Foto: Alexander Woiton
Thomas Steinberger ist Pfarrer von Emmerting. Im Gespräch mit Katharina Hauser erzählt er von seinem Weg als Priester und davon, was ihm Hoffnung schenkt. Außerdem spricht er über seine Erfahrungen mit dem Adoratio-Kongress, bei dem er in diesem Jahr einen Impuls halten wird.
Herr Pfarrer Steinberger, Sie hatten vor kurzem ihr 14. Priesterjubiläum. Wie kam es, dass Sie diesen Weg einschlugen?
Steinberger: Der Gedanke, dass ich Priester werde, hat sich bereits aus dem Umfeld meiner Kindheit ergeben: Pfarrei, Elternhaus, Heimatpfarrer. Der Gedanke war da: Ich möchte Pfarrer werden. Ich möchte Priester werden. Ich möchte für die Kirche und für Gott mein Leben einsetzen. Das war immer irgendwie präsent und hat sich in der Jugendzeit verfestigt. Der Weg führte schließlich ins Diözesanseminar nach Passau. Bei diesem Weg ist es dann auch geblieben und jetzt darf ich seit 14 Jahren als Priester wirken.
Was ist für Sie das besonders Schöne am Priestersein?
Steinberger: Zwei Dinge sind da zentral und waren immer entscheidend: Das Eine, man ist nah bei Gott. Also das, was einem selber wichtig ist – der Glaube, die Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus und zu seiner Kirche – das darf man leben und das darf man zu seinem Beruf machen. Das andere Schöne ist: Man darf nah bei den Menschen sein und zwar wirklich in allen Facetten. Man hat in der ganzen Bandbreite mit dem Leben des Menschen zu tun, auch in ganz entscheidenden Facetten und Fragen des Lebens.
Als Priester waren Sie auch schon beim Adoratio-Kongress. Der findet bald zum sechsten Mal statt. Was hat Ihnen bei Adoratio besonders gut gefallen?
Steinberger: Ich war bereits einige Male dabei, und auch ganz konkret im Beichtdienst beim Abend der Barmherzigkeit. Das war für mich sehr schön. Bei Adoratio suchen viele Teilnehmer das Sakrament der Beichte auf und da darf man als Priester tätig sein, oder wichtig sein – sagen wir es einmal so. Das hat mich persönlich immer sehr berührt und war mir ein Anliegen.
Die Veranstaltung an sich ist für mich sehr positiv, weil es um die Kernpunkte des Glaubens geht. Es stehen im Mittelpunkt: die heilige Messe, die Eucharistie, die Anbetung, das Gebet, Glaubensthemen und darüber hinaus auch Gemeinschaft. Man merkt, dass sich dort gerade auch Einzelkämpfer im Glauben und in der Kirche finden, austauschen, vernetzen und gestärkt werden für das, was sie in ihrer Pfarrei oder dort, wo sie wirken, als kleine Gruppe oder sogar als Einzelne leisten. Das ist, glaube ich, sehr wichtig, dass es eine Bestärkung gibt.
Foto: Roswitha Dorfner
Wenn Sie von Einzelkämpfern sprechen, würden Sie sagen, dass Adoratio nur etwas für die „ganz Frommen“ ist?
Steinberger: So wird es oft ein bisschen abgestempelt, aber das würde ich nicht sagen. Ich denke schon, dass eher Leute hingehen und sich angesprochen fühlen, die mit den Themen vertraut sind, denen die Eucharistie wichtig ist. Aber ich glaube, dass auch immer wieder andere hinfinden, weil sie mitgenommen werden oder neugierig sind. Und ich glaube, dass es für jeden etwas ist. Es sind ja auch die unterschiedlichsten Themen dabei, auch bei den Workshops. Ich kann nur ermutigen, dass – wenn man sich mit dem Gedanken befasst, ob man hingeht – sich die Zeit nimmt und es versucht.
Was sind Ihre Top-3-Gründe, wieso man zu Adoratio kommen sollte?
Steinberger: Der erste Grund ist die Sache an sich: der Glaube, die Anbetung, die Eucharistie. Dass man sich damit befasst und sich Zeit nimmt dafür. Für das ist der Kongress ja auch gemacht. Der zweite ist die Gemeinschaft, eben gerade für diejenigen, die aus den unterschiedlichsten Orten oder Gegenden kommen; dass man Gemeinschaft erlebt, dass man andere Menschen – auch junge Menschen – erlebt, die auch für die Kirche brennen, und dass man sich austauschen und stärken kann. Der dritte Grund ist Altötting. Ich habe ja das große Glück, dass ich hier direkt neben Altötting bin. Ich bin auch hier im Landkreis aufgewachsen. Und es ist einfach ein besonderer Ort. Es ist immer wert, hierherzukommen – als Wallfahrt, als Pilgerreise, als Pilger der Hoffnung.
Gutes Stichwort! Auch bei Adoratio geht es in diesem Jahr um das Thema „Neue Hoffnung“. Was schenkt Ihnen aktuell Hoffnung für die Kirche?
Steinberger: Aktuell schenkt der Heilige Vater große Hoffnung. Ich freue mich sehr, er macht einen sehr guten Eindruck. Er spricht sehr normal und positiv über die Kirche und Jesus Christus. Er macht große Hoffnung in diesen Zeiten. Er spricht auch Themen an, die auf uns zukommen oder herausfordernd sind, z.B. den Umgang mit KI. Ich glaube, dass er wichtige Antworten geben wird innerhalb der Kirche, aber auch für die Welt und unsere Zeit. Er ist ein großes Hoffnungszeichen.
„Hoffnung ist für uns Jesus Christus und die Begegnung mit ihm.”
Und wie kann man ganz persönlich wieder Hoffnung bekommen, wenn es gerade schwerfällt? Warum können wir hoffen?
Steinberger: Da gäbe es sicher viele Gründe, aber Hoffnung ist für uns Jesus Christus und die Begegnung mit ihm. Das merkt man auch bei den Menschen: Denen ist wichtig, dass der Pfarrer greifbar ist, dass er da ist – natürlich in vielen Dingen auch rein als Mensch, das gehört alles dazu. Aber es kommt auch immer wieder der Glaube zum Vorschein oder die Frage und Suche danach, dass zum Beispiel jemand gerne den Segen empfängt, oder dass man miteinander betet, gerade wenn es Menschen schlecht geht. Auch den Kindern ist es wichtig. Sie wollen gesegnet werden. Sie lieben das, weil sie wissen, da passiert etwas Besonderes für sie. Ich glaube, das ist das Zentrale: Begegnungen, bei denen der Glaube ins Bild gerückt wird und wo die Begegnung mit Gott, mit Christus, ins Licht gerückt wird – das macht den Menschen Hoffnung. Immer wieder passiert es, dass Menschen nach einem Trauergespräch sagen: „Wow, das hat jetzt richtig aufgebaut. Das hat Hoffnung gemacht.“ Man merkt es: Begegnung, das Miteinander, das Gebet – das sind wichtige Dinge, für die man in der Pfarrei auch Vieles tun kann.
Interview: Katharina Hauser
Vorträge, Gebet, Gemeinschaft
Das erwartet Sie bei Adoratio 2025
Pfarrer Thomas Steinberger hält einen Impuls beim Abend der Barmherzigkeit bei Adoratio. Adoratio Altötting findet vom 26. bis 28. September 2025 in der Basilika St. Anna in Altötting statt. Es ist ein Kongress, bei dem es um die Mitte des katholischen Glaubens geht: Jesus Christus in der Eucharistie. Durch Vorträge, Gebet und Gemeinschaft lädt er dazu ein, den eigenen Glauben zu vertiefen, neue Freude und Hoffnung zu schöpfen und Kirche als lebendig und schön zu erleben. Unter der Leitung des Referats Neuevangelisierung Passau wird Adoratio Altötting zusammen mit den Bistümern Augsburg und Eichstätt 2025 zum sechsten Mal organisiert. Für alle Gläubigen aus dem Bistum Passau gibt es einen Zuschuss von 50 %. Dieser wird automatisch beim Ticketkauf abgezogen. Wer sich das Ticket nicht leisten kann, darf sich gerne im Referat Neuevangelisierung melden. Weitere Infos unter: www.adoratio-altoetting.de
Foto: red



