Weltkirche

Ein Ort der Hoffnung

Redaktion am 23.12.2025

Pfarrer Gerd Brandstetter. Info Icon Foto: Tiefenböck
In der „Casa Inclusiva“ soll Menschen mit Behinderungen ein Leben in Würde ermöglicht werden. Das neue Haus wurde jetzt eingeweiht. Ein schöner Meilenstein. Dabei wurde auch der 90. Geburtstag von Pfarrer Gerd Brandstetter, dem Gründer des Kinderdorfs Guarabira, gefeiert.

Mit der Einweihung der „Casa Inclusiva“ (Inklusives Haus) ist im Kinderdorf Guarabira wieder ein Baustein hinzugekommen. Vor 35 Jahren gegründet, ist das Kinderdorf im Bundesstaat Paraíba heute eine wichtige Anlaufstelle im Armenhaus Brasiliens.

Nach 35 Jah­ren kön­nen wir immer noch mit fro­hem Her­zen sagen, dass das Kin­der­dorf vol­ler Leben ist und auch in eine gute Zukunft geht.“ Das betont Josef Tie­fen­böck, Pfar­rer in Ruhstorf und Vor­sit­zen­der des Gerd Brand­stet­ter Kin­der­dorf Gua­rabi­ra Ver­eins“. Wir dür­fen uns alle sehr glück­lich schät­zen, dass das Kin­der­dorf auf sehr gesun­den Bei­nen steht“, ergänzt er. Heu­te wer­den im Kin­der­dorf 140 Kin­der in der Schu­le unter­rich­tet, etwa 40 Kin­der und Jugend­li­che woh­nen im Dorf, 80 Kin­der besu­chen den Kin­der­gar­ten. 60 wer­den als Tages­kin­der betreut und begleitet.

Nach der Über­gangs­pha­se mit Sebas­ti­an Hau­ry, der viel geleis­tet habe, damit das von Brai­li­en­mis­sio­nar Gerd Brand­stet­ter aus Neuöt­ting gegrün­de­te Kin­der­dorf in eine gute Zukunft gehen konn­te, sei es gelun­gen, dass das Kin­der­dorf heu­te in bra­si­lia­ni­schen Hän­den liegt. Die Cala­b­ria­ner und die Ver­ant­wort­li­chen der AMECC (Asso­cia­ção Meno­res com Cris­to – Ver­ei­ni­gung der Klei­nen mit Chris­tus) leis­ten in der Päd­ago­gik, in der psy­cho­lo­gi­schen Beglei­tung und im mensch­li­chen Umgang her­vor­ra­gen­de Arbeit“, ist Tie­fen­böck über­zeugt. Das Kin­der­dorf habe nicht nur in Gua­rabi­ra einen her­vor­ra­gen­den Ruf, son­dern durch die Arbeit der Cala­b­ria­ner in ganz Bra­si­li­en. Die­ser Orden habe auf die­sem Gebiet der Sozi­al­ar­beit nicht nur ein gro­ßes Cha­ris­ma, son­dern auch das Ver­trau­en der Politik.

„Casa Inclusiva“ Info Icon Fotos Tiefenböck
In der „Casa Inclusiva“ soll Menschen mit Behinderungen ein Leben in Würde ermöglicht werden. Das neue Haus wurde jetzt eingeweiht. Ein schöner Meilenstein.

Von die­sem Ver­trau­en konn­te sich eine Grup­pe – bestehend aus dem Ver­eins­vor­stand und wei­te­ren Inter­es­sier­ten – bei einem Besuch im Novem­ber über­zeu­gen. Anlass die­ser Rei­se war die Ein­wei­hung der Casa Inclu­si­va“, ein Haus für behin­der­te Men­schen. Das Inklu­si­ve Haus ist in sei­ner Art ein­zig­ar­tig in Paraí­ba. Es ermög­licht den Men­schen ein Leben in Wür­de. Sie wer­den hier nicht nur ver­sorgt, son­dern sie wer­den beglei­tet und es wird ihnen Acht­sam­keit und Wert­schät­zung geschenkt, so die Wor­te des Bischofs von Gua­rabi­ra, Ald­emi­ro Sena dos San­tos, bei der Ein­wei­hungs­fei­er des Hauses.

Vie­le Gäs­te waren dabei. Die Spit­ze der Cala­b­ria­ner aus Ita­li­en und Bra­si­li­en, Ver­tre­ter aus Kir­che und Poli­tik, die Bür­ger­meis­te­rin und der Stadt­rat und auch Ver­ant­wort­li­che des Bun­des­staa­tes für das Sozia­le. Feh­len durf­ten natür­lich nicht die Kin­der und Jugend­li­chen, die Ange­stell­ten und Mit­ar­bei­ter des benach­bar­ten Kinderdorfes.

In den Anspra­chen wur­de deut­lich, wie wich­tig das Kin­der­dorf und das Haus für Behin­der­te sind. Jedem Ein­zel­nen wur­de gedankt, der direkt oder indi­rekt mit­ge­hol­fen hat, die­sen Traum zu verwirklichen.

Die Besu­cher­grup­pe aus Deutsch­land war begeis­tert vom Kin­der­dorf, von der Lebens­freu­de der Kin­der und Jugend­li­chen, aber auch vom sehr guten Zustand des Dor­fes und von der Art und Wei­se, wie das Dorf geführt und ver­wal­tet wird. Man spürt, dass es mit Leben gefüllt ist und die Freu­de an Gott auch die Kraft­quel­le für das Den­ken, Han­deln und Füh­len ist“, so Tie­fen­böck. Von die­ser Arbeit und Freu­de im Kin­der­dorf hät­ten sich auch Cari­tas Inter­na­tio­nal und das Kin­der­mis­si­ons­werk (Stern­sin­ger­ak­ti­on) beein­druckt gezeigt. Pad­re Geral­do (Gerd Brand­stet­ter), der am 10. Dezem­ber sei­nen 90. Geburts­tag fei­ern konn­te, dür­fe mit Stolz, Freu­de und Dank­bar­keit auf sein Lebens­werk, das mit Höhen und auch Tie­fen ver­bun­den war, zurückschauen.

Wir vom Kin­der­dorf­ver­ein waren sehr ange­tan und sind gleich­zei­tig moti­viert, die Arbeit im Kin­der­dorf mit wei­te­ren Aktio­nen in Deutsch­land und Spen­den­auf­ru­fen zu unter­stüt­zen“, mach­te der Ruhstor­fer Pfar­rer deut­lich. Den Teil­neh­mern der Rei­se, die jede und jeder selbst bezahlt habe, sei bewusst gewor­den, was das Wort von Papst Fran­zis­kus für eine Bedeu­tung bekommt: Geht an die Rän­der, zu den Armen!“ Pfar­rer Gerd Brand­stet­ter habe vie­len gehol­fen, aus der Armut in ein selbst­stän­di­ges Leben zu kom­men. Tie­fen­böcks Appell: Möge das gute Werk, das durch Gerd Brand­stet­ter einst begon­nen wur­de, fort­ge­setzt werden!“

Text: red

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