Bistum

Um Malteser zu sein, braucht es Herz, nicht Heldenmut

Redaktion am 27.07.2026

Info Icon Foto: Rosmarie Friedsam
Funktionsträger und Gäste freuten sich mit Dr. Renate Zehner (6.v.l.), die das Verdienstkreuz Pro Merito Melitensi, eine der höchsten Stufen des Verdienstordens des Souveränen Malteser Ritterordens, erhielt.

Bei der Diözesanversammlung der Malteser im Festsaal der Landwirtschaftlichen Berufsschule Passau standen hohe Auszeichnungen für verdiente Damen im Mittelpunkt.

Den Beginn des inter­nen Teils bil­de­te eine Andacht mit Diö­ze­san­ge­schäfts­füh­rer Dia­kon Rai­ner F. Brein­bau­er. Nicht Erfolg, son­dern Lie­be soll der Maß­stab unse­res Han­delns sein“, beton­te er dabei. Auf­trag als Mal­te­ser sei es nicht, mäch­tig, erfolg­reich oder bedeu­tend zu sein, son­dern Men­schen zu dienen.

Höhe­punkt der Ver­an­stal­tung waren zwei­fel­los die Aus­zeich­nun­gen: An Dr. Rena­te Zeh­ner über­reich­te Diö­ze­san­lei­ter Max-Georg Graf von Arco auf Val­ley das Ver­dienst­kreuz Pro Meri­to Meli­ten­si, eine der höchs­ten Stu­fen des Ver­dienst­or­dens des Sou­ve­rä­nen Mal­te­ser Rit­ter­or­dens. Dr. Zeh­ner habe das Gesicht der Mal­te­ser in Pas­sau seit vie­len Jahr­zehn­ten ent­schei­dend geprägt, beton­te der Diö­ze­san­lei­ter. Am 1. Sep­tem­ber 1985 trat sie den Mal­te­sern in Pas­sau als akti­ves Mit­glied bei. Als enga­gier­te und geschätz­te Ärz­tin hat sie ihre medi­zi­ni­sche Kom­pe­tenz in den Dienst der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on gestellt. Seit März 2009 beklei­det sie das ver­ant­wor­tungs­vol­le Amt der Diö­ze­sanärz­tin und steht seit­her mit fach­li­chem Rat, gro­ßer Erfah­rung und mensch­li­cher Zuge­wandt­heit an der Sei­te der Mal­te­ser. Von Mai 1993 bis Febru­ar 2006 präg­te und unter­stütz­te sie als Diö­ze­sano­be­rin das geist­li­che und gemein­schaft­li­che Leben der Mal­te­ser. Seit 2022 bringt sie ihre Erfah­rung als Aus­lands­be­auf­trag­te ein und för­dert somit die inter­na­tio­na­le Ver­bun­den­heit der Hilfsorganisation.

Dr. Rena­te Zeh­ner war Ansprech­part­ne­rin, Rat­ge­be­rin, Weg­be­glei­te­rin, Vor­bild, Freun­din und oft­mals auch Mut­ma­che­rin in schwie­ri­gen Zei­ten. Ihr offe­nes Ohr, ihre Herz­lich­keit und ihre tie­fe Ver­bun­den­heit mit unse­ren Wer­ten haben vie­le von uns inspi­riert und gestärkt. Auch nach all den Jah­ren ist ihr Enga­ge­ment unge­bro­chen“, so Graf Arco.

An Kath­rin Gru­ber und Gabrie­le Schwei­zer über­gab der Diö­ze­san­lei­ter die Dank­pla­ket­te der Deut­schen Asso­zia­ti­on des Mal­te­ser­or­dens, eine Aus­zeich­nung, die in der Diö­ze­se Pas­sau nur sehr sel­ten ver­lie­hen wird. Seit April 2024 sind die bei­den die Schirm­her­rin­nen des Her­zens­wunsch-Kran­ken­wa­gens. Seit­her set­zen sie sich mit her­aus­ra­gen­dem Enga­ge­ment und äußerst viel Herz­blut für den Her­zens­wunsch-Kran­ken­wa­gen ein und sind die bes­ten Bot­schaf­te­rin­nen dafür, die man sich nur wün­schen kann“, lob­te der Diö­ze­san­lei­ter. Als Musi­kan­tin­nen des Soiz­we­ger Zwo­agsangs und weit dar­über hin­aus sam­meln sie uner­müd­lich Spen­den für ein drin­gend benö­tig­tes neu­es Fahr­zeug. Ihnen ist es zu einem gro­ßen Teil zu ver­dan­ken, dass die Mal­te­ser die­sem Ziel schon sehr nahe sind.

Info Icon Foto: Rosmarie Friedsam
Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley (l.) und das Leitungsteam des Herzenswunsch-Krankenwagens dankten Kathrin Gruber (5.v.l.) und Gabriele Schweizer (3.v.l.) für ihr unermüdliches Engagement.

hre Art: Mit Har­mo­ni­ka, Gitar­re und Gesang gaben sie meh­re­re Ein­la­gen, die mit viel Applaus belohnt wur­den.
In sei­nem Tätig­keits­be­richt beton­te Graf Arco, dass die der­zeit äußerst schwie­ri­gen und anspruchs­vol­len Zei­ten von Poli­tik und Wirt­schaft ein hohes Maß an Ver­ant­wor­tung und Ver­pflich­tung ver­lang­ten, um eine kon­kre­te Balan­ce zum Woh­le der Gemein­schaft zu fin­den. Auch wir als Mal­te­ser leben die­se Ver­ant­wor­tung und set­zen uns mit unse­ren Diens­ten vor Ort für das Wohl all der­je­ni­gen ein, die auf Unter­stüt­zung und Hil­fe beson­ders ange­wie­sen sind. Es ist unser Ziel und unse­re Prä­mis­se, stets aktiv und tat­kräf­tig in die Zukunft zu gehen.“
Im Anschluss rief Graf Arco beson­de­re Ereig­nis­se und Höhe­punk­te aus dem Berichts­zeit­raum ins Gedächt­nis, die an prä­gen­de Momen­te, beson­de­re Ver­an­stal­tun­gen und das enga­gier­te Mit­ein­an­der erin­nern, das unse­re Arbeit aus­macht“. Dazu gehö­ren die Aus­zeich­nun­gen der Aus­flugs­fahr­ten mit dem Baye­ri­schen Inno­va­ti­ons­preis 2024 und dem Demo­gra­fie­preis 2025 in der Kate­go­rie Meine.Heimat.Lebensqualität“.

Nach dem Blick auf die­se und vie­le ande­re Höhe­punk­te und Akti­vi­tä­ten erklär­te Graf Arco: Wir Mal­te­ser in Pas­sau sind mit unse­rem Ehren­amt sehr gut auf­ge­stellt und die Aus­wahl an Tätig­kei­ten ist groß und abwechs­lungs­reich. Jeder mit Inter­es­se und Enga­ge­ment kann sein Ehren­amt fin­den, das zu ihm und sei­nem Leben passt. Für ande­re da zu sein ist wert­voll. Indem wir uns um ande­re küm­mern, ver­bes­sern wir deren Situa­ti­on – und machen die Welt ein klei­nes biss­chen bes­ser. Um Mal­te­ser zu sein, braucht es kei­ne gro­ßen Hel­den, es braucht Herz!“

Der Dank und die Wert­schät­zung kamen auch in den Gruß­wor­ten der Poli­ti­ker zum Aus­druck. Ros­wi­tha Toso blick­te auf die über 900-jäh­ri­ge Geschich­te der Mal­te­ser zurück. Hin­ter der Gegen­wart steht eine der boden­stän­digs­ten Geschich­ten der Mensch­heit. Die­ses Fun­da­ment ist kein Relikt aus der Ver­gan­gen­heit. Es ist das Fun­da­ment, auf dem auch heu­te noch Ihre Arbeit beruht. Sie zei­gen uns, dass ech­te Wer­te die Jahr­hun­der­te über­dau­ern kön­nen, wenn Men­schen sie mit Leben erfüllen.“

Im Namen der Stadt Pas­sau ein herz­li­ches Dan­ke­schön für das, was Sie in der Stadt Pas­sau, in der Regi­on und in der Diö­ze­se bewir­ken“, erklär­te Sis­sy Gey­er. Ihre beson­de­re Wert­schät­zung galt der gro­ßen Zahl der Ehren­amt­li­chen. Sie sind die Boden­plat­te und die Säu­len unse­rer Gesellschaft.“

Aus dem Finanz­be­richt von Rai­ner F. Brein­bau­er ging her­vor, dass die Mal­te­ser gut auf­ge­stellt – gut aus­ge­stat­tet – gut aus­ge­bil­det“ in die Zukunft schau­en können.

Text und Fotos: Ros­ma­rie Friedsam

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