Alpha – ein guter Anfang

Redaktion am 05.09.2025

Info Icon Foto: Simona Kehl

Georg Handwerker ist seit 25 Jahren Kinderarzt in Passau und lebt mit seiner Familie in Salzweg. Im Gespräch mit Samuel Sieber erzählt er von seiner Motivation, einen Alphakurs im Pfarrverband Straßkirchen anzubieten.

Herr Hand­wer­ker, war­um haben Sie sich ent­schie­den, einen Alpha­kurs in Ihrem Pfarr­ver­band anzu­bie­ten?
Hand­wer­ker: Das kam so: Pfar­rer Erndl hat ange­regt, dass er ger­ne einen Alpha­kurs in unse­rem Pfarr­ver­band machen wür­de. Ich ken­ne ihn schon von sei­ner Stel­le als Stu­den­ten­pfar­rer und habe ihm gesagt: Das wäre was für mich, da könn­te ich gut mit­ar­bei­ten!“ Als er mich dann gefragt hat, ob ich mir vor­stel­len könn­te, die Kurs­lei­tung zu über­neh­men, habe ich zuge­sagt – nach­dem ich eini­ge Tage über­legt hat­te, denn eine gewis­se zeit­li­che Belas­tung ist es schon.

Und war­um neh­men Sie das Enga­ge­ment trotz­dem auf sich? Was erhof­fen Sie sich davon?
Hand­wer­ker: Also für mich ist Alpha eine bril­lan­te Idee. Es geht dar­um, dass man auf eine moder­ne, anspre­chen­de Art mit Men­schen über Glau­bens­the­men ins Gespräch kommt. Und ich glau­be, das ist etwas, das uns in der Kir­che im All­tag häu­fig fehlt, also jen­seits des Got­tes­diens­tes. Ich wür­de ger­ne mit Leu­ten dar­über reden, wie sie glau­ben und wor­an sie glau­ben. Und dabei geht‘s für mich nicht dar­um, ande­ren Leu­ten das über­zu­stül­pen, was ich für mich als rich­tig erkannt habe, son­dern wirk­lich in den Dia­log zu tre­ten. Ich bin über­zeugt, dass Alpha dafür ein ganz tol­les For­mat ist.

Georg Handwerker. Info Icon Foto: privat
Georg Handwerker ist von Alpha überzeugt: Die Kurse seien eine ansprechende Art, um über Glaubensthemen ins Gespräch zu kommen.

Wie läuft ein Alpha­kurs ab und wie kommt man dabei mit­ein­an­der ins Gespräch?
Hand­wer­ker: Also die Grund­idee von Alpha ist: Impuls und Gespräch. Das Gan­ze fin­det in einer beson­de­ren Atmo­sphä­re statt, die dadurch ent­steht, dass man erst ein­mal Zeit hat zum Ankom­men, indem man gemein­sam zu Abend isst. Die­ses gemein­sa­me Essen ist ein sehr, sehr wich­ti­ges Kern­ele­ment: Denn obwohl es da vor­der­grün­dig nur Small Talk gibt, ist das doch der Ort, wo per­sön­li­che Bezie­hun­gen ent­ste­hen. Auf die­ses Abend­essen folgt dann ein Impuls zu Kern­the­men des christ­li­chen Glau­bens. Der Ein­stieg ist meist eher auf der phi­lo­so­phi­schen Ebe­ne, sehr schnell wird dann aber sehr kon­kret auf das hin­ge­lei­tet, was wir als Chris­ten glau­ben. So ein Impuls kann auf unter­schied­li­che Wei­se gestal­tet sein, bei­spiels­wei­se als Vor­trag oder aber auch als Video­prä­sen­ta­ti­on. Und dann gibt‘s anschlie­ßend Gesprächs­klein­grup­pen, in denen jeder die Mög­lich­keit hat, zu Wort zu kom­men und etwas zu sagen: Wo kann ich für mich selbst anknüp­fen? Wo kann ich für mich selbst einen Bezug dazu her­stel­len? Der wesent­li­che Punkt ist eigent­lich, in die­sen Gesprä­chen von­ein­an­der zu lernen.

Wel­che The­men kom­men bei­spiels­wei­se bei Alpha vor?
Hand­wer­ker: Ein The­ma, das ich als Bei­spiel neh­men möch­te, ist das The­ma Gebet. Das ist ein The­ma, zu dem ver­mut­lich jeder etwas sagen kann, wenn man eine Drei­vier­tel­stun­de Zeit hat, mit­ein­an­der ins Gespräch zu kom­men: Wie machst Du‘s denn und wie unter­schei­det sich das von mei­nem All­tag? Ich bin sicher, dass man da am Schluss sehr berei­chert her­aus­ge­hen wird, weil man eben aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven hört, wie Leu­te das kon­kret umset­zen. Und ich glau­be, genau das wäre für uns in der Kir­che wich­tig: Dass Glau­be und Kir­che nicht rei­ne Sonn­tags­the­men sind, son­dern einen Platz im All­tag haben.

Für mich ist Alpha eine bril­lan­te Idee. Es geht dar­um, dass man auf eine moder­ne, anspre­chen­de Art mit Men­schen über Glau­bens­the­men ins Gespräch kommt.”

Georg Handwerker

Ist der Alpha­kurs nur für Glau­bens­an­fän­ger geeig­net? An wen rich­tet er sich?
Hand­wer­ker: Also ich den­ke, der Alpha­kurs rich­tet sich an Men­schen, die grund­sätz­lich sagen: Ich möch­te mich mit The­men des Glau­bens aus­ein­an­der­set­zen.“ Das heißt, er ist für jeden geeig­net, der nicht sagt: Ich bin mir sicher, dass es da nichts gibt!“ Es kön­nen also durch­aus Men­schen mit­ma­chen, die sich selbst viel­leicht als Agnos­ti­ker bezeich­nen wür­den und sagen: Man weiß es doch nicht.“ Es kön­nen aber auch Men­schen sein, die viel­leicht schon seit fünf­zig Jah­ren in die Kir­che gehen und sagen: Ich füh­le trotz­dem, dass mir irgend­wie noch etwas im All­tag fehlt.“

Muss man sich denn gleich für den gan­zen Kurs ver­pflich­ten?
Hand­wer­ker: Es ist auf jeden Fall so, dass Alpha ohne Druck und ohne Ver­pflich­tung arbei­tet. Das heißt, Du kannst Dich jeder­zeit ent­schei­den, dass Du nicht mehr kom­men willst und es kos­tet übri­gens auch nichts. Ide­al ist, wenn man zum ers­ten und zwei­ten Mal kommt. Denn es ist nicht güns­tig, zum Bei­spiel erst beim vier­ten Abend das ers­te Mal auf­zu­tau­chen. Weil man dann eigent­lich den Anschluss ver­passt hat, viel­leicht nicht so sehr inhalt­lich, aber zu dem, wie die Men­schen dort in Kon­takt kom­men. Wir haben des­we­gen für unse­ren Kurs fest­ge­legt, dass wir sagen, ab dem drit­ten Abend möch­ten wir nicht, dass noch jemand neu dazu­kommt – viel­leicht bestä­ti­gen am Ende aber Aus­nah­men die Regel.

Was wür­den Sie ande­ren Pfar­rei­en raten, die einen Alpha­kurs anbie­ten möch­ten? Wie geht man an so etwas her­an?
Hand­wer­ker: Wer mehr über Alpha wis­sen möch­te, kann sich erst mal über die Home­page 
alpha​kurs​.de infor­mie­ren. Zudem fin­den in die­sem Herbst in der Diö­ze­se meh­re­re Alpha­kur­se statt. Wenn man sich vor­stel­len kann, so etwas in der eige­nen Pfar­rei umzu­set­zen, dann wäre es sinn­voll, erst ein­mal sel­ber an einem Kurs teil­zu­neh­men. Ich möch­te auch dar­auf hin­wei­sen, dass wir hier in der Diö­ze­se Pas­sau super Unter­stüt­zung vom Bis­tum krie­gen – es gibt zum Bei­spiel regel­mä­ßig Alpha­kurs-Schu­lun­gen. Es ist eine gute Idee, wenn eine oder meh­re­re Per­so­nen aus der Pfar­rei dar­an teil­neh­men, bevor der eige­ne Kurs star­tet. Zudem gibt‘s vom Refe­rat für Neue­van­ge­li­sie­rung auch per­sön­li­che Unter­stüt­zung. Und das ist der ent­schei­den­de Punkt: Fra­gen und sich unter­stüt­zen zu las­sen hilft viel bei der Umsetzung!

Text: red

Alpha im Herbst

  • Bad Gries­bach – Pfarr­zen­trum, 15. Sep­tem­ber, jeweils 19 Uhr
  • Wald­kir­chen – Pfarr­heim, 1. Okto­ber, 19.30 Uhr
  • Aicha vorm Wald, 5. Okto­ber, 18 Uhr
  • Salz­weg – Pfarr­heim, 7. Okto­ber, 19.30 Uhr
  • Hei­lig-Geist-Wochen­en­de Alt­öt­ting, 21. – 23. November
  • Alpha Trai­nings­tag – Begeg­nungs­zen­trum Alt­öt­ting, 10. Janu­ar 2026, 9 – 12:30 Uhr

Mehr Infor­ma­tio­nen und Anmel­dung unter: www​.neue​van​ge​li​sie​rung​-pas​sau​.de oder bei Samu­el Sie­ber, Refe­rent für Neue­van­ge­li­sie­rung: 0851 393 4211, samuel.​sieber@​bistum-​passau.​de

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