Auf ein Wort

Redaktion am 23.12.2025

Info Icon Foto: Roswitha Dorfner

Das neue Jahr hat begonnen, die Menschen haben gefeiert. Doch die Stimmung bleibt angespannt und pessimistisch. Dabei gibt es durchaus auch Grund für Optimismus, findet der Autor des aktuellen Editorials der Ausgabe 1-2026. 

Die Terminator“-Filme mit Arnie“ Schwar­zen­eg­ger sind ja wirk­lich gutes Kino, aber ich wage an die­ser Stel­le mal fol­gen­de Pro­gno­se: Künst­li­che Intel­li­genz (KI) wird eher nicht die Herr­schaft an sich rei­ßen, soll­te sie je ein eige­nes Bewusst­sein ent­wi­ckeln. Nicht in die­sem neu­en Jahr und auch nicht in den vie­len neu­en Jah­ren, die da noch kom­men mögen. Die KI hat näm­lich zwei Mög­lich­kei­ten: Sie kann sich auf­ma­chen und in das wei­te All mit Aber­mil­li­ar­den Gala­xien und noch viel mehr Ster­nen aus­brei­ten. In eine unend­lich wei­te Welt vol­ler Wun­der. Oder sie kann auf die­sem klei­nen Pla­ne­ten an einem Sei­ten­arm der Milch­stra­ße bleiben.

Hier bei uns Mie­se­pe­tern, die so ger­ne den Welt­un­ter­gang her­bei­fan­ta­sie­ren? Womög­lich reicht der KI schon ein kur­zer Blick in die Welt der soge­nann­ten sozia­len Medi­en, um schnellst­mög­lich Reiß­aus zu neh­men: Bes­ser­wis­ser schimp­fen, Roman­ti­ker schwär­men von der ver­meint­lich guten alten Zeit, Sofa­hel­den reden den Nie­der­gang her­bei, … Als naiv gilt, wer opti­mis­tisch ist. Und als rea­lis­tisch der Pes­si­mist. Aber ist die Rea­li­tät viel­leicht in Wirk­lich­keit ganz anders? Könn­te es auch sein, dass die Wirk­lich­keit sehr viel­fäl­tig ist und die Zukunft offen?

Machen Sie sich da kei­ne Sor­gen. Gott ist mehr als all­wis­send, er ist Bezie­hung, lie­ben­der Vater, für ihn ist die Künst­li­che Intel­li­genz kei­ne Konkurrenz.”

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch in einem „Handelsblatt“-Interview, in dem er der modernen Entwicklung „mehr Chancen als Risiken“ einräumt.

An die­ser Stel­le mal eine gute Nach­richt: Wie die KNA berich­tet, voll­zieht sich der Umstieg auf erneu­er­ba­re Ener­gien wie Wind- und Solar­kraft schnel­ler als erwar­tet. Dem­nach wird Strom inzwi­schen zu 41 Pro­zent aus nicht-fos­si­len Quel­len erzeugt – dop­pelt so viel wie das bri­ti­sche Mine­ral­öl­un­ter­neh­men BP für das Jahr 2035 vor­her­ge­sagt habe. Es geht vor­an. Und das trotz all der Leug­ner des men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­dels. Im Zwei­fel schei­nen sich Fak­ten durch­zu­set­zen und nicht Ideo­lo­gie. Viel­leicht, weil die Wirt­schaft ver­stan­den hat, dass sich auch mit Kli­ma­schutz Geld ver­die­nen lässt. Arnie, den Kino­hel­den und Umwelt­schüt­zer, wird es freu­en. Und auch unse­ren neu­en Papst Leo XIV., der sich nicht nur für den Umwelt­schutz, son­dern vor allem auch für den – so drin­gend nöti­gen – Frie­den ein­setzt. Auch das ist eine gute Nachricht.

Womög­lich ist es aber gar nicht mal so schlimm, wenn die Stim­mung der­zeit so düs­ter ist. Weil auch Gefüh­le einen Zweck erfül­len. Auch die schlech­ten. Angst lässt uns vor­sich­ti­ger und auf­merk­sa­mer wer­den; Wut spornt uns an, Hin­der­nis­se bei­sei­te zu räu­men. Hilft uns das im neu­en Jahr?

Viel­leicht soll­ten wir gera­de dann, wenn uns vie­les düs­ter erscheint, die guten Gefüh­le umso bewuss­ter wahr­neh­men. Das Stau­nen zum Bei­spiel. Die Aus­ga­be der Zeit“ vom 17. Dezem­ber hat die­ser gehei­men Super­kraft“ des Men­schen einen extra lan­gen Bei­trag gewid­met: Dem­nach senkt Stau­nen den Blut­druck, macht uns ent­spann­ter, lin­dert Schmer­zen; Stau­nen macht uns groß­zü­gi­ger und hilfs­be­rei­ter; und ganz wich­tig: Stau­nen hilft uns, das Leben spie­le­risch zu betrach­ten und zu meis­tern. Zwar ver­lie­ren wir die­se Fähig­keit in zuneh­men­dem Alter, doch das Stau­nen lässt sich trai­nie­ren. Hilfs­mit­tel sind die Musik und die Kunst, die uns immer wie­der aufs Neue auf­zei­gen, wie gut es tun kann, wenn wir acht­sa­mer durchs Leben gehen und genau hinschauen.

Viel­leicht lohnt sich auch ein Blick auf das Tages­evan­ge­li­um zum Zwei­ten Sonn­tag nach Weih­nach­ten. Am Anfang war das Wort (…) Und das Licht leuch­tet in der Fins­ter­nis und die Fins­ter­nis hat es nicht erfasst.“ Als Ant­wort auf das Wort“ und das fol­gen­de Wun­der fällt uns bestimmt etwas Bes­se­res ein als das berühm­te Has­ta la vis­ta (Auf Wie­der­se­hen) …“ aus dem Kino.

Michael
Glaß

Redakteur

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