Herr Handwerker, warum haben Sie sich entschieden, einen Alphakurs in Ihrem Pfarrverband anzubieten?
Handwerker: Das kam so: Pfarrer Erndl hat angeregt, dass er gerne einen Alphakurs in unserem Pfarrverband machen würde. Ich kenne ihn schon von seiner Stelle als Studentenpfarrer und habe ihm gesagt: „Das wäre was für mich, da könnte ich gut mitarbeiten!“ Als er mich dann gefragt hat, ob ich mir vorstellen könnte, die Kursleitung zu übernehmen, habe ich zugesagt – nachdem ich einige Tage überlegt hatte, denn eine gewisse zeitliche Belastung ist es schon.
Und warum nehmen Sie das Engagement trotzdem auf sich? Was erhoffen Sie sich davon?
Handwerker: Also für mich ist Alpha eine brillante Idee. Es geht darum, dass man auf eine moderne, ansprechende Art mit Menschen über Glaubensthemen ins Gespräch kommt. Und ich glaube, das ist etwas, das uns in der Kirche im Alltag häufig fehlt, also jenseits des Gottesdienstes. Ich würde gerne mit Leuten darüber reden, wie sie glauben und woran sie glauben. Und dabei geht‘s für mich nicht darum, anderen Leuten das überzustülpen, was ich für mich als richtig erkannt habe, sondern wirklich in den Dialog zu treten. Ich bin überzeugt, dass Alpha dafür ein ganz tolles Format ist.
Foto: privat
Wie läuft ein Alphakurs ab und wie kommt man dabei miteinander ins Gespräch?
Handwerker: Also die Grundidee von Alpha ist: Impuls und Gespräch. Das Ganze findet in einer besonderen Atmosphäre statt, die dadurch entsteht, dass man erst einmal Zeit hat zum Ankommen, indem man gemeinsam zu Abend isst. Dieses gemeinsame Essen ist ein sehr, sehr wichtiges Kernelement: Denn obwohl es da vordergründig nur Small Talk gibt, ist das doch der Ort, wo persönliche Beziehungen entstehen. Auf dieses Abendessen folgt dann ein Impuls zu Kernthemen des christlichen Glaubens. Der Einstieg ist meist eher auf der philosophischen Ebene, sehr schnell wird dann aber sehr konkret auf das hingeleitet, was wir als Christen glauben. So ein Impuls kann auf unterschiedliche Weise gestaltet sein, beispielsweise als Vortrag oder aber auch als Videopräsentation. Und dann gibt‘s anschließend Gesprächskleingruppen, in denen jeder die Möglichkeit hat, zu Wort zu kommen und etwas zu sagen: Wo kann ich für mich selbst anknüpfen? Wo kann ich für mich selbst einen Bezug dazu herstellen? Der wesentliche Punkt ist eigentlich, in diesen Gesprächen voneinander zu lernen.
Welche Themen kommen beispielsweise bei Alpha vor?
Handwerker: Ein Thema, das ich als Beispiel nehmen möchte, ist das Thema Gebet. Das ist ein Thema, zu dem vermutlich jeder etwas sagen kann, wenn man eine Dreiviertelstunde Zeit hat, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wie machst Du‘s denn und wie unterscheidet sich das von meinem Alltag? Ich bin sicher, dass man da am Schluss sehr bereichert herausgehen wird, weil man eben aus verschiedenen Perspektiven hört, wie Leute das konkret umsetzen. Und ich glaube, genau das wäre für uns in der Kirche wichtig: Dass Glaube und Kirche nicht reine Sonntagsthemen sind, sondern einen Platz im Alltag haben.
„Für mich ist Alpha eine brillante Idee. Es geht darum, dass man auf eine moderne, ansprechende Art mit Menschen über Glaubensthemen ins Gespräch kommt.”
Ist der Alphakurs nur für Glaubensanfänger geeignet? An wen richtet er sich?
Handwerker: Also ich denke, der Alphakurs richtet sich an Menschen, die grundsätzlich sagen: „Ich möchte mich mit Themen des Glaubens auseinandersetzen.“ Das heißt, er ist für jeden geeignet, der nicht sagt: „Ich bin mir sicher, dass es da nichts gibt!“ Es können also durchaus Menschen mitmachen, die sich selbst vielleicht als Agnostiker bezeichnen würden und sagen: „Man weiß es doch nicht.“ Es können aber auch Menschen sein, die vielleicht schon seit fünfzig Jahren in die Kirche gehen und sagen: „Ich fühle trotzdem, dass mir irgendwie noch etwas im Alltag fehlt.“
Muss man sich denn gleich für den ganzen Kurs verpflichten?
Handwerker: Es ist auf jeden Fall so, dass Alpha ohne Druck und ohne Verpflichtung arbeitet. Das heißt, Du kannst Dich jederzeit entscheiden, dass Du nicht mehr kommen willst und es kostet übrigens auch nichts. Ideal ist, wenn man zum ersten und zweiten Mal kommt. Denn es ist nicht günstig, zum Beispiel erst beim vierten Abend das erste Mal aufzutauchen. Weil man dann eigentlich den Anschluss verpasst hat, vielleicht nicht so sehr inhaltlich, aber zu dem, wie die Menschen dort in Kontakt kommen. Wir haben deswegen für unseren Kurs festgelegt, dass wir sagen, ab dem dritten Abend möchten wir nicht, dass noch jemand neu dazukommt – vielleicht bestätigen am Ende aber Ausnahmen die Regel.
Was würden Sie anderen Pfarreien raten, die einen Alphakurs anbieten möchten? Wie geht man an so etwas heran?
Handwerker: Wer mehr über Alpha wissen möchte, kann sich erst mal über die Homepage
alphakurs.de informieren. Zudem finden in diesem Herbst in der Diözese mehrere Alphakurse statt. Wenn man sich vorstellen kann, so etwas in der eigenen Pfarrei umzusetzen, dann wäre es sinnvoll, erst einmal selber an einem Kurs teilzunehmen. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass wir hier in der Diözese Passau super Unterstützung vom Bistum kriegen – es gibt zum Beispiel regelmäßig Alphakurs-Schulungen. Es ist eine gute Idee, wenn eine oder mehrere Personen aus der Pfarrei daran teilnehmen, bevor der eigene Kurs startet. Zudem gibt‘s vom Referat für Neuevangelisierung auch persönliche Unterstützung. Und das ist der entscheidende Punkt: Fragen und sich unterstützen zu lassen hilft viel bei der Umsetzung!
Text: red
Alpha im Herbst
- Bad Griesbach – Pfarrzentrum, 15. September, jeweils 19 Uhr
- Waldkirchen – Pfarrheim, 1. Oktober, 19.30 Uhr
- Aicha vorm Wald, 5. Oktober, 18 Uhr
- Salzweg – Pfarrheim, 7. Oktober, 19.30 Uhr
- Heilig-Geist-Wochenende Altötting, 21. – 23. November
- Alpha Trainingstag – Begegnungszentrum Altötting, 10. Januar 2026, 9 – 12:30 Uhr
Mehr Informationen und Anmeldung unter: www.neuevangelisierung-passau.de oder bei Samuel Sieber, Referent für Neuevangelisierung: 0851 393 4211, samuel.sieber@bistum-passau.de

