Foto: Rosmarie Friedsam
Bei der Diözesanversammlung der Malteser im Festsaal der Landwirtschaftlichen Berufsschule Passau standen hohe Auszeichnungen für verdiente Damen im Mittelpunkt.
Den Beginn des internen Teils bildete eine Andacht mit Diözesangeschäftsführer Diakon Rainer F. Breinbauer. „Nicht Erfolg, sondern Liebe soll der Maßstab unseres Handelns sein“, betonte er dabei. Auftrag als Malteser sei es nicht, mächtig, erfolgreich oder bedeutend zu sein, sondern Menschen zu dienen.
Höhepunkt der Veranstaltung waren zweifellos die Auszeichnungen: An Dr. Renate Zehner überreichte Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley das Verdienstkreuz Pro Merito Melitensi, eine der höchsten Stufen des Verdienstordens des Souveränen Malteser Ritterordens. Dr. Zehner habe das Gesicht der Malteser in Passau seit vielen Jahrzehnten entscheidend geprägt, betonte der Diözesanleiter. Am 1. September 1985 trat sie den Maltesern in Passau als aktives Mitglied bei. Als engagierte und geschätzte Ärztin hat sie ihre medizinische Kompetenz in den Dienst der Hilfsorganisation gestellt. Seit März 2009 bekleidet sie das verantwortungsvolle Amt der Diözesanärztin und steht seither mit fachlichem Rat, großer Erfahrung und menschlicher Zugewandtheit an der Seite der Malteser. Von Mai 1993 bis Februar 2006 prägte und unterstützte sie als Diözesanoberin das geistliche und gemeinschaftliche Leben der Malteser. Seit 2022 bringt sie ihre Erfahrung als Auslandsbeauftragte ein und fördert somit die internationale Verbundenheit der Hilfsorganisation.
„Dr. Renate Zehner war Ansprechpartnerin, Ratgeberin, Wegbegleiterin, Vorbild, Freundin und oftmals auch Mutmacherin in schwierigen Zeiten. Ihr offenes Ohr, ihre Herzlichkeit und ihre tiefe Verbundenheit mit unseren Werten haben viele von uns inspiriert und gestärkt. Auch nach all den Jahren ist ihr Engagement ungebrochen“, so Graf Arco.
An Kathrin Gruber und Gabriele Schweizer übergab der Diözesanleiter die Dankplakette der Deutschen Assoziation des Malteserordens, eine Auszeichnung, die in der Diözese Passau nur sehr selten verliehen wird. „Seit April 2024 sind die beiden die Schirmherrinnen des Herzenswunsch-Krankenwagens. Seither setzen sie sich mit herausragendem Engagement und äußerst viel Herzblut für den Herzenswunsch-Krankenwagen ein und sind die besten Botschafterinnen dafür, die man sich nur wünschen kann“, lobte der Diözesanleiter. Als Musikantinnen des Soizweger Zwoagsangs und weit darüber hinaus sammeln sie unermüdlich Spenden für ein dringend benötigtes neues Fahrzeug. Ihnen ist es zu einem großen Teil zu verdanken, dass die Malteser diesem Ziel schon sehr nahe sind.
Foto: Rosmarie Friedsam
hre Art: Mit Harmonika, Gitarre und Gesang gaben sie mehrere Einlagen, die mit viel Applaus belohnt wurden.
In seinem Tätigkeitsbericht betonte Graf Arco, dass die derzeit äußerst schwierigen und anspruchsvollen Zeiten von Politik und Wirtschaft ein hohes Maß an Verantwortung und Verpflichtung verlangten, um eine konkrete Balance zum Wohle der Gemeinschaft zu finden. „Auch wir als Malteser leben diese Verantwortung und setzen uns mit unseren Diensten vor Ort für das Wohl all derjenigen ein, die auf Unterstützung und Hilfe besonders angewiesen sind. Es ist unser Ziel und unsere Prämisse, stets aktiv und tatkräftig in die Zukunft zu gehen.“
Im Anschluss rief Graf Arco besondere Ereignisse und Höhepunkte aus dem Berichtszeitraum ins Gedächtnis, „die an prägende Momente, besondere Veranstaltungen und das engagierte Miteinander erinnern, das unsere Arbeit ausmacht“. Dazu gehören die Auszeichnungen der Ausflugsfahrten mit dem Bayerischen Innovationspreis 2024 und dem Demografiepreis 2025 in der Kategorie „Meine.Heimat.Lebensqualität“.
Nach dem Blick auf diese und viele andere Höhepunkte und Aktivitäten erklärte Graf Arco: „Wir Malteser in Passau sind mit unserem Ehrenamt sehr gut aufgestellt und die Auswahl an Tätigkeiten ist groß und abwechslungsreich. Jeder mit Interesse und Engagement kann sein Ehrenamt finden, das zu ihm und seinem Leben passt. Für andere da zu sein ist wertvoll. Indem wir uns um andere kümmern, verbessern wir deren Situation – und machen die Welt ein kleines bisschen besser. Um Malteser zu sein, braucht es keine großen Helden, es braucht Herz!“
Der Dank und die Wertschätzung kamen auch in den Grußworten der Politiker zum Ausdruck. Roswitha Toso blickte auf die über 900-jährige Geschichte der Malteser zurück. „Hinter der Gegenwart steht eine der bodenständigsten Geschichten der Menschheit. Dieses Fundament ist kein Relikt aus der Vergangenheit. Es ist das Fundament, auf dem auch heute noch Ihre Arbeit beruht. Sie zeigen uns, dass echte Werte die Jahrhunderte überdauern können, wenn Menschen sie mit Leben erfüllen.“
„Im Namen der Stadt Passau ein herzliches Dankeschön für das, was Sie in der Stadt Passau, in der Region und in der Diözese bewirken“, erklärte Sissy Geyer. Ihre besondere Wertschätzung galt der großen Zahl der Ehrenamtlichen. „Sie sind die Bodenplatte und die Säulen unserer Gesellschaft.“
Aus dem Finanzbericht von Rainer F. Breinbauer ging hervor, dass die Malteser „gut aufgestellt – gut ausgestattet – gut ausgebildet“ in die Zukunft schauen können.
Text und Fotos: Rosmarie Friedsam


