Wallfahrt

Mosaike aus der Wallfahrt

Michael Glaß am 21.07.2025

Wallfahrer ziehen über den Kapellplatz. Helfer des Malteser Hilfsdienstes schieben Rollstuhlfahrer. Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Malteser Wallfahrt. Einzug über den Kapellplatz.

Der Juli ist der Monat der landsmannschaftlichen Wallfahrten. Aber auch viele andere Pilger (-gruppen) kamen – eine kleine Auswahl:

Altötting sehr verbunden

In frü­he­ren Jah­ren orga­ni­sier­te Pfar­rer Mar­tin Stra­ßer, als er noch Mili­tär­pfar­rer in Bad Rei­chen­hall war, meh­re­re Sol­da­ten-Fuß­wall­fahr­ten nach Alt­öt­ting; mit dabei waren auch Mulis, die im Gebir­ge als Las­ten­tie­re ein­ge­setzt wer­den. Seit 2013 hat er sei­ne Uni­form abge­legt und trägt nun Ver­ant­wor­tung für den Pfarr­ver­band Obe­res Achen­tal. Da sich Pfar­rer Stra­ßer der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting sehr ver­bun­den fühlt, lei­tet er immer noch Wall­fahr­ten – aller­dings ist er mit sei­nen“ Pil­gern umge­stie­gen auf beque­me Fort­be­we­gungs­mit­tel wie Fahr­rä­der und E‑Bikes. So erreich­ten am 5. Juli gegen 17.30 Uhr 35 Rad­pil­ger aus dem Obe­ren Achen­tal mit Reit im Winkl, Schleching, Unter- und Ober­wös­sen und Umge­bung ihr Pil­ger­ziel und umrun­de­ten drei­mal die Gna­den­ka­pel­le. 95 Kilo­me­ter hat­ten sie an einem Tag zurück­ge­legt, den Achen­damm und am Alz-Rad­weg ent­lang. Der ältes­te Teil­neh­mer war Bern­hard (85); Michae­la (51) bei den Frau­en die jüngs­te; immer­hin war mit dem 29-jäh­ri­gen Domi­nik auch ein Jung­spund“ dabei. Letz­te­rer sicher­te zusam­men mit Michi als Schluss­licht die Rad­grup­pe unter­wegs. Nach der Teil­nah­me an der abend­li­chen Lich­ter­pro­zes­si­on und Über­nach­tung, radel­te ein Teil der Grup­pe wie­der mit dem Fahr­rad zurück. Für Pfar­rer Stra­ßer war es zudem eine gro­ße Ehre, dass er am Sonn­tag, 6. Juli, beim Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst mit Kar­di­nal Kurt Koch als Abschluss des am Gna­den­ort statt­fin­den­den Papst-Bene­dikt-Forums in der Basi­li­ka kon­ze­le­brie­ren durf­te. Bereits im Früh­jahr die­ses Jah­res war Pfar­rer Stra­ßer nach Alt­öt­ting gekom­men und ließ sich beim Haupt­fest der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on (MC) als Soda­le auf­neh­men. Zwi­schen­zeit­lich, so berich­te­te er, sei er Prä­ses und Obmann in sei­nem Pfarr­ver­band; er konn­te bereits zwei jun­ge Män­ner als Neu­zu­gän­ge“ für die MC gewinnen.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

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Mit heißen Herzen

Idea­le Wet­ter­be­din­gun­gen hat­ten die Fuß- und Rad­pil­ger aus Kirchdorf/​Inn am 5. Juli auf ihrem Weg nach Alt­öt­ting. Pau­li­ner­pa­ter David Kolod­zie­jc­zyk begrüß­te nach der Ein­be­glei­tung zur Gna­den­ka­pel­le um 8 Uhr mor­gens bei einer kur­zen Sta­tio die Kirch­dor­fer und auch Fuß­pil­ger aus Gars, die sich ange­schlos­sen hat­ten, herz­lich. Es ist gut, dass es für die Fuß­wall­fahrt nicht zu heiß war“, bestä­tig­te P. David, doch die Pil­ger dür­fen ger­ne mit hei­ßen, bren­nen­den Her­zen zur Mut­ter­got­tes kom­men und sie begrü­ßen …“. Denn die Mut­ter­got­tes freut sich über Euer kom­men, weiß um die Anlie­gen der Pil­ger und bit­tet um Für­spra­che bei ihrem Sohn, Jesus Chris­tus“. Pfar­rer Janos Kovacs erwar­te­te sei­ne“ Kirch­dor­fer im Anschluss zum Pil­ger­got­tes­dienst in der Bru­der Konrad-Kirche.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

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Wo bleibt der Applaus?

Die Rad­pil­ger aus dem Pfarr­ver­band Marktl/​Inn tra­fen, wie soll­te es anders sein, am 5. Juli etwas eher am Gna­den­ort Alt­öt­ting ein und stan­den vor der Basi­li­ka Spa­lier, als die Fuß­pil­ger mit Pfar­rer Peter Meis­ter, ein­be­glei­tet von Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger, Ein­zug hiel­ten. Wo bleibt der Applaus“, for­der­te schmun­zelnd Pfar­rer Meis­ter die Rad­pil­ger auf, denn eine Wall­fahrt zu Fuß sei halt doch kräf­te­zeh­ren­der. Men­schen auf dem Weg ver­trau­en ein­an­der, denn Glau­be ver­bin­det“, beton­te Kapu­zi­ner­bru­der Mari­nus Par­zin­ger beim Will­kom­mens­gruß. Got­tes­dienst bedeu­te Jesus-Bezie­hung“, und die­se las­se uns Kraft spü­ren und Frie­den finden.

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

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Halt und Kraft

Kapu­zi­ner­pa­ter Bert­hold Oeh­ler begrüß­te am 5. Juli um 7.30 Uhr die die Teil­neh­mer an der Fuß‑, Bus- und Rad­wall­fahrt aus Titt­mo­ning nach ihrer Ankunft am Dult­platz herz­lich und beglei­te­te sie über den Kapell­platz zur Bru­der Kon­rad-Kir­che. Wir soll­ten immer wie­der hin­ter­fra­gen, wofür wir uns auf den Weg machen und uns an Hei­li­gen ori­en­tie­ren, wie etwa am Vor­bild des hei­li­gen Bru­ders Kon­rad“, emp­fahl P. Bert­hold. Wich­tig dabei sei der Kon­takt zu Gott, denn der Glau­be gebe uns Halt und Kraft. Mit Stifts­de­kan Ger­hard Gum­ping­er als Haupt­ze­le­bran­ten fei­er­ten die Titt­mo­nin­ger Wall­fah­rer abschlie­ßend einen Gottesdienst

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

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Voll Vertrauen auf dem Weg

Eigent­lich hat­te Hel­muth Kie­rer geplant, mit sei­nem 75. Geburts­tag, den er am 12. Juli am Gna­den­ort fei­ern konn­te, auch sei­ne Abschluss-Gelöb­nis­wall­fahrt“ zu besie­geln, wie er am Kapell­platz erzähl­te. Doch sei­ne Mit­pil­ger haben ihn über­re­det, noch min­des­tens um ein Jahr zu ver­län­gern“. Hel­muth Kie­rer – fest­lich in donau­schwä­bi­sche Tracht geklei­det und eine Votiv­ker­ze mit einer Abbil­dung des Alt­öt­tin­ger Gna­den­bilds in sei­nen Hän­den – und vie­le ande­re waren Teil­neh­mer an der 64. Gelöb­nis­wall­fahrt der Donau­schwa­ben“ am 12. und 13. Juli, eine Ver­an­stal­tung des St. Ger­hards-Werk Stutt­gart mit dem Ger­hards­fo­rum Mün­chen unter Gesamt­ko­or­di­na­ti­on von Josef Lutz aus Nürn­berg. Und da nächs­tes Jahr die 65. Wall­fahrt ansteht, so Kie­rer schmun­zelnd, wird halt noch ein Jahr drangehängt …

Das dies­jäh­ri­ge Wall­fahrts­mot­to Voll Ver­trau­en auf dem Weg“ steht im Zei­chen des Kreu­zes, aber auch des Brü­cken­bau­ens zwi­schen alter und neu­er Hei­mat im Zei­chen von Ver­söh­nung und Frie­den. Die donau­schwä­bi­schen Pil­ger aus dem ehe­ma­li­gen Jugo­sla­wi­en, Ungarn und Rumä­ni­en, die nach der Ver­trei­bung in der Zeit des Zwei­ten Welt­kriegs in Deutsch­land, vor­wie­gend in Bay­ern, und in Öster­reich eine neue Hei­mat gefun­den haben, wur­den bereits am Sams­tag zu einem Eröff­nungs­got­tes­dienst in die Alt­öt­tin­ger Stift­s­pfarr­kir­che ein­ge­la­den. Die Wei­den­tha­ler Chor­mä­dels sorg­ten für die musi­ka­li­sche Gestal­tung. Der vor­abend­li­che Got­tes­dienst mit anschlie­ßen­der fei­er­li­cher Lich­ter­pro­zes­si­on sorg­te für ein berüh­ren­des Erlebnis.

Auch wenn die lands­mann­schaft­li­chen Trach­ten­grup­pen mit ihren Fah­nen­ab­ord­nun­gen Jahr für Jahr weni­ger wer­den, so bot sich doch am Sonn­tag, 13. Juli, ein gewohnt far­ben­präch­ti­ges Bild bei der Pro­zes­si­on vom Kapell­platz zur St. Anna-Basi­li­ka, beglei­tet von der Musik­ka­pel­le Sankt­an­na. Es wur­de auch ein Bild von P. Wen­de­lin Gru­ber mit­ge­tra­gen. Die­ser hat­te 1946 am Vor­abend des Fes­tes Maria Ver­kün­di­gung im Ver­nich­tungs­la­ger Gako­wa ver­spro­chen: Wenn wir am Leben blei­ben, wol­len wir jähr­lich aus Dank­bar­keit Wall­fah­ren!“ Dem Grün­der der Gelöb­nis­wall­fahrt wur­de im Wort des Lai­en“ gedacht, gespro­chen von Dr. Petra Loibl, Beauf­trag­te der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung Mün­chen für Aus­sied­ler und Vertriebene.

Höhe­punkt der donau­schwä­bi­schen Gelöb­nis­wall­fahrt war der fei­er­li­che Got­tes­dienst mit dem Geist­li­chen Bei­rat Pfr. Paul Kol­lar, in Kon­ze­le­bra­ti­on mit Pfar­rer GR Klaus Rapp, Pfar­rer Karl Zirm­er, Pfar­rer Adam Poss­may­er, Pfar­rer Zol­tan-Josef Kocsik, Pfar­rer Peter Ober­mei­er, Stifts­ka­no­ni­kus Johann Pal­fi und Pau­li­ner­pa­ter Dr. Atti­la Hesz. Der Fest­pre­di­ger emp­fahl, auf die Stim­me des Herrn zu hören“ und die Tra­di­ti­on des Wall­fah­rens zu wah­ren.
Musi­ka­lisch gut unter­hal­ten waren die donau­schwä­bi­schen Pil­ger beim Got­tes­dienst durch die bei­den Kir­chen­chö­re des Pfarr­ver­bands Maria Ramers­dorf und St. Pius Mün­chen unter Lei­tung von Dr. Franz Metz und Andrea Mats­chi­ner. Beim Mari­en­lie­der­sin­gen und der Mari­en­an­dacht am Nach­mit­tag in der St. Anna-Basi­li­ka wur­de der Gna­den­mut­ter von Alt­öt­ting ehrend gedacht und für ihre Für­spra­che gedankt.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Radpilger der Hoffnung

Die­ses Jahr war alles anders, als die 165 Teil­neh­mer an der Köfe­rin­ger Rad­wall­fahrt am 12. Juli nach­mit­tags gegen 15.15 Uhr ihr Pil­ger­ziel erreich­ten und drei­mal die Gna­den­ka­pel­le umrun­de­ten: zum einen gab es zur Begrü­ßung nur das Geläut der Gna­den­ka­pel­len-Glo­cken, die der Stift­s­pfarr­kir­che waren wegen eines Blitz­ein­schlags im Nord­turm schalt­tech­nisch lahm­ge­legt“; dann herrsch­te wegen Abbau-Arbei­ten einer Kon­zert­büh­ne und Absperr­git­tern etwas Cha­os am Kapell­platz; außer­dem muss­ten die Köfe­rin­ger zum Pil­ger­got­tes­dienst in den Kon­gre­ga­ti­ons­saal aus­wei­chen, da die Basi­li­ka ander­wei­tig belegt war. Somit wur­den die Fahr­rä­der in die abge­stell­ten Last­wä­gen vor dem Kon­gre­ga­ti­ons­saal ver­la­den. Das konn­te die Glau­bens­freu­de der Rad­pil­ger um Orga­ni­sa­tor Rein­hard Kau­tetz­ky und Team als Pil­ger der Hoff­nung“ im Hei­li­gen Jahr kei­nes­falls min­dern. Nach Wor­ten von Papst Fran­zis­kus: Macht mit! Seid Men­schen der Hoff­nung und des Frie­dens“, gaben die Köfe­rin­ger ein beein­dru­cken­des Glau­bens­zeug­nis auch in schwie­ri­gen Zei­ten. Wie Pfar­rer BGR Joseph Put­huss­ery, der mit den Rad­pil­gern im Anschluss den Pil­ger­got­tes­dienst fei­er­te, im Begleit­heft als Gruß­wort schrieb: Hoff­nung ist mehr als ein vages Wün­schen, sie ist ein fes­ter Anker. Als Chris­tin­nen und Chris­ten glau­ben wir: Unse­re Hoff­nung hat ein Gesicht. Sie heißt Jesus Chris­tus. An sei­ner Sei­te steht Maria, als Mut­ter Got­tes, als gro­ße Glau­ben­de mit uns auf dem Weg!“

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Ermutigung und Heil finden

Pil­ger der Hoff­nung“ – das ist das Leit­wort des Hei­li­gen Jah­res 2025, das Jah­res­the­ma der Mal­te­ser und es war auch das Mot­to der dies­jäh­ri­gen Mal­te­ser-Wall­fahrt mit Kran­ken und Behin­der­ten nach Alt­öt­ting, wel­che immer am drit­ten Sonn­tag im Juli stattfindet.

An die 900 Pil­ger aus ganz Bay­ern, vom Mal­te­ser Orden, aus Öster­reich und der Schweiz waren dazu am 20. Juli in den Gna­den­ort gekom­men. Eine Grup­pe von 60 Wall­fah­rern aus Stadt und Land­kreis Pas­sau sowie den Land­krei­sen Frey­ung-Gra­fen­au und Rot­tal-Inn hat die Diö­ze­se Pas­sau vertreten.

Schon bei der Hin­fahrt stimm­ten sich die Pas­sau Mal­te­ser, die mit einem Rei­se­bus sowie vier Klein­bus­sen unter­wegs nach Alt­öt­ting waren, im Rah­men einer Andacht auf den Tag ein. Vom Dult­platz ging es dann in einer Pro­zes­si­on, an der auch der Pas­sau­er Diö­ze­san­seel­sor­ger Johan­nes B. Trum sowie Diö­ze­san­ge­schäfts­füh­rer Dia­kon Rai­ner F. Brein­bau­er teil­nah­men, zur Basi­li­ka St. Anna, die auch heu­er wie­der voll besetzt war. Wall­fahrts­lei­ter Franz-Josef Frei­herr von der Heyd­te erklär­te bei der Begrü­ßung: Wir wol­len bei die­ser Wall­fahrt ganz beson­ders das Gebet um Frie­den in den Mit­tel­punkt stellen.“

Zele­brant und Pre­di­ger des fei­er­li­chen Pon­ti­fi­kal­amts war heu­er Weih­bi­schof Rupert Graf zu Stol­berg aus Mün­chen. Er beton­te ein­gangs, dass er hof­fe, dass die­ser Got­tes­dienst ein Got­tes­dienst der Ermu­ti­gung wer­de. Im Evan­ge­li­um ging es um die Schwes­tern Mar­tha und Maria. Wäh­rend Mar­tha mit viel Mühe für Jesus sorgt, sitzt ihre Schwes­ter Maria ihm zu Füßen und hört ihm zu. In sei­ner Pre­digt erklär­te der Weih­bi­schof dazu: Wie sieht es in einer Leis­tungs­ge­sell­schaft wie der uns­ri­gen da aus bei Men­schen, die nicht mit­hal­ten kön­nen, z.B. bei Kran­ken und Men­schen mit Han­di­cap? Es könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, dass ande­re sie als Last emp­fin­den. Das ist ganz bestimmt nicht die Sicht­wei­se Jesu im Evan­ge­li­um. Die eine deckt auf und ist auf Hoch­tou­ren. Die ande­re sitzt zu Füßen Jesu und hört ihm zu. Oh Wun­der, er fin­det das in Ordnung.“

Er möch­te deut­lich machen: Es ist nicht das Ein­zi­ge, wenn man immer nur auf Leis­tung getrimmt ist. Das Zuhö­ren, das für­ein­an­der Zeit zu haben, ist min­des­tens genau so wich­tig. Es ist gut, wenn sich gesun­de Men­schen Zeit neh­men für Men­schen, die Hil­fe brau­chen. Davon haben bei­de Sei­ten etwas. In die­sem Mit­ein­an­der ent­steht Heil für bei­de Sei­ten. Wenn wir Jesus anschau­en, ver­schwim­men die Rol­len. Wer Hil­fe anbie­tet, der emp­fängt auch umge­kehrt Hilfe.“

Nach der Kom­mu­ni­on sprach Anto­nio Graf Keg­le­vich, Regio­nal­lei­ter und Lan­des­be­auf­trag­ter Bay­ern, das Mal­te­ser-Gebet. Dies geschah in der lang­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on der Mal­te­ser Wall­fahrt nach Alt­öt­ting zum ers­ten Mal über­haupt. Bevor er den Segen spen­de­te, erklär­te Rupert Graf zu Stol­berg: Die Mal­te­ser sind Hoff­nungs­trä­ger im Aus­land und auch hier bei uns. Ihr seid dank eures Enga­ge­ments Hoff­nungs­trä­ger, Pil­ger der Hoff­nung. Dafür gebührt euch Dank.“ Sein Dank galt auch den ande­ren Wall­fah­rern für euer Glau­bens­zeug­nis, für eure gro­ße Treue und vor allem auch für euer Gebet.“

Am Nach­mit­tag begrüß­te der Weih­bi­schof zusam­men mit Stifts­propst und Wall­fahrts­rek­tor Dr. Klaus Metzl die Gläu­bi­gen in der Stifts­kir­che zur Andacht. Wir wol­len die Andacht hal­ten in beson­de­rer Wei­se mit Blick auf Maria. Sie schaut auf uns nicht nur hier, son­dern auch, wenn wir wie­der nach Hau­se kom­men“, so Graf zu Stol­berg. Hei­lung bedeu­tet mehr als Gesund­heit. Hei­lung heißt, sich in Gott gebor­gen zu füh­len. Maria ist das Heil der Kran­ken. So kön­nen wir mit Maria zu Pil­gern der Hoff­nung wer­den.“ Auch er beton­te noch ein­mal das beson­de­re Wall­fahrts­an­lie­gen: den Frie­den. Im Anschluss seg­ne­te der Weih­bi­schof die Andachts­ge­gen­stän­de, die die Wall­fah­rer mit­ge­bracht hatten.

Vor dem Altar war eine Kopie der Alt­öt­tin­ger Madon­na auf­ge­stellt. Dies ist den Mal­te­ser Wall­fah­rern immer ganz beson­ders wich­tig und ein gro­ßes Anlie­gen. Dr. Metzl beton­te: Es ist nicht irgend­ei­ne Kopie, son­dern eine beson­de­re, weil in sie ein Holz­span der ech­ten Alt­öt­tin­ger Madon­na ein­ge­ar­bei­tet ist.“ Mit der Madon­na seg­ne­te Wall­fahrts­rek­tor Klaus Metzl die Pil­ger und mit der Bay­ern­hym­ne ende­te die Andacht, nach der sich die Gläu­bi­gen als Pil­ger der Hoff­nung gestärkt auf den Heim­weg machten.

Text: Ros­ma­rie Fried­sam, Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Wallfahrer ziehen über den Kapellplatz. Helfer des Malteser Hilfsdienstes schieben Rollstuhlfahrer.
Malteser Wallfahrt. Einzug über den Kapellplatz.

„Schauen wir hoffnungsvoll in die Zukunft“

Unter dem Mot­to Im Glau­ben ver­bun­den“ hat am 26. und 27. Juli die 71. St. Anna-Wall­fahrt statt­ge­fun­den. Rund 1000 ober­schle­si­sche Lands­leu­te pil­ger­ten zu ihrer Ersatz“-Heimat in Altötting.

Über den Segen vom St. Anna­berg, dem wich­tigs­ten katho­li­schen Wall­fahrts­ort Ober­schle­si­ens, freu­te sich Nor­bert Grö­ner – der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Lan­des­grup­pe Bay­ern der Lands­mann­schaft Ober­schle­si­en begrüß­te am Sonn­tag­vor­mit­tag die Besu­cher aus meh­re­ren deut­schen Bun­des­län­dern und dar­über hin­aus zur Fest­mes­se in der St. Anna Basi­li­ka. Zuvor waren zahl­rei­che Trach­ten- und Fah­nen­ab­ord­nun­gen ein­ge­zo­gen. Bei der Fest­mes­se erklang die Haydn-Mes­se an der Orgel – die Alt­öt­tin­ger Hof­mu­sik und der Hei­mat­chor Ostroppa/​Gleiwitz aus Polen gestal­te­ten außer­dem den Got­tes­dienst musi­ka­lisch. Es kon­ze­le­brier­ten Pfar­rer i.R. Joseph Scholz, Mün­chen, und Pfar­rer i.R. Franz Xaver Hecker, Alt­öt­ting, assis­tiert von Dia­kon Niko­lai Losev, Pfar­rei Edith Stein, Nürnberg.

Bischofs­vi­kar Prof. Dr. Peter Tar­lin­ski aus Oppeln zele­brier­te die Mes­se und rief in sei­ner Pre­digt zum Ein­satz für den Frie­den und zur Glau­bens­er­neue­rung auf: Die Sor­ge um den Frie­den muss blei­ben“, beton­te er und erklär­te: Wich­tig sei außer­dem Chris­tus als den leben­di­gen Sohn Got­tes neu zu ent­de­cken“. Wie sehr die Sehn­sucht nach Frie­den sowie die Ver­bun­den­heit im Glau­ben die Iden­ti­tät der ober­schle­si­schen Lands­leu­te prä­gen, mach­te der Pre­di­ger ein­mal mehr deut­lich. Er erin­ner­te an den mör­de­ri­schen Wahn­sinn“ der NS-Dik­ta­tur und an den von den Nazis ent­fach­ten II. Welt­krieg; an Flucht, Ver­trei­bung und Hei­mat­lo­sig­keit nach dem Krieg. Aus­drück­lich dank­te er für 80 Jah­re Frie­den sowie für die Zusam­men­füh­rung der Fami­li­en der ober­schle­si­schen Hei­mat­ver­trie­be­nen, die sich teils bis Anfang der 1990er-Jah­re hin­ge­zo­gen habe. Die ober­schle­si­schen Lands­leu­te hät­ten nach dem Krieg ihre Hoff­nung in die Hän­de Got­tes gelegt“ und die­se Hoff­nung habe sich erfüllt: Frie­de, Fleiß, Ein­satz und Inte­gra­ti­ons­ar­beit – das alles hat gefruch­tet“, stell­te der Bischofs­vi­kar fest. Schau­en wir hoff­nungs­voll in die Zukunft“, appel­lier­te er und rief außer­dem dazu auf, den Wur­zeln unse­rer Her­kunft treu“ zu blei­ben. Uns mit­zu­tei­len, mit­zu­wir­ken, mit auf­zu­bau­en“ sei­en schle­si­sche Tugen­den, die auch in der Zukunft wich­tig bleiben.

Bereits am Sams­tag­nach­mit­tag hat­te vor der Basi­li­ka ein Stand­kon­zert mit Ober­schle­si­scher Blas­mu­sik und dem Hei­mat­chor Ostroppa/​Gleiwitz statt­ge­fun­den. Abends zele­brier­te Kapu­zi­ner­pa­ter Bru­der Mari­nus Par­zin­ger einen Got­tes­dienst in der Basi­li­ka; an der Orgel erklang die Schu­bert-Mes­se; außer­dem wirk­te erneut der Hei­mat­chor Ostroppa/​Gleiwitz mit. Am Sonn­tag­nach­mit­tag fand in der Stift­s­pfarr­kir­che eine Andacht mit Eucha­ris­ti­schem Segen statt, die Pfar­rer i.R. Joseph Scholz hielt. Bru­der Mari­nus ver­ab­schie­de­te die Wall­fah­rer bei einer abschlie­ßen­den Sta­tio vor der Gna­den­ka­pel­le. Er freu­te sich über das bun­te Bild der ober­schle­si­schen Trach­ten- und Fah­nen­ab­ord­nun­gen und seg­ne­te vor dem Pil­ger-Schluss­se­gen die Andachts­ge­gen­stän­de. Musi­ka­lisch gestal­te­ten sowohl am Sams­tag­nach­mit­tag als auch am Sonn­tag eine Blä­ser­grup­pe unter Lei­tung von Rafa­el Win­hold die St. Anna-Wallfahrt.

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

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