bedeutet: „All unsere Bitten und unseren Dank haben wir im Gebet zu Maria getragen – wir sind gemeinsam unterwegs im Glauben, in der Gemeinschaft und im Vertrauen darauf, dass Gott uns begleitet.“ Das neue „Team Radwallfahrt 35 plus“ habe sich gefunden und wird die Köferinger Radwallfahrt in kleinerer Besetzung künftig weiterführen, berichtet Reinhard Kautetzky dankbar.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Ein Kreuz aus Sturzhelmen
Am 16. Juli fand eine Altötting-Wallfahrt besonderer Art statt: 78 Teilnehmer zählte die Soldaten-Motorrad-Wallfahrt aus der Oberpfalz und Niederbayern, die von der Kapuzinerstraße kommend nach und nach auf den Basilika-Vorplatz einfuhren. Ausgetragen wurde diese Pilger-Fahrt von der katholischen Militärseelsorge.
Um 8 Uhr morgens war in der Kaserne Cham Treffpunkt und Abfahrt, mit Pause in Feldkirchen. Gegen 11.45 Uhr erreichten die Bikerinnen und Biker, teils in Soldaten-Uniform, ihr Pilgerziel. „Es ist eine schöne Tradition, dass sich Soldaten auf ihren Motorrädern jedes Jahr einen Wallfahrtsort zum Ziel setzen – Altötting war bereits 2018 Treffpunkt“, wie sich Militärpolizist René Dirschl und Militärseelsorgsassistent Matthias Wester erinnerten.
Beim Einmarsch in die Bruder-Konrad-Kirche legten die Teilnehmer ihre Sturzhelme in Kreuzform vor dem Volksaltar ab. Militärpfarrer Wolfgang Reischl begrüßte zur Andacht die Soldaten im Herzen Bayerns und am Grab des heiligen Bruders Konrad. Das Wallfahrtsmotto „Aufbrechen“ passe auch für den heiligen Klosterpförtner, der sein ganzes Leben als „Aufbruch“ sah in der Kreuzesnachfolge Christi – das sei auch ein Bild für unser eigenes Leben. „Wir brechen immer wieder auf, um uns neuen Aufgaben zu stellen, egal ob größeren oder kleineren – es ist ein ständiges Kraftholen, damit wir Sinn und Ziel erkennen.“ Dabei sei auch der heilige Christophorus Vorbild, einer, der etwas Sinnvolles im Leben machen wollte und als „Christusträger“ bekannt ist.
So empfahl Pfarrer Reischl „gerade an diesem Wallfahrtsort der Muttergottes bei innerlicher Besinnung, zur Ruhe zu kommen, um Ordnung in das eigene Leben zu bringen und zu finden“. Die Urlaubszeit solle eine Zeit der Entschleunigung und Erholung sein, auch ein Sich-Zeit-Nehmen für Gott.
Alle Teilnehmer bekamen nach dem Schlusssegen einen Christophorus-Anhänger als Glaubenszeichen und symbolischen Begleiter für die Straßen des Lebens.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Dankwallfahrt
Michael Neumaier (6.v.l.) hatte einen besonderen Grund, am 18. Juli an der Radwallfahrt aus dem Pfarrverband Oberes Achental teilzunehmen: Es war für ihn eine Dankwallfahrt zur Gnadenmutter für die glückliche Geburt seines Enkels Tobias, mittlerweile eineinhalb Jahre alt. Gerne reihte er sich ein in die 10. Jubiläums-Radwallfahrt nach Altötting. 28 Teilnehmer zählte sie, darunter Pfarrer Martin Straßer und Marianne Schmuck (80) als älteste Teilnehmerin. Das Jubiläum spornte offenbar alle so an, dass sie die 94 Kilometer nach Abfahrt um 6.30 Uhr in Reit im Winkl und mit Gottesdienst in Unterwössen so flott zurücklegten, dass sie eineinhalb Stunden früher als geplant den Kapellplatz erreichten und um ca. 16.30 Uhr unter Glockengeläut die Gnadenkapelle umrundeten. Besonderer Dank sei den Organisatoren Christine und Wolfgang Neumaier gesagt, die seit zehn Jahren Sorge tragen für einen reibungslosen Ablauf dieser Radwallfahrt, außerdem dem gesamten Helferteam und natürlich Pfarrer Martin Straßer, der mit den Radpilgern am 19. Juli in der Gnadenkapelle einen Pilgergottesdienst feierte.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
„Christusträger“
Es ist eine schöne Tradition dass Neupriester der Diözese Passau mit einer Wallfahrt nach Altötting ihren persönlichen Dank zu Maria bringen. Bei der Abendmesse in der Stiftspfarrkirche am 24. Juli, dem Festtag des heiligen Christophorus, war Neupriester Mathias Eder der Hauptzelebrant. Am Ende des Gottesdienstes spendete er den allgemeinen Primizsegen und nach Wunsch auch den Einzelprimizsegen. Am Altar standen neben dem Neupriester die Altöttinger Konzelebranten Stadtpfarrer Prälat Klaus Metzl, Prälat Günther Mandl, Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger, die Paulinerpatres P. Paul Binkowski, P. Bernhard Palka und P. Michael Lukoszek; es assistierte Diakon Gerold Hochdorfer. Der Regens für die Diözese Passau, Pfarrer Christoph Leuchtner, war als Festprediger gekommen. Für ihn ist die Stiftspfarrkirche kein unbekannter Ort, ist er doch den Altöttingern als ehemaliger Kaplan in guter Erinnerung. Regens Leuchtner betonte: Im Dienst des Herrn zu stehen und Jesus Christus zu den Menschen zu bringen, sei Auftrag der Priester; auch der heilige Christophorus habe dies so gesehen. Allen anwesenden Gläubigen empfahl er, „dass wir zu ‚Christus-Trägern‘ als Glaubenszeugen für die Welt werden, um sicher ans Ziel unseres Lebens zu gelangen“.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Blick nach vorne
Am 25. Juli empfing Kapuzinerpater Bruder Marinus Parzinger Teilnehmerinnen einer Radwallfahrt der Katholischen Frauengemeinschaft Scheyern – mit dabei war Abt Markus Eller OSB vom dortigen Benediktiner-Kloster. Eigentlich sei es ja nicht sehr höflich, wenn ein Kapuziner beim Empfang eines Benediktiners auf den heiligen Franziskus verweise, merkte Bruder Marinus schmunzelnd an. Allerdings gedenke Altötting heuer des 800-jährigen Jubiläums des Todestages des Ordensvaters der Franziskaner und Kapuziner. „Das halten wir Benediktiner schon aus“, lautete der lachende Kommentar von Abt Markus. Die 20 Radpilgerinnen wiederum hatten ganz anderes ausgehalten: 150 Kilometer hatten sie in zwei Tagen zurückgelegt, bevor sie zusammen mit einer Buspilger-Verstärkung aus Scheyern zur Gnadenkapelle einbegleitet wurden. „Auf so einer langen Strecke unterwegs, da öffnet sich der Blick nach vorne für alles Gute“, sagte Bruder Marinus. Dies konnte Marion Furch, seit 15 Jahren Mitorganisatorin und Gestalterin des Pilgerheftchens, nur bestätigen. Abt Markus Eller, Hauptzelebrant des Vorabendgottesdienstes in der Basilika vor der Lichterprozession, gab den Besuchern mit auf den Weg: „… Welches Leben hat uns Gott gegeben, das zu spüren, ist ein hörendes Herz!“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Gute Erlebnisse
Zwischen einem Kurs oder einen Pilgerweg konnten Jugendliche aus der Pfarrei Berlin-Lichtenberg anlässlich ihrer Firm-Vorbereitung wählen. 21 Firmlinge entschieden sich für eine Wallfahrt, und unter Leitung von Pfarrer Oliver Cornelius fuhren sie mit der Bahn bis Murnau am Staffelsee und pilgerten dann zu Fuß 200 Kilometer in zehn Tagen bis zum Gnadenort Altötting. Es waren gute und gastfreundliche Erlebnisse, die sie auf ihrem Pilgerweg des Glaubens machten, wie Pfarrer Cornelius bei der heiligen Messe am 24. Juli in der Gnadenkapelle berichtete. So durften sie etwa auch in Privathäusern problemlos ihre leeren Trinkflaschen mit Wasser auffüllen; dies erinnert an das Evangelium von der Hochzeit zu Kana, als Jesus Wasser in Wein verwandelte, sagte der Pfarrer mit Verweis auf die Gottesmutter: Dabei habe Maria zu den Dienern gesagt: „Was Er euch sagt, das tut!“
Text und Foto: Roswitha Dorfner
Wiedersehen
Für Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl war es eine Ehrensache, die Rad‑, Fuß- und Bußwallfahrt aus Landshut, Pfarrei St. Pius, unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Alfred Wölfl, am 25. Juli in die St. Konrad-Kirche einzubegleiten. Die beiden Priester freuten sich über das Wiedersehen; beide waren sie vor 40 Jahren Seminaristen im Spätberufenenseminar Voggenfeld. Wölfl, Dekan in Landshut, hatte sich mit sieben Radpilgern auf den Weg gemacht. Zwei Fußpilgergruppen waren ab Engfurt bei Winhöring und ab Mühldorf nach Altötting marschiert; weitere Wallfahrer kamen mit dem Auto. Beim gemeinsamen Einzug mit dabei war auch Diakon Johann Faltermeier. „Pilgern bedeutet, uns auf die innerliche Einkehr und Begegnung mit Gott einzulassen, denn am Gnadenort der Gottesmutter mit ihrem göttlichen Sohn finden wir stets ein Stück Heimat im Glauben“, so Dekan Wölfl beim gemeinsamen Gottesdienst.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Heimat im Herzen
Am 26. Juli fand die 72. St. Anna-Wallfahrt der Oberschlesier statt. Den Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika zelebrierte Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl.
Für die in Bayern und ganz Deutschland lebenden Oberschlesier ist die Altöttinger St. Anna-Basilika eine „Ersatzheimat“ für den Annaberg in der alten polnischen Heimat. Unter dem Motto „Heimat im Herzen“ stand heuer die 72. St. Anna-Wallfahrt, organisiert von Norbert Gröner, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Oberschlesischen Landsmannschaft Bayern e.V., und unter tatkräftiger Unterstützung der Ehrenvorsitzenden Gertrud Müller (Kreisgruppe München).
Viele oberschlesische Landsleute nahmen am Gottesdienst in der St. Anna-Basilika teil; mit dabei waren auch dieses Jahr zahlreiche Trachtengruppen aus der alten Heimat und Fahnenabordnungen. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch eine Böhmisch-Bayerische Blasmusik und dem Heimatchor Ostroppa aus dem polnischen Gleiwitz.
Dass Treue im Glauben, Brauchtumspflege, Geschichte und Kultur auch an künftige Generationen weitergegeben wird, das ist auch der Herzenswunsch von Gertrud Müller, die sich von „ihren treuen oberschlesischen Landsleuten, die zur Wallfahrt alljährlich bis aus Gütersloh angereist kommen“ verabschiedete und ihr Amt der Wallfahrts-Organisation in die zuverlässigen Hände von Norbert Gröner übergab.
Die Bedeutung, „Heimat im Herzen“ als eine Generationen-übergreifende Grundvoraussetzung für Frieden in der Welt, betonte der Hauptzelebrant Prälat Metzl in seiner Predigt. So erinnerte er an das Patronatsfest der heiligen Mutter Anna, der Mutter Mariens und der Großmutter Jesu, der hier in der gleichnamigen Basilika in Altötting in besonderer Weise gedacht werde. „Papst Leo XIV. hat diesen Tag zum Welttag der Großeltern und Senioren bestimmt und unter das Wort des Propheten Jesaja (Jes 49,8−15) gestellt“, stellte er außerdem fest und betonte: „Das schmerzliche Gefühl der Verlassenheit, wie es Jesaja ausdrückte in dem Satz ‚Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen‘, wird durch Gottes Antwort, durch seine Liebe zu uns Menschen, mit Trost und Zuversicht erfüllt: „Ich vergesse dich nicht“. Zeiten der Einsamkeit, der Verlassenheit kenne jeder, gerade ältere Menschen, wie Metzl feststellte, darum sei der Welttag der Großeltern für Papst Leo XIV. eine gute Gelegenheit, neu zu entdecken, dass die Kirche dazu berufen sei, Mutter aller zu sein, und dass es in jedem Alter möglich sei, sich als Kind Gottes zu erfahren. Das Leitwort der diesjährigen St. Anna-Wallfahrt erinnere an den Besuch von Benedikt XVI. in Altötting vor 20 Jahren, als der damalige Papst den berühmten Satz prägte: „Bei der Mutter sind wir daheim.“ Da aber unsere „wahre Heimat der Himmel ist“, hinterfragte Prälat Metzl als dritten Gedanken: „Wie kann das gelingen?“ Die Antwort gebe das Matthäus-Evangelium (Mt 13.44−46) mit dem Schatz im Acker und der wertvollen Perle. Sein Fazit: „Gott lässt sich suchen und finden, wie ein Schatz im Acker und eine wertvolle Perle. Wer den Glaubensschatz in der Tiefe seines Herzens sucht, der findet den Schatz und die Perle des ewigen Lebens“, schloss der Wallfahrtsrektor.
Feierlich war am Nachmittag die abschließende St. Anna-Andacht in der Stiftspfarrkirche mit Pfarrer i.R. Joseph Scholz aus München sowie die Statio vor der Gnadenkapelle mit Reisesegen. Pfarrer Scholz freute sich über einen gelungenen Wallfahrtstag: „Dank an Gott, der uns ins Leben rief und immer wieder Kraft schenkt für einen Neuanfang, Versöhnung und Glaubenstreue. Dank an Maria und Mutter Anna, die unsere Fürbitten stets erhören und an Jesus weiterreichen und schließlich Dank an alle, die zum wunderbaren Gelingen der 72. St. Anna-Wallfahrt beigetragen haben.“
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Du sollst ein Segen sein
Sebastian Scharnagl aus der Diözese Eichstätt ist ein treuer Marien-Verehrer und Altötting-Pilger. Am 25. April dieses Jahres wurde er im Dom zu Eichstätt zum Priester geweiht. Am 26. Juli feierte er als Hauptzelebrant beim Abendgottesdienst in der Stiftspfarrkirche seine Nachprimiz und spendete den Primizsegen. Der Bibelspruch auf dem Primizbildchen von Sebastian Scharnagl lautet: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein“ (Gen 12,2) und beinhaltet, dass wir die Botschaft vom Reich Gottes hinaustragen in die Welt. Sebastian Scharnagl war Teilnehmer bei der diesjährigen Oberpfälzer Fußwallfahrt kurz vor Pfingsten und wird auch bei der einwöchigen Kastler Fußwallfahrt mitpilgern, die am 8. August in Altötting ankommt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Fernseh-Aufzeichnung
Es gab für die Teilnehmer an der 17. Bulldog-Oldtimer-Wallfahrt aus Neunburg v.W. in der Oberpfalz am Pilgerziel eine Überraschung: Bei der Einfahrt auf den Kapellplatz mit insgesamt 27 Bulldogs am 31. Juli um 13.30 Uhr, also zwei Stunden früher als geplant, wurden sie nicht nur vom stellvertretenden Wallfahrtsrektor Bruder Marinus Parzinger, sondern auch von einem Kamera-Team des Bayerischen Rundfunks empfangen. Eingeweiht war nur Wallfahrtsorganisator Hans Fischer. Für die Filmaufnahmen mussten die Fahrer nach der Bulldog-Segnung noch ein paar Extrarunden am Kapellplatz drehen, und das bei schweißtreibenden Temperaturen. „Das kostet“, meinte süffisant Mitorganisator Raimund Ferstl. „Die Rechnung schickt ihr bitte ins Studio nach Freimann“, so die schmunzelnde Antwort des Münchner Kamerateams mit Regisseur Andi Unger, der ergänzte: „… das mit der erhöhten Rechnung passt, da uns wegen eures verfrühten Ankommens die Gage halbiert wird.“ Na wer’s glaubt! Wegen der Hitze nutzte Bruder Marinus für die kurze Begrüßungsandacht die schattenspendenden Bäume am Kapellplatz. Für die musikalische Gestaltung sorgte das Duo Elisabeth und Herbert. Bei der Fernsehaufzeichnung steht übrigens nicht die Bulldog-Wallfahrt aus Neunburg v.W., sondern das 800-jährige Franziskus-Jubiläum im Vordergrund; ausgestrahlt wird der BR-Klassiker „Stationen“ zum Thema „Religion & Orientierung“ am 23. September 2026.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Hilferuf in großer Not
Mittlerweile hat es sich zu einem „Trend“ in der Oberpfalz entwickelt, mit ausgedienten, älteren Traktoren nach Altötting zu wallfahren. Aus Schorndorf kamen sie heuer am 1. August zum dritten Mal. Die Leitung hatte Engelbert Obermeier; er war einmal Teilnehmer bei der Neunburger Bulldog-Wallfahrt, setzte dann aber seine eigene „in die Tat um“: Zum einen wollte er die 150 Kilometer-Fahrt unterwegs mit mehr Pausen „genießen“, auch wenn man dann drei Tage für die Fahrt nach Altötting benötigte. Vor allem aber ist diese Bulldog-Wallfahrt für ihn ein persönlicher Hilferuf in großer Not nach mehreren Krebs-OPs. 17 ausgediente landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, vorwiegend der Marken Fendt, M.A.N. und Porsche aus den Jahren 1956 bis 1970, fuhren auf den Kapellplatz zu einer kurzen Statio mit Gebet und der Personen- und Fahrzeug-Segnung durch Paulinerpater Paul Binkowski. Heimwärts wurde eine andere Wegroute gewählt, wie Engelbert Obermeier erzählte. Man wolle in der dreitägigen Rückfahrt auch das Bauernmuseum in Massing besichtigen. Albert Saradeth war Mitorganisator und der „Auskundschafter“ der Wegstrecke nach Altötting, was sich wegen Umleitungen durch Bauarbeiten als sehr sinnvoll erweisen sollte.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner


