Bistum

Kirchgang als Glaubensweg

Redaktion am 15.09.2025

Pater Johannes und Regens Christoph Leuchtner. Info Icon Foto: Alois Kreipl
Thema und Referenten waren offensichtlich richtig gewählt, der Saal war gut gefüllt: Pater Johannes (r.) und Regens Christoph Leuchtner (l.) im Kreise des Senioren-Treffs Aicha.

Was bewegt die Christen gestern und heute – eine Diskussion mit offenem Ausgang

Der Senio­ren­treff stellt für sei­ne monat­li­chen Zusam­men­künf­te immer wie­der inter­es­san­te The­men in den Fokus und lädt dazu Exper­ten als Refe­ren­ten und Dis­kus­si­ons­part­ner ein. Die­ses Mal hat­te man gleich zwei kom­pe­ten­te Ansprech­part­ner zur Hand. Das The­ma, über das man mehr erfah­ren woll­te, war in gemein­sa­mer Run­de mit Kaplan Pater Johan­nes Strahl wäh­rend des Pfarr­aus­flugs die Woche davor schnell gefun­den: Kirch­gang – ein Glau­bens­weg im Wan­del der Zeit – eine Betrach­tung damals und heute“.

Orga­ni­sa­to­rin Karo­la Schus­ter konn­te auch den Zwei­ten Bür­ger­meis­ter Alo­is Kreipl und neben dem Haupt­re­fe­ren­ten Pater Johan­nes auch sei­nen Regens vom Pries­ter­se­mi­nar Regens­burg, Chris­toph Leucht­ner, begrü­ßen. Die­ser beton­te in sei­nen Gruß­wor­ten, dass er immer noch mit der Gemein­de Aicha ver­bun­den sei, immer­hin habe er vor zehn Jah­ren als Dia­kon im Pfarr­ver­band Aicha/​Fürstenstein sei­ne ers­ten kle­ri­ka­len Schrit­te getan. Das Impuls-Refe­rat begann mit dem mar­kan­ten Satz: Ich kom­me zu euch, weil –ihr kommt damit auch zu mir.“ Was ist die Bedeu­tung des Kirch­gangs im reli­giö­sen Kon­text? Das ist der Kern des Sonn­tags­ge­bots, denn seit der Urkir­che sei­en die Chris­ten regel­mä­ßig zusam­men­ge­kom­men, um gemein­sam das Brot zu bre­chen und zu beten und um damit auch Gemein­schaft zu pfle­gen. Vie­le Ritua­le und kirch­li­chen Fes­te hät­ten sich dar­aus ent­wi­ckelt. Die reli­gi­ös-kul­tu­rel­le Ver­bun­den­heit äuße­re sich auch in einer gewis­sen Fei­er­kul­tur und dem Brauch­tum, das sich meist aus den reli­giö­sen Fes­ten her­aus ent­wi­ckel­te. Die Älte­ren wüss­ten noch ganz genau, dass man im Schrank sei­ne gute Sonn­tags­klei­dung auf­be­wahr­te, um zu zei­gen, dass der soge­nann­te Tag des Herrn etwas Beson­de­res war.

Natür­lich sei die Gesell­schaft in ste­tem Wan­del und vie­len Ein­flüs­sen wie tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen aus­ge­setzt und die all­ge­mei­ne Säku­la­ri­sie­rung und die Macht der Medi­en sei­en über­all zu spü­ren. Auch sei ein Ver­trau­ens­ver­lust nicht zu leug­nen und die Indi­vi­dua­li­sie­rung der Men­schen tue ihr Übri­ges. Nicht mehr die all­ge­mei­ne Tra­di­ti­on des Kirch­gangs sei Richt­schnur, son­dern die indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung jedes Ein­zel­nen und damit inzwi­schen qua­si rei­ne Pri­vat­sa­che. Und da gebe es heu­te jede Men­ge ande­rer Mög­lich­kei­ten, wie man sei­ne Zeit gestal­ten kön­ne. Wie man das Erleb­nis der Gemein­schaft im Glau­ben den jun­gen Leu­ten wie­der nahe brin­gen kann, dar­über strei­ten sich die Gelehr­ten. Das sei aber nicht ledig­lich eine Erschei­nung der Neu­zeit, denn schon der Apos­tel Pau­lus habe in einem Brief an eine Gemein­de geschrie­ben: Ver­lasst nicht eure Zusam­men­künf­te, pflegt die­sen gemein­sa­men Aus­druck des Glau­bens und der Gemeinschaft!“

Man kön­ne vie­les ver­su­chen, um die Got­tes­diens­te attrak­ti­ver zu gestal­ten, aber letzt­lich kom­me es dar­auf an, dass die Men­schen wie­der die Gemein­schaft suchen und in der Kir­che auch fin­den. Dies gehö­re zum Leben wie die Luft zum Atmen. In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on wur­de der Appell vor­ge­bracht, die erprob­te jahr­tau­sen­de­al­te Kul­tur doch bes­ser zu pfle­gen. Als Bei­spiel wur­de genannt, dass heu­te vie­le Beer­di­gun­gen nur noch im engs­ten Fami­li­en­kreis statt­fän­den, ohne dass Weg­ge­fähr­ten, Freun­de und Nach­barn die Mög­lich­keit hät­ten, dem Ver­stor­be­nen die letz­te Ehre zu erwei­sen. Abschied neh­men zu kön­nen von einem lie­ben Men­schen, sei doch auch ein Grund­be­dürf­nis und die Trau­er in Gemein­schaft oft sehr hilf­reich. Nach reger Dis­kus­si­on bedank­te sich Pater Johan­nes für die zahl­rei­che Teil­nah­me und been­de­te den offi­zi­el­len Teil mit einem kur­zen Gebet.

Text und Foto: Alo­is Kreipl

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