Das glauben wir

Sport ist mehr als Bewegung

Redaktion am 09.06.2026

Info Icon Foto: Wolfgang Krinninger

Das wird ja sowie­so nichts! Davon gin­gen alle aus, als Her­bert erzähl­te, dass er die gan­ze Rad­ler­grup­pe zur ​„Mara­to­na dles Dolo­mi­tes“ ange­mel­det habe. Die Mara­to­na gilt als eines der schöns­ten Jeder­mann-Rad­ren­nen der Welt – vor allem wegen der spek­ta­ku­lä­ren Berg­land­schaft der Dolo­mi­ten und der kom­plett auto­frei­en Pass­stra­ßen wäh­rend der Ver­an­stal­tung. Tau­sen­de Hob­by- und Ama­teur-Rad­sport­ler neh­men jedes Jahr dar­an teil. Doch die Nach­fra­ge ist noch viel grö­ßer, wes­halb die Start­plät­ze über eine Ver­lo­sung ver­ge­ben wer­den. Und dann das: Wir wur­den gezo­gen! Die gan­ze Grup­pe wird am 5. Juli am Start stehen.

Das war im Okto­ber 2025. Seit­dem ver­geht kei­ne Woche, in der wir nicht in klei­ne­ren oder grö­ße­ren Grup­pen mit­ein­an­der unter­wegs sind. Wir radeln gemein­sam, spor­nen uns gegen­sei­tig an, haben Spaß mit­ein­an­der und tau­schen Bil­der und Erfah­run­gen aus. Dabei spielt der Alters­un­ter­schied – die Jüngs­ten sind knapp über 20, der Ältes­te über 60 Jah­re alt – kei­ne Rol­le. Jede und jeder berei­tet sich men­tal und kör­per­lich auf das Ereig­nis vor, so gut es Zeit und Mög­lich­kei­ten erlau­ben. Dass das nicht ganz ohne Schin­de­rei geht, ver­steht sich von selbst.

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Gemeinsam unterwegs. Der Altersunterschied – die Jüngsten sind knapp über 20, der Älteste über 60 Jahre alt – spielt keine Rolle.

Ereig­nis­se wie die­ses ver­deut­li­chen ein­mal mehr die gro­ße Kraft des Sports für das Zusam­men­le­ben der Men­schen. Sport ist weit mehr als kör­per­li­che Betä­ti­gung. Er schafft Begeg­nun­gen, för­dert Freund­schaf­ten und ver­mit­telt Wer­te. Die­se Bot­schaft steht auch im Mit­tel­punkt des Gebets­an­lie­gens von Papst Leo im Monat Juni. Der Papst beschreibt den Sport als Ort der Gemein­schaft, des Frie­dens und der Geschwis­ter­lich­keit. In sei­ner Video­bot­schaft erin­nert der Pon­ti­fex dar­an, dass sport­li­cher Erfolg nicht allein im Sieg liegt, son­dern in Gemein­schaft, Respekt und der Erfah­rung, Teil eines grö­ße­ren Teams zu sein. Gera­de jun­ge Men­schen könn­ten bei sport­li­chen Wett­kämp­fen ​„Wer­te wie Respekt, Soli­da­ri­tät und per­sön­li­ches Wachs­tum“ ein­üben, so Leo XIV. Zugleich könn­ten sie dort aber auch man­geln­de Fair­ness, per­sön­li­che Abwer­tung oder gar Gewalt erle­ben – so beschreibt er die Schat­ten­sei­ten. Der Sport sei stets auch ein Spie­gel­bild der Gesell­schaft, in der er betrie­ben, gefei­ert und beur­teilt wird. Wenn Chris­tin­nen und Chris­ten also in die­sem Monat dazu ermu­tigt wer­den, beson­ders für die Wer­te des Sports zu beten, könn­te damit auch der Ein­satz für die­se Wer­te im eige­nen Umfeld ver­bun­den sein.

Auch die Macher der Mara­to­na haben PAX, den Frie­den, heu­er als Leit­mo­tiv für ihre Ver­an­stal­tung gewählt. Frie­den sei ​„ein erfüll­ba­rer Traum, ein Weg, den wir gemein­sam gehen kön­nen“, heißt es zur Begrün­dung. Und wei­ter: Frie­den ent­ste­he aus klei­nen Ges­ten der Soli­da­ri­tät. Als Bei­spiel wähl­te man ein iko­ni­sches Bild, das Anfang der 1950er-Jah­re bei einer Berg­etap­pe der Tour de France ent­stan­den ist: Gino Bar­ta­li und Faus­to Cop­pi, die ewi­gen Riva­len, rei­chen sich eine Trink­fla­sche wei­ter. ​„Frie­den ist, nicht zu wis­sen, wer dem ande­ren die Trink­fla­sche gereicht hat – wir wer­den es nie erfah­ren, die Ges­te allein genügt.“

Ich bin über­zeugt: Beim Ren­nen im Juli und beim Trai­ning bis dahin wird es noch zu eini­gen Ges­ten und Erfah­run­gen kom­men, die uns spü­ren las­sen, was Mensch­sein ausmacht.

Wolfgang
Krinninger

Chefredakteur

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