Bischof Stefan Oster SDB hat am 6. Dezember in der Altöttinger Stiftspfarrkirche Mathias Eder zum Diakon geweiht. Für den jungen Priesteramtskandidaten hat der Ort der Weihe eine besondere Bedeutung.
Denn Mathias Eder ist ein großer Marienverehrer. Die Muttergottes gilt ihm „schon lange Zeit als treue Fürsprecherin, ohne die ich niemals so weit gekommen wäre und dank der ich jetzt hier stehen darf, wo ich bin“, wie er in einem Video für die Website des Bistums Passau verraten hat, das vor der Weihe aufgenommen wurde. „Jetzt den Dienst des Taufspenders zu tun und der Verkündigung in der Predigt vorzustehen, ist für mich zwar eine immense Aufgabe, vor der ich natürlich Respekt habe. Aber mit dem Beistand Unserer Lieben Frau von Altötting wird mir das schon gelingen“, zeigte sich der junge Mann aus der Pfarrei St. Franz-Xaver in Thyrnau (Pfarrverband Straßkirchen) sehr zuversichtlich.
Auch das Leitwort des Neu-Diakons geht auf die Gottesmutter zurück: „Mir geschehe nach deinem Wort“ (Lk 1,38) lautet die Zusage Mariens bei der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel, die Mathias Eder auf dem langen Weg, der vor ihm liegt, Orientierung geben soll. Das Leitwort verdeutlicht sein großes Vertrauen in den göttlichen Heilsplan, ist laut Bischof Oster jedoch auch „sehr anspruchsvoll“: Denn das Wort Gottes sei nichts, was man mal so nebenbei den Leuten als Info mitgeben könne, erklärte der Passauer Bischof in seiner Predigt. Wer ein wahrer Zeuge der christlichen Botschaft sein möchte, müsse „das Wort“ wirklich „verinnerlicht“ haben und „mit Begeisterung“ verkünden.
Neu-Diakon Mathias Eder im Kurzportrait
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Wie schwierig es sein kann, sich von Gott und seinem Wort „berühren und verwandeln“ zu lassen, verdeutlichte Bischof Oster in seiner Predigt mit Blick auf die Tageslesung aus dem Buch Jesaja (Jes 6,1−8): Völlig „verloren“ vor Gott habe sich der Prophet demnach bei seiner Berufung gefühlt; und vielleicht habe sich auch Mathias Eder auf seinem „Reifungsweg“ im Priesterseminar manchmal an die Metapher von den „glühenden Kohlen“ erinnert – sowohl das Studium als auch das regelmäßige Gebet und nicht zuletzt das Leben in einer Gemeinschaft könnten sehr herausfordernd sein.
Außerdem würden auch die Zeiten für die Verkündigung der Frohbotschaft und die Umstände, unter denen Mathias Eder seinen Dienst ausüben wird, immer herausfordernder, auch darauf wies Bischof Oster in seiner Predigt hin. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“, zitierte er das Tagesevangelium (Lk 10,1−9) und stellte fest, dass sich immer weniger junge Männer zu Priestern weihen ließen – auch Mathias Eder habe erlebt, dass sich der ein oder andere Kandidat aus dem Priesterseminar wieder verabschiedet hat. Ausdrücklich bat Bischof Oster die Gottesdienstbesucher zum Gebet für Berufungen.
Diakonenweihe 2025 in Altötting – Impressionen
Der Prediger zitierte noch ein weiteres Wort aus dem Evangelium: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Soziologen und Geschichtsforscher sprächen bereits von einem „postchristlichen“, also einem nachchristlichen Zeitalter. Und auch wenn es in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern keine gewaltsame Christenverfolgung gebe, so werde es auch hierzulande immer schwerer, Verständnis oder gar Begeisterung für die christliche Botschaft zu wecken. „Unsere Antwort“ auf diese Entwicklungen sei „nicht die Gewalt, sondern der Dienst, die Liebe, das Gebet, die Treue zu den Menschen und die Treue zu Gott“, betonte der Bischof. Dies gelte auch mit Blick auf die demnächst erscheinende Aufarbeitungsstudie zu Missbrauch und sexueller Gewalt im Bistum Passau (von 1945 – 2022), die notwendig sei, „um der Wahrheit ins Auge zu sehen“, außerdem, um die Maßnahmen zur Vorbeugung solcher Taten zu verbessern und „der Kirche ein schöneres Gesicht zu geben“.
Die Predigt zum Nachhören
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Bischof Oster betonte auch, „wie erfüllend es sein kann, von Christus berührt zu sein“, zu ahnen, „dass es nichts Größeres und Sinnvolleres“ geben könne als Gott, und „dass es ein schöner Dienst sein kann, Ihm zu folgen“. Nicht nur ein Diakon, sondern jeder Christ, sei dazu aufgerufen „als Zeuge die heilsame Gegenwart Gottes in die Welt hineinzutragen“. Ein Christ sei zwar „kein besserer Mensch als andere“, „aber er lebt von der Erfahrung, dass der Herr immer wieder neu vergibt und Frieden schenkt“. Ausdrücklich dankte Bischof Oster dem Neu-Diakon Mathias Eder für seine Treue und für seinen zukünftigen Dienst, außerdem dessen Weggefährten und „allen, die mitgeholfen haben, dass er jetzt sagen kann: ‚Mir geschehe nach deinem Wort‘“.
Im Anschluss an die Predigt nahm Bischof Oster den feierlichen Weihe-Ritus vor. Mathias Eder erklärte sich bereit, das Amt des Diakons zu übernehmen und sprach sein „Ja“ zum zölibatären Leben. Bischof Stefan Oster legte ihm die Hände auf und sprach das Weihegebet. Als Zeichen seines Dienstes wurde Mathias Eder Stola und Dalmatika angelegt, Bischof Oster überreichte ihm das Evangelienbuch. Der Neu-Diakon darf nun in seinem Amt den Segen spenden, Taufen und Trauungen abhalten und das Wort Gottes auslegen. Im kommenden Jahr ist seine Priesterweihe in Passau geplant.
Am Altar standen neben Hauptzelebrant Bischof Stefan Oster und Neu-Diakon Mathias Eder auch Regens Christoph Leuchtner, Generalvikar Josef Ederer, Altöttings Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Klaus Metzl, Prodekan (Hauzenberg) Andreas Erndl und der Altöttinger Diakon Gerold Hochdorfer. Im Altarraum waren u.a. Domdekan Hans Bauernfeind, Altöttings ehemaliger Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Altöttings Dekan Heribert Schauer.
Am Nachmittag fand in der Stiftspfarrkirche eine Dankandacht des neuen Diakons Mathias Eder statt, im Anschluss eine Prozession zur Gnadenkapelle.



