Bistum

Aus Kreuzweg Kraft schöpfen

Redaktion am 14.03.2023

2023 03 14 pb alb kreuzweg1 Foto: Andreas Weber
Kreuzwegs-Darstellung von Erich Horndasch.

Der Kreuzweg ist ein symbolischer Weg für unser Leben. Jeder von uns kann sich im Kreuzweg wieder finden. Jeder trägt sein Kreuz, mit all dem, was ihn in seinem Leben belastet, mit allen Sorgen und Nöten. Einen künstlerisch herausragenden Kreuzweg hat Erich Horndasch für die Riedlhütter Josefskirche geschaffen. Nun gibt es ein Buch darüber.

Erich Horn­dasch hat Anfang der 1960er Jah­re in Riedl­hüt­te ein Gesamt­kunst­werk voll­endet. Von ihm stam­men die Glas­fens­ter, die Altar­wand, das Gemäl­de Josef der Arbei­ter“ am Sei­ten­al­tar und eben besag­te 14 Kreuz­weg­sta­tio­nen. Er nahm dabei bewusst Bezug auf das Kreuz und das Leid in unse­rer gegen­wär­ti­gen Zeit“, heißt es im Buch zum Horn­dasch-Kreuz­weg“, das Pfar­rer i. R. Hubert Gerstl und Otto Öllin­ger im Herbst des ver­gan­ge­nen Jah­res her­aus­ge­ge­ben haben. In den ein­zel­nen Sta­tio­nen sol­le sicht­bar wer­den, dass Jesus sein Kreuz nicht nur vor 2000 Jah­ren durch Jeru­sa­lem getra­gen hat, son­dern dass er immer noch unter­wegs ist: in unse­rer Welt, in unse­rem Ort, in unse­rem Leben. Er lädt uns ein, es ihm gleich zu tun“, schrei­ben die Autoren. 

Als die neue Riedl­hüt­ter Kir­che am 7. Okto­ber 1962 ein­ge­weiht wur­de, war zwar der Ent­wurf des Kreuz­wegs fer­tig, doch zur Aus­füh­rung kam es damals nicht mehr. Zum einen fehl­te das Geld, zum ande­ren hat­te das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil für Ver­un­si­che­rung gesorgt: Man wuss­te nicht recht, wel­che Form der Kreuz­weg haben soll­te. Und so schlum­mer­te das Modell fast 30 Jah­re im Ate­lier des Malers, bis Pfar­rer Hubert Gerstl 1989 zu sei­nem 50. Geburts­tag dar­um bat, auf Geschen­ke zu ver­zich­ten und statt­des­sen die ers­ten Sta­ti­ons­bil­der für die Kir­che zu erwer­ben. Bald fan­den sich genü­gend Spon­so­ren, so dass der Kreuz­weg in Angriff genom­men und schließ­lich in den 90er Jah­ren fer­tig­ge­stellt wer­den konnte.

Kreuzwegs-Darstellung von Erich Horndasch – Impressionen

Fotos: Andre­as Weber

2023 03 14 pb alb kreuzweg horndasch cover Buchcover
Pfarrer i. R. Hubert Gerstl/Otto Öllinger: Horndasch-Kreuzweg – Das Buch beinhaltet eine Kreuzwegandacht mit Liedern zu den Bildern von Erich Horndasch sowie Beiträge zur Entstehung des Buches, zur Geschichte des „Riedlhütter Kreuzwegs“ und zum Künstler Erich Horndasch. Der Erlös kommt der Pfarrei Riedlhütte zugute. – Ohetaler Verlag, 19,90 Euro, ISBN 978-3-95511-180-9

Der Kreuz­weg­be­glei­ter ent­stand zum Kirch­wei­h­ju­bi­lä­um (60 Jah­re) in Riedl­hüt­te. Es basiert auf den Tex­ten der ehe­ma­li­gen Kon­rek­to­rin und 2015 ver­stor­be­nen Hei­mat­schrift­stel­le­rin Anni Wandt­ner. Chris­ta und Wil­li Ste­ger berei­cher­ten das Buch mit einer Vita des Künst­lers. Die Fotos der Kreuz­weg­ta­feln fer­tig­te der Spie­gel­au­er Foto­graf Andre­as Weber.

1926 in Mün­chen Gie­sing gebo­ren, hat­te Erich Horn­dasch schon als Kind den Wunsch, Maler zu wer­den. Davon ließ er sich nicht abbrin­gen, auch nicht von den Eltern, die befürch­te­ten, ihr Sohn müs­se als Künst­ler am Hun­ger­tuch nagen. Ent­spre­chend stolz war der Sohn, als er zum Abschluss sei­ner Stu­di­en den Titel Aka­de­mi­scher Kir­chen­ma­ler“ erhielt. Sei­nen Stil bezeich­ne­te er als poe­tisch-sym­bo­lisch“, sei­ne Lieb­lings­far­ben waren das Rot, das tief­dunk­le Blau und das gött­li­che Gold. Sei­ne Arbei­ten sind in ganz Bay­ern, aber auch im Aus­land zu fin­den. So hängt in der Lon­do­ner Rus­sell-Stif­tung sein Blech­weib“, ein aus­drucks­star­kes Gemäl­de, das von Tei­len alter Regen­rin­nen umrahmt ist. Er habe damit die fei­ne baye­ri­sche See­le und ihre raue Scha­le dar­stel­len wol­len. Sei­ne tie­fe Reli­gio­si­tät und sein Fein­ge­fühl habe Horn­dasch beson­ders in sei­nen Kreuz­weg­sta­tio­nen zum Aus­druck gebracht, schrei­ben Chris­ta und Wil­li Ste­ger. Vier Kreuz­we­ge habe er im Lau­fe sei­nes Lebens geschaffen.

Was das Buch so wert­voll macht, sind aber nicht allein die schö­nen Bil­der und die Kapi­tel über die Ent­ste­hung des Kreuz­wegs und das Leben und Wir­ken des Malers von Stamm­ham“, son­dern auch die Medi­ta­tio­nen (mit Lie­dern) zu den Bil­dern von Horndasch.

Neben Otto Öllin­ger hat Pfar­rer i.R. Hubert Gerstl über vie­le Jah­re die Ent­ste­hung des Buches beglei­tet. Der Seel­sor­ger und der Künst­ler hat­ten sich 1968 bei der Reno­vie­rung und Neu­ge­stal­tung der Spie­gel­au­er Pfarr­kir­che ken­nen­ge­lernt. Sie ver­band eine tie­fe Freund­schaft. Gerstl hat­te einen tie­fen Ein­blick in das Den­ken, Füh­len und künst­le­ri­sche Schaf­fen von Erich Horn­dasch bekom­men“, schreibt Otto Öllin­ger im Kapi­tel über die Ent­ste­hung des Buches. Otto Öllin­ger wünscht sich, dass all die Gedan­ken, Betrach­tun­gen und Impuls­fra­gen eine Hil­fe sein mögen, das eige­ne Leben anzu­neh­men und es im Ver­trau­en auf die Hil­fe Got­tes wei­ter­zu­ge­hen. Mögen durch die­se Andacht alle in ihren Sor­gen und Nöten gestärkt wer­den und dar­aus Kraft und Hoff­nung schöpfen.“

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Wolfgang Krinninger

Chefredakteur

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