Das glauben wir

„Hoffnung ist für uns Jesus Christus“

Redaktion am 14.07.2025

Pfarrer Thomas Steinberger im Gespräch mit Katharina Hauser. Info Icon Foto: Alexander Woiton
„Begegnung, das Miteinander, das Gebet – das sind wichtige Dinge, für die man in der Pfarrei auch Vieles tun kann.“ Pfarrer Thomas Steinberger im Gespräch mit Katharina Hauser.

Thomas Steinberger ist Pfarrer von Emmerting. Im Gespräch mit Katharina Hauser erzählt er von seinem Weg als Priester und davon, was ihm Hoffnung schenkt. Außerdem spricht er über seine Erfahrungen mit dem Adoratio-Kongress, bei dem er in diesem Jahr einen Impuls halten wird.

Herr Pfar­rer Stein­ber­ger, Sie hat­ten vor kur­zem ihr 14. Pries­ter­ju­bi­lä­um. Wie kam es, dass Sie die­sen Weg ein­schlu­gen?
Stein­ber­ger: Der Gedan­ke, dass ich Pries­ter wer­de, hat sich bereits aus dem Umfeld mei­ner Kind­heit erge­ben: Pfar­rei, Eltern­haus, Hei­mat­pfar­rer. Der Gedan­ke war da: Ich möch­te Pfar­rer wer­den. Ich möch­te Pries­ter wer­den. Ich möch­te für die Kir­che und für Gott mein Leben ein­set­zen. Das war immer irgend­wie prä­sent und hat sich in der Jugend­zeit ver­fes­tigt. Der Weg führ­te schließ­lich ins Diö­ze­san­se­mi­nar nach Pas­sau. Bei die­sem Weg ist es dann auch geblie­ben und jetzt darf ich seit 14 Jah­ren als Pries­ter wirken.

Was ist für Sie das beson­ders Schö­ne am Pries­ter­sein?
Stein­ber­ger: Zwei Din­ge sind da zen­tral und waren immer ent­schei­dend: Das Eine, man ist nah bei Gott. Also das, was einem sel­ber wich­tig ist – der Glau­be, die Bezie­hung zu Gott, zu Jesus Chris­tus und zu sei­ner Kir­che – das darf man leben und das darf man zu sei­nem Beruf machen. Das ande­re Schö­ne ist: Man darf nah bei den Men­schen sein und zwar wirk­lich in allen Facet­ten. Man hat in der gan­zen Band­brei­te mit dem Leben des Men­schen zu tun, auch in ganz ent­schei­den­den Facet­ten und Fra­gen des Lebens.

Als Pries­ter waren Sie auch schon beim Ado­ra­tio-Kon­gress. Der fin­det bald zum sechs­ten Mal statt. Was hat Ihnen bei Ado­ra­tio beson­ders gut gefal­len?
Stein­ber­ger: Ich war bereits eini­ge Male dabei, und auch ganz kon­kret im Beicht­dienst beim Abend der Barm­her­zig­keit. Das war für mich sehr schön. Bei Ado­ra­tio suchen vie­le Teil­neh­mer das Sakra­ment der Beich­te auf und da darf man als Pries­ter tätig sein, oder wich­tig sein – sagen wir es ein­mal so. Das hat mich per­sön­lich immer sehr berührt und war mir ein Anlie­gen.
Die Ver­an­stal­tung an sich ist für mich sehr posi­tiv, weil es um die Kern­punk­te des Glau­bens geht. Es ste­hen im Mit­tel­punkt: die hei­li­ge Mes­se, die Eucha­ris­tie, die Anbe­tung, das Gebet, Glau­bens­the­men und dar­über hin­aus auch Gemein­schaft. Man merkt, dass sich dort gera­de auch Ein­zel­kämp­fer im Glau­ben und in der Kir­che fin­den, aus­tau­schen, ver­net­zen und gestärkt wer­den für das, was sie in ihrer Pfar­rei oder dort, wo sie wir­ken, als klei­ne Grup­pe oder sogar als Ein­zel­ne leis­ten. Das ist, glau­be ich, sehr wich­tig, dass es eine Bestär­kung gibt.

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner
Adoratio Kongress 2023 in Altötting: Abend der Barmherzigkeit am 9. Juni.

Wenn Sie von Ein­zel­kämp­fern spre­chen, wür­den Sie sagen, dass Ado­ra­tio nur etwas für die ganz From­men“ ist?
Stein­ber­ger: So wird es oft ein biss­chen abge­stem­pelt, aber das wür­de ich nicht sagen. Ich den­ke schon, dass eher Leu­te hin­ge­hen und sich ange­spro­chen füh­len, die mit den The­men ver­traut sind, denen die Eucha­ris­tie wich­tig ist. Aber ich glau­be, dass auch immer wie­der ande­re hin­fin­den, weil sie mit­ge­nom­men wer­den oder neu­gie­rig sind. Und ich glau­be, dass es für jeden etwas ist. Es sind ja auch die unter­schied­lichs­ten The­men dabei, auch bei den Work­shops. Ich kann nur ermu­ti­gen, dass – wenn man sich mit dem Gedan­ken befasst, ob man hin­geht – sich die Zeit nimmt und es versucht.

Was sind Ihre Top-3-Grün­de, wie­so man zu Ado­ra­tio kom­men soll­te?
Stein­ber­ger: Der ers­te Grund ist die Sache an sich: der Glau­be, die Anbe­tung, die Eucha­ris­tie. Dass man sich damit befasst und sich Zeit nimmt dafür. Für das ist der Kon­gress ja auch gemacht. Der zwei­te ist die Gemein­schaft, eben gera­de für die­je­ni­gen, die aus den unter­schied­lichs­ten Orten oder Gegen­den kom­men; dass man Gemein­schaft erlebt, dass man ande­re Men­schen – auch jun­ge Men­schen – erlebt, die auch für die Kir­che bren­nen, und dass man sich aus­tau­schen und stär­ken kann. Der drit­te Grund ist Alt­öt­ting. Ich habe ja das gro­ße Glück, dass ich hier direkt neben Alt­öt­ting bin. Ich bin auch hier im Land­kreis auf­ge­wach­sen. Und es ist ein­fach ein beson­de­rer Ort. Es ist immer wert, hier­her­zu­kom­men – als Wall­fahrt, als Pil­ger­rei­se, als Pil­ger der Hoffnung.

Gutes Stich­wort! Auch bei Ado­ra­tio geht es in die­sem Jahr um das The­ma Neue Hoff­nung“. Was schenkt Ihnen aktu­ell Hoff­nung für die Kir­che?
Stein­ber­ger: Aktu­ell schenkt der Hei­li­ge Vater gro­ße Hoff­nung. Ich freue mich sehr, er macht einen sehr guten Ein­druck. Er spricht sehr nor­mal und posi­tiv über die Kir­che und Jesus Chris­tus. Er macht gro­ße Hoff­nung in die­sen Zei­ten. Er spricht auch The­men an, die auf uns zukom­men oder her­aus­for­dernd sind, z.B. den Umgang mit KI. Ich glau­be, dass er wich­ti­ge Ant­wor­ten geben wird inner­halb der Kir­che, aber auch für die Welt und unse­re Zeit. Er ist ein gro­ßes Hoffnungszeichen.

Hoff­nung ist für uns Jesus Chris­tus und die Begeg­nung mit ihm.”

Pfarrer Thomas Steinberger

Und wie kann man ganz per­sön­lich wie­der Hoff­nung bekom­men, wenn es gera­de schwer­fällt? War­um kön­nen wir hof­fen?
Stein­ber­ger: Da gäbe es sicher vie­le Grün­de, aber Hoff­nung ist für uns Jesus Chris­tus und die Begeg­nung mit ihm. Das merkt man auch bei den Men­schen: Denen ist wich­tig, dass der Pfar­rer greif­bar ist, dass er da ist – natür­lich in vie­len Din­gen auch rein als Mensch, das gehört alles dazu. Aber es kommt auch immer wie­der der Glau­be zum Vor­schein oder die Fra­ge und Suche danach, dass zum Bei­spiel jemand ger­ne den Segen emp­fängt, oder dass man mit­ein­an­der betet, gera­de wenn es Men­schen schlecht geht. Auch den Kin­dern ist es wich­tig. Sie wol­len geseg­net wer­den. Sie lie­ben das, weil sie wis­sen, da pas­siert etwas Beson­de­res für sie. Ich glau­be, das ist das Zen­tra­le: Begeg­nun­gen, bei denen der Glau­be ins Bild gerückt wird und wo die Begeg­nung mit Gott, mit Chris­tus, ins Licht gerückt wird – das macht den Men­schen Hoff­nung. Immer wie­der pas­siert es, dass Men­schen nach einem Trau­er­ge­spräch sagen: Wow, das hat jetzt rich­tig auf­ge­baut. Das hat Hoff­nung gemacht.“ Man merkt es: Begeg­nung, das Mit­ein­an­der, das Gebet – das sind wich­ti­ge Din­ge, für die man in der Pfar­rei auch Vie­les tun kann.

Inter­view: Katha­ri­na Hauser

Vorträge, Gebet, Gemeinschaft

Das erwartet Sie bei Adoratio 2025

Pfar­rer Tho­mas Stein­ber­ger hält einen Impuls beim Abend der Barm­her­zig­keit bei Ado­ra­tio. Ado­ra­tio Alt­öt­ting fin­det vom 26. bis 28. Sep­tem­ber 2025 in der Basi­li­ka St. Anna in Alt­öt­ting statt. Es ist ein Kon­gress, bei dem es um die Mit­te des katho­li­schen Glau­bens geht: Jesus Chris­tus in der Eucha­ris­tie. Durch Vor­trä­ge, Gebet und Gemein­schaft lädt er dazu ein, den eige­nen Glau­ben zu ver­tie­fen, neue Freu­de und Hoff­nung zu schöp­fen und Kir­che als leben­dig und schön zu erle­ben. Unter der Lei­tung des Refe­rats Neue­van­ge­li­sie­rung Pas­sau wird Ado­ra­tio Alt­öt­ting zusam­men mit den Bis­tü­mern Augs­burg und Eich­stätt 2025 zum sechs­ten Mal orga­ni­siert. Für alle Gläu­bi­gen aus dem Bis­tum Pas­sau gibt es einen Zuschuss von 50 %. Die­ser wird auto­ma­tisch beim Ticket­kauf abge­zo­gen. Wer sich das Ticket nicht leis­ten kann, darf sich ger­ne im Refe­rat Neue­van­ge­li­sie­rung mel­den. Wei­te­re Infos unter: www​.ado​ra​tio​-alt​oet​ting​.de

Info Icon Foto: red

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