Foto: Simon Sterl
Eine beeindruckende Bilanz an Aktivitäten präsentierte der „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Thyrnau“ unter dem Vorsitz von Pfarrer i.R. Michael Hüttner bei der Mitgliederversammlung im St.-Gertrud-Saal des Klosters Thyrnau.
Dieser Förderverein mit seinen fast 200 Mitgliedern hat sich seit seiner Gründung im Juni 2007 in vielfältiger Weise für den Erhalt der Zisterzienserinnenabtei St. Josef eingesetzt. Für diese wichtige Unterstützung der Abtei bedankte sich Priorin Sr. M. Lucia Kienzler. Äbtissin Dr. Mechthild Bernard konnte aufgrund eines aktuellen Krankenhausaufenthalts nicht an der Versammlung teilnehmen. Auf die vielen Aktivitäten ging auch Pfarrer i.R. Michael Hüttner ein. Er erinnerte an das Klostergespräch mit Magdalena Lummer zum Thema: „Pilger der Hoffnung – Pilgern gestern und heute“, an ein Benefizkonzert in der Klosterkirche mit den St.-Michaels-Bläsern aus Passau-Grubweg und der Familienmusik Geins sowie die jährliche Kulturfahrt des Klosters, bei der die Asamkirche in Aldersbach und die Abtei Schweiklberg die nahen Ziele waren.
Als den Höhepunkt des Klosterjahres 2025 bezeichnete Michael Hüttner das Dreifach-Jubiläum „100 Jahre Abtei – 70 Jahre Inkorporation in den Orden – 780 Jahre Abtei Rathausen-Thyrnau“, das mit einem feierlichen Pontifikalgottesdienst in der Klosterkirche mit Abtpräses Vinzenz Wohlwend aus der Abtei Wettingen-Mehrerau aus Bregenz und Abt Nikolaus aus der Abtei Schlierbach als Hauptzelebranten gefeiert wurde.
Am Schluss seines Rückblicks dankte Michael Hüttner den Mitgliedern des Fördervereins für ihre Unterstützung und der Vorstandschaft für die stets gute Zusammenarbeit bei der Organisation anstehender Veranstaltungen.
Schatzmeister Alfons Praml konnte einen gesunden finanziellen Grundstock belegen, mit dem das Kloster durch den Verein auch weiterhin bei bevorstehenden baulichen Maßnahmen finanziell unterstützt werden kann. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Architekt Norbert Sterl, der die Baumaßnahmen am Kloster Thyrnau seit Jahren immer wieder ehrenamtlich begleitet, berichtete über die Fortschritte bei der Restaurierung des Klostergebäudes. So habe im Mai dieses Jahres die Staatliche Dombauhütte Passau zwei neu angefertigte Sandsteinvasen, die den Portalrahmen des Kloster-Hauptportals bekrönen, wieder aufgesetzt, nachdem man vor zwei Jahren die beiden originalen, stark verwitterten Steinvasen wegen Absturzgefahr hatte abnehmen müssen. „Aus diesen Originalen konnte die mit der Instandsetzung beauftragte Staatliche Dombauhütte die identischen Abmessungen und noch ablesbaren Details der schwungvoll geformten barocken Steinvasen, die mit einem Bouquet aus Früchten bekrönt sind, rekonstruieren“, freute sich Norbert Sterl. Die beiden neuen Vasen seien dann aus Schleeriether Sandstein aus Unterfranken geschlagen worden, der als Ersatzgestein für zu ersetzenden Sandstein auch am Dom St. Stephan zu Passau zum Einsatz komme.
Foto: Norbert Sterl
„Die Kosten für die Portalsanierung einschließlich der Neuanfertigung der Steinvasen betragen rund 35.000 Euro. Für den denkmalpflegerischen Aufwand erhält das Kloster Thyrnau Zuschüsse vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, vom Bezirk Niederbayern und von der Stiftung Denkmalschutz. Auch der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Thyrnau hat 5000 Euro beigesteuert“, erklärte dazu Norbert Sterl den Mitgliedern, „die alten originalen Sandsteinvasen bleiben erhalten, sie werden künftig in der Pfortenhalle des Klosters ausgestellt.“
Auch die lang erwarteten Restaurierungsarbeiten des zweiten Bauabschnittes am Kloster-Hauptgebäude im kommenden Jahr können starten, zumal die Finanzierungsfragen nunmehr geklärt seien. „Festsaal, Wintertafelzimmer und Audienzzimmer hießen in fürstbischöflicher Zeit einige dieser Räume, die restauriert werden müssen. Sie sind mit einem vornehmen ‚Bandelstuck‘ ausgestattet, der vermutlich aus der Stuck-Werkstatt von Paolo d’Allio stammt, einem bedeutenden Vertreter der sogenannten ‚Intelveser‘ Barockkünstler in Süddeutschland“, berichtete Sterl dazu. In diesen Räumen gebe es zahlreiche Schäden an Deckenbildern, Putz und Stuck, verursacht durch Wassereinbrüche noch aus der Zeit vor der Dachinstandsetzung. Instandsetzungsbedarf bestehe auch an Fenstern, Türen und Fußböden sowie am Kreuzgang, am Dachreiterturm der Klosterkirche und am Dach über dem Küchenanbau.
„Auf rund 1,3 Millionen Euro sind die Kosten für diesen aktuellen zweiten Bauabschnitt zur Restaurierung des Klosters Thyrnau geschätzt. Der Freistaat Bayern und die Diözese Passau als Hauptzuschussgeber haben ihre Förderzusage bereits erklärt. Ebenso hat der Bezirk Niederbayern in Aussicht gestellt, die aktuell geplanten Restaurierungsmaßnahmen finanziell zu unterstützen. Und auch der Verein der Klosterfreunde hat zur Unterstützung dieser Restaurierung bereits 50.000 Euro als Zuschuss zur Seite gelegt“, freute sich dazu Norbert Sterl.
Bürgermeister Franz Mautner würdigte in seinem Grußwort das Kloster Thyrnau als Identifikationspunkt für Thyrnau und dankte dem Förderverein für seine Aktivitäten zum Erhalt des Klosters. „Man merkt, dass hier mit Liebe zum Detail gearbeitet wird“, stellte er lobend fest. Auch Vereinsmitglied Dr. Udo Bertz, der eigens für diese Mitgliederversammlung aus der Nähe von Frankfurt angereist war, bekundete seine Verbundenheit mit dem Kloster Thyrnau.
In seinem Ausblick auf künftige Veranstaltungen kündigte Vorsitzender Michael Hüttner für den 24. März des kommenden Jahres ein Klostergespräch mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB an, Themenschwerpunkt werde dabei „Paulus von Tarsus – der Apostel, den alle kennen sollten“ sein. Für den 21. Juni ist ein Benefizkonzert der Musikkapelle Sonnen im Pfortenhof des Klosters geplant, am 18. Juli wird die Klosterfahrt zur Benediktinerabtei Rohr führen und am 26. Oktober wird die Mitgliederversammlung das kommende Vereinsjahr abrunden.
Text: Franz Stangl



