Bistum

„Vergiss nie, wo du herkommst“

Redaktion am 08.07.2025

Ein Segen für die Mitfeiernden: Bischof Stefan Oster zelebrierte den Festgottesdienst im „Dom des Rottals“. Info Icon Foto: Bernhard Brunner
Ein Segen für die Mitfeiernden: Bischof Stefan Oster zelebrierte den Festgottesdienst im „Dom des Rottals“.

Bedeutsame Gratulanten haben der Marktgemeinde Fürstenzell anlässlich des Dreifach-Jubiläums 950 Jahre Pfarrei, 750 Jahre Kloster und 50 Jahre Markterhebung die Ehre gegeben, darunter ein Weltmeister, ein Minister und ein Bischof. 

Der Pas­sau­er Bischof Dr. Ste­fan Oster, Fuß­ball­welt­meis­ter Klaus Augen­tha­ler als gebür­ti­ger Fürs­ten­zel­ler und Staats­mi­nis­ter Chris­ti­an Bern­rei­ter waren zu den Fei­er­lich­kei­ten in den Markt gekommen.

Sogar zusätz­li­che Bän­ke waren in der Pfarr­kir­che Mariä Him­mel­fahrt, dem Dom des Rot­tals“, auf­ge­stellt wor­den, damit nahe­zu alle Besu­cher des Fest­got­tes­diens­tes einen Sitz­platz fan­den. In sei­ner Begrü­ßung wür­dig­te Pfar­rer Wolf­gang de Jong das gute Mit­ein­an­der in Fürs­ten­zell, auch mit der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de. Bischof Oster ging auf das Fest der Apos­tel­fürs­ten Peter und Paul am Sonn­tag ein. In der Pre­digt beleuch­te­te er die Rol­le des Simon Petrus, zu dem Chris­tus gemäß dem Aus­zug aus dem Evan­ge­li­um nach Mat­thä­us gesagt hat, Du bist Petrus, der Fels. Und auf die­sen Fel­sen will ich mei­ne Kir­che bau­en.“ Jesus sei in Caesarea Phil­ip­pi mit meh­re­ren heid­ni­schen Tem­peln ins Zen­trum der welt­li­chen Macht gegan­gen, die sich sel­ber über­höht habe, er sei der Inbe­griff eines wahr­haf­ten Men­schen“ gewe­sen, so Oster.

Der Bischof wies auf das schwe­re Schick­sal des Pau­lus hin, der Furcht­ba­res habe erlei­den müs­sen, weil er die Bot­schaft ver­brei­tet habe, Kyri­os ist Chris­tus“, also der eigent­li­che Herr sei Chris­tus. Dafür ein­zu­ste­hen, sei für Chris­tin­nen und Chris­ten in der Welt immer noch gefähr­lich, sei die­se Glau­bens­grup­pe doch bis heu­te die meist­ver­folg­te. Nie war ein Mensch frei­er“, kon­sta­tier­te Oster den­noch über Jesus, zumal Gehor­sam in der Lie­be zum Vater und Frei­heit kei­ne Wider­sprü­che sei­en. In unse­ren hei­mi­schen Ort­schaf­ten gebe es nach wie vor die Kir­che als Mit­te, aber es sei spür­bar, dass die Men­schen sich zurück­zö­gen, beton­te der Bischof. Er ver­hehl­te nicht, dass die­ser Trend auch durch eige­nes Ver­sa­gen der Chris­ten und der Kir­che ver­ur­sacht sei. Wir blei­ben weg“, skiz­zier­te der Pre­di­ger unver­blümt als Folge.

Die Predigt von Bischof Stefan Oster SDB zum Nachhören

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Doch die Men­schen gehen auf­grund der Erfah­rung, woher wir kom­men und wohin wir gehen“, in die Kir­che, wie Oster her­vor­hob. Aller­dings brö­ckelt es nach sei­nen Wor­ten in der Gesell­schaft. Umso bedeut­sa­mer sei die Rol­le Jesu für alle auf der Suche nach Lie­be und Gerech­tig­keit. Er ist mein Herr – zuerst und vor allem“, unter­strich der Pas­sau­er Ober­hir­te. Am Ende des vom erwei­ter­ten Pfarr­chor und einer Blä­ser­grup­pe unter der Lei­tung von Rudi Bür­ger­meis­ter mit der Mis­sa Bri­xi­nen­sis“ aus der Feder des zeit­ge­nös­si­schen Kom­po­nis­ten Ste­fan Tren­ner fest­lich umrahm­ten Got­tes­diens­tes dank­te Pfar­rer de Jong allen Grün­dern der Urpfar­rei Irsham und des Klos­ters – alle­samt Men­schen, die ange­packt und Auf­bau­ar­beit geleis­tet hätten.

Ein Macher – wohl­ge­merkt auf dem Spiel­feld – war auch Klaus Augen­tha­ler zu sei­ner akti­ven Zeit. Immer wie­der war der Fuß­ball­welt­meis­ter von 1990 in Fürs­ten­zell von Auto­gramm­jä­gern umla­gert, bevor er bei einer Talk­run­de auf dem Rat­haus­vor­platz, mode­riert von Pas­sau-Black-Hawks-Eis­ho­ckey-Sta­di­on­spre­cher Oli­ver Czap­ko, aus dem Näh­käst­chen plau­der­te. Er sei seit 67 Jah­ren wie­der mal da, gestand der im frü­he­ren Fürs­ten­zel­ler Kran­ken­haus gebo­re­ne Kicker (Jahr­gang 1957), der schon als Klein­kind nach Vils­ho­fen umge­zo­gen und an der Fischer­zei­le auf­ge­wach­sen ist. Dort habe er als Jugend­li­cher mit den Nach­bar­bu­ben auf der Stra­ße her­um­ge­kickt, ehe ihn dann jemand zum FC Vils­ho­fen hin­ge­schleppt“ habe. Dank der damals super erfolg­rei­chen A‑Ju­gend-Mann­schaft sei er mit drei wei­te­ren Nach­wuchs­spie­lern zum Pro­be­trai­ning beim FC Bay­ern Mün­chen ein­ge­la­den wor­den – letzt­lich der Beginn einer Bilderbuchkarriere.

Ver­giss nie, wo du her­kommst“, for­mu­lier­te der heu­te mit Ehe­frau und fünf­jäh­ri­gem Sohn am Ammer­see leben­de Augen­tha­ler – immer noch in Diens­ten des deut­schen Rekord­meis­ters FC Bay­ern Mün­chen ste­hend – sei­ne per­sön­li­che Devi­se. Sicht­lich erfreut war er über eine zuge­si­cher­te Spen­de zuguns­ten der von ihm unter­stütz­ten Leuk­ämie­hil­fe Ostbayern.

Text und Foto: Bern­hard Brunner

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