Das glauben wir

Mehr Raum für Seelsorge

Redaktion am 15.09.2025

Benjamin Bößenroth. Info Icon Foto: Christine Limmer
Eine intensive Glaubenserfahrung führte Benjamin Bößenroth auf den Berufsweg des Diakons. In dieser Aufgabe will er sich nun voll und ganz als Seelsorger einbringen.

Das Seelsorgeteam des Pfarrverbandes Feichten erhält Verstärkung: Der 44-jährige Benjamin Bößenroth hat am 1. September seine Stelle als Diakon angetreten. Hat er damit seine Berufung gefunden? Über einen Glaubensweg, der in Taizé begann. 

Offi­zi­ell gehört Bößen­roth orga­ni­sa­to­risch zum Seel­sor­ge­raum Burg­hau­sen, sein Dienst­vor­ge­setz­ter ist Pro­de­kan Erwin Jaindl. Schwer­punkt­mä­ßig wird er jedoch im Pfarr­ver­band Feich­ten sowie im Pfarr­ver­band Burg­kir­chen tätig sein. Fach­lich beglei­tet ihn Pfar­rer Micha­el Wit­ti. Wel­che Auf­ga­ben­fel­der er im Seel­sor­ge­team über­neh­men wird, steht noch nicht end­gül­tig fest. Sicher ist aber: Als Reli­gi­ons­leh­rer wird er an den Grund­schu­len Hei­lig­kreuz, Hart (Niko­dem-Caro-Grund­schu­le) und Burg­kir­chen jeweils die drit­ten Klas­sen im Fach Reli­gi­on unter­rich­ten. Wei­te­re 25 Wochen­stun­den wid­met er dem pas­to­ra­len Dienst – von der Wie­ge bis zur Bah­re“, wie er sei­ne viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben selbst beschreibt.

Zum Beruf des Dia­kons kam Ben­ja­min Bößen­roth nicht auf dem klas­si­schen Weg, son­dern über eine inten­si­ve Glau­bens­er­fah­rung in Tai­zé. Gebo­ren in Ful­da und in Neu­beu­ern auf­ge­wach­sen, führ­te ihn sein Lebens­weg über Haag, Burg­hau­sen und Arbing. Beruf­lich war er zunächst in der Finanz- und Ver­si­che­rungs­bran­che tätig, unter ande­rem als Bank­kauf­mann, selbst­stän­di­ger Ver­si­che­rungs­fach­mann und Pro­jekt­lei­ter in München.

Sei­ne spä­te­re Frau brach­te ihn zu einer Jugend­mes­se in Brau­nau, wo er auf einen Fly­er für eine Rei­se nach Tai­zé auf­merk­sam wur­de – der Beginn einer ent­schei­den­den spi­ri­tu­el­len Weg­mar­ke. Die dor­ti­ge Atmo­sphä­re ließ ihn nicht mehr los, beson­ders der Satz aus dem Tai­zé-Lie­der­buch Herr, mach mich zu dei­nem Werkzeug“.

Zurück in der Hei­mat, enga­gier­te er sich zunächst im Pfarr­ge­mein­de­rat in Burg­hau­sen, gestal­te­te Fami­li­en­got­tes­diens­te mit, sang im Spon­ti­chor und arbei­te­te in der Öffent­lich­keits­ar­beit. Par­al­lel besuch­te er regel­mä­ßig den Jugend­ge­bets­kreis in Brau­nau, wo er beim dama­li­gen Kaplan Mar­tin Trut­ten­ber­ger, bekannt als Motor­rad­pfar­rer“, neue Impul­se fand.

Ein geplan­tes Sab­bat­jahr führ­te das Ehe­paar schließ­lich nach Bar­rei­ras im bra­si­lia­ni­schen Bun­des­staat Bahia. Statt einer Welt­rei­se ver­brach­ten bei­de dort ein sozia­les Jahr bei der Kin­der­hil­fe Cater Ven­to“, die von Bene­dik­ti­nern und Bene­dik­ti­ne­rin­nen aus Ober­ös­ter­reich gegrün­det wur­de. Bößen­roth enga­gier­te sich in der Kurie für Öffent­lich­keits­ar­beit und Fund­rai­sing, lern­te Por­tu­gie­sisch und erleb­te haut­nah, wie Dia­ko­ne vor Ort die Seel­sor­ge maß­geb­lich tra­gen. Musi­zie­ren und Gemein­schaft stärk­ten sei­nen Wunsch, selbst die­sen Weg einzuschlagen.

Nach der Rück­kehr begann er ein Theo­lo­gie-Fern­stu­di­um. Prak­ti­sche Erfah­run­gen sam­mel­te er in der Pfar­rei Alt­öt­ting und im dor­ti­gen Kran­ken­haus. Am 9. Novem­ber 2019 wur­de er von Bischof Ste­fan Oster in Hack­lberg zum Dia­kon geweiht. Zunächst war er als Dia­kon im Zivil­be­ruf“ im Pfarr­ver­band Rei­schach tätig – neben sei­ner Arbeit als euro­pa­weit täti­ger IT-Pro­jekt­lei­ter. Firm- und Erst­kom­mu­ni­on­vor­be­rei­tung erfüll­ten ihn, doch der Wunsch nach mehr Raum für die Seel­sor­ge wuchs.

Ein Gespräch mit Bischof Oster brach­te den ent­schei­den­den Schritt: Ab 2022 absol­vier­te er eine drei­jäh­ri­ge Aus­bil­dung zum Reli­gi­ons­leh­rer und leg­te die zwei­te Dienst­prü­fung zum Gemein­de­re­fe­ren­ten ab. Wäh­rend die­ser Zeit wirk­te er in den Pfarr­ver­bän­den Win­hö­ring und Alt­öt­ting. Mit Abschluss der Aus­bil­dung ergriff er die Chan­ce, sich voll in die Seel­sor­ge ein­zu­brin­gen – und folg­te der Aus­schrei­bung nach Feich­ten. Ich woll­te dort­hin, wo Not am Mann oder an der Frau ist“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Neben sei­nem kirch­li­chen Enga­ge­ment ist Bößen­roth bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Arbing aktiv. 2022 wur­de er dort Feu­er­wehr­seel­sor­ger, seit März 2025 ist er zudem Fach­be­ra­ter für die psy­cho­so­zia­le Not­fall­ver­sor­gung für Ein­satz­kräf­te (PSNV‑E) auf Land­kreis­ebe­ne. Rei­sen und Wan­dern gehö­ren zu sei­nen liebs­ten Freizeitbeschäftigungen.

Eini­ge Gemein­den hat er bereits in Got­tes­diens­ten besucht. In Feich­ten wird er sich am Sonn­tag, 21. Sep­tem­ber, um 8.30 Uhr vor­stel­len, in Hei­lig­kreuz anschlie­ßend um 10 Uhr.

Text und Foto: Chris­ti­ne Limmer

Weitere Nachrichten

Glaube und Tradition
12.01.2026

Ein Winzer aus Niederbayern schenkt reinen Wein ein

Die Bibel erzählt vom prallen Leben – und damit auch von der damaligen Berufswelt. In unserer neuen Serie…

Winzer Hubert Weizenberger im vergangenen Herbst in seinem Weinberg.
Wallfahrt
12.01.2026

Auf dem Sehnsuchtsweg des Lebens

Drei Männer, drei Glaubenswege, ein Ziel

Landschaft in Umbrien.
Nachricht
12.01.2026

Zusammen geht was

Der Deutsche Caritasverband startet seine Jahreskampagne 2026 in Passau. Motto: „Zusammen geht was – Caritas…

Die Passauer Caritasvorstände Andrea Anderlik und Stefan Seiderer mit dem Aktionsplakat.
Soziales
07.01.2026

Perlen der Zuflucht

445 bunte Perlen erzählen von 18 Monaten Krebstherapie eines Dreijährigen. Benedikts Eltern kämpfen mit…

Eine glückliche Familie: Theresa und Johannes Mitterweger mit ihren Söhnen Benedikt und Elias.